Studie Germanwatch bescheinigt Deutschland schlechtere Klimapolitik
In ihrem Klimaindex sieht die Organisation Germanwatch mit Brasilien erstmals ein Schwellenland vorn. Deutschland rutschte von Platz fünf auf sieben ab.
Die Organisation Germanwatch hat vielen Industrieländern eine mangelhafte Klimaschutzpolitik bescheinigt. Keines der 57 untersuchten Industrie- und Schwellenländer habe genug getan, um den Klimawandel ausreichend zu bremsen.
In einer im regelmäßigen Abstand verfassten Studie vergab Germanwatch die Plätze eins bis drei dieses Jahr erneut nicht. Brasilien führt die beim Weltklimagipfel in Kopenhagen präsentierte Liste mit Rang 4 an, es folgen Schweden, Großbritannien und Deutschland, das von Platz fünf auf sieben rutschte.
Deutschland habe zwar von allen Ländern die größte Emissionsabnahme, allgemein bewertete Germanwatch die Anstrengungen jedoch schlechter als im vergangenen Jahr. Negativ ausgewirkt hätten sich die deutsche Blockierung strikterer CO2-Richtwerte für Autos und die fehlende Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie, sagte Christoph Bals, der Politische Leiter von Germanwatch. Die versprochene Reduktion von 40 Prozent lag laut Germanwatch zunächst nicht in Reichweite, was ein Erreichen unter den derzeitigen Bedingungen aber nicht ausschließt. "Dies ändert sich allerdings derzeit durch die Wirtschaftskrise", schreiben die Autoren.
Brasilien und Großbritannien haben laut Germanwatch dank einer besseren Klimapolitik als im Vorjahr eine höhere Platzierung erreicht. Großbritannien sei "das einzige Land, in dem Klimaschutz bislang umfassend und langfristig gesetzlich geregelt ist", heißt es in der Studie.
Auch die USA (Platz 53) seien durch ein beginnendes Umdenken in der Klimapolitik etwas höher geklettert, blieben aber immer noch hinter den Erfordernissen und einem Platz hinter China (Platz 52) zurück. Die Klimagesetzgebung der USA sei nicht ehrgeizig genug und ihre Verabschiedung nicht gesichert. Die neue US-Regierung gebe sich zwar konstruktiver als die unter Georg W. Bush. "Aber das allein senkt noch nicht die Emissionen."
Am Ende der Liste stehen Australien, Kasachstan, Kanada und Saudi-Arabien. Letzteres habe hohe Emissionen und blockiere immer wieder die UN-Klimaverhandlungen. Kanada habe eine sehr energieintensive Wirtschaft und einen hohen Energieverbrauch pro Person.
Der Klimaindex eines Landes setzt sich zusammen aus dem Emissionstrend (50 Prozent), der Höhe der Emissionen (30 Prozent) und der jeweiligen Klimapolitik (20 Prozent). Die Emissionstrends in Australien, China und Saudi-Arabien seien besorgniserregend, hieß es. Deutschland, Tschechien und Belgien hätten dagegen ihren Anteil erneuerbarer Energien besonders stark erhöht. Schweden schneidet generell gut ab, weil sein Emissionsausstoß vergleichsweise gering ist. Der sogenannte Climate Change Act solle es ermöglichen, die Kohlendioxidemissionen bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren.
Germanwatch hatte zusammen mit dem Climate Action Network (CAN Europe) 57 Länder untersucht, die für 90 Prozent der weltweiten, energiebedingten Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind. An den Tabellen haben 130 Experten mitgearbeitet.
"Ermutigend ist, dass Brasilien seine Entwaldungsrate im letzten Jahr halbieren konnte", schreiben die Autoren, auch wenn der Waldschutz nicht zum Index gehört. "Unklar ist allerdings, welcher Anteil davon auf die verringerte Nachfrage nach Soja und Palmöl aufgrund der Wirtschaftskrise zurückzuführen ist." Die Entwaldungsrate hänge auf jeden Fall zum Großteil vom Konsumverhalten der Industrie- und Schwellenländer ab.
- Datum 14.12.2009 - 18:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Die Häuser in England sind eine Katastrophe - die alten sowie die neuen...
Öffentlicher Nahverkehr besteht aus Bussen die eher museumsreif sind als für den Alltagsgebrauch gedacht...
Umweltschutz in England gibt es für den "gemeinen Bürger" gar nicht!
(Und ich wohne auf dieser Insel nun seit etwa 3,3 Jahren)
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