Griechenland Keine Krankenversorgung, keine Nachrichten

Mit einem massiven Sparprogramm will die griechische Regierung den Staatsbankrott abwehren. Dafür erntet sie nun heftigen Widerstand: Ärzte und Journalisten streiken.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou (Mitte) muss die Staatskrise bekämpfen, zugleich aber allzu massiven gesellschaftlichen Widerstand gegen Einsparungen verhindern

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou (Mitte) muss die Staatskrise bekämpfen, zugleich aber allzu massiven gesellschaftlichen Widerstand gegen Einsparungen verhindern

Landesweit sind Ärzte und Journalisten in den Streik getreten. In Krankenhäusern wurden nur dringende Fälle behandelt. Seit 5.00 Uhr gab es im Radio und Fernsehen keine Nachrichten mehr. Der Streik der Journalisten soll um 5.00 Uhr am Freitagmorgen beendet werden. Dagegen wurde ein geplanter Streik der Besatzungen der Fähren abgesagt. Ein Gericht erklärte ihn für illegal. Am Vortag hatten bereits die Lehrer gestreikt.

Am Mittwoch hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) ihr Kreditrating für Griechenland gesenkt. Die Kreditwürdigkeit des Landes werde von "A-" auf "BBB+" reduziert, teilte S&P in London mit.

Die zuletzt getroffenen Sparmaßnahmen der griechischen Regierung reichen laut Standard & Poor's nicht aus, um eine nachhaltige Verminderung des Defizits zu erreichen. Zudem dürften Anstrengungen der Regierung zur Reform der öffentlichen Finanzen große Widerstände in Griechenland erfahren. "Ein neuer Blitz schlägt auf die (griechische) Wirtschaft ein", titelte der wichtigste Nachrichtensender Griechenlands SKAI auf seiner Internet-Seite.
"Überraschende neue Abwertung der griechischen Wirtschaft", hieß es in der regierungsnahen Zeitung To Vima.

Die Streiks richten sich gegen die Sparpolitik der sozialistischen Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou und gegen Pläne, finanziell gesunde Rentenkassen mit defizitären zu fusionieren. Zudem fordern die Krankenhausärzte Anstellungen von mehr Personal.

Allerdings rief vorerst lediglich die drittgrößte Gewerkschaft PAME, die der Kommunistischen Partei (KKE) nahesteht, zu Aktionen auf. In Presseberichten war von einem Signal die Rede. Die Streiks seien erst ein "Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Monaten in Griechenland kommen könnte". Die Regierung müsste zwei Wetten gleichzeitig gewinnen. Einerseits muss sie die internationale finanzielle Glaubwürdigkeit des Landes mit harten Sparmaßnahmen wiederherstellen und andererseits muss sie aufpassen, dass im Lande keine massive Streikwelle ausbricht, die alle Maßnahmen zunichte machen würde, meinten Wirtschaftsexperten.

Bislang ist es den Sozialisten gelungen, die Proteste in Grenzen zu halten: Die zwei größten Gewerkschaften GSEE und ADEDY hielten sich zunächst zurück. Ihre Vorstände, die überwiegend von den Sozialisten kontrolliert werden, wollten der Regierung noch Zeit geben. Banken, Busse und Bahnen sowie der wichtige Bereich Tourismus wurden nicht bestreikt. Auch der Flugverkehr wurde normal abgewickelt.

Papandreou hatte alle Griechen aufgerufen, "die Reihen zu schließen" und gemeinsam zu handeln. Nur so könne eine Pleite des hoch verschuldeten Landes verhindert werden. Mit 300 Milliarden Euro Schulden laufe das Land Gefahr, praktisch seine Souveränität zu verlieren. Im Januar muss Athen seine Finanzpolitik detailliert der EU in Brüssel präsentieren.

Papandreou kündigte an, Korruption, Vetternwirtschaft und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Er will zudem Umwelttechnologien fördern, die Privatisierung von Staatsbetrieben voranbringen und die Rentenkassen sanieren.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein selbstgefühlter Riese erkennt seine wahre Identität. Ein Scheinriese, welcher Mental in der Antike lebt, macht einen reality check.

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    • TDU
    • 17.12.2009 um 13:12 Uhr

    Fehlen die Sklaven?

    • TDU
    • 17.12.2009 um 13:12 Uhr

    Fehlen die Sklaven?

  2. da ist es wieder

    sparen ja - aber nicht bei mir

    • TDU
    • 17.12.2009 um 13:12 Uhr

    Fehlen die Sklaven?

    Antwort auf "So siehts aus !"
  3. 4.

