Welthandel Die ärmsten Länder brauchen freien Marktzugang
Die Entwicklungsländer leiden am stärksten unter der Weltwirtschaftskrise. Die Industrieländer sollten deshalb umgehend Handelsschranken für sie abbauen.
© Isouf Sanogo/AFP/Getty Images

Sie wollen faire Chancen auf dem Weltmarkt: Buamwollpflückerin in Kamerun
Vergangene Woche trafen sich in Genf erstmals seit vier Jahren die Minister der Welthandelsorganisation (WTO). Dies wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, um eine Reform des multilateralen Handelssystems anzustoßen. Das Stocken der Doha-Handelsrunde liefert dafür momentan sowohl gewichtige Gründe als auch die nötige Atempause. Doch nicht nur diese Chance blieb in Genf ungenutzt.
Ziel des Treffens war nicht, die festgefahrenen Doha-Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Stattdessen berieten die Minister über die Bedeutung der WTO angesichts der globalen Wirtschaftskrise und das Spektrum der WTO-Aktivitäten. Doch ist die Organisation tatsächlich fit für die anstehenden großen Herausforderungen?
Die Gegenwehr gegen den momentanen protektionistischen Trend zeigt, dass die WTO auf diesem Feld gut aufgestellt ist. Das WTO-Regelwerk macht die Wirtschaft zwar nicht komplett immun gegen neue Handelsbeschränkungen. So haben als Reaktion auf die Wirtschaftskrise eine Reihe von Ländern Zölle erhöht und neue Subventionen ersonnen. Aber dass es trotz der teilweise dramatischen ökonomischen Situation nicht zu immer höheren Schutzwällen und dadurch zu einem Desaster wie nach der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts kommt, ist nicht zuletzt der Existenz der WTO zu verdanken.
Das heißt aber noch lange nicht, dass die WTO insgesamt in guter Verfassung ist. Die von ihren Mitgliedern 2001 in Doha angestoßene Verhandlungsrunde zur weiteren Liberalisierung des Welthandels wurde bereits mehrfach unterbrochen, weil es keinerlei Annäherungen zwischen den verschiedenen Ländergruppen gab. Nach dem letzten Scheitern im vergangenen Juli fragte ein BBC-Autor, ob überhaupt je wieder "Leben in die Handelsrunde eingehaucht" werden könne. In Genf gelobten die Minister zwar wieder einmal, genau dies im kommenden Jahr zu tun. Doch ein erfolgreicher Abschluss der Runde ist auch 2010 nicht sehr wahrscheinlich.
Nachdem die Doha-Verhandlungen derzeit auf Eis liegen, wollte man bei dem Ministertreffen Dissens möglichst vermeiden. Ein informelles Abkommen der Mitgliedstaaten sah vor, dass nur konsensfähige Anliegen vorgebracht werden sollten. Doch das Ziel hatte seinen Preis – besonders aus der Perspektive der Entwicklungsländer.
So haben die Minister, um Einigkeit zu demonstrieren, nicht über einen Vorschlag der am wenigsten entwickelten Länder abgestimmt, der unter anderem auf einen speziellen Marktzugang für Produkte aus diesen Staaten zielt. Dabei wäre ein solcher Schritt gerade jetzt sehr wichtig gewesen. Denn die ärmsten Länder leiden besonders unter der Krise; ihnen zu helfen, von den Vorteilen des internationalen Handels zu profitieren, ist eines der wesentlichen Elemente einer langfristigen Strategie zur weltweiten Armutsbekämpfung.
Ein stärkeres Augenmerk auf die Entwicklungsländer zu legen ist noch aus einem zweiten Grund unverzichtbar: Ohne sie geht nichts mehr in der WTO. Auch die politische Vernunft macht es deshalb nötig, auf die Entwicklungsländer zu hören.
