NahostkonfliktIsrael baut 700 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem

Für die Westbank hat Israel einen zehnmonatigen Baustopp verfügt. Im arabischen Ostteil von Jerusalem aber treibt die Regierung ihre umstrittene Siedlungspolitik voran.

Die geteilte Stadt: Links die jüdische Siedlung Pisgat Zeev, rechts das palästinensische Viertel Anata im Osten Jerusalems

Die geteilte Stadt: Links die jüdische Siedlung Pisgat Zeev, rechts das palästinensische Viertel Anata im Osten Jerusalems  |  © Ahmad Gharabli/AFP/Getty Images

Das israelische Wohnungsbauministerium hat mitgeteilt, es habe den Bau von rund 700 Wohnungen im arabischen Ostteil Jerusalems ausgeschrieben. Konkret sollen 198 Wohnungen in Pisgat Seev, 377 in Neve Jaakov und 117 in Har Homa entstehen.

Israelische Bautätigkeiten in Ost-Jerusalem sind sehr umstritten, weil die Palästinenser dort die Hauptstadt ihres künftigen eigenen Staates errichten wollen. Israel beansprucht ganz Jerusalem als "ewige, unteilbare Hauptstadt", einschließlich des 1967 eroberten und später annektierten Ostteils. Dieser Anspruch wird jedoch von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt.

Anzeige

Das US-Präsidialamt wandte sich gegen die israelischen Absichten. "Die USA sind gegen die neuen Bauten in Ost-Jerusalem", sagte Sprecher Robert Gibbs in Washington.

Ende November hatte die israelische Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen auf zehn Monate befristeten Baustopp in den Palästinensergebieten verfügt. Ost-Jerusalem war jedoch davon ausdrücklich ausgeschlossen, ebenso 3000 bereits genehmigte Wohneinheiten sowie öffentliche Bauten wie Schulen, Kindergärten und Synagogen. Der israelische Regierungssprecher David Baker unterstrich nun noch einmal: "Wir unterscheiden zwischen dem Westjordanland und Jerusalem. Jerusalem ist unsere Hauptstadt und wird es auch bleiben." Der Fatah-Politiker Hatem Abdel Kader verurteilte die Entscheidung und sagte dem israelischen Online-Dienst ynet, die israelische Regierung wolle den Friedensprozess zerstören.

ynet berichtete überdies unter Berufung auf Regierungskreise in Jerusalem, Israel habe die USA vor der Veröffentlichung über die neuen Baupläne in Ost-Jerusalem informiert. Man habe die neuen Pläne absichtlich zwischen Weihnachten und Neujahr veröffentlicht, weil ranghohe Regierungsvertreter in den USA und der Europäischen Union in der Zeit meist Urlaub hätten, hieß es.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. zu Kreuze kriechen. Widerlich.
    Aber da ist ja immer noch China. Da kann man sich so schööön aufregen!

  2. zu sagen bzw. zu fordern:
    1. keinerlei Militärhilfe mehr für den Judenstaat
    2. keinerlei Finanzhilfe mehr für das künstliche Gebilde am östlichen Rand des Mittelmeeres
    3. Aufgabe der Maxime von der besonderen Verantwortung Deutschlands für diese [Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
    4. Einstellen jeglicher Finanzhilfe für jüdische Organisationen in Deutschland, die diesem mörderischen Treiben das Wort reden
    5. Abwahl jeglicher Politiker in Deutschland, die hierzu jetzt noch schweigen
    Kuni

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...künstliches Gebilde...Rassisten und Kriegstreiber...hmmm...dieses Gewäsch kommt einem doch seltsam bekannt vor...

    • Midway
    • 28. Dezember 2009 15:09 Uhr

    Eigentlich halte ich von Israel überhaupt nichts.
    Aber Ihr Kommentar ist einfach nur widerlich!

  3. ...künstliches Gebilde...Rassisten und Kriegstreiber...hmmm...dieses Gewäsch kommt einem doch seltsam bekannt vor...

