Tanklaster-Bombardement Druck auf Merkel und Guttenberg in der Kundus-Affäre wächst
Die neuen Details zum Luftangriff bei Kundus setzen nach Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nun auch Angela Merkel unter Zugzwang. Partei und Opposition fordern Aufklärung
Die Kritik an der Bundesregierung wächst: Sowohl aus der Opposition als auch aus Reihen der CDU werden Forderungen laut, auch die Kanzlerin Merkel solle endlich zur Aufklärung der Vorfälle in Kundus beitragen. Laut neuer Erkenntnisse über den Vorfall Anfang September seien weniger die entführten Tanklaster sondern eine Gruppe von Taliban und ihre Anführer das Ziel der von der Bundeswehr angeforderten Bombardierung gewesen. Das Vorgehen soll Teil einer neuen und vom Kanzleramt gebilligten Eskalationsstrategie gewesen sein.
Die neuen Berichte verschärfen die Debatte, ob es Alternativen zu dem Luftschlag mit bis zu 142 Toten und zahlreichen zivilen Opfern gab und was Guttenberg dazu schon zu einem früheren Zeitpunkt gewusst haben konnte.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin forderten Merkel auf, sich umgehend vor dem Bundestag zu den Vorfällen zu äußern. "Frau Merkel muss klären, ob eine Strategie des gezielten Tötens Bestandteil der Afghanistan-Politik der Bundesregierung ist und, ob Kanzleramt, Bundeswehr und Nachrichtendienst diese neue Strategie gebilligt haben." Linken-Chef Lothar Bisky sagte, die Salamitaktik werde nicht aufgehen. Die Karten müssten auf den Tisch. Wenn das Kanzleramt ein schärferes Vorgehen der Bundeswehr vor dem Luftangriff gebilligt habe, seien Parlament und Öffentlichkeit bewusst getäuscht worden. "Mit dem Geist der Bundestagsmandate für Afghanistan wären gezielte Tötungen absolut nicht vereinbar." Das sagte der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels der Bild-Zeitung.
SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel kritisierte, täglich kämen "neue und immer dramatischere Informationen durch die Medien ans Licht der Öffentlichkeit". Die Regierung aber verstecke sich und nehme nur "scheibchenweise" dazu Stellung. "Statt Reisen und schöne Fotos muss der Verteidigungsminister mal seine Arbeit tun und für umfassende Aufklärung in Deutschland sorgen."
Laut Spiegel und der Süddeutschen Zeitung heißt es in dem Abschlussbericht der Nato, der deutsche Oberst Georg Klein habe durch seinen Bombardierungsbefehl nicht in erster Linie die Tanklaster treffen wollen. "Es ist schwer zu ergründen, warum der Fokus des PRT-Kommandeurs auf die Taliban in dem Zielgebiet gerichtet war und nicht allein auf die gestohlenen Tanklaster, die doch wohl die größte Bedrohung waren für die Sicherheit der PRT-Kräfte", zitiert der Spiegel aus dem Dokument. Bisher war von der Regierung vor allem die Sicherheit der Soldaten des nahegelegenen Feldlagers als Grund für den Abwurf zweier Bomben genannt worden.
Die Zweifel an den Gründen für die Entlassung Schneiderhans wachsen. Die Leipziger Volkszeitung berichtete, der Angriff sei Folge einer vom Bundeskanzleramt gebilligten Eskalationsstrategie, die der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung und der damalige Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan den Offizieren vorgegeben habe. Regierungsdokumenten zufolge sei Teil dieser Strategie die gezielte Ausschaltung der Führungsstruktur der Taliban.
Klein selbst habe in einer Meldung vom 5. September an Schneiderhan mitgeteilt, er habe das Bombardement befohlen, "um Gefahren für meine Soldaten frühzeitig abzuwenden und andererseits mit höchster Wahrscheinlichkeit nur Feinde des Wiederaufbaus zu treffen", berichtet der Spiegel.
