Afghanistan-Einsatz Westerwelle isoliert sich und die Bundesregierung

Schon wieder glaubt Außenminister Westerwelle, durch markige Sprüche Profil gewinnen zu können – und erntet doch nur Kopfschütteln

Vielleicht hätten Guido Westerwelle doch ein paar Nachhilfestunden in der Diplomatenschule des Auswärtigen Amtes gut getan. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen glaubt er, durch markige Formulierung seiner Standpunkte Profil gewinnen zu können – und erntet doch nur Kopfschütteln.

Im Streit um einen Sitz für Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach im Stiftungsrat der geplanten Gedenkstätte hätte der FDP-Vorsitzende seine Position still viel wirkungsvoller und ohne die Gefahr eines Gesichtsverlustes durchsetzen können. Nun erleben wir sozusagen "Steinbach am Hindukusch", wenn der Außenminister öffentlich mit einem Boykott der Afghanistan-Konferenz für den Fall droht, dass in London vor allem über zusätzliche Truppen gesprochen würde.

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Mit seinem Nein zu einer deutlichen Aufstockung des Bundeswehrkontingentes steht Westerwelle ja beileibe nicht alleine. Diese Position ist auch den USA längst bekannt. Aber durch die versuchte Vorfestlegung eines Konferenzverlaufs, den Deutschland nur partiell beeinflussen kann, isoliert der Minister sich und die ganze Bundesregierung innerhalb des Bündnisses. Das ist einfach dumm.

(Erschienen im Tagesspiegel vom 29.12.2009)

 
Leser-Kommentare
    • fanta4
    • 29.12.2009 um 16:01 Uhr

    Westerwelle ist mit dem Amt offensichtlich überfordert.

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    Können Sie das überhaupt beurteilen? Woher rühren ihre Erfahrungen? Hatten sie schon einmal etwas mit dem diplomatischen Dienst zu tun? Gehört die Außenministerfunktion zur Allgemeinbildung?

    Ein überforderter Außenminister, wo gibt es denn sowas?
    Er muss dekorativ herumstehen, die Feuervergoldung der Prunkräume bewundern, und, gut ein Abstrich, alles mit Appetit essen was ihm so vorgesetzt wird.

    Den Rest überlässt er den Profis.
    (Das konnte sogar Joschka nachdem er von Frau Allright unterrichtet wurde. Hätte Gottvater nur die Profis machen lassen...)

    Können Sie das überhaupt beurteilen? Woher rühren ihre Erfahrungen? Hatten sie schon einmal etwas mit dem diplomatischen Dienst zu tun? Gehört die Außenministerfunktion zur Allgemeinbildung?

    Ein überforderter Außenminister, wo gibt es denn sowas?
    Er muss dekorativ herumstehen, die Feuervergoldung der Prunkräume bewundern, und, gut ein Abstrich, alles mit Appetit essen was ihm so vorgesetzt wird.

    Den Rest überlässt er den Profis.
    (Das konnte sogar Joschka nachdem er von Frau Allright unterrichtet wurde. Hätte Gottvater nur die Profis machen lassen...)

  1. Tja, Politik und Spaßvogel sind nunmal unterschiedliche Sachen!!!!!

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    Wirklich? Wenn ich so nachdenke kommen mir da leider die Zweifel.

    Wirklich? Wenn ich so nachdenke kommen mir da leider die Zweifel.

  2. .
    unteilbaren und nicht verhandelbaren Rechte pochen.

    Wieso sieht das jetzt keiner ein?

  3. ...dass es Deutschland vor der Welt vertritt. Wenn er es denn irgendwann geschafft hat uns vor wirklich aller Welt lächerlich zu machen, der Sozialstaat endlich nur noch blasse Erinnerung an bessere Tage ist und wir ebdlich 99% des Vermögens ind Händen von 2% der Bevölkerung haben, keine Bildung für Menschen mit weniger als 6000 netto im Monat und so weiter und so fort, vielleicht, aber auch nur ganz viewlleicht, wird dann ja mal jemand entdecken, dass man auch VOR der Wahl nachdenken könnte.

