Atomverhandlungen USA und Russland erhöhen Druck auf Iran
US-Präsident Barack Obama und der russische Staatschef Dmitrij Medwedjew stellen Iran ein Ultimatum und drohen mit schärferen Wirtschaftssanktionen. Doch ein Kompromiss im Atomkonflikt steht nicht in Aussicht.
© ALEXEY DITYAKIN/AFP/Getty Images

Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew forderte bei einem Treffen mit Obama am Rande des Apec-Gipfeltreffens, den Druck auf die Führung in Teheran zu erhöhen
Russland und die USA sind unzufrieden mit dem Tempo der Atomverhandlungen mit Teheran. Sollten die gegenwärtigen Gespräche über eine Lösung des Nuklearkonflikts nicht zum Erfolg führen, müssten "andere Mittel" benutzt werden, sagte Dmitrij Medwedjew am Sonntag nach einem Treffen mit Obama am Rande des Gipfels des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums Apec.
"Unser Ziel ist klar: ein transparentes Atomprogramm statt eines Programms, das die Sorgen Anderer erregt", sagte der russische Präsident.
Auch US-Präsident Barack Obama erhöhte den Druck auf Iran. Die Zeit für die Annahme des internationalen Kompromissvorschlags laufe allmählich ab, sagte er. Trotz eines "fairen Angebots" habe die iranische Führung dem Vorschlag bisher nicht zugestimmt, der allgemein als kreativer und konstruktiver Vorstoß angesehen werde.
Beide Präsidenten wollen noch im Dezember ein Nachfolgeabkommen für den Vertrag über die Reduzierung strategischer Waffen (START) unterzeichnen. Es müsse sichergestellt werden, dass Iran die Atomtechnologie ausschließlich zu zivilen Zwecken nutze. "Wenn wir scheitern, bleiben andere Optionen auf dem Tisch, um den Prozess in eine andere Richtung zu lenken", sagte Medwedjew nach Angaben der US-Delegation.
Vor einem Abschluss eines Nachfolgeabkommen gebe es jedoch noch Differenzen hinsichtlich der Höchstzahlen und die Stationierung strategischer Atomwaffen, hieß es. Der START-Vertrag läuft am 5. Dezember aus.
Der Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vom Oktober zielt darauf ab, die Vorräte des Landes an Uran unter die zum Bau von Atomwaffen nötige Menge zu senken. Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hätten damit außerdem mehr Zeit für weitere Verhandlungen gewonnen.
Iran wird verdächtigt, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms nach Atomwaffen zu streben. Falls Teheran nicht einlenkt, wollen westliche Staaten Anfang kommenden Jahres die Wirtschaftssanktionen verschärfen.
Der französische Außenminister Bernard Kouchner bewertete unterdessen die Erfolgsaussichten für den Kompromissvorschlag skeptisch. Eine offizielle Entscheidung der iranischen Regierung stehe zwar noch aus, doch faktisch scheine der Iran ihn bereits abgelehnt zu haben, sagte Kouchner der israelischen Zeitung Jedioth Ahronoth.
- Datum 15.11.2009 - 13:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 2
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Seit Jahren drohen sie dem Iran und jetzt haben sie auch noch Russen an Bord. Dass diese Dorhungen nichts bringen, verstehen sie(USA und Mitläufer) anscheinend nicht. Der Iran macht unbeirrt weiter mit seinem Atomprogramm und die selsbtgennante Weltgemeinschaft(nur ein Paar Länder) beschliesst dies und jenes. Mal spricht man von der Suuuuperbombe, mal will man den Iran dem Erdboden gleich machen(Hillary), mal streckt man die Hand aus (Obama), mal stellt man Bedigungen und Forderungen, die seitens Iran nicht Akzeptabel sind und dann fangen die Dorhungen wieder an. Achso nicht zu vergessen sind auch die neuen, die gerade Minister geworden sind. Die müssen auch ab und an etwas von Sich geben, damit ja keiner sie übersieht(westerwelle). Peinlich nur!
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