Medienkontrolle Teheran verhängt Arbeitsverbot für ausländische Presse

Um Proteste und eine Berichterstattung darüber zu verhindern, hat Teheran ausländischen Medien die Arbeitserlaubnis entzogen. Doch die Kontrolle geht noch weiter.

Die iranische Führung hat am Samstag für internationale Medienvertreter ein dreitägiges Arbeitsverbot in der Innenstadt Teherans verhängt. Damit soll eine Berichterstattung über neue Proteste unterbunden werden, die ab Montag zum Tag der Studenten erwartet werden. Das Kulturministerium informierte am Samstag alle ausländischen Journalisten und Pressefotografen per SMS, dass ihre Arbeitserlaubnis in der Innenstadt vom 7. bis 9. Dezember vorläufig aufgehoben sei.
 

Auf den verschiedenen Websites und sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter waren bereits Aufrufe der Studenten und der Opposition zu Versammlungen und Protesten gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad verbreitet worden. Die Polizei und auch die Revolutionsgarde drohten am Samstag mit einem "konsequenten Vorgehen" bei Protesten. Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi rief seine Anhänger deshalb zu Zurückhaltung auf.

Beobachter vermuten, dass die Behörden am Montag neben dem Internet auch wieder das Handy-Netz in Teheran abschalten, um die Protestaktionen zu erschweren. Bereits am Wochenende mussten ausländische Medienvertreter feststellen, dass das Internet wenn überhaupt nur sehr langsam funktionierte.

Nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Juni, bei der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad trotz Einspruchs der Opposition zum Sieger erklärt worden war, war es in Teheran und anderen Städten des Landes zu Protestkundgebungen gegen Wahlfälschung gekommen. Beim gewaltsamen Vorgehen der Polizei kamen mehrere Demonstranten ums Leben, über 80 Oppositionelle wurden inzwischen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Mindestens fünf Todesstrafen wurden zudem verhängt.

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Leser-Kommentare
  1. Wundert das jemanden? Was soll das vordergründige Gejammer? Die Medien sind doch selber schuld. Weder über Afghanistan, noch über Irak, Nahost oder Iran wird von den Leit(sic!)-Medien objektiv informiert.

    • impega
    • 16.12.2009 um 15:45 Uhr
    2. ???

    Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ich glaube, dass du den schuss im warsten sinne nicht gehört hast.
    1. ALLE Medien (TV, Zeitung, Internet, etc.) haben nicht objektiv informiert?!
    2. "vodergründige[s] Gejammer"? Wer redet denn davon, dass "die Medien" jammern, weil Sie nicht berichten dürfen. Findest du es nicht erschreckend, dass eine Regierung so perfide kalkuliert und weil Sie weiß, dass es Demonstrationen geben wird, von vorn herein "die Medien" ausschließt, sogar das Internet! Versuch das doch mal nachzuvollziehen! Wenn du dazu die Macht hättest, warum würdest du es tun? Doch nur, weil du ganz genau weißt, dass das, was passieren könnte, was du machst, von der Weltöffentlichkeit als Verbrechen angesehen werden könnte oder kürzer: als FALSCH. Somit wird vorsorglich ausgeschlossen, dass jemand etwas davon mitbekommt.
    3. Ich verstehe nicht ganz was dein medienkritischer Kommentar überhaupt mit diesem Artikel zu tun haben soll?
    Sorry
    PS. warum eigentlich (sic!)? Wolltest du hier mit den beiden Wörtern leiten und leiden spielen?

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