Kopenhagen UN legen auf Klimagipfel konkrete Ziele vor

Bis zu 95 Prozent weniger CO2, eine Erderwärmung von möglichst 1,5 Grad: Die UN haben einen ersten offiziellen – in einigen Punkten recht ehrgeizigen – Entwurf vorgelegt.

UN-Klimachef Yvo de Boer: Sein erster offizieller Entwurf nimmt die Staatengemeinschaft in die Pflicht

UN-Klimachef Yvo de Boer: Sein erster offizieller Entwurf nimmt die Staatengemeinschaft in die Pflicht

Auf dem Kopenhagener Weltklimagipfel haben die UN einen ersten offiziellen Entwurf für das Schlussabkommen vorgelegt und erstmals konkrete Ziele genannt. Demnach sollen die Industrieländer ihre Emissionen im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 25 bis 40 Prozent vermindern. Für Entwicklungsländer ist eine Verminderung der Emissionen um 15 bis 30 Prozent bis 2020 vorgesehen, allerdings im Vergleich zu dem Ausstoß, der ohne Klimaschutz erreicht worden wäre.

Der Text nennt auch langfristige Ziele: Alle Länder zusammen sollen für die Jahre 1990 bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgase um 50 bis 95 Prozent erreichen. In diesem Zeitraum sollen Industrieländer ihre Treibhausgase um 75 bis 95 reduzieren. Als Ziel aller Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe wird in dem von einer UN-Arbeitsgruppe vorgelegten Dokument sowohl eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs um höchstens 1,5 Grad wie auch um zwei Grad genannt.

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Über diese Zielvorgaben sollen die Staats- und Regierungschefs in der Schlussphase des Gipfels am 18. Dezember entscheiden. Bisher hatten unter anderem die EU und die USA, aber auch die maßgeblichen Schwellenländer wie China und Indien eine Erwärmung um zwei Grad der globalen Durchschnittstemperatur als gerade noch akzeptabel eingestuft. Auf der Konferenz protestierten mehrere kleine Inselstaaten aber gegen diese Obergrenze. Eine solche Erwärmung würde durch den damit einhergehenden Anstieg des Meeresspiegels ihren Untergang bedeuten. 

Klimaschützer begrüßten den Entwurf zwar, äußerten sich allerdings zurückhaltend. "Es ist erst mal wichtig, dass wir so einen Text haben und die Grundlage geschaffen worden ist für weitere Verhandlungen", sagte der politische Leiter von Germanwatch, Christoph Bals. Allerdings stünden noch sehr viele Zahlen in Klammern. Auch fehle eine Jahreszahl, zu der der weltweite Treibhausgasausstoß sein Maximum erreicht haben sollte.

Auch der Klimachef des WWF International, Kim Carstensen, empfand den Entwurf als wichtig. "Er bietet eine Grundlage, um die richtigen Entscheidungen zu treffen." Obwohl er noch viele Lücken enthalte, zeige er, dass eine Einigung möglich sei. Allerdings sei weiterhin nicht klar, wie viel Geld für ärmere Länder zur Verfügung stehen werde.

Zumindest in einer Hinsicht gibt es bei diesem Punkt nun Klarheit: Auf ihrem Gipfel in Brüssel haben sich die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) auf die Bereitstellung von 7,2 Milliarden Euro geeinigt. Das Geld soll Entwicklungsländern für schnelle Maßnahmen gegen den Klimawandel zur Verfügung gestellt werden.

Die UN zeigten sich hocherfreut ob dieser Zusage, die laut des Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, "absolut notwendig und positiv" sei. "Das ist eine riesige Ermutigung für den weiteren Prozess hier", meinte er. Nun könnten andere folgen. Laut de Boer entspreche der Betrag einem Drittel der von den Vereinten Nationen global verlangten 30 Milliarden Dollar (20 Mio. Euro). Nun müsse man sehen, was andere Industriestaaten auf den Tisch legten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erhöhte den Druck auf die USA und einige Schwellenländer und forderte von ihnen mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Zusage der EU für kurz- und auch langfristige Soforthilfen "ist ein deutliches Signal an Kopenhagen, dass wir bereit sind, hier unseren Anteil zu tragen", sagte sie. Das, was bis jetzt von den USA und einigen Schwellenländern auf dem Tisch liege, sei noch kein Angebot, was dem europäischen entspreche.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich stecke hiermit als Ziel die Reduktion der Treibhausgase um 99% und eine Erdabkühlung um 1°!

