China und der Klimaschutzgipfel Mal Großmacht, mal Entwicklungsland
Der Klimagipfel spitzt sich zu auf eine Einigung zwischen Peking und Washington. Doch China sieht keine Verpflichtung, feste Ziele zu akzeptieren.
© Fredewric J. Brown/AFP/Getty Images

China verfeuert reichlich Kohle, was am Smog über den Städten, wie hier bei der Verbotenen Stadt in Peking, deutlich zu sehen ist
Wenn am Freitag in Kopenhagen die Klimadelegationen zu den entscheidenden Beratungen zusammenkommen, wird Chinas Premier Wen Jiabao ein gewichtiges Wort mitreden. Das muss er auch, ist China doch das Land mit dem größten Ausstoß von Klimagasen weltweit, und das noch vor den USA. Doch will Peking heute von dieser Rolle nichts wissen. Es sieht sich vielmehr in der Position eines Entwicklungslandes, das von den Industrieländern drastische CO2-Einsparmaßnahmen fordert. Und das auch nicht ganz zu Unrecht.
Zum einen betragen nämlich die Pro-Kopf-Emissionen eines Chinesen nur ein Fünftel derjenigen eines Amerikaners. Außerdem fordert China - wie andere aufstrebende Schwellenländer auch - die Möglichkeit ein, sich zu industrialisieren, so, wie es auch die wirtschaftlich starken Länder des Norden in den vergangenen 100 Jahren getan haben. Und diese haben das im Übrigen unter hohem Einsatz von Klimagasen getan. Mehr noch, Su Wei, Chinas Verhandlungsleiter in Kopenhagen, argumentiert auf dieser Linie konsequent weiter gegen die Vereinigten Staaten, die unter den entwickelten Staaten mit einer besonders schlechten Energieeffizienz aufwarten: "Die Emissionen der USA steigen noch immer, obwohl das Land schon lange voll industrialisiert ist."
Nach dem Szenario der UN-Klimaexperten müssten die reichen Nationen ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent unter das Niveau von 1990 drücken, wenn die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindert werden sollen. Deren bisherige Angebote liegen bei einer Treibhausgas-Reduzierung zwischen 14 bis 18 Prozent. Für weitergehende Schritte fordert der UN-Klimarat aber genauso einen Beitrag der aufstrebenden Schwellenländer wie China oder Indien, die längst große CO2-Emittenten geworden sind.
Doch Peking will - ähnlich wie beispielsweise Indien - keine verbindlichen Ziele zur Senkung von Treibhausgasen festlegen. Denn wie die meisten Industriestaaten sieht es sein Wirtschaftswachstum gefährdet und versucht daher, um internationale Verpflichtungen herumzukommen. Für seine gigantischen Wachstumsraten - Deutschland kennt so was zuletzt aus den fünfziger Jahren - braucht China jeden Funken Energie. Diese wird aber bislang zu annähernd 70 Prozent von der Kohle erzeugt.
Die Energiewende steht daher in der Volksrepublik noch aus, obwohl das Land jede erdenkliche Energieressource zu nutzen versucht, und das sind immerhin auch kohlenstoffarme und -freie Techniken. So gibt es praktisch kein Fließgewässer mehr, bei dem die Wasserkraft nicht zur Stromerzeugung genutzt wird. Es werden riesige Windpark geplant und gebaut und große Summen in Solartechniken investiert. Doch wie schnell die Kohleabhängigkeit beendet werden kann, ist heute nicht abzusehen.
- Datum 18.12.2009 - 10:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Gleichzeitig tritt Peking in Kopenhagen bereits als politisches Schwergewicht auf. Nicht nur, weil es neue Welthandelsmacht und größter USA-Schuldner ist"
Herr Richter, kennen Sie den Unterschied zwischen Schuldner und Gläubiger? Wenn nicht, dann wenden Sie sich einfach an das Kreditinstitut Ihres Vertrauens.
Fakt ist jedenfalls, dass China der größte GLÄUBIGER der USA ist, nicht Schuldner.
Ansonsten kommt mir in der ganzen Gipfelberichterstattung der Gedanke der globalen Gerechtigkeit zu kurz. Dann ist es auch kein Wunder mehr, dass die viel beachteten Reden von Chavez und Morales kaum Erwähnung finden - die beiden Herren haben immerhin den Zusammenhang von wachstumsfixierten Kapitalismus und Klimawandel thematisiert. Aber wo kämen wir denn da hin, wenn hier jeder die Systemfrage stellen würde...
Jedenfalls sind die schlimmsten Klimasünder ausnahmslos in den reichen Ländern des Westens beheimatet, wenn man die einzig reale Bewertungsgrundlage - die Emission pro Kopf - zu Grunde legt.
Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien, mehr aber noch die zukünftigen Hauptopfer aus Afrika und Ozeanien haben also jedes Recht der Welt, vom Westen erhebliche Zugeständnisse und Vorleistungen zu fordern.
Wie heißt es so schön?
Wäre das Klima eine Großbank, hätte es der Westen schon gerettet.
...Bewertungsgrundlage - die Emission pro Kopf - zu Grunde legt."
