Knapp zwei Wochen nach dem Diebstahl des Schriftzuges vom Eingangstor der KZ-Gedenkstätte Auschwitz ist in Polen erneut eine historische Inschrift gestohlen worden. In Zgorzelec, die mit Görlitz eine deutsch-polnische Doppelstadt bildet, sei eine Gedenktafel zur Erinnerung an den Grenzvertrag zwischen Polen und der DDR von 1950 entwendet worden, berichtete die Polnische Presse-Agentur PAP. Nach Angaben der Polizei montierten die Diebe die 200 Kilogramm schwere Tafel aus Messing und Bronze von der Fassade des städtischen Kulturhauses ab. Die Polizei schloss nicht aus, dass Altmetallhändler die Tafel gestohlen haben könnten, da vor Ort Spuren eines Handwagens gefunden wurden.

Die Gedenktafel war 1955 zum fünften Jahrestag der Vertragsunterzeichnung angebracht worden. Das 1902 vom Kaiser Wilhelm II. eröffnete Gebäude diente bis zur Grenzverschiebung 1945 als deutsche Ruhmeshalle. Am 6. Juli 1950 hatten dort der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl, und sein polnischer Amtskollege Jozef Cyrankiewicz den Görlitzer Vertrag unterzeichnet. Darin erkannte die DDR fünf Jahre nach Kriegsende die Oder-Neiße-Grenze als Polens Westgrenze an.

Im Fall des Diebstahls des Schriftzuges Arbeit macht frei fahndet der schwedische Geheimdienst Medienberichten zufolge inzwischen nach Hintermännern. Ein Sprecher des polizeilichen Geheimdienstes Säpo wollte am Mittwoch in Stockholm dazu nicht direkt Stellung nehmen. Er bestätigte aber ausdrücklich, dass der Geheimdienst Berichten über angebliche Pläne für Anschläge schwedischer Neonazis gegen den Reichstag, das Außenministerium sowie die Wohnung von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt nachgehe.

Die Boulevardzeitung Aftonbladet hatte berichtet, dass eine Nazigruppe diese Anschlagspläne mit dem Verkauf des Auschwitz-Schildes an einen ausländischen Rechtsextremisten finanzieren wollte. Die polnische Staatsanwaltschaft in Krakau hat am Dienstag ein Rechtshilfeersuchen an Schwedens Justizministerium angekündigt. Die historische Aufschrift zur Verhöhnung der Gefangenen in Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau war in der Nacht zum 18. Dezember entwendet worden. Fünf mutmaßliche Diebe wurden drei Tage später festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der beschädigte Schriftzug wurde in einem Wald gefunden.