Terror im Irak Bombenserie erschüttert Luxus-Hotels in Bagdad

Die Ruhepause währte nur kurz: In der irakischen Hauptstadt explodierten zeitgleich drei Autobomben vor internationalen Hotels. Mindestens 38 Menschen wurden getötet.

Anschläge in Bagdad: Drei Hotels wurden von Autobomben getroffen

Anschläge in Bagdad: Drei Hotels wurden von Autobomben getroffen

In der irakischen Hauptstadt Bagdad gab es erneut eine Serie gezielter Autobomben-Anschläge. Betroffen waren die drei internationalen Hotels Palestine-Meridien, Al-Hamra und Babylon-Oberoi. Alle drei liegen in verschiedenen Stadtvierteln und außerhalb der sogenannten Grünen Zone.

Wie die Polizei mitteilte, wurden zunächst 74 Verletzte gezählt. Mindestens 38 Menschen sollen getötet worden sein. Andere Quellen gehen von einer weitaus höheren Opferzahl aus. Nach Angaben von General Kassim Atta wurden alle Anschläge von Selbstmordattentätern verübt. Noch bekannte sich niemand zu der Bombenserie.

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Irakische Fernsehstationen zeigten Bilder von zerstörten Betonwänden und ausgebrannten Autowracks. Augenzeugen hörten die Sirenen von Rettungsfahrzeugen. Die Bombenschutz-Mauern sollen wie Domino-Steine umgefallen sein. Diese meterhohen Betonmauern schützen zahlreiche Objekte in Bagdad.

In den Luxus-Herbergen wohnen und arbeiten etliche Medienvertreter. Zahlreiche Unternehmen haben dort ihre Büros eingerichtet. Das Hotel Babylon wird vor allem von irakischen Reisenden besucht und war einige Male Tagungsort von Regierungsbehörden. Das Palestine-Meridien wurde erst vor Kurzem wieder in Betrieb genommen und wird auch von Anbietern von Abenteuerreisen gebucht.

Die Sicherheitslage in der irakischen Hauptstadt gilt als prekär, nachdem die irakischen Sicherheitskräfte vor zwei Wochen Hunderte Kilogramm Sprengstoff gefunden und 25 mutmaßliche Terroristen festgenommen hatten. Darüber hinaus finden in anderthalb Monaten die Parlamentswahlen statt. Beobachter rechnen mit verstärkten terroristischen Aktivitäten von fundamentalistischen sunnitischen Gruppen, die Wahlen grundsätzlich ablehnen.

Bereits in den vergangenen Monaten kam es in Bagdad wiederholt zu Serien von Anschlägen. Am 19. August kamen durch die Explosion von zwei Lastwagen, die mit Sprengstoff gefüllt waren, am Außen- und Finanzministerium 106 Menschen ums Leben, 600 wurden verletzt. Am 25. Oktober zielten die Attentäter auf das Justizministerium, es gab 153 Tote und mehr als 500 Verletzte. Am 8. Dezember wurden fünf Anschläge verübt, bei denen 127 Menschen ums Leben kamen und 448 verletzt wurden. Ministerpräsident Nouri al-Maliki machte für die vorangegangenen Anschlagserien Anhänger Saddam Husseins und Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida verantwortlich.

 
Leser-Kommentare
    • hannam
    • 25.01.2010 um 18:25 Uhr

    Das sind die Folgen der amerikanischen Bombardierungen.
    Was maßen sich diese Besatzer alles noch an? Wie kann ein Staat so gottvergessen die Welt zusammenbomben und sich noch positionieren?
    Außer Töten kann Amerika nichts mehr.
    [ Entfernt: Bitte verzichten Sie auf angreifende Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
    http://german.irib.ir/ind...

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