Afghanistan-Strategie Richtungswechsel der Regierung sorgt für Kritik
Warlords als Verhandlungspartner: Die Regierung ändert ihre Afghanistan-Strategie – und rückt offenbar von ihren bisherigen menschenrechtlichen Zielen ab.
In ihren Bemühungen um eine Stabilisierung Afghanistans ist die Bundesregierung offenbar bereit, von bisherigen menschenrechtlichen Zielen deutscher Außenpolitik abzurücken – und löst damit Widerspruch bei Fachpolitikern aus.
Der Afghanistanbeauftragte der Bundesregierung, Bernd Mützelburg, hatte am vergangenen Mittwoch im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages angekündigt, in eine Friedenslösung für das Land müssten langfristig auch Kriegsverbrecher wie Mullah Omar und Gulbuddin Hekmatyar einbezogen werden. Ausschussmitglieder sind nach Informationen des Tagesspiegels empört. Mützelburg dagegen meint, wenn die internationale Gemeinschaft nach ihrem geplanten Abzug keinen Bürgerkrieg hinterlassen wolle, sei es notwendig, auch mit den Kriegsverbrechern von gestern eine Übereinkunft zu erzielen. Für die Ergebnisse einer Verhandlungslösung müssten allerdings "rote Linien" gelten.

Verteidigungsminister Guttenberg prüft die Entsendung weiterer Soldaten – und den Dialog mit gemäßigten Auftsändischen
Mützelburgs Ankündigung geht weiter als die offizielle Linie des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Dieser hatte bei seiner Rede zum Antritt seiner zweiten Präsidentschaft vor wenigen Wochen zwar eine nationale Aussöhnung mit den Taliban in Aussicht gestellt. Zugleich stellte er aber die Bedingung, es könnten nur solche ehemalige Aufständische teilnehmen, "die keine Verbindung zu internationalen Terrornetzwerken haben" und "ein friedliches Leben im Licht unserer Verfassung führen" wollten. Die vom deutschen Afghanistan-Beauftragten genannten Warlords erfüllen diese Bedingungen nicht.
Mullah Omar ist ein Taliban-Führer mit Einfluss, der seit dem Einmarsch der USA in Afghanistan im Untergrund lebt und gegenwärtig in Pakistan vermutet wird. Nach dem russischen Abzug hatten die Taliban in Afghanistan eine Gewaltherrschaft errichtet und systematisch die Menschenrechte verletzt. Ihre Gewalt richtete sich vor allem gegen Frauen.
Mudschaheddin-Führer Hekmatyar ruft ebenfalls zum heiligen Krieg gegen die USA auf. Seine Kämpfer sind vor allem im Osten und Norden des Landes aktiv, etwa in der Region Kundus, wo deutsche Truppen stationiert sind. Hekmatyar war nach eigenen Angaben auch für die Tötung von zehn französischen Isaf-Soldaten in einem Hinterhalt im Sommer 2008 verantwortlich.
Die Grünen-Abgeordnete Marieluise Beck warnte die Regierung davor, bislang erreichte menschenrechtliche Standards preiszugeben. "Es übersteigt meine Vorstellungskraft, dass man mit einem Mullah Omar tatsächlich so verhandeln könnte, dass in Afghanistan wenigstens ein Minimum der universalen Menschenechte aufrechterhalten werden kann", sagte sie dem Tagesspiegel. Es sei eine Tragödie, wenn westliche Politik zum Ergebnis habe, "dass in Afghanistan wieder jene katastrophale menschenrechtliche Lage herrscht, für deren Überwindung sehr viele Menschen ihr Leben gelassen haben". Auch die Grünen-Abgeordnete Kerstin Müller verlangte, die Menschenrechte und besonders die Rechte der Frauen dürften einer Verhandlungslösung nicht geopfert werden.
Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich forderte die Bundesregierung auf, noch vor der Londoner Afghanistan-Konferenz Ende Januar dem Bundestag die eigenen Ziele zu erklären. "Die Bundesregierung muss auch darlegen, welche Kriterien für eine Zusammenarbeit mit jenen Kräften gelten sollen, die den Aufbau Afghanistans bislang bekämpft haben", sagte er.
Mützenich erinnerte daran, dass der damalige SPD-Vorsitzende Kurt Beck schon im April 2007 nach einem Gespräch mit dem afghanischen Präsidenten Karsai von der Einbeziehung der Taliban gesprochen hatte. "Jetzt wird Regierungslinie, wofür Kurt Beck damals vor allem von der Union furchtbare Prügel bezogen hat", meinte er.
Für die Linksfraktion sagte der Außenpolitiker Stefan Liebich, es werde immer deutlicher, dass die von der rot-grünen Regierung entwickelte Strategie gescheitert sei, "aus Afghanistan eine Schweiz am Hindukusch zu machen". Da die menschenrechtlichen Ziele mit Krieg nicht zu erreichen seien, müsse die Bundeswehr abgezogen werden. "Die neue Regierung geht offenbar mehr in Richtung Sicherheit als in Richtung Menschenrechte", meinte Liebich. Damit nähere sie sich einer Strategie an, die seit längerem von den USA verfolgt werde.
Erschienen im Tagesspiegel.
- Datum 21.12.2009 - 11:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Schon interessant, „Als Kurt Beck 2007 empfahl, Gespräche mit gemäßigten Taliban "auszuloten", erntete er heftige Kritik, auch aus der Union. (SZ „Guttenberg korrigiert Guttenberg v. 20.12.2009).
Der Spiegel titelte (Spiegel-Online v. 03.04.2007 „Afghanistan“) „Union entsetzt über Becks Vorschlag für Friedenskonferenz mit Taliban“
Der gleiche zu Guttenberg, der damals meinte er kenne ''niemanden, der je einen vernünftigen Taliban getroffen hätte'' (Spiegel-Online „Geheimtermin in Zürich“ v. 20.08.2007), sieht sich also heute zu einer Differenzierung fähig: "Es gibt Unterschiede zwischen Gruppen, die aus der radikalen Ablehnung des Westens die Bekämpfung unserer Kultur zum Ziel haben, und etwa solchen, die sich ihrer Kultur vor Ort verbunden sehen",
Die Frage wird also sein, wie Herr zu Guttenberg nunmehr seine Kehrtwende gegenüber der bisherigen offizielle Linie der Regierung Merkel durchsetzen will? Denn die war bislang eindeutig: Sie lautet, prinzipiell keinen Kontakt zu Terroristen zu pflegen.
Und eine andere Frage stellt sich: Wie vielen Menschen (Afghanen, Taliban, Soldaten der Friendenstruppen...) wäre der Tod in Afghanistan erspart geblieben, wenn Politiker der CDU wie Ruprecht Polenz nicht gemeint hätten, „Solche Vorschläge könnten die moralische Grundlage für das deutsche und internationale Engagement in Afghanistan unterminieren"? (Spiegel-Online „Geheimtermin in Zürich“ v. 20.08.2007)
frei nach dem Motto:
"was kümmert mich mein dummes Geschwätz von Gestern"
Hier geht es nicht um Lösungen sondern um Parteipolitik.
Wirklich traurig!
...dass in Afghanistan wahrscheinlich bereits weit stabiler wäre, hätten die Europäer mehr getan. Deutschland und ´Frankreich hatten Saddam unterstützt, so dass er seinen Bluff auf die Spitze trieb. Damit waren die Amis abgelenkt. Da hätten die Europäer gestalten können in Afghanistan. Aber es genügt halt nicht, eine winzige Alibieinheit Bürger in Waffen in den Windschatten der Kämpfer zu stellen und von den ganzen Polizisten zu faseln, die man ausbilden will, während man scheinheilig über die Behandlung der Gefangenen klagt, die die kämpfenden Soldaten festsetzen. Um ehrlich zu sein, war man eher Teil des Problems, weil man Unentschlossenheit und Zwist unter den Alliierten demonstrierte und so die Wehrkraft der Taliban und al Qaida stärkte.
frei nach dem Motto:
"was kümmert mich mein dummes Geschwätz von Gestern"
Hier geht es nicht um Lösungen sondern um Parteipolitik.
Wirklich traurig!
...dass in Afghanistan wahrscheinlich bereits weit stabiler wäre, hätten die Europäer mehr getan. Deutschland und ´Frankreich hatten Saddam unterstützt, so dass er seinen Bluff auf die Spitze trieb. Damit waren die Amis abgelenkt. Da hätten die Europäer gestalten können in Afghanistan. Aber es genügt halt nicht, eine winzige Alibieinheit Bürger in Waffen in den Windschatten der Kämpfer zu stellen und von den ganzen Polizisten zu faseln, die man ausbilden will, während man scheinheilig über die Behandlung der Gefangenen klagt, die die kämpfenden Soldaten festsetzen. Um ehrlich zu sein, war man eher Teil des Problems, weil man Unentschlossenheit und Zwist unter den Alliierten demonstrierte und so die Wehrkraft der Taliban und al Qaida stärkte.
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mit Transparenten vor dem Verteidigungministerien demonstrieren:
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Was ist aus dieser Partei geworden?
Erwachsen? Aber doch nicht so!
Die Grünen sind mit dem Einsatz einverstanden, aber nich tmit dessen ausführung, an der sie wohl wenig ändern können, da sie seit einigen Jahren nich tmehr in der Regeirung sind. Das ist ihnen offensichtlich entfallen.
