Kopenhagen Die Klimakonferenz einigt sich auf unkonkrete Minimalziele
Beim Weltklimagipfel hat das Plenum die Abschlussvereinbarung lediglich zur Kenntnis genommen. Die letzte Sitzung lief chaotisch ab. Entwicklungsländer reagierten empört.
© Henning Bagger/AFP/Getty Images

Außer Kontrolle: Der dänische Regierungschef und Konferenzleiter Lars Løkke Rasmussen muss am Ende der Weltklimakonferenz überfordert zusehen, wie das Chaos ausbricht
Beim Kopenhagener Weltklimagipfel hat das Plenum die Abschlussvereinbarung lediglich "zur Kenntnis" genommen. Nach einer chaotischen Nachtsitzung verzichteten die Delegierten darauf, wie sonst üblich über alle Punkte einzeln abzustimmen. Die Vereinbarung war im Wesentlichen von US-Präsident Barack Obama, Chinas Regierungschef Wen Jiabao und der EU ausgehandelt worden, von einer Gruppe ärmerer Länder aber heftig kritisiert worden. Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte daraufhin die Konferenzleitung abgegeben.
Er hatte zuvor wegen des anhaltenden Widerstands von Ländern wie Sudan, Kuba, Venezuela und Bolivien schon erklärt, die Vereinbarung könne nicht angenommen werden. Großbritanniens Umweltminister Ed Miliband verwies darauf, dass in diesem Fall die von Industriestaaten angebotenen Milliarden-Klimahilfen für Entwicklungs- und Schwellenländer ausbleiben würden.
In der Nacht zum Samstag hatten die Staats- und Regierungschefs führender Länder sich auf eine politische Erklärung geeinigt. Deren Inhalt wollte EU-Ratspräsident Frederik Reinfeldt vor Journalisten erläutern. Die Pressekonferenz wurden dann jedoch kurzfristig abgesagt: Eine neue Verhandlungsrunde sei vonnöten, bei der Reinfeldts Anwesenheit unverzichtbar sei, hieß es zur Begründung.
Bis dahin war bekannt, dass die Staatenlenker mit Zustimmung der EU und unter Beteiligung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Kompromisspapier aushandelten. Es enthält zwar das Zwei-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung, sieht es allerdings nicht verbindlich vor. Nach Informationen von ZEIT ONLINE aus EU-Kreisen ist auch das Ziel, bis 2050 den weltweiten Kohlendioxidausstoß im Vergleich zu 1990 zu halbieren, nicht mehr Bestandteil der Erklärung. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nannte dies später "enttäuschend".
Verschärft haben die Staaten dagegen die Pflichten zur Überwachung von Klimaschutzverpflichtungen. Wie Sarkozy sagte, ist zudem vorgesehen, dass die Staaten sich ihre langfristigen Klimaschutzziele bis Januar 2010 gegenseitig mitteilen. Viele weitere Detailfragen wurden aber offen gelassen.
Das Kompromisspapier fand im Gipfelplenum nur schwer eine Mehrheit. Die Bindekraft des Abschlussdokuments, des "Copenhagen Accord", wird begrenzt sein. Denn es ist nicht der ursprünglich angestrebte, verbindliche Vertrag zum Schutz der Erdatmosphäre, sondern ein politisches Abkommen, eine gemeinsame Willenserklärung. Und nach der Abreise wichtiger Staatschefs wie US-Präsident Barack Obama und seines russischen Amtskollegen Dimitrij Medwedjew ist unwahrscheinlich, dass das Papier noch rechtsverbindlich wird.
Die Verhandlungsgrundlage sah vor, dass die Industrieländer bis 2050 ihren Kohlendioxid-Ausstoß um mindestens 80 Prozent reduzieren sollen. Das Entwurfspapier bezifferte die Anschubfinanzierung für Klimaschutzmaßnahmen in den Entwicklungsländern auf 30 Milliarden Dollar von 2010 bis 2012. Insgesamt sollten die Industriestaaten später jährlich bis zu 100 Milliarden Dollar an Langfrist-Finanzierung aufbringen.
Den Weg für den Kompromiss frei gemacht hatte US-Präsident Obama, der sich mit dem chinesischen Premier Wen Jiabao und Indiens Premierminister Manmohan Singh laut einem Bericht des US-Senders MSNBC in einem umstrittenen Punkt einigte.
Dabei ging es vor allem um das umstrittene Thema Überprüfbarkeit von Chinas und Indiens Klimaschutzmaßnahmen. Dagegen hatte sich vor allem China gewandt und einen Konflikt mit den USA provoziert. Denn Washington fordert von Peking, dass es seine Klimaschutzfortschritte in irgendeiner Form international kontrollieren lässt. Ohne eine solche Überprüfung wollen die USA auch nicht in einen Milliardenfonds für die Entwicklungsländer einzahlen.
Das Weiße Haus stufte die erzielte Übereinkunft dem Bericht zufolge als "bedeutend" ein. Die Klima-Streitigkeiten zwischen den USA und China, aber auch anderen Schwellenländern galten beim Kopenhagener Klimagipfel als eines der wichtigsten Hindernisse für ein Abkommen.
Der letzte Gipfeltag in Kopenhagens Hauptstadt war von einem so selten erlebten Chaos bei den Verhandlungen und Sondierungen hinter geschlossenen Türen geprägt. Aus der Delegation des vorzeitig abgereisten russischen Präsidenten Medwedjew hieß es, man habe nie zuvor ein so schlecht organisiertes Gipfeltreffen erlebt.
