Rolle des KSK Geheime Kommandosache Kundus
Neue Details im Fall Kundus: Ungewöhnlich viele KSK-Soldaten waren Anfang September im Feldlager stationiert. Der Luftschlag war zudem kein Einzelfall.
© German Federal Defense Ministry/Getty Images

Ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte trainiert für den Einsatz (Archivbild)
Neue Details in der Kundus-Affäre deuten darauf hin, dass deutsche Spezialkräfte umfangreich an den Vorgängen rund um die Tanklaster-Bombardierung beteiligt waren: Die Bundeswehr hatte Anfang September zahlreiche Elitesoldaten in Kundus zusammengezogen. 120 Soldaten der geheimen Spezialeinheit Taskforce 47 wurden im oder in der Nähe des Feldlagers Kundus eingesetzt. Darunter waren mindestens 60 Mann des Kommandos Spezialkräfte (KSK), der Eliteeinheit der Bundeswehr. Ebenso unbekannt ist bisher: Die Taskforce 47 soll vor der Bombardierung bei Kundus am 4. September mehrfach amerikanische Luftunterstützung angefordert haben – mindestens fünf Bombardierungen von Zielen in Afghanistan sollen auf deutschen Befehl hin geschehen sein, erfuhr ZEIT ONLINE von einem Insider.
Dass so viele KSK-Männer in Kundus stationiert waren, war bisher nicht bekannt. Das KSK besteht aus bis zu 1200 Mann, die aktiven Einsatzkräfte des Kommandos umfassen rund 240 Mann, sagt ein Verteidigungsexperte. Die genaue Zahl hält das Verteidigungsministerium geheim. Rund ein Viertel dieser Spezialisten seien in den Tagen vor der Bombardierung in dem Feldlager zusammengezogen worden. Das ist außergewöhnlich viel.
Normalerweise operiert das KSK in kleinen Teams. Gruppen von vier Mann beobachten etwa tagelang Gehöfte, um von der Isaf gesuchte Taliban-Anführer aufzuspüren. Targeting nennen die Spezialkräfte das. Eine große Anzahl dieser Spezialisten in Kundus deutet jedoch auf größere Aufgaben hin. Dazu schweigt das Verteidigungsministerium. "Das KSK unternimmt nichts ohne Zustimmung aus Potsdam", sagt Rainer Arnold, Obmann der SPD im Verteidigungsausschuss. Der Einsatz der Spezialtruppe ist durch das Isaf-Mandat gedeckt. Für den Wiederaufbau ist das KSK jedoch nicht dort.
"Das KSK hatte im September bei Kundus einen Einsatzschwerpunkt", bestätigt Hans-Peter Bartels, Verteidigungsexperte der SPD. Er und andere Mitglieder des Untersuchungsausschusses wollen klären, welche Rolle die Spezialkräfte bei der Bombardierung gespielt haben. Bei dem Luftschlag starben nach Angaben der Nato bis zu 142 Menschen, darunter viele Zivilisten. Mehrfach haben Abgeordnete bereits den Versuch unternommen, den Einfluss des Bundestages auf Operationen der Spezialkräfte zu stärken. "Im Kurnaz-Untersuchungsausschuss haben wir den Antrag gestellt, die Kontrolle des Parlaments über das KSK zu stärken", sagt Arnold.
In der Nacht zum 4. September befahl Oberst Georg Klein den Luftschlag gegen zwei Tanklaster, die von Taliban entführt worden waren. Die Taskforce spielte dabei eine große Rolle. So steht im Isaf-Bericht zu den Vorgängen in und nach der Bombennacht, dass der Luftschlag von der Taskforce 47 initiiert worden sei. Das bestreitet die Bundeswehr.
Geführt wird die Taskforce 47 nicht von Kundus aus, sondern vom Regionalkommando in Masar-i-Sharif. Bis zum September 2009 kannte fast niemand diese geheime Spezialeinheit der Bundeswehr. Ihre Aufgabe ist es, Gegner aufzuklären, die deutschen Feldlager zu beschützen und afghanische Informanten zu führen. Außerdem betreibt sie die Flugleitung für Kampfjets im Norden Afghanistans.