Die Grünen sind mit dem Einsatz einverstanden, aber nich tmit dessen ausführung, an der sie wohl wenig ändern können, da sie seit einigen Jahren nich tmehr in der Regeirung sind. Das ist ihnen offensichtlich entfallen.
Die Grünen sind mit dem Einsatz einverstanden, aber nich tmit dessen ausführung, an der sie wohl wenig ändern können, da sie seit einigen Jahren nich tmehr in der Regeirung sind. Das ist ihnen offensichtlich entfallen.
frei nach dem Motto:
"was kümmert mich mein dummes Geschwätz von Gestern"
Hier geht es nicht um Lösungen sondern um Parteipolitik.
Wirklich traurig!
dann werden sie als Verhandlungspartner akzeptiert. Vielleicht sollten wir einsehen, daß Afghanistan nicht mit militärischen Mitteln befriedet werden kann und und endlich unsere Soldaten abziehen. Wenn wie sie dort sind, haben wir aber hinter ihnen zu stehen, soviel muß klar sein.
Tja Frau Beck und Frau Müller,
haben Sie endlich auch begriffen, dass das Menschenrechtsgedöns, welches den Krieg der Bundeswehr propagandistisch begleitet, nur eine Beruhigungspille ist?
Und zwar für Leute wie Sie, denen als Kriegsgrund erzwungene Heerefolge für den Hegemon zu prosaisch ist. Die faseln dann lieber von Frauenrechten, Brunnenbau und Meinungsfreiheit - nur leider ging es darum noch nie in Afghanistan.
Momentan geht es nur noch darum, wie sich die NATO-Truppen einigermaßen Gesicht wahrend aus dem Land zurück ziehen können. Alles andere ist Zierrat, welcher nun nach und nach entsorgt wird.
Das Einzige, was SPD und Grüne zur Wiedergutmachung ihrer bisherigen, verfehlten Afghanistanpolitik tun können, ist ein entschiedenes Vorgehen für ein schnellstmöglichen Abzug der Bundeswehr.
Dies ist nicht unser Krieg, dort gibt es für Deutschland absolut nichts zu gewinnen.
es wäre klüger internationale menschenrechtsorganisationen dafür zu bezahlen, dass sie dort entwicklungsarbeit leisten anstatt einen krieg als entwicklunsarbeit zu planen, und bei einer panne plötzlich die warhehit zu verkünden: Ja, es geht darum taliban gezielt udn ohne direkte Gefahr zu töten. Und ja, es ist nicht schlimm wenn mindestens ein drittel der getöteten zivilisten sind.
Für soetwas hat man uns in der andauernden medialen propagandamaschine nicht ausgebildet, das deutsche volk hat sich immer dagegen gewehrt. noch heute, oder gerade heute, sind die meisten deutschen dagegen. warum sie dann aber merkel wählen ist mir ein rätzel. offenbar haben wir anschläge verdient, wenn wir bereit sind, wie Bush seiner Zeit, in eien fremdes Land einzumaschieren um dort eine Kriminelle Organisation zu vernichten. Diese gesamte terrorgeschichte und die damit einhergehenden Kriege und gesetze werden uns noch ins verderben reißen. Wenn die Politiker es geshcickt anstellen, könnten sie uns ganz leicht sämltliche gerundrechte nehmen. Erinnert alles ein wenig an orwell.
Das ist bereits versucht worden, Menschenrechtsorganisationen für Entwicklungsarbeit in Afghanistan zu bezahlen. Wenn die dann aber zu menschenrechtlich wurden -- etwa jungen Afghaninnen Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachten -- wurden die Mitarbeiter der Organisationen einfach verhaftet. Erinnern Sie sich noch? 2001 wurden 24 Mitarbeiter von /Shelter Now/ von den Taliban verhaftet, weil einige von ihnen Christen waren und eine Bibel im Gepäck hatten.
Das ist bereits versucht worden, Menschenrechtsorganisationen für Entwicklungsarbeit in Afghanistan zu bezahlen. Wenn die dann aber zu menschenrechtlich wurden -- etwa jungen Afghaninnen Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachten -- wurden die Mitarbeiter der Organisationen einfach verhaftet. Erinnern Sie sich noch? 2001 wurden 24 Mitarbeiter von /Shelter Now/ von den Taliban verhaftet, weil einige von ihnen Christen waren und eine Bibel im Gepäck hatten.
Regierung mit den Soldaten anders umgehen als mit der restlichen Bevölkerung, sie werden halt verkauft und müssen es noch selber bezahlen, in dem Fall teilweise mit ihren Leben und dem Politischen an den Pranger stellen.
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