Zuletzt hatte am Abend Obama mit führenden Staats- und Regierungschefs verhandelt, darunter neben Merkel auch der französische Staatspräsident Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown. Zweimal traf Obama den chinesischen Ministerpräsident Wen Jiabao.
Weil der Kompromiss von Kopenhagen rechtlich unverbindlich bleibt, gibt es die erstrebte Einigung auf neue wirksame Klimaschutzinstrumente, ursprünglich für Kopenhagen geplant, nun erst im Laufe des nächsten Jahres. Im Dezember 2010 sammeln sich die Staatenlenker in Mexiko.
- Datum 19.12.2009 - 11:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Warten wir mal ab, bis der Text der Vereinbarung vorliegt.
So, wie es hier geschildert wird, ist das nur wenig mehr als nichts.
Chance verpasst...
Ja hat die Welt jetzt gebraucht. Eine weitere Erklärung der guten Absichten. Damit schaffen wir unseren Planeten zu retten! Oder wollten wir doch lieber etwas verbindliches? etwa sowas wie das Kyoto-Protokoll, von dem die unterzeichnenden Staaten bis heute auch nur den Namen kennen, deren Inhalt aber höchstens ansatzweise durchgesetzt wurde.
Damit Sie wissen, wo wir politisch in Europa nach Lissabon stehen, sollten Sie sich dieses Video ansehen, dort können Sie sehen, was Sie erwartet, wenn Sie Ihr Recht auf friedliche Demonstration ausüben. Denn was sie dort sehen, sind keine Chaoten, das könnten Ihre Kinder sein:
redblog.twoday.net/stories/6095044
oder direkt
www.youtube.com/watch?v=R...
Ich habe Tränen in den Augen. Wir sind auf dem Weg in ein totalitäres System.
...dass das Video vom August 2009 ist, also vor knapp 4 Monaten gedreht wurde. Hat also hiermit nichts zu tun. Sie könnten aber auch mal aufs Datum gucken, wirklich...
...dass das Video vom August 2009 ist, also vor knapp 4 Monaten gedreht wurde. Hat also hiermit nichts zu tun. Sie könnten aber auch mal aufs Datum gucken, wirklich...
"Teileinigung in Kopenhagen
Führende Staaten erzielen Kompromiss
25 Staats- und Regierungschefs haben sich beim Weltklimagipfel auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. Deren Diskussion im Gipfelplenum steht allerdings noch bevor."
1.) das sind nicht mehr die führenden staaten, und
2.) auf dem foto sieht man politiker der europäischen unionsstaaten und den us-präsidenten, also dass sich die einigen ist schon klar, nur was bringt das, wenn diese nur etwas mehr als 10% der weltbevölkerung repräsentieren
3.) da werden auch in zukunft lobbyisten und großkonzerne bedient, die anderen bleiben auf der strecke
4.)politiker denken eindimensional, es geht nur um das co2 alles andere scheint lt. politik ohne probleme zu funktionieren, ansonsten gibt es keien umweltzerstörungen, fein diese eindimensionale welt der politik und journalisten, denn bei denen gibt es auch nur den treibhauseffekt und das co2, die waldrodungen, das austerben vieler tierarten, die zerstörung von luft, boden und wasser, das leerfischen der meere usw. alles kein thema
5.) entweder sind die alle im besten fall nur dämlich alles andere wäre vorsätzlich kriminell, die wirtschaft haben sie schon zerstört, die wirtschaftliche zukunft der jetzigen jungen und folgenden generationen auch schon, zerstören diese pappenheimer jetzt auch noch die lebensgrundlagen der meisten menschen??
wer jetzt geboren wird hat die arschkarte gezogen, hohe staatsverschuldung, schlechte bildungschancen, schlechte arbeitsplatzaussichten, der totale überwachungsstaat und das alles garniert mit einer total zerstörten umwelt ohne rohstoffe, ohne nachwachsende naturressourcen
Dem ist nicht so, das sehe ich bei meinen Kindern und Enkeln. Die Chancen, die meine Nachkommen hatten und haben, gab es in meiner Jungend nicht. Sie nutzen die Chancen und haben eine gute Zukunft, allerdings geht das nur, wenn man dem eigenen Wissen vertraut und die Medien als bunte Bilder mit geistiger Blindheit aussen vor lässt.
Dem ist nicht so, das sehe ich bei meinen Kindern und Enkeln. Die Chancen, die meine Nachkommen hatten und haben, gab es in meiner Jungend nicht. Sie nutzen die Chancen und haben eine gute Zukunft, allerdings geht das nur, wenn man dem eigenen Wissen vertraut und die Medien als bunte Bilder mit geistiger Blindheit aussen vor lässt.
das co2 märchen gibt es ja nur, damit am ende der atomlobby gestattet werden kann noch mehr atomkraftwerke zu bauen, was dann die nachfolgenden menschen mit dem atommüll machen bleibt ja deren problem, die, die davon profitieren sind ja schon lange unter der erde
Eines vorweg: Auch wenn es häufig nicht so scheint, Medwedew ist immer noch Präsident und nicht wie im Artikel behauptet Ministerpräsident.
Zurück zum Thema: Bei aller Kritik an die russische Regierung, sie haben zumindest die Ehrlichkeit gehabt, zu sagen, dass dieser Gipfel eine Farce ist.
stimmt, das wurde auch sofort korrigiert.
stimmt, das wurde auch sofort korrigiert.
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