Waffenfund vor Zypern

Nahost rüstet für den nächsten Krieg

Raketen und Granaten für Hisbollah? Jerusalems Gegner stellen sich auf einen neuen Waffengang ein. Von Michael Thumann, Istanbul

Raketen und Granaten für Hisbollah? Fracht von der deutschen  Francop im Hafen der israelischen Stadt Ashdod

Raketen und Granaten für Hisbollah? Fracht von der deutschen Francop im Hafen der israelischen Stadt Ashdod

Waffen gegen Israel oder nicht? Die israelische Marine hat bei Zypern im östlichen Mittelmeer ein Schiff aufgebracht oder entführt – je nach Lesart der streitenden Parteien. Die Israelis sagen, auf dem Schiff, der Francop, seien mindestens 3000 Raketen, Handgranaten und Mörsergrantaten in Kisten verpackt gewesen. Absender der heißen Ware sei Iran, Adressat die libanesische Hisbollah.

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Die Syrer und Iraner bestreiten das. Vielmehr habe sich auf dem Schiff syrische Importware für Iran befunden. In Jerusalem werden jedoch eindrucksvolle Fotos von Raketen gezeigt. Die Allianz Damaskus-Teheran hält das für frisiertes Material. Für Außenstehende ein nicht vollkommen zu klärender Streit.

Deutschland jedoch steht nicht so ganz außen vor. Das Schiff gehört einem deutschen Reeder in Neu Wulmstorf bei Hamburg, auch wenn es unter der Billigflagge von Antigua durchs Mittelmeer kreuzte. Die Besatzung jedoch hat bisher keine eindeutige Meinung zum Streit verlauten lassen. Sie hat allein beteuert, dass sie nicht gewusst habe, was sich in den Containern auf ihrem Schiff befand. Da sollte die Reederei das nächste Mal vielleicht besser nachhaken. Schon im vergangenen Monat stoppten US-Aufklärer ein deutsches Schiff mit Waffenmaterial im Golf von Suez.

Mittlerweile hat sich auch der von Israel so ausgegebene Adressat der Ware gemeldet. Hisbollah beschuldigt Israel der internationalen Piraterie, sie hätten das Schiff gekapert und nach Aschdod in Israel entführt. Das stimmt sogar. Allerdings gibt es, wenn denn diese Angriffswaffen wirklich auf dem Schiff waren, auch einen triftigen Grund für diesen Akt der "Staatspiraterie".

Hisbollah denkt natürlich anders und weist energisch jeden Verdacht von sich, mit den Waffen etwas zu tun zu haben. An diesem Dementi ist im Vergleich zur syrisch-iranischen Erklärung interessant, dass nicht mehr die Waffen selbst, sondern nur die Adresse geleugnet werden.

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Leser-Kommentare

  1. "Allerdings gibt es, wenn denn diese Angriffswaffen wirklich auf dem Schiff waren, auch einen triftigen Grund für diesen Akt der "Staatspiraterie"."

    ... würden Sie das auch so sehen, wenn der Iran israelische Waffenschiffe aufbringt? Oder wäre das dann ein "bösartiger Akt der Aggression"? Immerhin ist es der Iran, der befürchten muss von Israel angegriffen zu werden.

    Aber ich muss anerkennen, dass sie sich im Großen und Ganzen um eine ausgeglichene Sprache bemühen. Leider noch ein Einzelfall in den deutschen Mainstreammedien.

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    Super Beitrag. Ich frage mich auch warum Herr Thuman nicht detaillierter über die Waffenlieferungen nach Israel berichtet? Da gibt es bestimmt viel mehr zu berichten.