Fest steht, dass ein Offizier des KSK, der zur Taskforce 47 gehörte, den Kontakt zu einem afghanischen Informanten hielt, der den Kommandostand der Spezialeinheit über Vorgänge bei den Tanklastern auf dem Laufenden hielt. Der Informant war aber nicht selbst am Fluss, in dem sich die LKW auf einer Sandbank festgefahren hatten, sondern telefonierte mit Bekannten am Ort. Die Aussagen dieses Informanten waren neben den Luftbildern von zwei amerikanischen F15-Kampfjets die wesentlichen Informationsquellen, die Oberst Klein in der Bombennacht zur Verfügung standen.
Den Kontakt zu den amerikanischen Kampfflugzeugen hielt ebenfalls ein Mitglied der Taskforce 47, ein Fliegerleitfeldwebel. Im Isaf- und im Feldjägerbericht taucht er meist unter dem Decknamen "Red Baron" auf. Er leitete von einem speziellen und hochmodernen Kommandostand der Taskforce 47 im Feldlager Kundus auch Kleins Befehl an die Jets weiter, zwei Bomben auf die Tanklaster abzuwerfen.
Was bislang nur wenige wissen: Diese Bombardierung war kein Einzelfall. Die Taskforce 47 soll mehrfach amerikanische Kampfflugzeuge angefordert haben. Fünf Bombardierungen gegen mutmaßliche Taliban in Nordafghanistan habe allein ein Flugleitoffizier, der an der Kundus-Bombardierung beteiligt war, vor dem September begleitet, erfuhr ZEIT ONLINE.
Das Verteidigungsministerium hingegen gibt an, dass die Bombardierung von feindlichen Kämpfern kein Teil der Strategie der Bundeswehr sei. Die gezielte Vernichtung von Gegnern gehöre "natürlich nicht" zu den Aufgaben der Bundeswehr in Afghanistan, sagte auch der neue Generalinspekteur Volker Wieker.
Über weitere im deutschen Auftrag ausgeführte Luftangriffe wurden die Abgeordneten im Verteidigungsausschuss bisher nicht informiert. Offen bleibt auch, wer der Taskforce 47 und dem dazu gehörenden KSK die Erlaubnis für die Luftschläge erteilt hat. Für die Führung des KSK in Afghanistan ist das Kommando Führung Operationen Spezialkräfte in Potsdam zuständig. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Bartels nach Kontakt zwischen dem Lager in Kundus und weiteren Dienststellen antwortete das Ministerium allerdings, es habe keine Verbindung zwischen dem Feldlager und dem Einsatzführungszentrum gegeben.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bestand zwischen dem Fliegerleitfeldwebel und einem übergeordneten Luftwaffenverbindungsoffizier im regionalen Hauptquartier in Masar-i-Sharif eine Verbindung. Der Oberstleutnant sei für die Planung und Koordination von Luftunterstützung der Taskforce 47 zuständig gewesen.
Dass Spezialkräfte stundenlang mit Hilfe amerikanischer Kampfflugzeuge aufklären, ohne höhere Dienststellen über die Ergebnisse zu informieren, scheint unwahrscheinlich. Bevor die zwei F15-Kampfjets, die später die Bomben ausklinkten, die Bewachung der Tanklaster übernahmen, verfügten die Soldaten der Taskforce über Bildmaterial eines amerikanischen B1-Bombers. Der taktische Bomber spürte die Tanklaster an der Furt auf. Das Flugzeug behielt die Laster lange im Blick, dann ging ihm der Sprit aus und es kehrte zum Stützpunkt zurück.
