Klimagipfel in Kopenhagen Obama schürt Hoffnungen auf Klimaabkommen
Der US-Präsident will nun erst zu den Schlussverhandlungen nach Kopenhagen anreisen. Die Bundesregierung und Umweltschützer erwarten daher einen Durchbruch.
© Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Signal für Klimaabkommen: US-Präsident Barack Obama reist erst zur entscheidenden Phase nach Kopenhagen
Barack Obama reist später zum Klimagipfel in Kopenhagen als geplant: Der US-Präsident sei optimistisch, dass es beim Klimagipfel zu einem Durchbruch kommen könnte, sagte sein Sprecher Robert Gibbs am Freitag (Ortszeit). Daher werde Obama nicht wie ursprünglich beabsichtigt zur Eröffnungsphase am 9. Dezember eintreffen, sondern erst zu den entscheidenden Abschlussverhandlungen am 18. Dezember. Der Präsident sei inzwischen überzeugt, dass er gegen Ende des Treffens mehr bewegen könne.
In Kopenhagen wurde die Ankündigung mit Begeisterung aufgenommen. Der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sagte, er sei "aufrichtig erfreut". Dass Obama sowie mehr als 100 weitere Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme zugesagt hätten, zeige "den zunehmenden politischen Willen für ein ehrgeiziges Klimaabkommen in Kopenhagen". Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagte zur Ankündigung des US-Präsidenten : "Das ist ein eindeutiges Signal, dass Obama den Erfolg will und mit allem Risiko das Gewicht seiner Person in die Waagschale wirft." Der Minister machte aber auch klar, dass er die USA in der Pflicht, selber eindeutige Zusagen zu machen: "Obama weiß: Wenn Amerika in Kopenhagen seiner Führungserwartung nicht gerecht wird, verliert es auf Dauer seine technologische Führungsposition in der Welt."
Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich begeistert. Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser sagte: "Damit sind alle Voraussetzungen für ein
historisches Weltklimaabkommen gegeben." Ausdrücklich lobte Greenpeace auch Kanzlerin Merkel: "Das persönliche Engagement der Bundeskanzlerin gegenüber Obama hat sich ausgezahlt." Nun seien die Chefs der Länder mit dem größten CO2-Ausstoß alle in Kopenhagen dabei.
Bei dem Gipfel soll über eine Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll beraten werden. Obama war international heftig kritisiert worden, weil er lange sein politisches Gewicht nicht in die entscheidende Verhandlungsphase einbringen wollte. Die USA haben weltweit die höchsten CO2-Emissionen und wollen sich im Vergleich zu den EU-Ländern auf wesentlich geringere Minderungsquoten festlegen.
Obamas Mitarbeiter hatten in den vergangenen Wochen immer wieder erklärt, der Präsident werde nur zum Abschlusstreffen nach Kopenhagen reisen, wenn es die Hoffnung bestehe, dass er damit etwas erreichen könne. Nun gebe es aber Fortschritte, dass ein umfassendes Abkommen vereinbart werden könne, teilte das Weiße Haus mit. Obama habe wegen der Klimakonferenz in dieser Woche mit mehreren europäischen Politikern gesprochen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Auch die Pläne Chinas und Indiens, die kürzlich erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt hatten, stimmten den Präsidenten zuversichtlich. Zudem zeichne sich der Konsens ab, von 2012 an rund zehn Milliarden Dollar jährlich aufzubringen, um Entwicklungsländern bei der Reduzierung der Klimakiller zu helfen. Die USA wollten dabei einen angemessenen Anteil zahlen, zitierte die Washington Post Obamas Sprecher Gibbs.
Auch konservative Kritiker bewerteten Obamas Entscheidung als Hinweis, dass am Ende des Klimagipfels tatsächlich eine belastbare Vereinbarung stehen könnte. Kenneth Green vom Enterprise-Institut sagte der Washington Post, die Planänderung lasse erahnen, dass ein Abkommen bereits geschnürt sei und Obama darauf hoffe, sich in dem Erfolg sonnen zu können.
Inwieweit ein neues Abkommen die globale Erwärmung wirklich stoppen kann, ist fraglich. Auch mit den aktuellen Klimaschutzzielen der einzelnen Länder steuert die Welt laut Experten auf eine katastrophale Erwärmung zu. Eine Analyse des in Deutschland entwickelten "Climate Action Trackers" ergab, dass die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 3,5 Grad Celsius steigt. Die Pläne der Industrie- und Schwellenländer reichten nicht aus, um die Erwärmung wie gefordert auf 2 Grad zu begrenzen, teilten die Entwickler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und von der Kölner Klimaberatungsfirma Ecofys am Freitag mit.