    Antwort auf "Dazu ist nur ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    man sollte es nur nicht hier schreiben, sondern auf die Mauer, die oben im Bild zu sehen ist ...
    und auf die Grabsteine der palestinänsischen Kinder, die in Kürze wieder im Feuer der Phosphorbombem verbrennen.
    Kuni

  4. man sollte es nur nicht hier schreiben, sondern auf die Mauer, die oben im Bild zu sehen ist ...
    und auf die Grabsteine der palestinänsischen Kinder, die in Kürze wieder im Feuer der Phosphorbombem verbrennen.
    Kuni

    Antwort auf "Hmmm..."
  5. Wenn Ost- und West-Zonies über den Ostjerusalem und die Westbank schwadronierenkann die Ironie nur durch die URARABISCHE Wohnviertel Pisgat Ze'ev, Neve Yaakov und Har Homa gesteigert werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Da hat Babelfish wohl wieder mal ganze Arbeit geleistet. Oder ist das "Zonie"-Sprache?

    • zd
    • 28. Dezember 2009 14:16 Uhr

    versuchen sie hier wieder antisemitismus als berechtige kritik an israel zu verkaufen?

    1. dann wird deutschland bzw. europa weder israelische drohnen noch antipanzerraketen bekommen. in beiden sachen ist israel weltspitze. dazu kommt die geheimdienstliche zusammenarbeit, spezialkraefteausbildungen in israel usw. was sie haben keine ahnung davon? keine angst, denn sie sind nicht alleine.

    2. eigentor
    3. eigentor
    4. eigentor
    5. infantil

    ----------

    es erfreut mich immer wieder zu sehen, wie 300 wohneinheiten menschen auf die palme bringen, die die massenmorde und besatzung in china, sri lanka, sudan usw. schweigend hinnehmen. noch witziger ist natuerlich, dass diese leute meistens auch keine ahnung haben, was ich mit china, sri lanka und sudan meine. es waere so langweilig ohne diesen juden auf der welt.

    • chief
    • 28. Dezember 2009 14:51 Uhr

    Das ist einfach typisch, kaum übt man in Deutschland kritik
    über den Israelischen Staat [Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as], schon wird man als Antisemit beschimpft.

    Die Menschen in Palestina können Ihre grundbedürfnisse nicht decken, Sie sind von der außen welt abgeschottet
    und keiner Unternimmt dagegen etwas.
    Und wenn dann ist derjenige Antisemit!

    Es ist doch kein wunder das dieses Konflikt unlösbar ist
    wenn eine Seite keinerlei Kritik annimmt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Die Menschen in Palestina können Ihre grundbedürfnisse nicht decken,"

    Ihre Sprengstoff-, Waffen- und Munitionsbedürfnisse können sie aber jedenfalls sehr gut befriedigen. Eine Patrone für eine Kalaschnikov kostet in den palästinensischen Gebieten etwa so viel wie ein Apfel -- aber für Äpfel ist angeblich nicht genug Geld da. Das gibt Ihnen aber offenbar so ganz und gar nichts zu denken -- Hauptsache, gegen Israel.

    "und keiner Unternimmt dagegen etwas."

    Solange die Palästinenser nichts dagegen unternehmen, ist jedwede Bemühung von Dritten nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv.

  6. menschen auf die palme bringen, die die massenmorde und besatzung in china ...
    Dazu schweige ich nicht sondern drücke mich an anderer Stelle sehr deutlich aus ... was dann jedoch einige Chinesen gegen mich aufbringt, Zí yóu z.B.

    ... dann wird deutschland bzw. europa weder israelische drohnen noch antipanzerraketen bekommen
    LOL aber sehr laut! Sie sind doch wohl nicht allen Ernstes der Überzeugung, dass die Ausrüstung der Bundeswehr von einem Staat geliefert wird, dem die Deutschen auf Grund der jüngeren Vergangenheit zutiefst verhasst sind?
    Kennen Sie die Bewaffnung der guten alten AlphaJets? Nein? Wieder LOL. Leopard II? Fregatten? U-Boote? Rheinmetall? usw ... Aber gut sind sie schon, die Isrealis, keine Frage.
    Und meine Einwände richten sich nicht an die Menschen in Israel, die das sicher alles satt haben, sondern an ehemalige moldawische Türsteher und erzreaktionären Lockenträger, die aus einem alten Buch Rechte ableiten und, wie in e.d. Buch beschrieben, Vertreibung, Mord, Gettoisierung und damit einhergehend permanente Freiheitsberaubung in Tateinheit mit der Verletzung etlicher Menschenrechte rechtfertigen.
    Nein, SIE mich nicht, nicht SO
    Kuni

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service