  2. is-real-schen Freunde sich nicht in die Karten schauen lassen und auch die eigentliche Kaperung wird nicht dokumentiert worden sein, ebensowenig, wie die Nationalität der Besatzung genannt wird. Aber die Herkunft dieser Waffen sollte sich aus Bauart, Textur der Sprengstoffe, der Analyse der verwendeten Metalle und der Zusammensetzung der Raketentreibmittel schon nachweisen lassen.
    Nur: würde das etwas bedeuten, nachdem die Spielzeuge (relativ zu isrealischen Atomwaffen) erst einmal in Isreal angelandet wurden? Ich sag mal: Der MOSSAD lässt schön grüßen.

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    "ebensowenig, wie die Nationalität der Besatzung genannt wird. Aber die Herkunft dieser Waffen sollte sich aus Bauart, Textur der Sprengstoffe, der Analyse der verwendeten Metalle und der Zusammensetzung der Raketentreibmittel schon nachweisen lassen."

    1. die Nationalität der Besatzung ist schon bekannt.
    2. Waffen wurden noch nicht untersucht. Selbst wenn, bringt dies was?! Der Absender würde sicherlich nicht Waffen aus Eigenproduktion schicken, welche nach der Verwendung noch locker zugeordnet werden kann.

    Tja so ist es eben nunmal. Man liest die Wörter Israel, Schiff, Waffenlieferung und zu letzt Iran. Für viele ist dann die Sache glasklar, dass es sich um eine Verschwörung handelt.
    Anstatt dann die Meldung durchzulesen, wird fleißig das geistige Produkt hier veröffentlicht.

  3. Dass im Nahen Osten zurzeit massiv aufgerüstet wird, pfeifen die Spatzen schon seit längerer Zeit von den Dächern und hat für sich keinen besonderen Informationswert.

    Interessant wäre eine Einschätzung der unterschiedlichen Staaten und Koalitionen.

    Ist die Türkei noch westlich orientierter Natopartner mit Kooperationen mit Israel oder begibt sie sich in eine neue islamische Koalition aus Iran, Syrien, Hisbollah (für den islamischen Teil des Libanon) und ggf. Ägypten?

    Was ändert sich gerade in Ägypten? Destabilisiert sich da was?

    Welche Rolle spielt die Wahabit- Bewegung in diesen Ländern? Wo steht das Könighaus der Saud?

    Inwieweit werden die löblichen Friedensbemühungen des gegenwärtigen US-Präsidenten als Schwäche und Rückzug aus der Region gewertet? Wer könnte dadurch auf dumme Gedanken kommen?

  4. Zitat
    "Immerhin ist es der Iran, der befürchten muss von Israel angegriffen zu werden."

    Iran´s Diktator hat vor langer Zeit schon gedroht Israel "von der Landkarte zu tilgen". Wer will hier also wen angreifen?
    Sie verdrehen die Tatsachen.

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    Die Israels beruht grösstenteils auf dem Raub palästinensischen Landes.
    http://www.thewashingtoni...

    Selbst dieser UN-Teilungsplan ignorierte die dort lebende Bevölkerung - die dann von Israel ganz schnell vertrieben wurde.

    Dieser Landraub dauert bis heute an.

    Dass sich die arabische/nahöstliche Welt unserer westlichen Sichtweise nicht anschliessen mag - wer kann es ihnen verdenken? Für sie ist jeder Krieg gegen Israel ein Befreiuungskrieg.

    Das vergessen wir manchmal.

    Falls sie es noch nicht gemerkt haben: Ahmadineshad hat niemals gesagt, dass Israel von der Landkarte getilgt werden soll, sondern die Journalisten haben ihm das damals so in den Mund geschoben. Auf Youtube können Sie das Originalvideo sehen.

    Ist immer gut, wenn man nicht alles glaubt was in den Medien steht.

    Für mich sieht es auch eher danach aus, als ob Israel Iran bedroht und nicht andersrum.

    Wann hat eigentlich der Iran das letzte Mal ein Krieg vom zaun gebrochen und wann Israel?
    Wenn hat Israel das letzte mal ein Nachbarstaat bombardiert, wann der Iran?