    Haben die "Forderer" denn schon mal irgendwo errechnet wie und mit welchen konkreten Einbussen solche Ziele zu erreichen wären?
    DAS könnte ich z.B. nicht...

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    • joG
    • 11.12.2009 um 18:41 Uhr

    ...vor einiger Zeit den Stern Report. Er ist zwar methodisch etwas fragleich indem er Nutzen der Zukunft in 100 Jahren nicht vorverzinst, was bedeutet, dass unklar bleibt, ob die Kosten durch Nutzen aufgewogen wären, bei allgemein akzeptierten Methoden der Kosten/Nutzenrechnung. Er bietet aber eine erste Schätzung der Kosten und kommt auf ca 1% des jährlichen Welt BIP. Andere Studien mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Zeithorizonten. schätzen zwischen -2% und 5% Kosten. So gehen manche Modelrechnungen von einem Zugewinn (-2). Die meisten Rechnungen, die ich einsah, kommen auf Wachstumsminderungen, mit mittleren jährlichen Kosten von ca 1,5%- 3,5% des Welt BIP.
    2008 war 1%BIP = ca 700 Mrd Dollar.
    Für Deutschland wären das mit breitem Daumen in Euro 24,5 Mrd Kosten pro Jahr. Stimmen die höheren Kostenschätzungen so wären bis zu ca Euro 120 Mrd in 2008 Euro.

    schau dir doch mal den Stern Report an. Dort wird auf Grundlage ökonometrischer Berechnungen eine mögliche Kostenentwicklung aufgezeigt.

    http://webarchive.nationa... /http://www.hm-treasury.gov.uk/independent_reviews/stern_review_economics_climate_change/sternreview_index.cfm

    Es wird dann auch ziemlich schnell klar, dass die Kosten der vorbeugung sehr viel günstiger sind als die Kosten der Anpassung ohne Vorbeugung. Stern nennt Zahlen bei Vorbeugung von ca. 1% des weltweiten BSP und bei Anpassung und ungebremsten Klimawandel bis zu 20% des weltweiten BSP.

    Stern weist außerdem darauf hin, dass die Kosten v.a. bei Nicht-Vorbeugung unkalkulierbar würden. Wie kalkuliert man z.B. die sozialen Folgen des Verlustes der Malediven für die dortigen Bewohner? Oder den Verlust tausender Menschenleben aufgründ sich häufender Dürren im Sahelgürtel?

    Vielleicht sollten wir etwas weiter denken als bis zu unserem eigenen Geldbeutel- oder nicht?

    Daher ist der Vorstoß begrüßenswert, je mehr desto besser!

    • joG
    • 11.12.2009 um 18:41 Uhr

    ...vor einiger Zeit den Stern Report. Er ist zwar methodisch etwas fragleich indem er Nutzen der Zukunft in 100 Jahren nicht vorverzinst, was bedeutet, dass unklar bleibt, ob die Kosten durch Nutzen aufgewogen wären, bei allgemein akzeptierten Methoden der Kosten/Nutzenrechnung. Er bietet aber eine erste Schätzung der Kosten und kommt auf ca 1% des jährlichen Welt BIP. Andere Studien mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Zeithorizonten. schätzen zwischen -2% und 5% Kosten. So gehen manche Modelrechnungen von einem Zugewinn (-2). Die meisten Rechnungen, die ich einsah, kommen auf Wachstumsminderungen, mit mittleren jährlichen Kosten von ca 1,5%- 3,5% des Welt BIP.
    2008 war 1%BIP = ca 700 Mrd Dollar.
    Für Deutschland wären das mit breitem Daumen in Euro 24,5 Mrd Kosten pro Jahr. Stimmen die höheren Kostenschätzungen so wären bis zu ca Euro 120 Mrd in 2008 Euro.

    schau dir doch mal den Stern Report an. Dort wird auf Grundlage ökonometrischer Berechnungen eine mögliche Kostenentwicklung aufgezeigt.

    http://webarchive.nationa... /http://www.hm-treasury.gov.uk/independent_reviews/stern_review_economics_climate_change/sternreview_index.cfm

    Es wird dann auch ziemlich schnell klar, dass die Kosten der vorbeugung sehr viel günstiger sind als die Kosten der Anpassung ohne Vorbeugung. Stern nennt Zahlen bei Vorbeugung von ca. 1% des weltweiten BSP und bei Anpassung und ungebremsten Klimawandel bis zu 20% des weltweiten BSP.