Doch warum war das mächtige Kampfflugzeug, das sogar Atombomben tragen kann, überhaupt in der Luft? Gegenüber dem Verteidigungsausschuss gab das Ministerium an, der B1-Bomber sollte ein von Aufständischen fahruntüchtig geschossenes Bundeswehrfahrzeug vom Typ Dingo finden und notfalls zerstören, damit das Funkgerät in dem Fahrzeug nicht in die Hände der Taliban falle. Verteidigungsexperten halten diese Angabe für wenig plausibel – dafür hätten auch Kampfhubschrauber ausgereicht – und auch die zahlreich im Feldlager Kundus stationierten KSK-Soldaten hätten den Dingo sichern können.
Viele Fragen in der Kundus-Affäre bleiben offen. Der Untersuchungsausschuss wird über das KSK in nicht öffentlicher Sitzung tagen, denn das Kommando operiert stets im Geheimen. Über seine laufenden Missionen in Afghanistan erfahren selbst die Abgeordneten des Verteidigungsausschusses selten etwas. Aus diesem Gremium ist im Dezember der Kundus-Untersuchungsausschuss hervorgegangen. Seitdem sind die Fachpolitiker auf zahlreiche Ungereimtheiten und Informationsmängel gestoßen. Von der Existenz der Taskforce 47 wurden die Obleute des Verteidigungsausschusses erst nach der Bombardierung, am 6. November, informiert, obwohl die Spezialeinheit lange zuvor im Feldlager Kundus einen eigenen Bereich erhalten hatte. Von der Beteiligung des KSK an dem Luftschlag erfuhren die Abgeordneten erst im Dezember aus der Bild-Zeitung.
Verteidigungsstaatssekretär Rüdiger Wolf sagte im Bundestag, dass der Luftangriff bei Kundus keine Operation der Taskforce 47 gewesen sei. Welche Operation die Spezialkräfte stattdessen in der Region unternahmen, sagte er nicht. Welche Spezialkräfte noch an der Bombardierung beteiligt waren, lässt sich selbst aus den deutschen Berichten schwer entnehmen. So wurden in manchen Berichten die Wappen einzelner Einheiten nur abgedeckt vervielfältigt. Und mehrfach seien sehr kurzfristig Dienstpläne in den Tagen vor dem 4. September geändert worden. Zudem weise das Einsatzprotokoll der Bombennacht große Lücken auf, heißt es aus dem Umfeld des Untersuchungsausschusses. Wer wann mit welcher Aufgabe und Funktion in dem Gefechtsstand der Spezialkräfte war, müsse vom Verteidigungsministerium endlich vernünftig erklärt werden, fordert ein Parlamentarier: "Wenn es in der Nacht der Bombardierung einen KSK-Einsatz in der Region gegeben hat, dann muss es einen Kontakt zum Einsatzführungszentrum in Potsdam gegeben haben."
- Datum 29.01.2010 - 14:44 Uhr
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Ach, da braucht man nichts zu sagen. Alleine die Tatsache lückenhafter Protokolle des Abends eines solchen Angriffs ist unsagbar. Dass man dann unterschiedliche Aussagen vom Generalinspekteur und dem Ministerium, ob der Einsatz vom Mandat abgedeckt war, ist schon dick. Man würde glauben, nach dieser Zeit, das könne nicht sein. Aber in der Kurnazsache geschah nichts und hier wird man auch nichts tun, zumal es den Anschein hat, als reiche die Sache bis ins Aussenministerium und Kanzleramt.
Herr Friederichs, Sie machen ja mehr und mehr einen sachkundigen Eindruck!
Fassen wir also zusammen: Was wir öffentlich wissen, ist offenbar die Legendierung einer Aktion, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll.
Selbst Parlamentarier des PKG bzw. Verteidigungsausschusses scheinen die Legitimität der Geheimhaltung eingesehen zu haben und decken sie, weil dies im nationalen Interesse liegt.
Damit würden die Parlamentarier ihren Job richtig machen, denn sie sind gewählt, um die Regierungsgeschäfte FÜR das Volk zu regeln, und nicht, um das Ergebnis populistischer Meinungsumfragen und Stimmungen umzusetzen. Sie sind als Vertreter des ganzen Volkes weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.