- Datum 15.12.2009 - 13:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Generell stimme ich diesem zu jeder einzelne Mensch der etwas sinnvolles produziert sollte auch Individuell behandelt und gefördert werden, aber den Anschluss an die führenden Industrie Staaten in der jetzigen Wirtschaftlichem Niveau würde nur noch mehr die Umwelt zusätzlich belasten , man sehe als Beispiel China, oder Süd Amerika wo die Industrie mit unterstützung der Weltbank sogar Urwälder vernichtet um Palmkernöl zu produzieren,deshalb sollte es keine Pauschal entscheidung geben.
Wenn sich die Klimahysteriker durchsetzen, wird es bald noch mehr Protektionismus geben, der insbesondere die Armen trifft.
Denn dann werden Produkte mit einem Klima-Gütesiegel versehen. Nur Produkte, die z.B. CO2- Mindeststandards erfüllen, dürfen dann importiert werden. Denn sonst geht ja (angeblich) die Welt unter und wir sterben alle einen Klima- Hitzetod. Produkte mit hohem Klima- Footprint sind dann ja böse.
Für arme Länder hat dieser (frei erfundene) Klima- Alarmismus fatale Folgen.
Denn zuerst muss der Bauer seinen Betrieb Klima – zertifizieren. Die Welt- Klimaschutzregierung muss ja schließlich wissen, ob überhaupt klimafreundlich produziert wird. Chinas Reisbauern würden da alle durchfallen, denn ihre Felder emittieren methodenbedingt Methan.
Wer mal Zertifizierungsprozesse z.B. nach ISO 9001 oder ISO 19011 mitbekommen hat, der weiß, dass dazu 95 % der indischen oder afrikanischen Baumwollbauern nicht in der Lage sein werden.
Dazu kommen noch harte Fakten. Durchoptimierte Baumwollproduktion z.B. in den USA verursacht weniger CO2 Emissionen, als die technisch veralteten Produktionsmittel der 3. Welt. Nur Hochtechnologie kann sich der afrikanische Kleinbauer weder leisten noch damit umgehen. Viele am Schreibtisch entwickelte Entwicklungshilfeprojekte mit viel Technikexport sind an mangelnder Fähigkeit im Umgang mit dieser komplexen Technik kläglich gescheitert.
Dank "Klimaschutz" werden also die protektionistischen Mauern höher.
Hallo Julia, ich kann dich verstehen, aber stell dir mal vor den Umgang mit Ressourcen was passiert mit Nebenprodukten ? Chemisch, Biologisch, Toxine, Gifte wenn kein Infrastruktur für Recycling und Entsorgung gibt es gibt nicht mal in Industrie Staaten eine Lösung dafür, Öl Tanker kippen das ganze zeug nach der Reinigung der Tanker ins Meer, Industrie abfalle werden über Flüsse entsorgt und Radioaktives Müll wird eingegraben oder ins Atlantik versenkt ,das alles passiert in sogenannten modernen Industrie Staaten, kannst du dir jetzt den Rest vorstellen ?
Hallo Julia, ich kann dich verstehen, aber stell dir mal vor den Umgang mit Ressourcen was passiert mit Nebenprodukten ? Chemisch, Biologisch, Toxine, Gifte wenn kein Infrastruktur für Recycling und Entsorgung gibt es gibt nicht mal in Industrie Staaten eine Lösung dafür, Öl Tanker kippen das ganze zeug nach der Reinigung der Tanker ins Meer, Industrie abfalle werden über Flüsse entsorgt und Radioaktives Müll wird eingegraben oder ins Atlantik versenkt ,das alles passiert in sogenannten modernen Industrie Staaten, kannst du dir jetzt den Rest vorstellen ?
Hallo Julia, ich kann dich verstehen, aber stell dir mal vor den Umgang mit Ressourcen was passiert mit Nebenprodukten ? Chemisch, Biologisch, Toxine, Gifte wenn kein Infrastruktur für Recycling und Entsorgung gibt es gibt nicht mal in Industrie Staaten eine Lösung dafür, Öl Tanker kippen das ganze zeug nach der Reinigung der Tanker ins Meer, Industrie abfalle werden über Flüsse entsorgt und Radioaktives Müll wird eingegraben oder ins Atlantik versenkt ,das alles passiert in sogenannten modernen Industrie Staaten, kannst du dir jetzt den Rest vorstellen ?
