Protest Dänische Polizei geht hart gegen Demonstranten vor

Erschreckende Bilanz nach drei Tagen Klimagipfel in Kopenhagen: 1243 Festnahmen, teilweise in Käfigen festgehaltene und gefesselte Demonstranten. Unter ihnen 335 Deutsche

Dänemarks Polizei hat mit ihrem harten Vorgehen gegen Demonstranten im Land des Klimagipfels eine heftige Debatte ausgelöst. Nachdem am Samstag schon knapp 1000 Demonstranten pauschal vom Ende des gewaltigen Klima-Umzuges weg "vorbeugend" in Haft genommen wurden, griff die Polizei tags darauf erneut mit Härte durch. Eine Gruppe von knapp 300 Demonstranten wurde komplett festgenommen, obwohl sie keinerlei sichtbare Gewalt verübt hatte.

Die schwarz Gekleideten marschierten lediglich durch Kopenhagen mit der Absicht, "den Hafen zu blockieren". Ein Polizeisprecher begründete das Vorgehen damit, es seien Bolzenschneider und andere wenig friedfertig wirkende Ausrüstung erspäht worden.

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Das Verhalten der Polizisten stieß auf Kritik: "Es kann nicht angehen, dass unsere Behörden die Demonstrationsfreiheit nach eigenem Belieben außer Kraft setzen", meint Knud Vilby, Sprecher der Demo-Organisatoren. Auch Bürger mit viel Verständnis für eine harte Polizeilinie gegen rücksichtslos gewalttätige Randalierer empörte es, dass am Wochenende unter anderem auch Kinder gefesselt zum stundenlangen Hocken auf eiskaltem Asphalt gezwungen worden waren.

Am Montag protestierten erneut etwa 3000 Angehörige des Bündnisses "Climate Justice Action" in der Kopenhagener Innenstadt. Sie demolierten dabei einen riesigen Globus vor dem Parlamentsplatz. Unter den Festgenommenen bei den insgesamt drei Kopenhagener Klimademonstrationen waren 335 Deutsche, weit mehr als die festgesetzten 287 Dänen und 245 Schweden. Vier Deutsche wies Schweden aus. Zwei deutsche Frauen blieben in Untersuchungshaft, während so gut wie alle der "vorbeugend" festgenommenen Demonstranten innerhalb von zwölf Stunden wieder frei kamen.

Justizminister Brian Mikkelsen lobte das am Wochenende betont harte Vorgehen der Polizei als "ausgezeichnetes" und erfolgreiches Vorgehen gegen die Anläufe "ausländischer Krawallmacher zum Niederbrennen von Kopenhagen". Mehr als 600 der Festgenommenen kündigten Klagen gegen die Polizei an: Sie sehen sich als komplett grundlos kriminalisierte Demonstranten und Opfer bisher nicht gesehener Polizei-Härte bei Demonstrationen.

Die dänische Anwaltsvereinigung sieht durch die "vorbeugenden" und in der dänischen Geschichte beispiellosen Festnahmen die Rechtssicherheit in Gefahr. Bis Montag hatten sich mehr als 600 Betroffene gemeldet, die nach ihrer Festnahme und dem Arrest in einer in Gitterkäfige aufgeteilten Lagerhalle klagen wollen. Umgekehrt will die Polizei nur 21 der 1226 Festgenommenen strafrechtlich belangen.

Leser-Kommentare
  1. 1226 Festnahmen und 23 Anzeigen. Welch Bilanz. Da können die Dänen ja sehr stolz sein. Schön wenn die Polizei so gut im Sinne von Politik und Kapital funktioniert. NWO in Reinkultur.

  2. Setze für Schweden Dänemark.

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