Selbst Frau Roth von den Grünen hat Kreide gefressen und begnügt sich mit belanglosem Geplänkel. (Siehe Maybrit Illner gestern)
Haben da einige gemerkt, dass wir verdammt aufpassen müssen, nicht in eine Situation reinzukommen, wie sie in der Welt zuletzt vor 1914 gegeben war?
Trotzdem wäre interessant, zu erfahren, wer den die 5000 "Amis" sind, die da gerade in den deutschen Sektor gehen.
Könnte es sein, dass da ziemlich viele "Neuamerikaner" dabei sind, die erstaunlich viel Ähnlichkeit mit DSO-Leuten haben?
Und wie ist das mit Mandaten. Muss die Regierung seit dem Vertrag von Lissabon überhaupt noch das Parlament fragen, wenn deutsche Soldaten in einen multinationalen Auslandseinsatz gehen? Herr Friederichs könnte ja mal seinen Insider fragen.
Ehrlich, ich kann Ihnen nicht folgen.
Zitat:
"Haben da einige gemerkt, dass wir verdammt aufpassen müssen, nicht in eine Situation reinzukommen, wie sie in der Welt zuletzt vor 1914 gegeben war?"
Also in einen zentraleuropäischen Konflikt, ausgelöst durch die immer stärker kollidierenden Partikularinteressen ausgelaugter Adelskasten ?
Sie reden wirr...
...diesem Punkt sehr Recht. Das wissen auch Interessierte bereits seit längerem. Wir schlittern in Richtung 1914, wenn wir nicht erhebliches unternehmen. Das will man hier nur nicht wissen, weil es so teuer wird und den Sätzen des regionalen Kults widerspricht.
ist mir denn da etwas nicht bekannt, was habe ich da uebersehen, bitte um Aufklaerung da ich den BEITRAG nicht
ganz verstanden habe, danke !
wenn schon der Vergleich zu 1914, dann sollten wir aufpassen, dass Typen wie der hier
http://de.wikipedia.org/w...
nie wieder hochkommen.
Und wenn aus der deutschen Geschichte eine klare Lehre zu ziehen ist, dann doch wohl die, dass die 'Vernichtung' von Menschen unter keinen Umständen Ziel militärischen oder politischen Handelns sein darf.
CIA-Agenten verschleppen Menschen, unterhalten geheime Gefängnisse in Europa und foltern offen in Guantanamo: Wie die Pest brauchen wir das, und erst recht nicht, dass sich 'ne deutsche Eliteeinheit an solchen Vorbildern orientiert.
Der Tod von Zivilisten, von Ihnen gerechtfertigt mit Andeutungen über einen sozusagen höheren Kenntnisstand der verantwortlichen Politiker?
Auf zur Bastille! kann ich da nur sagen, und Oberst Klein sollte sich unter der Anklage Mord vor einem Gericht verantworten müssen. Mal sehen, ob er für die KSK lebenslänglich (Glück!) riskieren würde.
Präsident Karsai hat schon vor geraumer Zeit, ausser sich vor Zorn und Empörung, angemahnt: "Afghan lives should not be regarded as cheap" - auch da ging es um Luftschläge - und und genau das rate ich auch jedem sonst: Rechtfertigen Sie keine rassistischen Massaker mit dem wolkigen Hinweis auf angebliche Staatsräson.
Der Obrigkeit sei zu vertrauen, sie wisse, was richtig sei, selbst wenn dafür Menschen mit ihrem Leben bezahlen müssen: Sie müssen nicht bis 1914 zurück, um zu erkennen, dass das schon seit weit mehr als 1000 Jahren falsch ist.
Ehrlich, ich kann Ihnen nicht folgen.
Zitat:
"Haben da einige gemerkt, dass wir verdammt aufpassen müssen, nicht in eine Situation reinzukommen, wie sie in der Welt zuletzt vor 1914 gegeben war?"
Also in einen zentraleuropäischen Konflikt, ausgelöst durch die immer stärker kollidierenden Partikularinteressen ausgelaugter Adelskasten ?
Sie reden wirr...
...diesem Punkt sehr Recht. Das wissen auch Interessierte bereits seit längerem. Wir schlittern in Richtung 1914, wenn wir nicht erhebliches unternehmen. Das will man hier nur nicht wissen, weil es so teuer wird und den Sätzen des regionalen Kults widerspricht.
ist mir denn da etwas nicht bekannt, was habe ich da uebersehen, bitte um Aufklaerung da ich den BEITRAG nicht
ganz verstanden habe, danke !
wenn schon der Vergleich zu 1914, dann sollten wir aufpassen, dass Typen wie der hier
http://de.wikipedia.org/w...
nie wieder hochkommen.
Und wenn aus der deutschen Geschichte eine klare Lehre zu ziehen ist, dann doch wohl die, dass die 'Vernichtung' von Menschen unter keinen Umständen Ziel militärischen oder politischen Handelns sein darf.
CIA-Agenten verschleppen Menschen, unterhalten geheime Gefängnisse in Europa und foltern offen in Guantanamo: Wie die Pest brauchen wir das, und erst recht nicht, dass sich 'ne deutsche Eliteeinheit an solchen Vorbildern orientiert.
Der Tod von Zivilisten, von Ihnen gerechtfertigt mit Andeutungen über einen sozusagen höheren Kenntnisstand der verantwortlichen Politiker?
Auf zur Bastille! kann ich da nur sagen, und Oberst Klein sollte sich unter der Anklage Mord vor einem Gericht verantworten müssen. Mal sehen, ob er für die KSK lebenslänglich (Glück!) riskieren würde.
Präsident Karsai hat schon vor geraumer Zeit, ausser sich vor Zorn und Empörung, angemahnt: "Afghan lives should not be regarded as cheap" - auch da ging es um Luftschläge - und und genau das rate ich auch jedem sonst: Rechtfertigen Sie keine rassistischen Massaker mit dem wolkigen Hinweis auf angebliche Staatsräson.
Der Obrigkeit sei zu vertrauen, sie wisse, was richtig sei, selbst wenn dafür Menschen mit ihrem Leben bezahlen müssen: Sie müssen nicht bis 1914 zurück, um zu erkennen, dass das schon seit weit mehr als 1000 Jahren falsch ist.
Ehrlich, ich kann Ihnen nicht folgen.
Zitat:
"Haben da einige gemerkt, dass wir verdammt aufpassen müssen, nicht in eine Situation reinzukommen, wie sie in der Welt zuletzt vor 1914 gegeben war?"
Also in einen zentraleuropäischen Konflikt, ausgelöst durch die immer stärker kollidierenden Partikularinteressen ausgelaugter Adelskasten ?
Sie reden wirr...
Verzeihen Sie mir, dass ich Ihre Abstraktionsfähigkeit überfordert habe.
Strukturell spielt sich gerade in Zentralasien ab, was der europäischen Situation vor 1914 nicht unähnlich ist.
Afghanistan übernimmt da die "Rolle" des Balkans.
Und Ihre "ausgelaugten Adelskasten" können wir mal mit "afghanisch/pakistanische Stammesfürsten" übersetzen.
Verzeihen Sie mir, dass ich Ihre Abstraktionsfähigkeit überfordert habe.
Strukturell spielt sich gerade in Zentralasien ab, was der europäischen Situation vor 1914 nicht unähnlich ist.
Afghanistan übernimmt da die "Rolle" des Balkans.
Und Ihre "ausgelaugten Adelskasten" können wir mal mit "afghanisch/pakistanische Stammesfürsten" übersetzen.
Verzeihen Sie mir, dass ich Ihre Abstraktionsfähigkeit überfordert habe.
Strukturell spielt sich gerade in Zentralasien ab, was der europäischen Situation vor 1914 nicht unähnlich ist.
Afghanistan übernimmt da die "Rolle" des Balkans.
Und Ihre "ausgelaugten Adelskasten" können wir mal mit "afghanisch/pakistanische Stammesfürsten" übersetzen.
Genau das hatte ich gehofft - man muss nicht die Bild lesen, um ...
Es ist zu befürchten (ja!), dass die überraschend verkündeten Abzugspläne eine Beruhigungsmaßnahme für Bürger und Presse sind.
Ihr jetziger Artikel zeigt, dass man - allem gesunden Menschenverstand nach - auf der Regierungsbank einen Kentnisstand hat, der pures Gift ist.
Bitte bleiben Sie am Thema!
Alles Gute
Kai Hamann
Das das KSK vor Ort war, ist doch nichts dramatisches. Es zeigt bestenfalls, daß die BW bis heute nicht in der Lage ist, Kampftruppen als geschlossenen Verband in einen Einsatz zu schicken. Jedes Fallschirmjagerbataillon hat eine Kommandokompanie. Jäger- und Gebirgsjäger sind für Jagdkommandos ausgebildet und ausgerüstet. Aber genau solche Bataillone wurden massiv abgerüsten. Die BW hat nur noch eine geringe infanteristische Komponente und ist daher alleine Aufgrund ihrer Struktur für solche Einsätze nicht geeignet.
Bomben ins Ziel zu leiten, ist nicht viel anders als die Artillerie (die wir auch nicht in Afg haben) ins Ziel zu leiten. Jeder Offizier der Kampftruppen lernt das in seiner Ausbildung.
Der Oberst hat mil. angemessen gehandelt! Bevor man das Leben auch nur eines eigenen Soldaten riskiert, setzt man alle zur Verfügung stehenden Mittel ein. Da ist der Einsatz von Fliegerbomben die erste Wahl. Seine Fehler waren: Die Abgabe mehrerer unwahrer dienstlicher Meldungen und das Nichtbefolgen eines Befehls (Handlungsrichtlinien ISAF). Außerdem hat er den Einsatz eigener Aufklärung (Spähtrupp)versäumt.
Sich nur auf einen Informanten zu verlassen und das in dieser Info-Kette? Stille Post läßt grüßen! Der Oberst hatte Informationen von jemanden, der die Info von jemanden hatte, der die Info von jemanden hatte! Genausogut hätte er seine Info auch aus der BILD nehmen können!
Das so viele vom KSK dort waren; nun ja: auf einen kämpfenden Soldaten kommen 5 Kampfunterstützer.
Dem ersten Teil Ihres Kommentars kann ich voll zustimmen. Die Bundeswehr hat jahrzehntelang die Umrüstung auf schweres Gerät praktiziert und diese Tradition auch beibehalten, als angesichts der Einsätze in Bosnien, Kosovo und erst recht Afghanistan absehbar war, dass der Bedarf für leichte Infanterie eher steigt als sinkt. Umgekehrt traut man sich angesichts des erwarteten Medienechos auch nicht, die schweren Waffen nach Afghanistan zu verlegen. Dass Spezialkräfte und Luftschläge zum Schutz der eigenen Kräfte eingesetzt werden folgt daher schon allein aus der verfügbaren Ausrüstung. Dies hat der Autor des Artikels verkannt und liegt damit ebenso daneben wie die Bevölkerungsmehrheit, die mangels besseren Wissens glaubt, dass man allein mit Brunnen Bohren und Schulen Bauen ein Land befrieden kann.
Oberst Klein hätte die Zuverlässigkeit seiner Informationen selbst hinterfragen müssen, dass er diese für zutreffend hielt liegt, zumal er nicht einmal versucht hat, seine Vorgesetzten in die Entscheidung einzubeziehen, in seiner Verantwortung - die Missachtung der Einsatzbefehle sowieso. Ihre Einschätzung, dass Klein mil. angemessen gehandelt hat, teile ich nicht. Er ist militärischer Logik aber auch Falschinformationen gefolgt und hat zum Einen Fußvolk der Taliban, zum Anderen aber auch die viel wichtigere Akzeptanz der Bevölkerung für die eigenen Truppen abgeschossen. Dies schadet dem strategischen Ziel der Befriedung des Landes und ist daher unangemessen.
Kompliment. Ihr Kommentar trifft voll ins Schwarze. Der eigentliche, sprich: öffentliche Skandal sind doch die zivilen Opfer der Aktion. Die wurden allerdings nicht nur durch individuelle Fehler eines Oberst, sondern auch durch eine unzureichende Strategie, letztlich durch Fehler der politischen Führung mit verursacht.
Der politische und strategische Kardinalfehler besteht darin, Soldaten in einen Krieg zu schicken, in dem sie nicht wie im Krieg, sprich: der Lage angemessen, agieren dürfen - weil nämlich der Krieg, "kriegsähnliche Zustände" hin oder her, eben doch kein Krieg sein darf (Typisch Politik!).
Zu dem der Lage angemessenen Handeln fehlen die Kräfte, die Mittel und (da an der sog. Infanterieschule Hammelburg, ehemals Kampftruppenschule I, heute besser: Polizeischule, jetzt schwerpunktmäßig "Checkpoint" geübt wird) möglicherweise auch das militärische Know-how.
Um das Risiko ziviler Opfer zu vermeiden, wäre die angemessene militärische Reaktion nicht die Anforderung von Bombern (The American Way of Fighting), sondern der Einsatz eines Jagdkommmandos gewesen (Sowas haben wir zu Zeiten der Heeresreform III noch geübt). By the way: Bei Einsatz gut ausgebildeter Profis wäre im konkreten Fall auch das Risiko eigener Verluste beherrschbar gewesen. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens das KSK heute noch in der Lage ist, einen solchen Auftrag erfolgreich, d.h. auch ohne eigene Verluste, auszuführen, obwohl es dazu eigentlich gar keiner Spezialkräfte bedarf.
Dem ersten Teil Ihres Kommentars kann ich voll zustimmen. Die Bundeswehr hat jahrzehntelang die Umrüstung auf schweres Gerät praktiziert und diese Tradition auch beibehalten, als angesichts der Einsätze in Bosnien, Kosovo und erst recht Afghanistan absehbar war, dass der Bedarf für leichte Infanterie eher steigt als sinkt. Umgekehrt traut man sich angesichts des erwarteten Medienechos auch nicht, die schweren Waffen nach Afghanistan zu verlegen. Dass Spezialkräfte und Luftschläge zum Schutz der eigenen Kräfte eingesetzt werden folgt daher schon allein aus der verfügbaren Ausrüstung. Dies hat der Autor des Artikels verkannt und liegt damit ebenso daneben wie die Bevölkerungsmehrheit, die mangels besseren Wissens glaubt, dass man allein mit Brunnen Bohren und Schulen Bauen ein Land befrieden kann.
Oberst Klein hätte die Zuverlässigkeit seiner Informationen selbst hinterfragen müssen, dass er diese für zutreffend hielt liegt, zumal er nicht einmal versucht hat, seine Vorgesetzten in die Entscheidung einzubeziehen, in seiner Verantwortung - die Missachtung der Einsatzbefehle sowieso. Ihre Einschätzung, dass Klein mil. angemessen gehandelt hat, teile ich nicht. Er ist militärischer Logik aber auch Falschinformationen gefolgt und hat zum Einen Fußvolk der Taliban, zum Anderen aber auch die viel wichtigere Akzeptanz der Bevölkerung für die eigenen Truppen abgeschossen. Dies schadet dem strategischen Ziel der Befriedung des Landes und ist daher unangemessen.
Kompliment. Ihr Kommentar trifft voll ins Schwarze. Der eigentliche, sprich: öffentliche Skandal sind doch die zivilen Opfer der Aktion. Die wurden allerdings nicht nur durch individuelle Fehler eines Oberst, sondern auch durch eine unzureichende Strategie, letztlich durch Fehler der politischen Führung mit verursacht.
