Zeremonie in Oslo Obama nimmt Friedensnobelpreis entgegen
Der US-Präsident erhält am Mittag die ehrenvolle Auszeichnung. Die Verleihung wird allerdings von kritischen Stimmen zu Obamas neuer Afghanistan-Strategie überschattet.
Die Präsidentenmaschine Air Force One landete am Vormittag auf dem Osloer Flughafen. Obama, der von seiner Frau Michelle begleitet wird, hat sich für seine Reise nach Norwegen kaum mehr als 24 Stunden Zeit genommen. Während einer festlichen Zeremonie im Rathaus wird ihm die Auszeichnung im Beisein von König Harald V. überreicht. Zuvor steht ein Treffen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg auf dem Programm.
Der Kurzbesuch des Präsidenten stößt allerdings nicht überall auf Zustimmung: Die jüngste Entscheidung Obamas, den Afghanistan-Einsatz auszuweiten, passe nicht zum Friedensnobelpreis, bemängeln Kritiker. Der linke Filmemacher Michael Moore nannte ihn deshalb sogar einen "Kriegspräsidenten". Schon die Bekanntgabe der Auszeichnung im Oktober hatte in den USA und international ein geteiltes Echo gefunden. Zu wenig Konkretes habe der US-Präsident in den wenigen Monaten seiner bisherigen Amtszeit erreicht, hieß es damals.
Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Thorbjörn Jagland, hatte daraufhin die Entscheidung für Obama verteidigt. Die Preisvergabe habe nichts mit Populismus zu tun, meinte der frühere norwegische Ministerpräsident. Das Komitee hatte die Auszeichnung damit begründet, Obama habe "ein neues Klima in der internationalen Politik geschaffen". Dialog und Verhandlungen stünden bei der Lösung internationaler Konflikte wieder im Vordergrund.
Beobachter rechneten damit, dass Obama in seiner Rede zur Preisvergabe das Thema Afghanistan nun direkt anspricht. Der Besuch wird von umfassenden Sicherheitsmaßnahmen begleitet, wie sie Norwegen so noch nicht erlebt hat. Über 2000 Polizisten sind im Einsatz, dazu 200 US-Spezialagenten. Friedensgruppen haben angekündigt, am Abend in Oslo zu demonstrieren.
Derweil stößt zumindest der norwegischen Öffentlichkeit ein weiterer Aspekt der Stippvisite sauer auf: Sie findet es unhöflich, dass Obama das traditionelle Mittagessen des Nobelpreisträgers mit dem König abgesagt hat. Er wird sich stattdessen nur kurz mit dem Monarchen treffen und erst am Abend mit dem Königspaar speisen.
Im schwedischen Stockholm werden heute zudem die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Wirtschaft und Literatur vergeben. Die weltweit bedeutendste Auszeichnung für Literatur geht in diesem Jahr an die aus Rumänien stammende, deutsche Schriftstellerin Herta Müller. Die Nobelpreise werden jeweils am Todestag ihres Stifters Alfred Nobel überreicht. Sie sind mit umgerechnet 972.000 Euro dotiert.
- Datum 10.12.2009 - 10:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 8
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Friedensnobelpreis
Wird vergeben für paar Ankündigungen.
Oder war da wirklich mehr?
Jetzt fehlt nur noch der Einmarsch in den Iran - natürlich, wie gehabt, unter falschen Tatsachenbehauptungen.
Damit dürfte dann der Heiligsprechung nichts mehr im Wege stehen.
Wenn alles gut läuft, läßt sich der Krisenherd evtl. auch zu einem 3. WK erweitern. Das wäre für die systemischen, finanzierenden Banken großartig und - durch massive Bevölkerungsreduktion - auch ein Klimawunder, welches sich durch keinen CO2-Ablassbrief überbieten ließe.
Ich dachte immer man bekommt diesen Preis dafür das man so einiges tut um Frieden zu schaffen.Wenn Truppenaufstockung in Afghanistan auch dazu zählt?!
Welch ein himmlischer Frieden!
So wie schon die Menschenrechte, ist jetzt auch der Nobelpreis von Amerika entehrt worden.
"Dialog und Verhandlungen stünden bei der Lösung internationaler Konflikte wieder im Vordergrund."
Das läuft doch bei Amerika unter dem Motto: Waffen sprechen lassen.
Kann das irgendjemand als Dialog begreifen?
zumindest vorläufig.
Das hätte nicht nur seiner Glaubhaftigkeit gedient, sondern hätte ihm persönlich auch mehr Luft gelassen für die mögliche Erreichung tatsächlicher friedenpolitischer Erfolge.
Aber so ist das Ganze nicht mehr als eine Farce.
Und zur bloßen Motivation sollte der FNP auch nicht benutzt werden, falls sich da jemand was prospektiv von der Verleihung versprochen haben sollte...
Der "STERN" kommt der Wahrheit schon viel näher:
"FRIEDENSKRIEGER"
Entspricht auch mehr unserer tatsächlichen Welt-/Weitsicht und den Aufgaben, die wir gemeinsam lösen müssen. Krieg führen, um ..........
Es lebe der Widerspruch! :-o
der nobelspreis wurde schon vor 15 jahren entehrt, als der top terrorist und massenmoerder jassir arafat ihn bekommen hat. dass obama ihn heute bekommt, zeugt nur davon, dass man es, falls ueberhaupt, jahre spaeter vergeben muss.
der einwand, dass dem regel nach, der preis an denjenigen gehen soll, der im vergangenem jahr etwas geleistet hat, ist nicht einleuchtend, da es viele preisgeber gibt, die ihn sehr viel spaeter bekommen haben.
eine ablehnung wuerde dem preis noch mehr schaden, als eine vergabe an den falschen. denn das wuerde davon zeugen, dass die juri nicht kompetent genug ist. also ist es tatsaechlich besser den preis anzunehmen und sich auslachen zu lassen.
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