Das Problem fängt bei den Wechselkursen an. Die Wechselkurse richten sich nicht an der Kaufkraft aus, sondern sie sind dem freien Markt überlassen. Das führt dazu, dass sich Leute aus armen Ländern nichts vom Weltmarkt leisten können. Beispielsweise bekommt ein studierter Lehrer in Syrien umgerechnet ca. 300 Euro monatlich. Davon kann er gut leben, soweit es sich um Dinge des lokalen Marktes handelt. Auf dem Weltmarkt kann er damit aber nicht einkaufen gehen. Würde man das Einkommen in deutscher Kaufkraft bewerten, wären es bestimmt 1.500 Euro. Manchmal hört von Arbeitern in absoluten Armenländern, dass sie monatlich umgerechnet 1 oder 2 Euro verdienen. Davon kann man keine große Sprünge machen. Aber nach der deutschen Kaufkraft sind es 300 bis 600 Euro. Auch ohne Zölle und Subventionen gibt es deshalb keinen echten freien Weltmarkt. So können die Bewohner der Industrieländer billig in den Armenländern einkaufen. Die Bewohner der Armenländer können sich wenig vom Weltmarkt leisten.
Sehr richtig (und wichtig), was im Artikel steht! Aber nur ein erster Schritt, denn die Preise werden nach wie vor in der "ersten" Welt gemacht. Wenn nicht über Subventionen und Zölle, dann immer noch über Börsen, Märkte und Spekulationen -die Baumwolle aus Afrika wird schließlich nicht -oder nur zu einem kleinen Teil in Dakar oder Kinshasa gehandelt, sondern in Europa und den USA. Und die verändern die Preise wie es ihnen grad passt. Mal googlen: Terms of Trade.
Gerade kommt durch die Nachrichten die Mitteilung, dass das Jahr 2009 in Afrika zu den wärmsten jemals gemessenen gehört und global das fünft-wärmste Jahr seit dem Beginn der Klimaaufzeichnungen ist.
Woher nehmen Sie eigentlich ihren beflügelnden Optimismus, dass alles nicht so ist wie es ist, sondern so, wie Sie es sich wünschen? Beseelt Sie der tiefe Glaube an eine gute Macht, die schon alles richtet und wird diese Macht mittels Gebet bestochen oder ... gar bedroht und fühlt sich dadurch befleißigt, doch noch alles zu richten? fragt ...
Kuni
Die über 100 Entwicklungsländer in der WTO sind keine homogene Gruppe, sie haben unterschiedliche Standpunkte und Interessen
Vor allen Dingen das! Genauso, wie die Potentaten zu einem erheblichen Teil mit den Bürgern umgehen, gehen sie miteinander um: nämlich ohne Rücksicht auf Verluste. Und sollten die Märkte wirklich geöffnet werden, sind nicht die die Profiteure, die die Baumwolle in der Hand halten. Ihnen wird das Land genommen werden, wenn es profitabel wird, z.B. Baumwolle anzupflanzen und zu verkaufen.
Die Entwicklungsländer werden sich dem Markt und seinen Gesetzen stellen und BESTEHEN müssen, denn sonst wären sie wieder nur das, was sie heute schon sind: Entwicklungsländer in den Fesseln von Hunger, Armut und Bildungslosigkeit.
Nein, ich denke die sogenannten Entwicklungsländer sollten erst einmal eine Infrastruktur aufbauen, sich sodann aus den Klauen westlicher Konzerne befreien und chinesischen Entwicklungsstrategen klare Grenzen aufzeigen. Aber bei den Mrd. die in der Schweiz geparkt werden kein einfaches Unterfangen. Die Frage scheint also eher zu sein: Wie befreit sich das afrikanische Volk von seinen korrupten Eliten?
