Ausschreitungen in Iran Obama sieht in Teheran ein Regime der Tyrannei

Etliche Tote, Hunderte Verhaftungen in Iran: US-Präsident Obama hat das Regime in Iran harsch kritisiert. Den regimekritischen Demonstranten versprach er Unterstützung.

Der US-Präsident wirft dem iranischen Regime Tyrannei vor – es gehe mit "eiserner Faust der Brutalität" gegen seine Landsleute vor. Von seinem Urlaub auf Hawaii aus kritisierte Barack Obama das Vorgehen der Sicherheitskräfte am Wochenende

Der US-Präsident wirft dem iranischen Regime Tyrannei vor – es gehe mit "eiserner Faust der Brutalität" gegen seine Landsleute vor. Von seinem Urlaub auf Hawaii aus kritisierte Barack Obama das Vorgehen der Sicherheitskräfte am Wochenende

US-Präsident Barack Obama hat klare Worte für das brutale Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen die Opposition am Wochenende gefunden. Unschuldige iranische Bürger würden gewaltsam unterdrückt, sagte er. Dabei versuchten die Iraner lediglich, ihre Grundrechte auszuüben. "Jedes Mal, wenn sie das getan haben, traf sie die eiserne Faust der Brutalität, sogar während feierlicher Anlässe und an heiligen Tagen." Obama sagte weiter, "die Entscheidung der iranischen Führung, durch Angst und Tyrannei zu herrschen, wird nicht dazu führen, die Hoffnungen (der Bürger) zu vertreiben." Der US-Präsident sicherte den regimekritischen Demonstranten seine volle Unterstützung zu.

Wie Millionen Iraner können wir nicht glauben, dass diese Verbrechen zum Ashura-Fest begangen wurden.

Irans ehemaliger Präsidenten Mohammed Chatami

Bei den jüngsten Protesten gegen die Regierung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad waren mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Oppositionskreise sprachen zwischenzeitlich von bis zu 15 Toten. Die Polizei hat mittlerweile eine Obduktion von fünf der acht Todesopfer angeordnet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Irna.

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Auch Leichnam von Mussawis Neffen wird obduziert

Unter den Obduzierten soll auch die Leiche des am Wochenende getöteten Neffen des Oppositionsführers Mir Hussein Mussawi sein. Am Montag hatte es noch geheißen, der Leichnam sei verschwunden. Beobachter vermuteten, dass die Behörden dadurch eine Trauerfeier verhindern wollten, bei der mit neuen Protesten hätte gerechnet werden müssen.

Die Opposition beschuldigt die Sicherheitskräfte Ahmadineschads, Ali Mussawi durch einen gezielten Schuss getötet zu haben. Die Polizei hingegen dementierte erneut, am Sonntag Schusswaffen gegen Demonstranten eingesetzt zu haben.

Die Demonstranten hatten das schiitische Ashura-Fest am Wochenende zu ihren Protesten gegen das Regime des erzkonservativen Präsidenten genutzt und waren zu Tausenden im ganzen Land auf die Straßen gegangen. Es waren die größten Demonstrationen seit Ahmadineschads umstrittener Wiederwahl im Sommer dieses Jahres. Laut der oppositionellen Webseite Jaras wurden am Sonntag allein in Isfahan 500 Menschen festgenommen, darunter auch der Bruder und zwei Neffen des ehemaligen Innenministers Abdullah Nuri. Nach Angaben der Polizei wurden am Wochenende lediglich 300 Demonstranten festgenommen.

Verhaftungswelle löst landesweit Kritik aus

Nach der Verhaftungswelle soll das Regime später direkt gegen die Oppositionsführer vorgegangen sein. Die Sender BBC und CNN berichteten, dass mehrere Berater Mussawis verhaftet worden seien. Der US-Sender CNN berief sich dabei unter anderem auf die regimekritische Webseite NoroozNews.

Nach Berichten eines anderen Nachrichtenportals der Opposition wurde auch der Führer der oppositionellen Freiheitsbewegung (FMI), Ebrahim Jasdi, festgenommen. Er war in der Anfangsphase der islamischen Revolution von 1979 Außenminister und führte später jahrzehntelang die illegale, aber tolerierte säkulare Freiheitsbewegung an.

Oppositionelle und gemäßigte Kräfte in Iran sind entsetzt über das harte Vorgehen gegen die Widerständler – zumal das Regime an einem heiligen Feiertag brutal gegen die eigenen Landsleute vorging. Die vom ehemaligen reformorientierten Präsidenten Mohammed Chatami geführte Klerusgemeinschaft MRM wurde mit den Worten zitiert: "Wie Millionen Iraner können wir nicht glauben, dass diese Verbrechen zum Ashura-Fest begangen wurden."

Auch der Oppositionspolitiker Mehdi Karrubi kritisierte den harten Polizeieinsatz und erklärte, selbst der Schah habe das Ashura-Fest respektiert. Laut oppositionellen Webseiten wurden Karrubi und seine Familie am Montagabend im Osten Teherans von Anhängern Ahmadinedschads angegriffen. Passanten seien ihnen zu Hilfe gekommen, die Angreifer seien dann geflüchtet.
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines völkerrechtlich anerkannten Staates auffassen.

    Und das von einem Land, das die Enteignung, Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser nicht weiter erwähnenswert findet.