    Stern weist außerdem darauf hin, dass die Kosten v.a. bei Nicht-Vorbeugung unkalkulierbar würden. Wie kalkuliert man z.B. die sozialen Folgen des Verlustes der Malediven für die dortigen Bewohner? Oder den Verlust tausender Menschenleben aufgründ sich häufender Dürren im Sahelgürtel?

    Vielleicht sollten wir etwas weiter denken als bis zu unserem eigenen Geldbeutel- oder nicht?

    Daher ist der Vorstoß begrüßenswert, je mehr desto besser!

  2. ... ein Land schafft das später nicht. Das kann sich gleich einen neuen Planeten suchen - diese giftigen Co2-Ausatmer ...

  3. Können wir wirklich einen natürlichen Klimawandel stoppen?
    Nur weil "Klimawandel" gerade modern ist und viele Forscher offiziell der Ansicht sind dass dies kein natürlicher Klimawandel ist (wer würde sich auch schon selbst die Forschungsgelder streichen wollen) heist das noch lange nicht das wir Geld in Schwellenländer pumpen welches wir nicht besitzen (welcher hochverschuldete Mensch kommt auf die Idee noch mehr Schulden zu machen nur um andern Geld dafür zu geben dass er viel Co2 produziert hat???).
    Auserdem zu klären wäre wie schlimm Co2 wirklich ist, meiner Meinung nach eines der kleineren vom Menschen geschaffenen übel.
    Meiner Meinung nach ist dieses Ökogetuhe reinste Geldmacherei! Zu Recht glauben die meisten Amerikaner nicht an einen Klimawandel!
    mfg

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    du bist so von Vorgestern! Deiner meinung nach weißt du mehr als zigtausende voneinander unabhängige Wissenschaftler. Ach ja oder handelt es sich dabei um den rießigsten Komplott in der Geschichte der Wissenschaft?

    Amerikaner die nicht an den Klimawandel glauben berufen sich auf Studien die von Exxon Mobile oder Shell finanziert werden.

    Ich hoffe du erinnerst dich an deine Worte in 10-20 Jahren. Dann solltest du vor Scham im Boden versinken.

    • doerit
    • 11.12.2009 um 19:14 Uhr

    Anscheinend haben Sie nicht begriffen, dass es um die Verhinderung der anthropogenen Komponente des Klimawandels geht. Sicherlich begeben sich alle Politiker der Welt in die Klauen der Öko- und Klimalobby, sowie unmoralischer Forscher, denen es nur um Forschungsgelder geht.

    Ich bin froh, dass die Spitzenpolitiker dieser Welt nicht Ihre Meinung vertreten und den Planeten blind gegen die Wand fahren lassen, sondern Ziele wie diese debattieren. Niemand versucht einen natürlich Klimawandel abzuwenden.

    Ich halte die Zielsetzung von einer Erwärmung um eine gewisse Gradzahl für nicht klug gewählt, denn es liegt nicht in der Hand des Menschen. Alles was der Mensch tun kann ist die o.g. anthropogene Komponente auf ein Minimum (95%) zu reduzieren, welche Auswirkungen dann tatsächlich im Weltklima zu spüren sind kann z.Z. nur simuliert werden.

    du bist so von Vorgestern! Deiner meinung nach weißt du mehr als zigtausende voneinander unabhängige Wissenschaftler. Ach ja oder handelt es sich dabei um den rießigsten Komplott in der Geschichte der Wissenschaft?

    Amerikaner die nicht an den Klimawandel glauben berufen sich auf Studien die von Exxon Mobile oder Shell finanziert werden.

    Ich hoffe du erinnerst dich an deine Worte in 10-20 Jahren. Dann solltest du vor Scham im Boden versinken.

    • doerit
    • 11.12.2009 um 19:14 Uhr

    Anscheinend haben Sie nicht begriffen, dass es um die Verhinderung der anthropogenen Komponente des Klimawandels geht. Sicherlich begeben sich alle Politiker der Welt in die Klauen der Öko- und Klimalobby, sowie unmoralischer Forscher, denen es nur um Forschungsgelder geht.

    Ich bin froh, dass die Spitzenpolitiker dieser Welt nicht Ihre Meinung vertreten und den Planeten blind gegen die Wand fahren lassen, sondern Ziele wie diese debattieren. Niemand versucht einen natürlich Klimawandel abzuwenden.

