Rüstungsexport Deutsche U-Boote weltweit begehrt
Trotz jahrelanger Kritik bleibt Deutschland einer der weltweit größten Waffenexporteure. Ein echter Verkaufsschlager sind U-Boote made in Germany.
© Ingo Wagner/dpa

Seit 1960 haben deutsche Hersteller 117 nicht-nukleare U-Boote ins Ausland verkauft - und sind damit Weltmarktführer
Kirchenvertreter haben die hohen deutschen Rüstungsexporte kritisiert. Deutschland bleibe auf Platz drei der Rüstungsexporteure - nach den USA und Russland. Trotz der Proteste der letzten Jahre genehmigte die Bundesregierung 2008 Einzelausfuhrgenehmigungen im Wert von 5,78 Milliarden Euro - zwei Milliarden mehr noch als im Vorjahr.
"Wir sind enttäuscht und unzufrieden", sagte Karl Jüsten, der katholische Vorsitzende der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), bei der Vorstellung des Rüstungsexportberichtes 2009 in Berlin. Trotz der hohen Erwartungen an den neuen Koalitionsvertrag sei dieser vorrangig an "außenwirtschaftlichen und industriepolitischen Gesichtspunkten" interessiert. Er helfe sogar dabei, Wettbewerbshindernisse für deutsche Rüstungshersteller aufzuheben.
Bernhard Felmberg, der evangelische GKKE-Vorsitzende, zeigte sich besorgt, dass große Lieferungen auch an instabile Entwicklungsländer wie Pakistan, Angola, Ruanda und Afghanistan erfolgten. Der Verbleib der gelieferten Waffen könne oft nicht gesichert werden. "Dies zeigt das Beispiel der auf dem afghanischen und pakistanischen Schwarzmarkt gehandelten Waffen deutscher Herkunft", sagte Felmberg. Frühere Lizenzen an ehemalige Unrechtsregime holten die Politik ein.
"Man braucht sich nur aktuelle Fotos von Kämpfern in Pakistan anzusehen und entdeckt gleich das klassische deutsche G-3-Gewehr im Einsatz", hieß es auf der Konferenz. Auch die beiden Rüstungskonzerne Daimler und Rheinmetall müssten sich heute vor einem US-Gericht anklagen lassen, da sie das Apartheid-Regime in Südafrika in den 1980er Jahren mit Nato-Geschützsystemen belieferten.
Bernhard Moltmann, Vorsitzender der GKKE-Fachgruppe Rüstungsexporte, kritisierte, dass die öffentliche Kritik am U-Boot-Geschäft mit Pakistan und an der staatlichen Ausfallbürgschaft für diese Lieferung keine Wirkung gezeigt habe. Gerade U-Boote aus Deutschland seien sehr begehrt. "Von den 36 Staaten, die weltweit über nicht-nukleare U-Boote verfügen, hat mehr als die Hälfte U-Boote deutscher Herkunft im Einsatz", sagte Moltmann, "Die Geschäfte laufen also." Die Kieler Werft HDW sei bis 2017 ausgebucht. Interesse an deutschen Lieferungen hätten unter anderem die Türkei, Pakistan, Israel, Südkorea, Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Bundesregierung war zuletzt in die Kritik geraten für die Subventionen an U-Boot-Lieferungen nach Israel im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Diese Subventionierungen kommen allerdings im offiziellen Bericht der Bundesregierung nicht vor. Eine mögliche Verschleierungstaktik wäre, dass Deutschland in Dreicksgeschäften mit den USA eingebunden sei: "Es könnte sein, dass Käufe, die Deutschland in den USA tätigt, dann mit Mitteln bezahlt werden, die eigentlich aus israelischen Rüstungskäufen entstanden sind", sagte Moltmann.
Die Kirchen fordern einen stärkeren Einfluss des Bundestages bei Export-Entscheidungen und eine Bekämpfung der Korruption bei Rüstungsgeschäften. Auch eine zeitnahe Berichterstattung wurde angemahnt: Der offizielle Bericht der Bundesregierung über die Rüstungsexportgenehmigungen im Jahr 2008 liegt noch nicht vor. Die Kirchen berufen sich auf Daten, die Deutschland der EU in Brüssel übermittelt habe. Dem Arbeitsverbund GKKE gehören der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und, für die katholische Seite, die Deutsche Kommission Justitia et Pax an.
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Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels wurden die Vereinigten Arabischen Emirate irrtümlich als "Vereinigte Amerikanische Emirate" bezeichnet.
- Datum 14.12.2009 - 22:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Vielleicht könnten die Kirchen der CDU/CSU aufgrund ihres täglichen Handelns das christliche Etikett wegnehmen? Oder sich vielleicht die eigene Bedeutungslosigkeit eingestehen und sich offiziell auflösen.
Ich denke, hier wird ein Aspekt vergessen, nämlich das Wirken der verkauften Waffen. Während die in Deutschland gebauten U-Boote wohl kaum in Kriegen eingesetzt werden (müsste man halt mal die Zahlen recherchieren, mir ist jedenfalls kein dt. U-Boot bekannt, dass z.B. im Dienste Israels ein Schiff versenkt hätte) und somit zwar Waffen sind, die eingesetzt werden können, aber bislang kaum Opfer forderten.
Sie sind so begehrt, weil dt. Innovationen in diesem Bereich führend sind, das gilt vorallem für die Antriebe der neuesten Generation von Booten.