  5. Die Israels beruht grösstenteils auf dem Raub palästinensischen Landes.
    http://www.thewashingtoni...

    Selbst dieser UN-Teilungsplan ignorierte die dort lebende Bevölkerung - die dann von Israel ganz schnell vertrieben wurde.

    Dieser Landraub dauert bis heute an.

    Dass sich die arabische/nahöstliche Welt unserer westlichen Sichtweise nicht anschliessen mag - wer kann es ihnen verdenken? Für sie ist jeder Krieg gegen Israel ein Befreiuungskrieg.

    Das vergessen wir manchmal.

    Antwort auf "@johaupt"
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    Die in der Überschrift verkündete Behauptung, ganz Israel beruhe auf Landraub, wird vom Autor gleich in der ersten Zeile seines Beitrags abgeschwächt, wo nur noch von "größtenteils" die Rede ist. Wenn er die von ihm als Beleg zitierte Landkarte des Washington Institute for Near East Policy richtig angeschaut und die entsprechenden Quellen studiert hat, müsste er wissen, dass nach dem ersten Nahostkrieg 1948-1949 nur 21% des von Israel beanspruchten Staatsgebietes Teile des gemäß UN-Teilungsplan den Palästinensern zustehenden Territoriums waren. Als Deutsche wissen wir aus eigener Erfahrung, wie bitter sich der Versuch, Gebietsansprüche mit Gewalt durchzusetzen, sich durch Erleiden von Gegengewalt rächen, unter anderem durch Vertreibung und dauerhaften Verlust von Heimat. Auch wenn das eine Unrecht war wie das andere, haben wir versucht, uns mit unserer Geschichte und mit unseren Nachbarn zu versöhnen. Tatsache ist, dass nach der von der UNO sanktionierten Staatsgründung Israels die Armeen der benachbarten arabischen Staaten in das Land einrückten mit der Absicht, die Palästinafrage in ihrem Sinne zu lösen. Sie haben wie wir infolge selbst verschuldeter Gewalt Leid und Gebietsverlust erlitten.

    Von Einsicht in die eigene Verantwortung auch für das ihnen zugefügte Unrecht ist die palästinensische Politik vergleichsweise weit entfernt, was einer wirkliche Aussöhnung mit dem überwiegend immer noch als Feind wahrgenommenen Israel ebenso im Wege steht wie die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik Israels im West Bank. Dass Ewiggestrige ausgerechtet hierzulande mit tendenziösen Fehlinformationen versuchen, Öl ins Feuer zu gießen, ist verantwortungslos und darüber hinaus niederträchtig, weil die Opfer der auf diese Weise geförderten Friedlosigkeit unschuldige Menschen in Palästina und Israel sind.

  6. "Sie hat allein beteuert, dass sie nicht gewusst habe, was sich in den Containern auf ihrem Schiff befand. Da sollte die Reederei das nächste Mal vielleicht besser nachhaken. Schon im vergangenen Monat stoppten US-Aufklärer ein deutsches Schiff mit Waffenmaterial im Golf von Suez."

    ist ja toll, was ist denn mit besser nachhaken gemeint bitte?

    besser Nachfragen? - "Habt ihr wirklich normales Gut? wirklich, wirklich?

    kontrollieren? - Ist nicht möglich die Container sind versiegelt, dass darf nur der Zoll öffnen. Und übrigens wenn es bis dato überhaupt noch eine Reederei gibt, die schwarze Zahlen schreibt, dann würden die spätestens durch zusätzlich Kontrollen in die roten kommen.

    Übrigens, wenn ich das richtig verfolgt habe, ist das Schiff bloß im Mittelmeerraum rumgegurkt, was heißt die Container wurden quasi bis Ägypten geliefert und ab dort weitertransportiert, was heißt woher soll die Besatzung wissen woher die Ware ursprünglich kommt?