    Ich halte die Zielsetzung von einer Erwärmung um eine gewisse Gradzahl für nicht klug gewählt, denn es liegt nicht in der Hand des Menschen. Alles was der Mensch tun kann ist die o.g. anthropogene Komponente auf ein Minimum (95%) zu reduzieren, welche Auswirkungen dann tatsächlich im Weltklima zu spüren sind kann z.Z. nur simuliert werden.

    • joG
    • 11.12.2009 um 18:41 Uhr

    ...vor einiger Zeit den Stern Report. Er ist zwar methodisch etwas fragleich indem er Nutzen der Zukunft in 100 Jahren nicht vorverzinst, was bedeutet, dass unklar bleibt, ob die Kosten durch Nutzen aufgewogen wären, bei allgemein akzeptierten Methoden der Kosten/Nutzenrechnung. Er bietet aber eine erste Schätzung der Kosten und kommt auf ca 1% des jährlichen Welt BIP. Andere Studien mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Zeithorizonten. schätzen zwischen -2% und 5% Kosten. So gehen manche Modelrechnungen von einem Zugewinn (-2). Die meisten Rechnungen, die ich einsah, kommen auf Wachstumsminderungen, mit mittleren jährlichen Kosten von ca 1,5%- 3,5% des Welt BIP.
    2008 war 1%BIP = ca 700 Mrd Dollar.
    Für Deutschland wären das mit breitem Daumen in Euro 24,5 Mrd Kosten pro Jahr. Stimmen die höheren Kostenschätzungen so wären bis zu ca Euro 120 Mrd in 2008 Euro.

    Antwort auf "DAS kann ich auch...."
  4. schau dir doch mal den Stern Report an. Dort wird auf Grundlage ökonometrischer Berechnungen eine mögliche Kostenentwicklung aufgezeigt.

    http://webarchive.nationa... /http://www.hm-treasury.gov.uk/independent_reviews/stern_review_economics_climate_change/sternreview_index.cfm

    Es wird dann auch ziemlich schnell klar, dass die Kosten der vorbeugung sehr viel günstiger sind als die Kosten der Anpassung ohne Vorbeugung. Stern nennt Zahlen bei Vorbeugung von ca. 1% des weltweiten BSP und bei Anpassung und ungebremsten Klimawandel bis zu 20% des weltweiten BSP.

    Stern weist außerdem darauf hin, dass die Kosten v.a. bei Nicht-Vorbeugung unkalkulierbar würden. Wie kalkuliert man z.B. die sozialen Folgen des Verlustes der Malediven für die dortigen Bewohner? Oder den Verlust tausender Menschenleben aufgründ sich häufender Dürren im Sahelgürtel?

    Vielleicht sollten wir etwas weiter denken als bis zu unserem eigenen Geldbeutel- oder nicht?

    Daher ist der Vorstoß begrüßenswert, je mehr desto besser!

    Antwort auf "DAS kann ich auch...."
  5. du bist so von Vorgestern! Deiner meinung nach weißt du mehr als zigtausende voneinander unabhängige Wissenschaftler. Ach ja oder handelt es sich dabei um den rießigsten Komplott in der Geschichte der Wissenschaft?

    Amerikaner die nicht an den Klimawandel glauben berufen sich auf Studien die von Exxon Mobile oder Shell finanziert werden.

    Ich hoffe du erinnerst dich an deine Worte in 10-20 Jahren. Dann solltest du vor Scham im Boden versinken.

    • doerit
    • 11.12.2009 um 19:14 Uhr

    Anscheinend haben Sie nicht begriffen, dass es um die Verhinderung der anthropogenen Komponente des Klimawandels geht. Sicherlich begeben sich alle Politiker der Welt in die Klauen der Öko- und Klimalobby, sowie unmoralischer Forscher, denen es nur um Forschungsgelder geht.

    Ich bin froh, dass die Spitzenpolitiker dieser Welt nicht Ihre Meinung vertreten und den Planeten blind gegen die Wand fahren lassen, sondern Ziele wie diese debattieren. Niemand versucht einen natürlich Klimawandel abzuwenden.

    Ich halte die Zielsetzung von einer Erwärmung um eine gewisse Gradzahl für nicht klug gewählt, denn es liegt nicht in der Hand des Menschen. Alles was der Mensch tun kann ist die o.g. anthropogene Komponente auf ein Minimum (95%) zu reduzieren, welche Auswirkungen dann tatsächlich im Weltklima zu spüren sind kann z.Z. nur simuliert werden.

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