Richtig wäre es die exportierten Waffen zu nennen und zu brandmarken, die auch Exportschlager sind, aber weitaus gefährlicher sind, da oft zum Kampf eingesetzt.
Dies gilt für Antipersonenminen wie für Exportversionen der Sturmgewehre etc.
Die U-Boote, eine wahre Meisterleistung, sind zudem auch wichtig für den Bestand der bauenden Werften, z.b. in Kiel..
und sicher ist wohl auch, dass kaum ein Rüstungsgeschäft transparent ist, bzw. es dort keine Züge von Korruption gibt...
Ich gebe ihnen Recht, dass es natürlich in der Wirkung einen grossen Unterschied macht, ob man fuer ein paar Hundertmillionen Euro U-Boote oder Handfeuerwaffen oder gar Landminen verkauft.
Die Argumente "technische Meisterleistung" und "wichtig für den Standort" werden zumindest die Hersteller der Sturmgewehre allerdings genauso anführen.
Ich gebe ihnen Recht, dass es natürlich in der Wirkung einen grossen Unterschied macht, ob man fuer ein paar Hundertmillionen Euro U-Boote oder Handfeuerwaffen oder gar Landminen verkauft.
Die Argumente "technische Meisterleistung" und "wichtig für den Standort" werden zumindest die Hersteller der Sturmgewehre allerdings genauso anführen.
...schenken wir auch gerne mal an Israel,
oder subventionieren diese zur Hälfte -
nebst der Vorrichtung zur Bestückung
mit Atomwaffen.
Aber so ist das wohl.
"Deutschland bleibe auf Platz drei der Rüstungsexporteure - nach den USA und Russland." - Naja, aber wieviel Rüstungsgeschäfte laufen schon unter Kenntnis der Öffentlichkeit ab? Sind wir doch ehrlich und gestehen uns ein, dass wir in dieser Hinsicht sicher nur einen winzigen Teil aller Geschäfte erzählt bekommen und somit solche Statistiken ganz sicher ganz einfach keine Aussagekraft haben. Also bitte alle mal wieder beruhigen, nachdem wir uns pflichtschuldigst über diese Meldung aufgeregt haben.
"Trotz der hohen Erwartungen an den neuen Koalitionsvertrag sei dieser vorrangig an "außenwirtschaftlichen und industriepolitischen Gesichtspunkten" interessiert. Er helfe sogar dabei, Wettbewerbshindernisse für deutsche Rüstungshersteller aufzuheben." - Ja so was aber auch, eine Unverschämtheit ist das! Unsere Regierung sollte in Zukunft mehr Wettbewerbshemmnisse für deutsche Firmen aufbauen! Das ist ja wohl das mindeste, was man fordern kann. Ich bin für Exportzölle auf Autos, Maschinen und Anlagen sowie Bier und alle anderen Produkte aus Deutschland, die man im Ausland schätzt.
[/ironie]
Ja die Kirchen der Hort der Moral, Konkordat mit den Nazis und Hitler abgschlossen damit der Staat die Kirchensteuer eintreibt bis heute noch praktischerweise laufend. Auf den Koppelschlössern Gott mit Uns und Pfarrer und Pastoren die die Soldaten segneten...
Vereinigten Amerikanischen Emirate?
tatsächlich oben geschehen
tatsächlich oben geschehen
tatsächlich oben geschehen
Ich gebe ihnen Recht, dass es natürlich in der Wirkung einen grossen Unterschied macht, ob man fuer ein paar Hundertmillionen Euro U-Boote oder Handfeuerwaffen oder gar Landminen verkauft.
Die Argumente "technische Meisterleistung" und "wichtig für den Standort" werden zumindest die Hersteller der Sturmgewehre allerdings genauso anführen.
Sicher, zumindest für den Standort, auch wenn es ja Lizenzen für den Nachbau von Handfeuerwaffen gibt..
Das mit der technischen Leistung ist da doch etwas differenzierter, denn die verwendete Technik ist sehr komplex und auch für die zivile Nutzung interessant, gemeint ist der Brennstoffzellenantrieb der neuen 212 Klasse.
Leider ist ja oft die militärische Nutzung Wegbereiter für zivile Nutzer...
Zudem werden solche Boote z.B. nach Italien verkauft und haben in der Anwendung auch aufklärende Aufgaben. Ferner ist der Verkauf bzw. der Wechsel solcher Waffensysteme nicht mit dem Handel eines Sturmgewehres zu vergleichen, dies gilt insbesondere für den Weiterverkauf. Ich denke da z.b. an massenhaft noch existierende Wehrmachtswaffen wie Karabiner und co, die leider immer noch ihren "Dienst" versehen...
Sicher, zumindest für den Standort, auch wenn es ja Lizenzen für den Nachbau von Handfeuerwaffen gibt..
Das mit der technischen Leistung ist da doch etwas differenzierter, denn die verwendete Technik ist sehr komplex und auch für die zivile Nutzung interessant, gemeint ist der Brennstoffzellenantrieb der neuen 212 Klasse.
Leider ist ja oft die militärische Nutzung Wegbereiter für zivile Nutzer...
Zudem werden solche Boote z.B. nach Italien verkauft und haben in der Anwendung auch aufklärende Aufgaben. Ferner ist der Verkauf bzw. der Wechsel solcher Waffensysteme nicht mit dem Handel eines Sturmgewehres zu vergleichen, dies gilt insbesondere für den Weiterverkauf. Ich denke da z.b. an massenhaft noch existierende Wehrmachtswaffen wie Karabiner und co, die leider immer noch ihren "Dienst" versehen...
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