Das Bundeskanzleramt lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Guttenberg sagte, es gehe hierbei um Vorgänge aus der Zeit vor seiner Amtsübernahme und damit außerhalb seiner Verantwortung. Der Untersuchungsausschuss solle dies klären. Am Freitag hatte der Minister in Kundus eine umfassende Aufklärung des Luftangriffs und eine "größtmögliche Transparenz gegenüber dem Parlament und dem deutschen Volk" zugesagt.
Der CSU-Politker war unter Druck geraten, weil er bei Amtsantritt Anfang November den Angriff zunächst als militärisch angemessen bezeichnet hatte, sich später aber revidierte. Die Kehrtwende hatte er damit begründet, dass ihm einige Berichte vorenthalten worden seien. Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert mussten deswegen abtreten. Der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichteten hingegen, die beiden Spitzenbeamten hätten Guttenberg am 25. November korrekt und vollständig informiert. Wechselseitig sollen Schneiderhan und Wichert auf den Bericht des Bundeswehrkommandeurs von Kundus, jenen der Feldjäger, den eines deutschen Angehörigen der vorläufigen NATO-Untersuchungsgruppe und den Bericht des Internationalen Roten Kreuzes hingewiesen haben. Wichert bat Guttenberg laut Zeitung in einem Brief klarzustellen, dass er den Minister richtig informiert habe. Darauf soll Wichert bisher keine Antwort erhalten haben. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf das Umfeld der beiden Spitzenbeamten, die Zeitung nennt keine Quelle.
Das Ministerium äußerte sich dazu nicht und verwies darauf, dass dies im Untersuchungsausschuss des Bundestages geklärt werde.
- Datum 12.12.2009 - 16:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Da wird gelogen und taktiert, andere geopfert, das Parlament betrogen - macht nix, sitzen wir aus, gelle Frau Merkel?
Am witzigsten ist die angebliche Aufforderung, "die Kanzlerin Merkel solle endlich zur Aufklärung der Vorfälle in Kundus beitragen."
Man koennte auch Herrn Roesler auffordern, eine bezahlbare und soziale Gesundheitsversorgung zu schaffen.
...Da wurden Entschlüße gefasst und and die Oberste Heeresleitung gegeben, in Befehlsform gebracht und ins Feld verschickt. Dort machte man und begann Talibans gezielt zu töten, sofern man das aus der Ferne und mit anderer Armeen Waffen konnte. Das war ein Übergriff der Regierung, die tat, was nur ein anderes Verfassungsorgan tun darf. Das wurde verständlicher Weise vor der Wahl vertuscht.
Nun, da wir das wissen, was Sache war, ist doch alles verständlich, finde ich. Nun braucht es nur noch die Aufzeichnungen der Gespräche zwischen Merkel, Steinmeier und Jung. Ob nun Guttenberg da zu forsch war oder lediglich seine Chefin schützen wollte ist nur ein Nebenplatz und an sich es nicht wert in diesem Moment bereits besprochen zu werden.
...Da wurden Entschlüße gefasst und and die Oberste Heeresleitung gegeben, in Befehlsform gebracht und ins Feld verschickt. Dort machte man und begann Talibans gezielt zu töten, sofern man das aus der Ferne und mit anderer Armeen Waffen konnte. Das war ein Übergriff der Regierung, die tat, was nur ein anderes Verfassungsorgan tun darf. Das wurde verständlicher Weise vor der Wahl vertuscht.
Nun, da wir das wissen, was Sache war, ist doch alles verständlich, finde ich. Nun braucht es nur noch die Aufzeichnungen der Gespräche zwischen Merkel, Steinmeier und Jung. Ob nun Guttenberg da zu forsch war oder lediglich seine Chefin schützen wollte ist nur ein Nebenplatz und an sich es nicht wert in diesem Moment bereits besprochen zu werden.
Fall noch jemand Zweifel hat: Alles, was hier passiert, folgt der gnadenlosen Logik des Krieges. Er läßt sich keine rechtstaatlichen und bürokratischen Ketten anlegen, das hat er nie und wird er nie. Eher bringen sie einen Panther dazu Smoking zu tragen, mit Messer und Gabel zu essen und Rilke Gedichte aufzusagen.