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    Ganz wunderba beobachtet!

    Ganz wunderba beobachtet!

  4. Immerhin vertritt er die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung dieses Landes - und das macht doch irgendwie "Demokratie" aus.
    Letztlich gibt es keine vernünftige Begründung für diesen sinnlosen Krieg! Und wer wissen will, wohin immer mehr Soldaten führen, sollte einmal unter dem Stichwort "Vietnamkrieg" nachschlagen!

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    • joG
    • 29.12.2009 um 17:33 Uhr

    ...Demokratie aus. Das ist Populismus und wirkt, weil das Volk weitgehend nicht versteht, dass Deutschland sich nicht mehr drücken kann vor seinen Pflichten. Der Bevölkerung ist nicht einmal der Zusammenhang noch sind ihnen die Komponenten des Themas klar. Die Meisten wissen hier gar noch nicht, dass grosse, reiche Länder Verantwortung tragen müssen, nicht weil es anständig wäre oder brav sondern, weil sonst vielleicht niemand Ordnung schafft und wir die Grundlage unserer aller Existenz verlieren. Demokratie ist nicht diesen Menschen nach dem Mund zu schleimen. Demokratie ist es zu erklären, warum man tun muss, was getan sein muss, um ein Mandat bei der Wahl zu bekommen es zu tun.

    Westerwelle vertritt Interessen von Minderheiten, nämlich die von einzelnen wohlhabenden Personen und Wirtschaftsverbänden die seiner Partei zugetan sind. Wenn sich durch die Unmöglichkeit, der realen Durchsetzbarkeit von Truppenaufstockungen, das mal zufällig mit der Meinung, der Bevölkerungsmehrheit deckt ist das purer Zufall!

    Wäre es irgend möglich ein mehr an Truppen bereitzustellen, um den latenten "imperialen westlichem Großreich" zu hilfe zu eilen, und die kapitalistischen Geld- und Handeslströme besser laufen zu lassen, würde er dafür jede Wahllüge begehen, so wie wir es von ihm kennen und die Demokratie und ihre Wähler weiterhin für dumm verkaufen!

    Deswegen passen Union und FDP auch so gut zusammen!

    Denjowi, die Mehrheit überwiegt meistens, oder?

    Ansonsten haben Sie wohl Recht. Und Recht haben ist hier sicher die nachgefragteste Währung im Net.

    Die Mehrheit der deutschen will jenes Land den Schlächtern und Waffenhändlern überlassen, weil die Bundeswehr dort kaum mehr tut als sich schlecht und recht selbst zu verteidigen und den Drogenbaronen bei der Ernte zu schauen.

    Ein Konzept ist das wahrlich nicht.

    • joG
    • 29.12.2009 um 17:33 Uhr

    ...Demokratie aus. Das ist Populismus und wirkt, weil das Volk weitgehend nicht versteht, dass Deutschland sich nicht mehr drücken kann vor seinen Pflichten. Der Bevölkerung ist nicht einmal der Zusammenhang noch sind ihnen die Komponenten des Themas klar. Die Meisten wissen hier gar noch nicht, dass grosse, reiche Länder Verantwortung tragen müssen, nicht weil es anständig wäre oder brav sondern, weil sonst vielleicht niemand Ordnung schafft und wir die Grundlage unserer aller Existenz verlieren. Demokratie ist nicht diesen Menschen nach dem Mund zu schleimen. Demokratie ist es zu erklären, warum man tun muss, was getan sein muss, um ein Mandat bei der Wahl zu bekommen es zu tun.

