Proteste in Athen Polizei befürchtet weitere Krawalle
Ein Jahr nach dem von der Polizei verschuldeten Tod eines Schülers kam es in Athen zu Ausschreitungen. Auch die in Hamburg auf die Polizei verübten Anschläge stehen hiermit in Verbindung.
Im Zentrum Athens lieferten sich am Sonntag rund 300 Vermummte Straßenschlachten mit der Polizei. Die Randalierer zündeten Mülltonnen an und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte, mehrere Schaufenster gingen zu Bruch. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. "Es kam immer wieder zum Nahkampf", berichteten Reporter. Mindestens sieben Menschen wurden leicht verletzt. Die Polizei hatte 10.000 Beamte mobilisiert. Für diesen Montag sind landesweit weitere Demonstrationen gegen "Polizeiwillkür" angekündigt.
Bereits in der Nacht zum Sonntag war es in Athen und der Hafenstadt Thessaloniki zu Ausschreitungen gekommen. In der Athener Vorstadt Keratsini besetzten Autonome mehrere Stunden lang das Rathaus. Die Sicherheitskräfte nahmen mehr als 160 Menschen vorläufig fest, in 84 Fällen wurde Anklage erhoben, wie es hieß. Unter den Festgenommenen waren nach Medienberichten auch zwei Frauen aus Spanien und fünf Männer aus Italien.
Nach einem am Sonntag bekanntgewordenen Bekennerschreiben gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag auf eine Hamburger Polizeiwache vom Freitag dieser Woche und den Geschehnissen in Griechenland. Mit dem Anschlag habe man an die "Ermordung" des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos erinnern wollen, heißt es in einem Bekennerschreiben, das bei der Hamburger Morgenpost einging. Eine Gruppe "Koukoulofori" (Die Vermummten) gab an, Streifenwagen angezündet, Fenster eingeworfen und Beamte mit Steinen attackiert zu haben. Die angegriffene Wache sei für 2Misshandlungen und rassistischen Terror" bekannt. Die Polizei bestätigte die Existenz des Schreibens.
Am heutigen Sonntag jährt sich der Todestag des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos. Der Schüler protestierte am 6. Dezember 2008 mit zehntausenden anderen Jugendlichen gegen die Regierung und die Perspektivlosigkeit der jungen Generation in seinem Land. Nach dem Tod des 15-Jährigen war Griechenland von einer beispiellosen Gewaltwelle überzogen worden. Randalierer zerstörten Geschäfte in Athen und anderen Städten. Es entstanden Schäden in zweistelliger Millionenhöhe.
Ein Jahr danach nahmen mehrere hundert Menschen am Vormittag zudem an einem Gottesdienst am Grab des Jugendlichen teil. Die Familie des Jungen hatte die Medien gebeten, dem Grab fernzubleiben, berichteten Reporter am Ort, die das "Seelenamt" in der Athener Vorstadt Palaio Faliro dennoch aus der Ferne beobachteten.
Studenten- und Schülerverbände hatten zum Gedenken landesweit Demonstrationen angekündigt. Es wird jedoch befürchtet, dass Extremisten die Gelegenheit nutzen könnten, um das Land erneut ins Chaos zu stürzen. Mehr als 10.000 Polizisten wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Linksgerichtete Demonstranten und Studenten planen für Sonntag und Montag zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land, darunter auch einen Protestmarsch durch Athen. Ein Großaufgebot der Polizei soll ähnlich schwere Krawalle wie vor einem Jahr verhindern.
Der Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, warnte: "Wir werden Athen nicht den Vandalen überlassen." An die Polizei sei der Befehl ergangen, die Demonstrationen zunächst zu beobachten, aber bei Gewalt "Null Toleranz" zu zeigen.
- Datum 06.12.2009 - 16:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Mehrer Terroranschläge in den letzten Tagen aus dem linken Spektrum und kein Artikel auf der ersten Seite dieser Internetdomain.
wieder mal wird einfach ohne zu recherchieren einfach abgeschrieben. Alexandros hat überhaupt nicht mit zehntausenden anderen demonstriert sondern wurde als er zusammen mit Anderen von einer Namenstagfeier kam von der polizei kontrolliert und dann wahrscheinlich gezielt erschossen. die polizisten sind übrigens wegen Mordes angeklagt.
und etwas zu dem anderen Kommentar über mir: Terroranschläge?? Farbbeutel und eingeworfene Fensterscheiben sowie ein paar angezündete Autos sind TERRORanschläge? vlt sollten Sie sich mal durchlesen was terrorismus überhaupt ist.. überhaupt erschreckend, wie zuletzt zunehmend rechtsextreme Gewalt gegen Personen mit linksradikaler symbolischer Gewalt gegen Objekte gleichgesetzt wird und damit die Gefahr die von Rechts ausgeht immer mehr nivelliert wird...
da sind Leute die mit vlt falschen Methoden gegen Krieg, Rassismus und Ausgrenzung kämpfen und werden durch die reißerische und populistische Presse gezielt auf etwas reduziert was auf der gleichen Stufe mit Nazis stehen soll... genauso wie die Hintergründe der Ausschreitungen in Griechenland total untergehen, der Chorus heißt immer: "Chaoten" und basta. Warum soviel Hass vorhanden ist in - eigentlich - "demokratischen" Gesellschaften, wird hingegen fast nie benannt.
Es geht hier doch weniger um Links oder Rechts als vielmehr um Jung gegen Alt.
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