Die "Salamitaktik" erstaunt mich nicht sonderlich. Sollte es sich bewahrheiten, dass der Bombenangriff aus Sicht von Herrn Klein als Hinrichtung geplant war und er zivile Opfer billigend in Kauf nahm, sollte er sich in Den Haag verantworten, da man hier dann wohl von einem Kriegsverbrechen ausgehen kann. Das das Folgen auch für die politische Klasse in der Bundesrepublik hat, kann sich jeder selbst ausmalen. Natürlich windet man sich jetzt - in der Hoffnung, es kommt wenigstens nicht alles ans Licht. Bereits jetzt handelt es sich wohl um einen Angriff, der unangemessen war - man hätte das anders lösen können, wenn man denn gewollt hätte.
Da Sie so kluge Kommentare von sich geben,sollten Sie vielleicht mal zum Ausdruck bringen wie sie es gelöst hätten??
Ich denke Sie wären vielleicht einer der ersten gewesen,der den Kopf von Oberst Klein gefordert hätte,wenn unsere Soldaten Opfer geworden wären und der Oberst hätte keine Bombardierung angefordert.
Wie heute in den Zeitungen nachzulesen ist,befanden sich 60-80 Taliban einschließlich ihrer Kommandeure bei den Tanklastzügen.Jeder vernünftige Zivilist hält sich besonders zu nachtschlafender Zeit von diesen Verbrechern fern und schleppt nicht noch seine Kinder zu mit Treibstoff gefüllten Tanklastzügen mit.Soweit ich informiert bin,ist es der Auftrag der Soldaten,gleich welcher Nation,diese(Taliban) zu bekämpfen. Opfer sind dabei leider nicht vermeidbar. Andere Staaten bezeichnen das "großzügig" als Kollateralschaden (ist ironisch aufzufassen)und fast niemand zerreist sich darüber das"Maul"!
Tote sind immer bedauerlich,aber bei eigenem Verschulden darf es keine Entschädigung geben! Egal,wie leid einem die Hinterbliebenen tun.
Oberst Klein hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und darf nicht dafür bestraft werden!Wir sollten hinter unseren Soldaten stehen,anstatt sie zu verurteilen!
Die Medien sollen sich endlich aus dieser Sache heraushalten und die Soldaten ihren Job,bei dem es auch Fehlentscheidungen geben kann,machen lassen. Aus der Ferne kann man gut schreien und sie als Kommentator, sollten sich vielleicht intensiv mit der dortigen Situation befassen.
Da Sie so kluge Kommentare von sich geben,sollten Sie vielleicht mal zum Ausdruck bringen wie sie es gelöst hätten??
Ich denke Sie wären vielleicht einer der ersten gewesen,der den Kopf von Oberst Klein gefordert hätte,wenn unsere Soldaten Opfer geworden wären und der Oberst hätte keine Bombardierung angefordert.
Wie heute in den Zeitungen nachzulesen ist,befanden sich 60-80 Taliban einschließlich ihrer Kommandeure bei den Tanklastzügen.Jeder vernünftige Zivilist hält sich besonders zu nachtschlafender Zeit von diesen Verbrechern fern und schleppt nicht noch seine Kinder zu mit Treibstoff gefüllten Tanklastzügen mit.Soweit ich informiert bin,ist es der Auftrag der Soldaten,gleich welcher Nation,diese(Taliban) zu bekämpfen. Opfer sind dabei leider nicht vermeidbar. Andere Staaten bezeichnen das "großzügig" als Kollateralschaden (ist ironisch aufzufassen)und fast niemand zerreist sich darüber das"Maul"!
Tote sind immer bedauerlich,aber bei eigenem Verschulden darf es keine Entschädigung geben! Egal,wie leid einem die Hinterbliebenen tun.
Oberst Klein hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und darf nicht dafür bestraft werden!Wir sollten hinter unseren Soldaten stehen,anstatt sie zu verurteilen!