    Westerwelle vertritt Interessen von Minderheiten, nämlich die von einzelnen wohlhabenden Personen und Wirtschaftsverbänden die seiner Partei zugetan sind. Wenn sich durch die Unmöglichkeit, der realen Durchsetzbarkeit von Truppenaufstockungen, das mal zufällig mit der Meinung, der Bevölkerungsmehrheit deckt ist das purer Zufall!

    Wäre es irgend möglich ein mehr an Truppen bereitzustellen, um den latenten "imperialen westlichem Großreich" zu hilfe zu eilen, und die kapitalistischen Geld- und Handeslströme besser laufen zu lassen, würde er dafür jede Wahllüge begehen, so wie wir es von ihm kennen und die Demokratie und ihre Wähler weiterhin für dumm verkaufen!

    Deswegen passen Union und FDP auch so gut zusammen!

    Denjowi, die Mehrheit überwiegt meistens, oder?

    Ansonsten haben Sie wohl Recht. Und Recht haben ist hier sicher die nachgefragteste Währung im Net.

    Die Mehrheit der deutschen will jenes Land den Schlächtern und Waffenhändlern überlassen, weil die Bundeswehr dort kaum mehr tut als sich schlecht und recht selbst zu verteidigen und den Drogenbaronen bei der Ernte zu schauen.

    Ein Konzept ist das wahrlich nicht.

    • bibber
    • 29.12.2009 um 16:21 Uhr

    Diese Wahl war die Stunde der Wahrheit für die "neue FDP", und die Wahrheit ist, sie sind bis auf wenige Ausnahmen für unsere Staatsform (Demokratie, Selbstverantwortung) nicht tragbar. Herr Westerwelle hat ein großes Mundwerk, und mit dem kann er nun nichts anfangen, Pech gehabt. Was soll aus der FDP werden, wenn diese 4 Jahren herum sind? Wer wird sie dann noch wählen und warum sollte das jemand tun? Die Gründe dafür funktionieren nicht mehr, wie weiland bei der SPD. Dabei hätten sie alle Chancen gehabt.

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    Gibt es Leute, die glauben, daß die jetzige Bundesregierung 4 Jahre durchält. Ich tippe mal auf 2010 als Zieleinlauf.

    Gibt es Leute, die glauben, daß die jetzige Bundesregierung 4 Jahre durchält. Ich tippe mal auf 2010 als Zieleinlauf.

  5. Wenn im Zeitalter der WWK neoliberale Parteien an Profil gewinnen, ist es eine natürlicher Instinkt der Sache dem mit Humor zu begegnen. Herr Westerwelle hatte genau zwei Möglichkeiten. Entweder der der Minister im Spaßmobil zu bleiben oder mit Professionalität zu überraschen. Schon vor Ende der Koalitionsverhandlungen hat er sich für das erste entschieden.
    Ich freue mich auch 4 unterhaltsame Jahre.
    Danach kehren wie wieder zur Politik zurück.

  6. 8. Tja

    Tja früher hat er nur uns nerven können, mit seinen markigen, arroganten, sich selbst überschätzenden Sprüchen, die aber auch nichts bewegt haben.

    Heute lebt er seine Art und Weise international fort und zeigt wiedermal, wie hier speziell, dass er sich selbst überschätzt.

    Diesen Typen nehme ich nicht ernst und wenn man die Körpersprache internationaler Politiker gegenüber ihm sieht tun das viele auch nicht.

    Dies auch nicht unbedingt wegen seiner "Neigung"

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    • adama
    • 29.12.2009 um 17:27 Uhr

    Als Obama in Russland der Handschlag verweigert wurde, hatte dies auch etwas sehr beleidigendes. Solches Verhalten hat schon zu Kriegen geführt, bestimmt nicht zu mehr Verständnis und Frieden.

    • adama
    • 29.12.2009 um 17:27 Uhr

    Als Obama in Russland der Handschlag verweigert wurde, hatte dies auch etwas sehr beleidigendes. Solches Verhalten hat schon zu Kriegen geführt, bestimmt nicht zu mehr Verständnis und Frieden.

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