Unruhen in Iran Iranische Opposition begehrt auf
Erneut grausame Bilder in Iran: Am "Tag der Studenten" ist es zu Ausschreitungen zwischen Regimegegnern und Sicherheitskräften gekommen. Von Martin Gehlen
© STR New/REUTERS

Sie geben nicht auf: Die Regimegegner gingen am "Tag der Studenten" erneut auf die Straße – auch wenn das Regime mit Brutalität gegen die Kritiker vorgeht
Im Umfeld der Teheraner Universität und auf mehreren großen Plätzen der Innenstadt ist es am Nationalen Studententag zu schweren Zusammenstößen zwischen Uniformierten und Studenten gekommen. Zehntausende von Demonstranten riefen "Tod dem Diktator" und "Freiheit, Freiheit". Die Polizei ging gegen die Menge mit Tränengas und Schlagstöcken vor, zahlreiche Menschen wurden verhaftet. Nach Augenzeugenberichten prügelten Mitglieder der gefürchteten Basij-Milizen auf junge Demonstranten ein.
In Nebenstraßen lieferten sich Regimetreue und Studenten erbitterte Straßenschlachten und bewarfen sich mit Steinen. Schon am frühen Morgen war der Campus von Polizei und Revolutionären Garden umstellt worden. Studenten berichteten, jeder, der auf das Unigelände wollte, habe seinen Ausweis vorzeigen müssen. Der Zaun um die Universität Teheran war mit Postern des Obersten Revolutionsführers Ali Chamenei sowie frommen Parolen zugehängt, um Augenzeugen den Einblick auf das Universitätsgelände zu verwehren.
Auch in der Technischen Universität Amir Kabir in Teheran kam es zu Prügeleien zwischen Studenten und Basij-Milizen. Dabei gingen zahlreiche Scheiben zu Bruch. Oppositionelle Websites berichteten von Unruhen in den Städten Kermanshah, Shiraz und Tabriz, sowie in der Pilgermetropole Mashad.
Das iranische Regime hatte bereits am Wochenende Vorkehrungen getroffen, um eine Berichterstattung über neuerliche Unruhen im Land von vorneherein zu unterdrücken. So wurde das Internet heruntergefahren, das Handynetz in der iranischen Hauptstadt am Montag abgeschaltet. Ausländischen Korrespondenten verbot das zuständige Informationsministerium, direkt von der Straße zu berichten. Sie müssen bis Mittwoch in ihren Büros bleiben.
Zahlreiche oppositionelle Websites hatten in den letzten Wochen zu Demonstrationen am 7. Dezember aufgerufen, die nach Angaben von Teilnehmern die größten seit Monaten waren. Normalerweise wird in Iran an diesem Tag dreier Studenten gedacht, die während einer anti-amerikanischen Demonstration im Jahr 1953 durch Geheimpolizisten des Schahs erschossen worden waren. Kurz zuvor war der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident des Landes, Mohammad Mossadeq, mithilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA gestürzt worden.
Seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 12. Juni nutzt die grüne Opposition solche Gedenktage im Festkalender der Islamischen Republik, um gegen den umstrittenen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad und den Obersten Religionsführer Ali Chamenei zu demonstrieren. Zuletzt waren es am 4. November, dem 30. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft, in zahlreichen iranischen Städten zu Protesten gegen das Regime gekommen.
Bereits am Sonntagabend waren von den Dächern Teherans erstmals seit Wochen wieder die Rufe "Allah ist groß" und "Tod dem Diktator" zu hören. Die beiden Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karroubi, die sich nicht auf der Straße zeigten, stellten sich am Montag ausdrücklich hinter die Studenten.
Auf seiner Website erklärte Mussawi, das klerikale Establishment werde die Studenten nicht mundtot machen können. Dagegen verliere es im Volke immer mehr an Legitimität. "Eine große Nation kann nicht einfach zusehen, wie einige ihr das Wahlergebnis stehlen", schrieb der Herausforderer von Ahmadineschad. Mehdi Karroubi sagte in einem Interview der französischen Zeitung Le Monde, in Iran müsse "das Vertrauen zwischen den Herrschenden und dem Volk wiederhergestellt werden". Repression sei keine Lösung, weder heute noch morgen, fügte der frühere Parlamentspräsident hinzu.