  2. Wurde aber auch Zeit fuer Obama , sich direkt in die inneren Angelegenheiten des Iran einzumischen , endlich den Macho raushaengen lassen.
    Jetzt ist es also amtlich , der vermeintlich maechtigste Mann der Welt hat also festgestellt , dass er in Iran eine Tyrranei sieht ; welch eine Ironie.
    Als Praesident Khatami , der vom Westen in aller Form hofiert wurde und in aller Munde war , auf Druck der Weltbeherrschenden , die Urananreicherung einstellte und auf weiteren Druck , das Zusatzprotokoll unterschrieb , wurde der Iran von Bush Junior flugs in die ACHSE des Boesen , ' befoerdert . Man muss sagen , dass die Welt von Narren regiert wird , die nie etwas dazulernen wollen.

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    Hat die Islamische Republik Iran Israel nicht den Holocaust angedroht?
    Bush hat den Iran richtig eingeschätzt und bezog dafür Prügel. Obama hat es nun auch gemerkt, aber der wird ja wie immer von unseren Medien mit Samthandschuhen angefasst.

    Hat die Islamische Republik Iran Israel nicht den Holocaust angedroht?
    Bush hat den Iran richtig eingeschätzt und bezog dafür Prügel. Obama hat es nun auch gemerkt, aber der wird ja wie immer von unseren Medien mit Samthandschuhen angefasst.

  3. Hat die Islamische Republik Iran Israel nicht den Holocaust angedroht?
    Bush hat den Iran richtig eingeschätzt und bezog dafür Prügel. Obama hat es nun auch gemerkt, aber der wird ja wie immer von unseren Medien mit Samthandschuhen angefasst.

    Antwort auf "SCHWARZ auf WEISS !"
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    Sie haben völlig Recht.

    Sie haben völlig Recht.

    • KHJ
    • 29.12.2009 um 11:00 Uhr

    Kanzlerin Merkel versucht bei ihrer Stellungnahme sich mit obligatorischen Floskeln Respekt zu verschaffen. Das reicht nicht aus, um glaubhaft zu machen, dass sie das islamistische Mullahregime in seine Schranken zu weisen. Mit wirtschaftlichen Sanktionen wäre ein Anfang gemacht.

    Dass Vorgestern am heiligsten Feiertag - Ashura - der Schiiten Mordaufträge vom Mullahregime befohlen worden sind, lässt für immer mehr Iraner das Fass zum überlaufen bringen. Die Wut und der Hass gegen den ehemaligen Folterer und jetzigen Präsident M.Ahmadineschad scheint immer größer zu werden. Das wiederum stellt ihm auf die gleiche Stufe von Schah Reza Pahlavi, der sein Volk auch mit Gewalt so unterdrückte.

    Präsident Ahmadinedschad ist aber noch schlimmer. Sein islamisch-religiöser Wahn, seinen Hass gegen Israel und seine Verachtung gegen den Westen. Und sei es nur, dass David Beckham kurze Hosen trägt. Dieser Präsident und Diktator sollte samt Mullahregime schnellstmöglich von Ihren Thron gestürzt werden!

    Auch die "Iran-Expertin" Katajun Amipur meldete sich zu Wort.
    Sie schaffte es in gut 3 1/2 Minuten keinmal den politisch-verantwortlichen Präsident M.Ahmadinedschad in den Mund zu nehmen, vom Mullahregime kaum zu schweigen. Eine Leistung der besonderen Art. Das wäre ungefähr so, als würde bei der neuen Deutschen Regierungsbildung keinmal der Name von Angela Merkel genannt werden.

    "Aus Trauerprozession...."
    http://www07.wdr.de/radio...

    KHJ aus Köln

  4. Hier kann man sehr genau die Vorgehesnweise der CIA bei den Iran-Wahlen studieren . Zwar etwas langwierig , jedoch meiner Meinung nach eine Pflichtlekture , fuer jeden der Lust hat......

    http://www.zeit-fragen.ch...

    • tower
    • 29.12.2009 um 14:23 Uhr

    Natürlich erwarten gewisse Kreise eine Verurteilung dieser blutigen Demos im Iran,die brutale Vorgehensweise der dortigen Machthaber ist und muss weltweit verurteilt werden.Allerdings sollte auch Obama mit gleicher Elle messen,denn gewaltsame Demos werden auch in den USA gewaltsam beendet,von den Ländern die den Schutz der USA geniessen,wie Saudi Arabien und viele andere mehr wo sofort offen auf Demonstranten geschossen wird wollen wir garnicht erst reden.
    an country boy, der Iran hat Israel nicht den Holocaust angedroht,dieser Spruch wird auch dadurch nicht wahr ,wenn er immer mal wiederholt wird,im Gegenteil er dient den Kriegstreibern zum Vernebeln ihrer Ziele.

  5. Der Westen muss gegenüber diese Diktatur, die zurzeit die Opposition und das iranische Volk terrorisiert Einigkeit zeigen. Das Regime muss isoliert werden. Das ist die Beste Unterstützung, um diese faschistische Diktatur unter Druck zu setzen. Dieses Regime ist nicht mehr handlungsfähig und versucht mit Gewalt (Folter und Mord) und Angst die iranische Bevölkerung ein zuschüchtern. Alles vergeblich. Gleichzeitig wird die westliche Meinungsfreiheit ausgenutzt, um islamistische und totalitäre Propaganda auch im Westen und gegen die Opposition zu verbreiten. Ebenso vergeblich. Die Angst geht durch Ihre Reihen.
    Nieder mit der Diktatur.

  6. Hier eine interessante Studie, die zeigt wie die Wahlen im Sommer 2009 gezielt gefälscht wurden:

    http://www-personal.umich...

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