Wahlen in Bolivien Deutlicher Sieg für Präsident Morales
Boliviens Staatschef Evo Morales ist mit überragender Mehrheit im Amt bestätigt worden. Auch im Parlament sicherte sich die sozialistische Regierungspartei die Macht.
© Spencer Platt/Getty Images

Anhänger des Wahlsiegers Evo Morales feiern in Cochabamba, der viertgrößten Stadt Boliviens
Evo Morales hat nach inoffiziellen Angaben bei der Präsidenten- und Parlamentswahl vom Sonntag von den Wählern für weitere fünf Jahre freie Bahn für seine "demokratische Revolution" erhalten. Für den 50-Jährigen stimmten Prognosen zufolge etwa 63 Prozent der Wähler. Aber auch im Parlament, das ihm während der ersten Amtszeit das Leben schwer gemacht hatte, erzielte seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) nach diesen Angaben eine Zweidrittel-Mehrheit.
Damit kann der 2005 zum ersten Indio-Präsidenten des südamerikanischen Armenhauses gewählte frühere Koka- Bauer bis 2015 ohne Rücksicht auf die konservative Opposition regieren. Sein schärfster Widersacher, der konservative frühere Militär Manfred Reyes Villas, kam nach den vorläufigen Angaben mehrerer Meinungsforschungsinstitute nur auf 23 bis 25 Prozent.
Vor Tausenden jubelnden Anhängern in La Paz kündigte Morales an, die begonnenen Reformen beschleunigen zu wollen: "Dieses (sein) Programm ist schon nicht mehr das einer einzigen Partei, sondern des ganzen bolivianischen Volkes. Wir tragen jetzt eine enorme Verantwortung für Bolivien. Nachdem wir mehr als zwei Drittel der Sitze im Abgeordnetenhaus und im Senat erobert haben, müssen wir den Prozess der Veränderungen beschleunigen."
Morales, dessen erste Amtszeit von zahlreichen Konflikten begleitet wurde, hatte kurz vor der Abstimmung betont, sein Reformprojekt sei noch nicht abgeschlossen. "Ich will für fünf weitere Jahre Präsident sein, um die Reformen und die industrielle Nutzung unserer Bodenschätze, die wir 2006 begonnen haben, zu vollenden", sagte er.
Der Verbündete des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez betreibt eine Politik, die nach seinen Worten der seit Jahrhunderten benachteiligten Indio-Mehrheit mehr Rechte geben soll. Die Besitzverhältnisse ließ er im Großen und Ganzen jedoch unangetastet. Allerdings wurden Öl- und Erdgasunternehmen verstaatlicht, damit die Gewinne aus der Ausbeutung der Bodenschätze im Land bleiben. Armen Bauern soll zudem zu Land verholfen werden. Außerdem setzte Morales unter großem Widerstand der konservativen Opposition eine neue Verfassung durch.
Die weiße, wohlhabende Minderheit steht dem von Morales betriebenen Umbau der Gesellschaft zugunsten der seit langem benachteiligten Indio-Mehrheit immer noch überwiegend ablehnend gegenüber. Der größte Erfolg des Präsidenten war die Durchsetzung einer neuen Verfassung. Bei der Stimmabgabe kündigte Morales denn auch an, dass dieses neue Grundgesetz ihm eine weitere Kandidatur für eine dritte Amtszeit ab 2015 bis 2020 erlaube.
Die Opposition wirft Morales vor, das Land in die Abhängigkeit von Venezuela geführt zu haben und eine rassistisch gefärbte kommunistische Diktatur errichten zu wollen. Chávez hatte sich am Wahltag zuversichtlich geäußert, dass Morales die Wahlen gewinnen werde. "Möge Gott ihn beschützen, denn er ist dort ja von Hass umgeben", sagte der für seine blumige Sprache bekannte Venezolaner.
- Datum 07.12.2009 - 11:03 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






nicht mehr bevorzugt behandelt wird, dann ist das eine rassistische, kommunistische Diktatur. Die Propaganda der Kapital-Feudalisten ist so erbärmlich wie ihr Charakter.
Madeleine Albright, gewesene US-Außenministerin, äußerte vor Jahren einmal in einem Interview, dass es ihr größter Ärger wäre, dass Fidel Castro (fast) alle seiner damaligen Kontrahenten in der US-Administration überlebt habe. - Jetzt dürfte sich ihre Stimmung diesbezüglich noch einmal rapide verschlechtern, denn Castro überlebt nicht etwa nur seine Feinde, sondern er *erlebt* nun auch noch den Sieg seiner Freunde. :-) Er wird einmal mit der Gewissheit sterben, dass ein neues Südamerika im Entstehen ist.
Endlich hat er die absolute Mehrheit!!!!!!
Auch wen es der USA Regierung nicht Passt!!!!!
In Honduras haben sie es ja mit viel Tricks und
Heuchelei hinkriegt einen unbequeme Politiker
aus seinem Amt zu entfernen,auch die FDP hat
dazu beigetragen das es in Honduras so gekommen ist!!!!!!
Ich wünsche Präsident Morales viel Glück!!!!!!!
Allende 2.0 ?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren