Großbritanniens Premierminister Gordon Brown hat in seiner Eröffnungsrede deutlich gemacht, welches Zeichen von der internationalen Afghanistankonferenz ausgehen soll: Grimmige Entschlossenheit. "Wir werden euch besiegen, nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch in den Herzen und Köpfen", rief er den Taliban und dem Terrornetzwerk al-Qaida zu.

"Wir werden euch besiegen, nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch in den Herzen und Köpfen"
Großbritanniens Premierminister Gordon Brown

Im Bemühen um die Stabilisierung Afghanistans stehe die Welt am Scheidepunkt, die Zeit werde knapp. "Bis Mitte 2011 müssen wir das Blatt wenden im Kampf gegen die Aufständischen", sagte Brown. Dazu sei eine massive Aufstockung der Nato-Truppen, aber auch eine ebenso massive Aufstockung der zivilen Wiederaufbauhilfe nötig. Der Einsatz der internationalen Truppen sei "entscheidend für die Sicherheit in der Welt", sagte Gastgeber Brown. Auf der eintägigen Konferenz in London könne der Grundstein gelegt werden, dass die ausländischen Truppen "nach Hause" kommen. "Es wird Zeit brauchen, aber schneller gehen, als manche erwarten."

Ziel fast aller der 60 Staaten, die Delegationen geschickt haben, ist der Einstieg in den Ausstieg aus dem Engagement am Hindukusch. Möglichst bald sollen die Afghanen selbst für Sicherheit in ihrem Land sorgen können.

Dies will Brown mit mehr afghanischen Sicherheitskräften und einem Aussteigerprogramm für die Taliban erreichen. Bereits in diesem Jahr werde man die Kontrolle "Bezirk nach Bezirk" an die afghanischen Soldaten und Polizisten übergeben, sagte Brown.

Brown zeigte sich überzeugt, dass sich die Konferenz auf eine Aufstockung der afghanischen Polizei- und Armeekräfte verständigen werde. Bis Oktober 2011 werde die Zahl der Sicherheitskräfte aus dem eigenen Land bei über 300.000 liegen – 171.000 Soldaten und 134.000 Polizisten. Dafür seien aber mehr internationale Ausbilder nötig.

Er kündigte einen Fonds zur Eingliederung gemäßigter Taliban-Kämpfer an. Wer der Gewalt abschwöre, solle wirtschaftliche Hilfe auf dem Weg zurück in ein normales Leben bekommen, kündigte Brown an. Die Aufständischen aber, die sich der Aussöhnung verweigerten, würden weiter vom Militär verfolgt. Dies gelte besonders für Anhänger der Extremistenorganisation al-Qaida.

Brown würdigte auch Deutschlands Pläne, die Truppen aufzustocken und mehr Geld in die Entwicklungshilfe zu stecken. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) warb für das Taliban-Aussteigerprogramm. "Wir wollen, dass junge Männer, die oft genug für 200 Dollar zu Kämpfern geworden sind, zurückkehren in ihre Dörfer." Die Bundesregierung will das Reintegrationsprogramm mit 50 Millionen Euro pro Jahr unterstützen.