Iranische Revolution "Einschüchterung funktioniert nicht mehr"Seite 3/3

Milani: Ja, und auch trotz der stalinistischen Schauprozesse. Statt Einschüchterung haben die Hohn und Spott geerntet und das Regime noch mehr geschwächt.

ZEIT ONLINE: Und das Volk hat sich radikalisiert?

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Milani: Vor den Wahlen hätte niemand "Tod dem Diktator" geschrieen. Jetzt heißt es sogar "Tod dem Chamenei" (dem Religionsführer). Jetzt murren auch viele im Klerus, dass die Macht nicht von Gott, sondern vom Volk komme.

ZEIT ONLINE: Ahmadineschad hat im Wahlkampf nie den Glauben gepriesen, sondern nur ein populistisches Wirtschaftsprogramm. Jetzt redet er wie zehn Ajatollahs.

Milani: Er tritt jetzt wie die Vorhut des 12. Imams auf, der vor 1100 Jahren verschwunden ist. Seine Wiederkehr stehe bevor, ein blutiges, apokalyptisches Ereignis.  Jüngst hat er behauptet, die USA hätten den Irak nicht wegen Saddam oder Öl angegriffen, sondern um der Rückkehr des 12. Imams zuvorzukommen und sie zu verhindern.

ZEIT ONLINE: Wo soll denn der Imam aufscheinen?

Milani: Laut Ahmadineschad in Chamkaran, 100 km von Tehran entfernt, wo es zwei trockene Brunnen gibt. Aus einem werde der Imam aufsteigen. Mit Millionen von Dollar wurde der Ort als Pilgerstätte hergerichtet. Er hat auch ein Institut in Ghom finanziert, dass die Zeichen auslegen und empfehlen soll, wie die Rückkehr beschleunigt werden könne. Er selber sieht sich als "Soldat der Vorhut". Je weniger Legitimität, desto mehr Aberglauben und Voodoo.

ZEIT ONLINE: Und wie bereiten sich die Realisten wie Rafsandschani vor?

Milani: Die schwärmen nach Europa aus, um mit führenden Exilpolitikern zu reden. Das ist eine Rückversicherungspolitik.

ZEIT ONLINE: Wir müssen über die Frauen reden, die...

Milani: …die Schlüsselrolle spielen.

ZEIT ONLINE: Das war das erste Mal in der Geschichte der Revolutionen.

Milani: Der Grund: Weil sie am stärksten unterdrückt werden. Die Familiengesetze, die ihnen begrenzte Rechte bei Scheidung und Sorgerecht gegeben hatten, wurden von den Khomeinisten sofort gekippt. Das Heiratsalter wurde auf 9 bei Mädchen gesenkt, nach breiten Protesten wieder auf 14 angehoben. Sie haben Frauen aus der Verwaltung zu drängen versucht, aber die sind hart geblieben. Fast zwei Drittel der Studienanfänger im Herbst waren Frauen, und nun versucht das Regime ein Gesetz durchzubringen, das Frauen das Studium nur an ihrem Heimatort erlaubt. Die Antwort: Es werden eine Million Stimmen für einen Gleichberechtigungspassus in der Verfassung gesammelt. Diese Frauen lassen sich nicht terrorisieren..

ZEIT ONLINE: Stirbt das Regime?

Milani: Es ist dabei, und ein Teil ist schon tot: der Despotismus eines einzigen Mannes im Namen Gottes.

Die Fragen stellte Josef Joffe.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Entweder hat die Zeit falsch überstetzt oder Milani weiß nicht wie die iranischen Institutionen heißen. Rafsandschani ist nicht Vorsitzender des Wächterrates, sondern des Expertenrates. Vorsitzender des Wächterrates ist Ahmad Dschannati. Wäre er Vorsitzender des Wächterrates wäre Khamenei schon längst einem "Unfall" zum Opfer gefallen.

  2. 2.

    Man sollte langsam an einen Bürgerkrieg denken....