- Datum 05.12.2009 - 19:04 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 17
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ohne den Artikel gelesen zu haben, kamen mir so einige "schlechte" Gedanke.
Wen grüßt Obama hier?
Hatte Hitler eigentlich auch den Friedensnobelpreis bekommen bevor er seine Soldaten nach Polen schickte?
Will ich diesen Artikel überhaupt lesen?
Kann ich Obama noch irgendetwas glauben oder irgendwelche Hoffnungen in ihn setzen?
Ist er wieder nur ein neuer Biligbesen, der beim ersten Einsatz alle seine Bortsen verliert?
Ich lese nicht weiter!
Vielleicht ein ander mal.
also, bei allem Respekt, aber die Hitler-Anmerkung geht jetzt ein wenig zu weit, od ich hab's nicht ganz verstanden...
also, bei allem Respekt, aber die Hitler-Anmerkung geht jetzt ein wenig zu weit, od ich hab's nicht ganz verstanden...
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Nicht so melancholisch! Obama hat's nicht leicht. Ich unterstelle ihm guten Willen, aber er wird zu Hause (zum Teil von seiner eigenen Partei) in die Mangel genommen.
Aber er wird nicht ohne ein Angebot anreisen.
Wer der USA noch so vieles glaubt.
Für Obama und Co gilt: USA zuerst
[Entfernt, bitte versuchen Sie, zu einer sachlichen und konstruktiven Debatte beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
Wer der USA noch so vieles glaubt.
Für Obama und Co gilt: USA zuerst
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Wer der USA noch so vieles glaubt.
Für Obama und Co gilt: USA zuerst
also, bei allem Respekt, aber die Hitler-Anmerkung geht jetzt ein wenig zu weit, od ich hab's nicht ganz verstanden...
Szene nicht mal mehr winken? Ach ja Hitler hat in Deutschland gelebt darum sollten alle das Land verlassen es ist bestimmt nicht Korrekt. Reicht euch doch mal zusammen, das Foto ist einfach nun ungünstig.
Und die Hoffnung stirbt zu letzt.
ERM
[Entfernt, bitte versuchen Sie, zu einer sachlichen und konstruktiven Debatte beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
Ich dachte an Bilder von Hitler in Berlin, wie 100000e ihm zujubelten, ihn als Heilsbringer sahen, nur aufgrund von mitreissenden Reden konnte Hitler das werden war er war.
Es ist bestimmt übertrieben, ihn mit diesem machtgeilen Diktator in einen Topf zu werfen. Aber was hat er nicht alles gesagt, was er machen kann, wenn man ihn nur wählt? Quantanamo, Irakkrieg, Banken.... nichts, gar nichts als Wahlkampfgerde ist übrig bgeblieben. Umweltschutz?! ja, ist er natürlich dafür. Erinnert mich darin eher an Merkel und Westerwelle: "Konsolidierung hat höchste Priorität, aber erst machen wir mal neue Schulden" "Amerikanische Soldaten sollen keine unnötigen Opfer mehr bringen, aber davor schicken wir erst mal 30.000 Jungs ins Kriegsgebiet."
Naja, nur, weil einer rhetorisch gut drauf ist und das meinetwegen auch dazu nutzt, persönliche Vorteile draus zu schlagen, ist noch lange kein Vergleich mit Hitler angebracht und zwar in keinster Weise.
Bei Obamas Vorgänger habe ich diesen Vergleich für angebrachter (wenn auch da übertrieben) gehalten und der war rhetorisch wahrlich kein Ass...
Nein, Spaß bei Seite, es geht dann doch um die moralische Wertigkeit der Intention, mit der man an die Leute herantritt. Wenn man von vornherein weiß, dass man erbarmungslos alles aus dem Weg schaffen wird, das einem nicht gefällt, ist das schon ne Liga, in der nur ganz wenige Staatschefs spielen. Und das ist ganz gut so.
Klar ist Obama kein Heiliger, kann es auch gar nicht sein (man muss schon was auf dem Kerbholz haben, um amerikanischer Präsident zu werden), aber an seinen Intentionen kann ich bisher nichts wirklich moralisch Verwerfliches finden.
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