Das nämlich sollte das Volk schon selber machen und sich nicht auf die Forderuungen westlicher Gutmeinender einschießen und Forderungen stellen, die nicht zu erfüllen sind meint ...
Kuni
Es gibt sehr unterschiedliche Gründe warum sich Eliten in Afrika gebildet haben und warum sie sich auch zu behaupten wissen.
Die Industrienationen (inkl. China) haben an der Korruptheit der afrikanischen Eliten einen großen Anteil. Ich hoffe sehr, dass der Internationale Strafgerichtshof seine Aufgabe erfüllen wird und sich bald auch die Verantwortlichen außerhalb des afrikanischen Kontinents schnappt.
Wie schwer es ist korrupte Eliten zu beseitigen, dass kann man an den Beispielen Iran und Italien nachvollziehen -gewalttätige Fundamentalisten und medienbeherrschende Mafiosi. Berlusconi wird zudem von der CDU auch noch bestärkt, die scheinbar kein Problem damit hat mit Faschisten in einer Fraktion zu sitzen -Europäische Volkspartei.
Die WTO ist kein Allheilmittel. Das Prinzip NATIONALstaat an sich ist falsch.
Unser Ziel muss eine subsidiare globale Demokratie sein, denn erst dann können Entscheidungen im Sinne der Menschen getroffen werden. Dann gibt es keine falsche Höflichkeit zwischen Abgesandten verschiedener Nationalstaaten - dann gibt es den Willen des Volkes ausgedrückt durch ein Parlament mit globalen Parteien.
Daran müssen wir von unten und von oben arbeiten - Nationalstaaten und UNO demokratisieren.
An der Demokratisierung der UNO sollte Deutschland aktiv mitwirken (http://unpacampaign.org)...
...die Demokratisierung der Länder dieser Welt zumindest nicht durch Unterstützung korrupter Eliten behindern.
ps:ambitioniert klingt anders http://bit.ly/5FtDr8
Es gibt sehr unterschiedliche Gründe warum sich Eliten in Afrika gebildet haben und warum sie sich auch zu behaupten wissen.
Die Industrienationen (inkl. China) haben an der Korruptheit der afrikanischen Eliten einen großen Anteil. Ich hoffe sehr, dass der Internationale Strafgerichtshof seine Aufgabe erfüllen wird und sich bald auch die Verantwortlichen außerhalb des afrikanischen Kontinents schnappt.
Wie schwer es ist korrupte Eliten zu beseitigen, dass kann man an den Beispielen Iran und Italien nachvollziehen -gewalttätige Fundamentalisten und medienbeherrschende Mafiosi. Berlusconi wird zudem von der CDU auch noch bestärkt, die scheinbar kein Problem damit hat mit Faschisten in einer Fraktion zu sitzen -Europäische Volkspartei.
Die WTO ist kein Allheilmittel. Das Prinzip NATIONALstaat an sich ist falsch.
Unser Ziel muss eine subsidiare globale Demokratie sein, denn erst dann können Entscheidungen im Sinne der Menschen getroffen werden. Dann gibt es keine falsche Höflichkeit zwischen Abgesandten verschiedener Nationalstaaten - dann gibt es den Willen des Volkes ausgedrückt durch ein Parlament mit globalen Parteien.
Daran müssen wir von unten und von oben arbeiten - Nationalstaaten und UNO demokratisieren.
An der Demokratisierung der UNO sollte Deutschland aktiv mitwirken (http://unpacampaign.org)...
...die Demokratisierung der Länder dieser Welt zumindest nicht durch Unterstützung korrupter Eliten behindern.
ps:ambitioniert klingt anders http://bit.ly/5FtDr8
.....male sie dir "Julia" ,aber lass doch die Leute mit [ entfernt: Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/m.e. ] in Ruhe. Klar ist es schwer mit den Fakten umzugehen, aber auch du wirst sie einsehen müssen.
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