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    Bürgerkreig wir nicht passieren, weil Ahmadinnedjads Unterstützer so wenige sind

    Bürgerkreig wir nicht passieren, weil Ahmadinnedjads Unterstützer so wenige sind

  3. Nicht nur inhaltlich falsch übersetzt, sondern insgesamt schludrig. Man findet z.B. noch das englische Wort "from" im Text und auch der Satzbau ist an mehreren Stellen merkwürdig.

    Interessantes Interview, das belegt, dass der Iran durchaus das Zeug hat aus eigener Kraft seinen demokratischen Weg zu finden. Ich denke diesen Prozess sollte der Westen sowohl rhetorisch als auch militärisch auf keinen Fall "unterstützen".

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    @kleinempfänger, kommentar nr. 3

    doch, ich finde, das sollten so viele wie möglich rhethorisch unterstützen. denn geistige unterstützung produziert schwingungen, die als verstärker dienen!

    jeder schmetterlingsflügelschlag hat auswirkungen auf das universum!!!

    @kleinempfänger, kommentar nr. 3

    doch, ich finde, das sollten so viele wie möglich rhethorisch unterstützen. denn geistige unterstützung produziert schwingungen, die als verstärker dienen!

    jeder schmetterlingsflügelschlag hat auswirkungen auf das universum!!!

  4. 4.

    Das zeigt vorallem, das es im iran zeit für die Aufklärung ist. Religion als Staatsprinzip ist gefährlich. Im Iran sieht man ganz deutlich wie wichtig die Trennung von Staat und Kirche als auch Religionsfreiheit ist. Alles im Sinne des Volkes, und nich tim Sinne von gott. Wzeiteres sit zu leich tzu manipulieren, zu verfälschen zu instrumentalisieren.
    Der Iran zeigt auch deutlich wie wichtig es ist, das Ausland mit seinen Ausländern nich tzu verteufeln. Es sit wichtig, dass wir auf einander zugehen, und offen sind für andere.
    Dinge die durch die Konservative Eu und unsere neue Regierung in vergessenheit geraten: Wir können also auch etwas lernen von den Ereignissne im iran.

  5. So ein tolles Interview wird mehr als halbiert! Wird es noch mal einer Rechtschreibkorrektur unterzogen oder hat die Zeit beschlossen, selbst zu zensieren. Nach einer Stunde ist mehr als die Hälfte weg!

  6. Die Zeit ist jetzt anscheinend geeignet die Bevölkerung Irans zu befreien. Amerikanischen und Nato-Soldaten würden mit Sicherheit mit Blumen in Teheran begrüsst werden. Mit der tödlichen Bedrohung der ganzen Welt durch iranische Atombomben wäre es dann auch endlich vorbei. Zeit für eine neue Ära der Freundschaft zwischen dem Westen und Iran. Eine demokratische Regierung würde sicherlich auch von der Nabucco Pipeline profitieren. Übrigens, der Sohn vom Schah hat sich ganz gut entwickelt.

    Gut, dass Iran wie weiland Irak mit Chalabi, mit Leuten wie Abbas Milani unvoreingenommene, intime Kenner der politischen Situation vor Ort im Ausland hat. Ich sehe schon den Stolz in den Augen der Mütter wenn die deutschen Soldaten hoffentlich schon bald von Verteidigungsminister Guttenberg auf ihre Befreiungsmission geschickt werden.

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    mir ist nicht klar, ob ihr artikel ernst oder ironisch gemeint ist!

    bitte um ehrlichgemeinte aufklärung!

    mir ist nicht klar, ob ihr artikel ernst oder ironisch gemeint ist!

    bitte um ehrlichgemeinte aufklärung!

  7. Ich fürchte, daß das Regime in Teheran noch mehr um sich schlägt, wenn es in die Enge getrieben wird. Und dann stellt sich verschärft die Frage, wie lange die Israelis die Füße still halten.

  8. Bürgerkreig wir nicht passieren, weil Ahmadinnedjads Unterstützer so wenige sind

    Antwort auf "Kommentar Nr. 2"

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