Das Regierungs- und Diplomatenviertel in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist mit einer Rakete angegriffen worden. Ein Sprecher der Kabuler Kriminalpolizei teilte mit, ersten Informationen zufolge habe es sich um einen Raketenangriff gehandelt. Das Geschoss sei in ein Gebäude der Regierung eingeschlagen, hieß es. Auch ein Sprecher der Internationalen Afghanistan-Truppe Isaf sprach von einem Raketenangriff. Er kündigte eine Untersuchung an.

Es sei niemand verletzt worden, sagte Polizei-Chef Sajed Abdul Ghafar Sajedsada. Auch die deutsche Botschaft wurde dem Auswärtigen Amt zufolge nicht beschädigt. Die Detonation ereignete sich im vornehmen Viertel Wasir Akbar Chan. Dort befinden sich unter anderem das afghanische Präsidialamt und die meisten westlichen Botschaften, darunter auch die deutsche Vertretung.

Vor der deutschen Botschaft hatte sich vor einem Jahr ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden fünf Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt, darunter auch drei Botschaftsmitarbeiter. Im Internet tauchte kurz darauf ein Drohvideo auf, in dem ein Deutsch sprechender Mann Deutschland wegen seines Afghanistan-Einsatzes mit Vergeltung drohte. Die Sicherheitsvorkehrungen der Botschaft wurden nach dem Anschlag noch einmal verschärft. Zahlreiche Mitarbeiter wohnen aus Sicherheitsgründen auf dem Gelände der Botschaft.