Die Medien sollen sich endlich aus dieser Sache heraushalten und die Soldaten ihren Job,bei dem es auch Fehlentscheidungen geben kann,machen lassen. Aus der Ferne kann man gut schreien und sie als Kommentator, sollten sich vielleicht intensiv mit der dortigen Situation befassen.
Ich poste mal schnell, damit ich fertig bin, bevor die KT-Fanfraktion zuschlägt und wieder Fragen stellt oder Weisheiten absondert wie: was haben Kinder nachts im Bett - äh Flussbett - zu suchen, wo gehobelt wird, da fallen Späne, Dresden war auch nicht o.k., warum zahlen die Taliban keine Entschädigung, Oberst K. musste in Sekundenschnelle (7 Stunden * 60 min * 60 sek = 25.200) handeln, es waren ja nur so kleine Bomben, Taliban sind doof und tragen so komische Bärte, da wird man doch wohl mal ein paar Bomben ... usw. usw.
Ich finde es genial, wie der Politikdarsteller aus Ober-/Unter-/Mittelfranken sturmreif geschossen (sic) wird. Nichts gegen den Mann persönlich, aber zu viel ist nun einmal zu viel (oder heißt es hier zu wenig ist zu wenig?)
Ich freue mich auf die Bekanntgabe des neuen BMV, des zwölfjährigen Kevin D. aus B. bei K., dessen Kompetenz für sein neues Amt darin liegt, dass er aus Ober-/Unter .... (Sie wissen schon) stammt und schon im Kindergarten gern mit einer Wasserpistole gespielt hat.
Also ich will jetzt Neuwahlen. Dann ist das Thema wenigstens von Relevanz, für die Wählerstimmen.
Sollte also ein Strategiewechsel vorgelegen haben, bzw. auch nur einmalig, ist das dem Feind unbedingt kund zu tun. Der muss sich schließlich drauf einstellen können.
Aber gut machen wir weiter beim Spiel: Wer ist der moralisch Beste im ganzen Land. Die Grünen vermutlich. Die haben das zwar angeordnet, aber sich nicht weiter die Hände schmutzig gemacht. Haben sie dann moralischerweise anderen überlassen. Die SPD: Macht Boden gut, durch unerschrockene mutige Fragearbeit. Die Linke? Will ja immerhin aufhören, nicht so schnell wie vor der Wahl, aber immerhin.
Alles wiedersprüchlich deswegen, da kein moralischer Sieger: Neuwahlen. Mal sehen was ein eventueller Verteidigungsminister der Linken denn macht, gibt es mal was zu verteidigen, bis er zum Abzug bereit ist.
nicht eigendlich und letztendlich die Bundeskanzlerin verantwortlich ?
Solche eventuelle neuen Grundsatzentscheidungen,nun Talibanhäuptlinge zu jagen, können doch nicht ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung getroffen worden sein?!
Sie war doch auch Chefin der vorherigen Regierung !
Nachdem das Desaster passiert war,hat sie nicht sofort und umfassend alle verfügbaren Informationen bekommen?
Vielleicht war die K. ja sofort so stark am Dampfen, daß man sofort erkannte, daß "kleine" Bauernopfer sowieso nicht mehr helfen würden ?
Das würde den schnellen Rausschmiß von Hern Schneiderhan, dem Staatssekretär und Minister Jung immerhin erklären.
Da ist der "Bauernschutzwall" vor Frau Merkel jetzt aber
immerhin schon ganz schön dünn geworden !
Da fallen mir nur noch der Verteidigungsminister und der jetzige Innenminister ein.
also bei diesem Diskussionsgezetere: wer darf was und wann
und wie machen, gibt es nur eines: RAUS AUS DIESEM LAND, warum sollen wir MILLIARDEN blechen damit EINIGE Krieg
spielen koennen, wo bleibt eigentlich das Statement von HERRN JUNG ? ich bin gespannt wie's weitergehen wird !
.
zu Entlassung von Schneiderhan und Wichert stimmen, kann er morgen gehen!
Wie kann man nur so dumm sein?
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