    Die PASOK-Regierung hatte die Wahlen im Herbst mit einem dezidiert sozialen Wahlprogramm gewonnen und wird jetzt durch demokratisch nicht legitimierte Rating-Agenturen gezwungen, ihre Programmatik zu revidieren und gegen den Widerstand der Bevölkerung die Staatsfinanzen zu "sanieren" und das Land zu "reformieren". Da sind keine Scheinriesen und keine Sklavenhalter am Werk, sondern Organisationen, die sich keiner Wahl stellen und niemandem verantwortlich sind, aber sich selbst über Regierungen und Parlamenten wähnen.
    Keine Sorge, wir kommen auch noch dahin. Dann ist es auch in Deutschland vorbei mit der schönen Demokratie.

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    wir doch Griechenland in Ruhe, damit weiter munter bestochen und das Geld für wohltaten der jeweiligen Klientel zum Fenster herausgeschmissen werden kann. Lassen wir die Griechen munter weiter U boote bei HWD kaufen, die sie nicht bezahlen können und Schulden machen, die diese Volkswirtschaft - die so groß ist wie die des Saarlands - niemals zurückzahlen kann. Ein Staatsbankrott würde den Rest Europas relativ kalt lassen, wenn die Griechen noch ihre Drachmen hätten. Leider haben sie den Euro, den sie sich im übrigen durch gefälschte Zahlungen quasi erschlichen haben. Damit hängen wir alle mit drin. Aber durchgreifende Reformen, die dieses Wort verdienen und das Land, das weit über seine Verhältnisse lebt, auf einen Sanierungskurs bringen, sind natürlich unzulässig, weil undemokratisch. Einen Sozialstaat und einen hohen Lebensstandard muss man sich erarbeiten, nicht zusammenpumpen.

    wir doch Griechenland in Ruhe, damit weiter munter bestochen und das Geld für wohltaten der jeweiligen Klientel zum Fenster herausgeschmissen werden kann. Lassen wir die Griechen munter weiter U boote bei HWD kaufen, die sie nicht bezahlen können und Schulden machen, die diese Volkswirtschaft - die so groß ist wie die des Saarlands - niemals zurückzahlen kann. Ein Staatsbankrott würde den Rest Europas relativ kalt lassen, wenn die Griechen noch ihre Drachmen hätten. Leider haben sie den Euro, den sie sich im übrigen durch gefälschte Zahlungen quasi erschlichen haben. Damit hängen wir alle mit drin. Aber durchgreifende Reformen, die dieses Wort verdienen und das Land, das weit über seine Verhältnisse lebt, auf einen Sanierungskurs bringen, sind natürlich unzulässig, weil undemokratisch. Einen Sozialstaat und einen hohen Lebensstandard muss man sich erarbeiten, nicht zusammenpumpen.

  4. wir doch Griechenland in Ruhe, damit weiter munter bestochen und das Geld für wohltaten der jeweiligen Klientel zum Fenster herausgeschmissen werden kann. Lassen wir die Griechen munter weiter U boote bei HWD kaufen, die sie nicht bezahlen können und Schulden machen, die diese Volkswirtschaft - die so groß ist wie die des Saarlands - niemals zurückzahlen kann. Ein Staatsbankrott würde den Rest Europas relativ kalt lassen, wenn die Griechen noch ihre Drachmen hätten. Leider haben sie den Euro, den sie sich im übrigen durch gefälschte Zahlungen quasi erschlichen haben. Damit hängen wir alle mit drin. Aber durchgreifende Reformen, die dieses Wort verdienen und das Land, das weit über seine Verhältnisse lebt, auf einen Sanierungskurs bringen, sind natürlich unzulässig, weil undemokratisch. Einen Sozialstaat und einen hohen Lebensstandard muss man sich erarbeiten, nicht zusammenpumpen.

    Antwort auf "Kommentar Nr. 4"
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    Die griechische Volkswirtschaft ist ungefähr zehn mal so groß, wie die des Saarlandes... nur zur Richtigstellung.

    Die griechische Volkswirtschaft ist ungefähr zehn mal so groß, wie die des Saarlandes... nur zur Richtigstellung.

  5. Die griechische Volkswirtschaft ist ungefähr zehn mal so groß, wie die des Saarlandes... nur zur Richtigstellung.

    Antwort auf "Dann lassen"
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    ich meinte Hessen (ca.170 Mrd Griechenland ca.140 Mrd)

    ich meinte Hessen (ca.170 Mrd Griechenland ca.140 Mrd)

  6. "Ein Scheinriese, welcher Mental in der Antike lebt, macht einen reality check." Vielleicht befindet sich dieser in nicht zu langer Zeit in Gesellschaft von Deutschland, welches in der Vergangenheit zu leben scheint. Wenn reality checks erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn das Kind auf dem Grund des Brunnen liegt, in den es gefallen ist, dann gute Nacht Marie. Aber wahrscheinlich bis Deutschland an der Reihe wäre, ist die Währungsunion schon auseinander gebrochen. Wer zahlt die Zeche? Wir alle! Vielleicht wäre Gold in CHF nicht das schlechteste, für den Fall der Fälle.

  7. ich meinte Hessen (ca.170 Mrd Griechenland ca.140 Mrd)

    Antwort auf "Die griechische"

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