Präsidentschaftswahl in Rumänien Allianz für einen DeutschenSeite 2/2
Johannis genieße einen Vertrauensvorschuss, in ihn würden viele Hoffnungen gesteckt. Denn als Bürgermeister von Sibiu habe er sich viele Verdienste erworben. Johannis ist es seit dem Amtsantritt 2000 gelungen, zahlreiche Unternehmen anzusiedeln. Er will zunächst auch als Premierminister Bürgermeister von Sibiu bleiben. Erst nach einem halben Jahr wolle er eine endgültige Entscheidung treffen, so viel Zeit lasse ihm das Gesetz. Einige rumänische Juristen bezweifeln jedoch, dass dies möglich ist.
Zwar scheint der Sozialdemokrat Geoana vor der Stichwahl im Vorteil zu sein, Präsident Traian Basescu hat dennoch Chancen, im Amt zu bleiben. Der ehemalige Marineoffizier gilt im politischen System als isoliert und versucht daher, sich als Kämpfer des rumänischen Volkes gegen die politische Klasse und Medienmogule zu profilieren. Während zwölf Jahren auf hoher See habe er gelernt, den Haien die Zähne auszuschlagen, sagte Basescu im Wahlkampf. Gemeint ist damit auch die Allianz um seinen Herausforderer Geoana. Nach einem Gespräch mit Johannis ließ Basescu allerdings wissen, dass dieser prinzipiell auch als Premier unter ihm möglich sei. Doch zu diesen Annäherungsversuchen sagte der Bürgermeister von Sibiu, er stehe als Premier unter Basescu nicht zur Verfügung.
Eine wichtige Rolle für den Wahlausgang könnte das TV-Duell vom Donnerstag spielen. Geoana musste nach Basescus Frage zugeben, dass er sich am Vorabend mit Sorin Ovidiu Vantu, Besitzer des Privatsenders Realitatea TV und einer der reichsten Männer Rumäniens, getroffen hatte. Das Treffen ist brisant, weil Vantu vor mehreren Jahren in einen Fondsskandal verwickelt war, bei dem viele Rumänen ihr Geld verloren haben. Am Tag des Treffens mit Geoana wurde ein ehemaliger Geschäftskollege Vantus in Jakarta festgenommen, der vor seiner Verurteilung in Rumänien geflohen war.
Doch Vantu teilte nach dem TV-Duell mit, er habe sich 2004 auch mit Basescu getroffen, um über eine mögliche Unterstützung im Wahlkampf zu sprechen. "Das könnte für Basescus Glaubwürdigkeit gefährlich werden", meint Politikanalyst Parvulescu. Doch schlimmer habe es die politische Kultur im Lande getroffen, die sei spätestens nach dieser Debatte zerstört.
- Datum 05.12.2009 - 16:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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