    Im übrigen gebe ich MilleMiglia (hat Kommentar 4 verfasst) absolut recht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Israel Iran angreifen wollen würden, wenn der Iran sich ihm gegenüber normal verhalten würde.

    Bis jetzt ist doch in der Geschichte von Israel, Israel immer nur angegriffen worden, teilweise sogar richtig heimtückisch, am höchsten religiösen feiertag im Jahr - Jom Kippur.

    Bloß vorweg, um nicht in Kreuzfeuer gleich zu geraten, deswegen fand ich den Gegenschlag, wohl gemerkt Gegenschlag, auch überhart im Libanon und in Gaza.

    • 06.11.2009 um 16:18 Uhr
    • Midway

    "ebensowenig, wie die Nationalität der Besatzung genannt wird. Aber die Herkunft dieser Waffen sollte sich aus Bauart, Textur der Sprengstoffe, der Analyse der verwendeten Metalle und der Zusammensetzung der Raketentreibmittel schon nachweisen lassen."

    1. die Nationalität der Besatzung ist schon bekannt.
    2. Waffen wurden noch nicht untersucht. Selbst wenn, bringt dies was?! Der Absender würde sicherlich nicht Waffen aus Eigenproduktion schicken, welche nach der Verwendung noch locker zugeordnet werden kann.

    Tja so ist es eben nunmal. Man liest die Wörter Israel, Schiff, Waffenlieferung und zu letzt Iran. Für viele ist dann die Sache glasklar, dass es sich um eine Verschwörung handelt.
    Anstatt dann die Meldung durchzulesen, wird fleißig das geistige Produkt hier veröffentlicht.

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    da haben Sie wohl Recht. Die der Öffentlichkeit vorgestellten Kampfmittel zu fälschen macht wenig Sinn, da es sich auch um relativ leicht erhältliche Massenware in beliebten Kalibern handelt. Es ist einfacher den Kram direkt zu beschaffen, eine Fälschung wäre durch die von KunibertHurtig vorgeschlagenen Untersuchungen doch zuverlässig erkennbar und warum sich die Blöße geben?

    Sender und Produzent müssen nicht übereinstimmen, warum auch?

    Gruß

    Karl Müller

  7. Also was Sie da schreiben, von Teilungsplan angefangen
    setzen Sie sich noch einmal hin, gucken Sie noch einmal nach, wer den Telingsplan angenommen hat, wer nicht (und wer auch den vorherigen großen Vorschlag für die Araber 1939 - Britisches Weißbuch - hat abblitzen lassen - 1949 wäre Britisch Palästina größtenteils atabisch gewesen!)
    Lesen Sie, denken Sie und dann gehen's zurück auf Ihren Platz und tun Sie das, was angeraten ist, schämens sich.

    Die arabisch/ nahöstliche Welt ... für sie ist jeder Krieg gegen Israel ein Befreiungskrieg -

    ja, sind Sie denn genauso schlau wie diejenigen, die immer wieder mit blutiger Nase und verbundenem Körper wieder gen Israel torkeln und schreien "diesmal ist der Sieg unser" und dann wieder auf die Schnauze fallen und nur deshalb weitertorkeln, weil denen, die zurückbleiben und sie wieder aufhetzen, die Taschen voll mit Hilfsdollars gepumpt werden damit sie wieder neue Opfer produzieren -
    Mit "Schweine"- Geld, aber Dollars scheinen nicht zu stinken.

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    ...   Manfred Mustermann

    Dann schauen Sie sich doch mal genauer an, wie dieser Teilungsplan ausgesehen hat.
    Desweiteren ist es einfach nur erschreckend, dass es immer noch "Omas" in diesem Forum gibt, die unfähig sind, zwischen Kritik am israelischen Staat und der Hetze gegen eine religiöse Volksgemeinschaft zu unterscheiden. Unter dieser Voraussetzung ist jegliche vernünftige Diskussion zum Scheitern verurteilt und von vornherein sinnlos. Scheuklappendenken par excellence.

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