- Datum 07.12.2009 - 19:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 28
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Jede zerbrochene Scheibe im Iran wird in Deutschland dazu genutzt auf den Iran und sein Regime einzuschlagen.
Das ist doch nicht mehr normal!
Ohne Zweifel ist dies ein vorgeschriebenes Szenario , muss man mit leben . Das Ganze ist mit normalem Verstand nicht mehr nachzuvollziehen und wie gut , dass wir Martin Gehlen haben....
Es gibt eher doch zu viele Apologeten und Unterstützer der dortigen Politik. De Fakto unterstützt jeder das dortige Regime, der mit dem Land Handel treibt.
Ohne Zweifel ist dies ein vorgeschriebenes Szenario , muss man mit leben . Das Ganze ist mit normalem Verstand nicht mehr nachzuvollziehen und wie gut , dass wir Martin Gehlen haben....
Es gibt eher doch zu viele Apologeten und Unterstützer der dortigen Politik. De Fakto unterstützt jeder das dortige Regime, der mit dem Land Handel treibt.
und Berichte konnt ihr auf
http://dustandtrash.blogs...
anschauen.
@Laudatio: Wachen Sie auf. Die Videos sind nicht von BBc oder VOA oder die Zeit oder amerikanischen Regierung gedreht. Sie sind von der iranischen Bevölkerung gedreht worden.
Und ja, wenn eine Regierung Kinder, Frauen und Männer, Jung und alt so brutal niederschlägt wird unbeliebt.
Wer geglaubt hat, dass das iranische Volk sich durch Gewalt einschüchtern läßt, der hat sich gewaltig geirrt. Die Bewegung lebt. Mit jedem Tropfen Blut, was vergossen wird, werden immer mehr Iraner aufstehen und für die Freiheit kämpfen. Weder Verhaftungen, Folter, Mord noch die Propaganda, die durch Regimeanhänger in den westlichen Medien verbreitet wird, kann diese Bewegung stoppen. Weiter so!!
Ohne Zweifel ist dies ein vorgeschriebenes Szenario , muss man mit leben . Das Ganze ist mit normalem Verstand nicht mehr nachzuvollziehen und wie gut , dass wir Martin Gehlen haben....
Niedlich diese Versuche, die öffentliche Wahrnehmung hierzulande nach Mullah-Vorbild zu manipulieren. Alles vergeblich!!
.....soll denn geschehen, wenn's an's Eingemachte geht, wenn die Moralwächter mal wieder zuschlagen, die wie die Handtaschendiebe auf ihren Motorrädern auf alles einschlagen, was sich auf den Strassen aufhält?
Der Grossraum Tehran erstreckt sich uber ca. 2000 km2 ,mit unzaehligen Strassen und ca. 12 Mill Einwohnern. Man kann wohl sehr schwer behaupten , dass die Moralwaechter auf alles , was sich auf den Strassen aufhaelt , dazu braucht man ca. 2 Mill Menschen . Auf Katzen und Hunde wird neuerdings auch eingeschlagen , die mit gruenem Halsband natuerlich....
Der Grossraum Tehran erstreckt sich uber ca. 2000 km2 ,mit unzaehligen Strassen und ca. 12 Mill Einwohnern. Man kann wohl sehr schwer behaupten , dass die Moralwaechter auf alles , was sich auf den Strassen aufhaelt , dazu braucht man ca. 2 Mill Menschen . Auf Katzen und Hunde wird neuerdings auch eingeschlagen , die mit gruenem Halsband natuerlich....
Der Grossraum Tehran erstreckt sich uber ca. 2000 km2 ,mit unzaehligen Strassen und ca. 12 Mill Einwohnern. Man kann wohl sehr schwer behaupten , dass die Moralwaechter auf alles , was sich auf den Strassen aufhaelt , dazu braucht man ca. 2 Mill Menschen . Auf Katzen und Hunde wird neuerdings auch eingeschlagen , die mit gruenem Halsband natuerlich....
12 Mill. im Grossraum Teheran eingeschlagen werden? Warum überhaupt in Teheran? Soviel Querulanten gibt es ja nun auch nicht. Was ist los, @Kambysis, irgendetwas durcheinander geraten? Was sollen diese Anwallungen von Humor? Wenn schon, dann ein bischen unverkrampfter. Wieviel Glas wurde in der 12- Mill-Metropole eingeschlagen?
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