Das ist nicht zwangsläufig richtig. Es gibt zum Einen in China viele Leute, die mehr CO2 verpuffen als der durchschnittliche Europäer. Zum Anderen ist durchaus relevant, wieviel BIP oder Arealnutzung man mit CO2 erreicht. Eine CO2/Kopf Beschränkung auf nationaler Basis ist wenig effizient. Effiziente Reduzierung muss in der Hauptsache über den Preis gefunden werden.
...Bewertungsgrundlage - die Emission pro Kopf - zu Grunde legt."
Das ist nicht zwangsläufig richtig. Es gibt zum Einen in China viele Leute, die mehr CO2 verpuffen als der durchschnittliche Europäer. Zum Anderen ist durchaus relevant, wieviel BIP oder Arealnutzung man mit CO2 erreicht. Eine CO2/Kopf Beschränkung auf nationaler Basis ist wenig effizient. Effiziente Reduzierung muss in der Hauptsache über den Preis gefunden werden.
oh je, was für ein dreher; der gläubiger ist korrigiert, dank für den schnellen hinweis! die wachstumskritik haben wir bei uns öfter mal behandelt, sehr gut zb:
Perger "Aufstand gegen die Lebenslüge":
http://www.zeit.de/gesell...
und Ibisch/Schmidt "Nicht die Armut, das Wachstum muss bekämpft werden":
http://www.zeit.de/meinun...
gruß, s. richter
Natürlich ist der pro-Kopf Verbrauch in den Schwellenländern deutlich geringer als jener in den Industrienationen und natürlich pochen die Schwellenländer darauf dass auch diese zu Ihrem Wohlstand gelangen wollen.
Tatsache ist jedoch auch das nur eine Minderheit der Weltbevölkerung in den Industrienationen lebt und das es, global betrachtet, kaum wünschenswert wäre wenn alle diese Schwellenländer den selben Prozess durchlaufen wie die westliche Welt.
Letztlich entscheinden ist also nur die Frage ob Länder wie China und Indien in der Lage sein werden sich auf eine nachhaltigere Art und Weise zu entwickeln als es die USA, Zentraleuropa etc. getan haben. Wichtig auch für den Wohlstand im Westen und ganz unabhängig vom Klimawandel. Der Kuchen an Rohstoffen, besonders fossilen, Erzen und Mineralien ist eben begrenzt. Und er wird bestimmt nicht grösser, denn die Erde hat bislang noch kaum an Masse gewonnen. Die Entwicklung der Schwellenländer wird lediglich die Zahl jener, welche etwas vom Kuchen abhaben wollen, vergrössern. Langfristig ist es also im beidersetigen Interesse das die Schwellenländer eben gerade NICHT die selbe Entwicklung durchleben wie der Westen. Das mag man als ungerecht empfinden, aber wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben und falls den Industrienationen wirklich an Gerechtigkeit gelegen sein sollte (was ich bezweifle), hilft eben nur Technologietransfer, beiderseitiger Verzicht und die Entwicklung alternativer Technologien.
Zitat:"aber wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben"
Eine Haltung die bei den Entwicklungslaender richtig "toll" ankommt.
Zitat:"aber wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben"
Eine Haltung die bei den Entwicklungslaender richtig "toll" ankommt.
Zitat:"aber wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben"
Eine Haltung die bei den Entwicklungslaender richtig "toll" ankommt.
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Wie wär's mit dem Argument: Das Boot (der Reichen) ist voll!
Ihr seid zu spät! Sucht Euch ein anderes!
Leider sind aber die Boote iund auch die Schiffbrüchigen irgendwie aufeinander angewiesen.
....ein Fünftel derjenigen eines Amerikaners."
Es gibt aber auch Amerikaner, die nur 1 Zehntel des amerikanischen Durchschnitts verbrauchen. Andererseits stößt ein grosser 7er BMW oder Bentley ziemlich viel CO2 aus und China importiert davon viele. Reiche Chinesen leben wie reiche Amerikaner und verpuffen daher ähnlich viel oder sogar mehr. Arme Chinesen haben weniger, aber sie haben auch wenig Geld, Lebensmittel und Wasser.
...Bewertungsgrundlage - die Emission pro Kopf - zu Grunde legt."
Das ist nicht zwangsläufig richtig. Es gibt zum Einen in China viele Leute, die mehr CO2 verpuffen als der durchschnittliche Europäer. Zum Anderen ist durchaus relevant, wieviel BIP oder Arealnutzung man mit CO2 erreicht. Eine CO2/Kopf Beschränkung auf nationaler Basis ist wenig effizient. Effiziente Reduzierung muss in der Hauptsache über den Preis gefunden werden.
Wir Chinese haben alles verdient. Wir bringen die ganze Welt in die Wirtschaftskrise. Wir verbrauchen zu viel wertvolle Ressourcen, die seit eh und je den Westlichen gehören. Wir sind schuldig, so viele dumme, trotzige und schamlose Menschen in die schöne, von den eminenten Industrienationen geschöpfte Welt gesetzt zu haben.
Werden uns von den gnädigen Westlichen verziehen? Na ja, geht zurück in die Armut, zerstückelt euer wahnsinnig großes Land und stellt eine Demokratie wie im westlichen Lehrbuch auf!
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