Wirtschaftskrise
50 Millionen Amerikanern fehlt das Geld für Nahrung
Die globale Krise trifft viele Menschen in der stärksten Wirtschaftsnation der Welt hart: Rund 50 Millionen Amerikaner konnten sich 2007 nicht ausreichend Essen leisten.
Im Jahr 2007 waren noch elf Prozent der Haushalte nicht angemessen mit Lebensmitteln versorgt. Ein Jahr später, im Krisenjahr 2008, sind es 14, 6 Prozent gewesen. Das geht aus einer Studie des US-Landwirtschaftsministeriums hervor. Demnach hatten rund 50 Millionen Amerikaner zeitweise nicht genügend Geld, um sich ausreichend Essen zu kaufen.
Präsident Barack Obama bezeichnete es als "besonders besorgniserregend", dass davon auch kleine Kinder betroffen gewesen seien. In einer schriftlichen Erklärung versprach er, dem Hunger dem Kampf anzusagen.
Nach Angaben des Ministeriums reagierten die Betroffenen unterschiedlich auf die Geldknappheit. Zwei Drittel hätten sich dadurch beholfen, dass sie zu billigeren Lebensmitteln griffen, öffentliche Suppenküchen besuchten oder andere Hilfen in Anspruch nahmen.
Ein Drittel der Betroffenen waren tatsächlich gezwungen, ihre Nahrungsaufnahme zu verringern.
- Datum 17.11.2009 - 10:30 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 19
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Eduard Schnitzler wäre begeistert von diesem Artikel :)
Toll auch der Begriff "Geldknappheit" - als spreche man von hilflosen Opfern einer Naturkatastrophe.
Es fällt uns schwer zu akzeptieren, dass die Finanzkrise letztlich genau diese Qualität hat, die einer Naturkatastrophe.
Theoretisch ist sie das nicht, man kann im Nachhinein gut und logisch darstellen, wie es dazu gekommen ist, welche Stellen versagt haben, welche Fehler gemacht wurden.
Aber das wissen wir, wenn wir ehrlich sind, eben erst hinterher mit Gewissheit.
Mit dem selben Verve wurde schließlich vorher diese Politik gerechtfertigt.
Menschen versagen, meist nicht aus Gier, sondern weil sie die Anfänge unterschätzen, weil sie die sich entfachenden Dynamiken nicht sehen wollen, die sogar manche soziale Entscheidungen zur Folge haben, die auch mitursächlich für die Krise sind.
Erst wenn dieser Mechanismus in Gang gekommen ist, finden die Characterschwachen und Gierigen das richtige Umfeld vor, genau dann sind sie im Wettbewerb durch die schnell sich beschleunigenden Abhängigkeiten begünstigt.
Wer immer nur die "Bösen" im Blick hat, hat nichts gelernt und nichts begriffen. Nicht diese sind Ursache, sondern nur Begleiterscheinung des Versagens der "Guten", die dem Druck, so Manchem nicht helfen zu dürfen um des Gesamten Willen, nicht standhalten können.
H.
Seltsam, für Waffen und Kriege ist genug Geld da, aber für die eigenen leute nicht? Eine Krankenversicherung will auch keiner? Wer soll das noch verstehen?
nimmt man Gesamteuropa sehen die Zahlen nicht anders aus. Das soll uns
zu denken geben.
oder Hungersnot. Ich schließe mich dem Kommentator von 2. Merkwürdigkeiten an. Außerdem auf dem Bild des Artikels kann ich nicht eine Person sehen, die Gandhi auch nur ähnelt - im Land der überfetten Quallen !
"Das Mitleid an einer Nation, die auf Kosten des Rests der Welt lebt, Solidarität klein schreibt, und dafür lieber andere mit teuren Kriegen überzieht, hält sich doch wohl stark in Grenzen."
Genau diese 14.7 prozent der Amerikaner sind doch genau diejenigen die NICHT teil des American Way of Life sind. Die keinen einfluss haben. Die keine Außenpolitik gestalten. Die keine großen Autos haben und den Klimawandel beschleunigen. Das sind die jenigen die ganz unten sind.
Der Zynismus und die völlige gleichgültigkeit diesen menschen gegen über, die in diesem aber auch vielen anderen Kommentaren zum Ausdruck kommt, ist abstoßend. Wo ist denn da die gefühlte moralische überlegenheit.
Man ist geneigt, hinzuzufügen: und wenn sie dann etwas abspecken, wird auch noch die Krankenversicherung billiger.
Das Mitleid an einer Nation, die auf Kosten des Rests der Welt lebt, Solidarität klein schreibt, und dafür lieber andere mit teuren Kriegen überzieht, hält sich doch wohl stark in Grenzen.
Schön, dass der deutsche Michel mal wieder einen Artikel gefunden hat, an dem er seinen bornierten Antiamerikanismus auslassen kann.
Wenn das schwarze Kind aus Afrika von dem Brot für die Welt Plakat blickt, zerschmilzt er in Mitleid, hungert das schwarze Kind jedoch in Amerika (Schwarze sind ja nun mal dort überproportional von Armut betroffen), dann "hält sich das Mitleid in Grenzen". Selber schuld, ne, im "Land der überfetten Quallen" geboren zu sein.
Aber handelt es sich um ein Latinokind oder gar ein weißes. Dein Papa hat Bush gewählt, ich weiss das genau, und jetzt hau ab mit deinem knurrenden Magen!
Im übrigen,helgak , ich war vor einigen Wochen in Chicago. Zwischen der Fettverteilung dort und in einer Großstadt hier habe ich keinen Unterschied feststellen können. Aber es war schon immer lustig, wenn sich fette, currywurstfressende Deutsche über dicke Amis lustig gemacht haben...
Es ist zynisch, darüber zu diskutieren, ob die "Dickwanste" da drüben wenigstens auf diese Art schlanker werden.
Natürlich ist (gesellschafts)kritischen Geistern seit langem klar, dass The American Way of Life nur die ewig Gestrigen noch gut finden. Dennoch hat mich der Artikel schockiert - bei diesen natürlichen Ressourcen, die dieses Land hat, müsste eigentlich niemand hungern. Aber auch, weil Europa ja wie immer alles Negative aus Übersee übernimmt. Die Politik beweist es derzeit wieder einmal....
Deswegen - und um die Armut generell zu bekämpfen - plädiere ich dafür, dass wir uns alle dafür einsetzen, dass das bisschen s o z i a l e Marktwirtschaft, das wir noch haben, erhalten bleibt. Besser noch: gestärkt wird. Und zwar weltweit.
Noch etwas: Ist es nicht höchste Zeit, die USA als "Vorbild für die Welt", als die sie Obama gerade wieder bezeichnet hat, endlich ablösen?. Oder noch besser: das ganze Volk in diese in die "Wüste" zu schicken, die ihm einen ganz andere Sinn vom Leben vermitteln könnte? Vorbild USA? No, thanks!!!!
Unsere Politikerkaste amerikanisiert doch das Land immer rücksichtsloser,
natürlich im negativen Sinne
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