Der politische und strategische Kardinalfehler besteht darin, Soldaten in einen Krieg zu schicken, in dem sie nicht wie im Krieg, sprich: der Lage angemessen, agieren dürfen - weil nämlich der Krieg, "kriegsähnliche Zustände" hin oder her, eben doch kein Krieg sein darf (Typisch Politik!).
Zu dem der Lage angemessenen Handeln fehlen die Kräfte, die Mittel und (da an der sog. Infanterieschule Hammelburg, ehemals Kampftruppenschule I, heute besser: Polizeischule, jetzt schwerpunktmäßig "Checkpoint" geübt wird) möglicherweise auch das militärische Know-how.
Um das Risiko ziviler Opfer zu vermeiden, wäre die angemessene militärische Reaktion nicht die Anforderung von Bombern (The American Way of Fighting), sondern der Einsatz eines Jagdkommmandos gewesen (Sowas haben wir zu Zeiten der Heeresreform III noch geübt). By the way: Bei Einsatz gut ausgebildeter Profis wäre im konkreten Fall auch das Risiko eigener Verluste beherrschbar gewesen. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens das KSK heute noch in der Lage ist, einen solchen Auftrag erfolgreich, d.h. auch ohne eigene Verluste, auszuführen, obwohl es dazu eigentlich gar keiner Spezialkräfte bedarf.
"Welcher afghanische BND-Mitarbeiter hat vor dem Angriff auf den Tanklastzug den deutschen Offizieren die Informationen übermittelt? Falls er im Bürgerkrieg tschadschiker oder usbekischer Kämpfer war, kann man von einer Hinrichtung der Paschtunen ausgehen. Das erklärt auch, warum die Kampfbomber in Kundus keine Warnschüsse neben den Tanklastzug feuerten."
Quelle:
http://www.themen-der-zei...
koennte man im sinne von vereinfachung und transparenz nicht so verfahren, dass die dienstplaene des ksk demnaechst per rundschreiben an presse, newsletterabonennten und die personaleinsatzplaner der taliban gehen? derartige einsaetze sollten wenigstens ansatzweise vorab mit den jeweiligen gegnern abgestimmt werden. was dabei herauskommt, wenn jemand in eigenregie und ohne vorherige konsultation der beteiligten nichtkriegspartner vor sich hin kaempft, sieht man ja an dem aktuellen kunduschaos. einem nichtkriegsgegner einfach bomben auf den kopf zu werden, ohne ihn vorab zu informieren, ist nun wirklich mehr als vorzeitlich.
sinnvoll waere auch die ausgabe eines fragebogens an die beteiligten gegner, um feedback bez. der laufenden einsaetze zu erhalten (wie fanden sie unseren angriff? was koennen wir in zukunft besser machen? etc.).
optimal aber waere der erlass einer nichtkriegsdurchfuehrungsverordnung, die nach ausgiebigen beratungen und durchlaufen der zustaendigen gremien rechtzeitig zum 10 jaehrigen jubilaeum des abzugs der bundeswehr aus afghanistan in kraft treten koennte.
allerdings wuerde ich noch einen schritt weitergehen. man sollte vor dem einsatz talibanbeobachter anordnen, damit sie waehrend des einsatzes in echtzeit aenderungen vornehmen koennen. dadurch wird nicht nur die ausfuehrung des bundeswehr verbessert, sondern auch der diplomatischer dialog mit der taliban. schliesslich koennen sich die zweiten nicht mehr beschweren, dass sie etwas nicht so gekriegt haben, wie sie es gerne haetten.
allerdings wuerde ich noch einen schritt weitergehen. man sollte vor dem einsatz talibanbeobachter anordnen, damit sie waehrend des einsatzes in echtzeit aenderungen vornehmen koennen. dadurch wird nicht nur die ausfuehrung des bundeswehr verbessert, sondern auch der diplomatischer dialog mit der taliban. schliesslich koennen sich die zweiten nicht mehr beschweren, dass sie etwas nicht so gekriegt haben, wie sie es gerne haetten.
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