Beziehungen China protestiert gegen US-Waffen für Taiwan
Neue Spannungen zwischen China und den USA: Washington unterstütze Taiwan mit einer milliardenschweren Waffenlieferung. Peking sieht dadurch seine Sicherheit gefährdet.
© John Moore/Getty Images

Teil der US-Waffenlieferung sind auch Kampfhubschrauber
Die chinesische Regierung hat gegen Pläne der USA protestiert, Waffen an Taiwan zu liefern. Ein solches Geschäft würde den Beziehungen "schweren Schaden zufügen", hieß es in einer in Peking verbreiteten Erklärung von Vizeaußenminister He Yafei, die auch dem US-Botschafter in China übermittelt wurde. Das geplante Waffengeschäft werde "negative Auswirkungen auf vielen wichtigen Gebieten des Austauschs und der Zusammenarbeit beider Länder" haben.
Damit bekennt sich diese Regierung klar dazu, Taiwan mit den Verteidigungssystemen zu versorgen, die es braucht.
US-Außenamtssprecher Philip Crowley
Aus Protest hat China auch die militärischen Kontakte zu Washington eingefroren. "China hat beschlossen, die geplanten gegenseitigen Besuche der chinesischen US-Streitkräfte abzusagen, als Reaktion auf die Pläne Washingtons", meldete die Staatsagentur Xinhua. Zuvor hatte es in der Protestnote geheißen, dass Taiwan ein "integraler Bestandteil" Chinas sei. Die US-Regierung müsse ihre "irrigen Entscheidungen" zurücknehmen. Die Planungen Washingtons gefährdeten die Sicherheit Chinas und beschädigten die Bemühungen um eine "friedliche Wiedervereinigung".
Nach Ansicht Pekings würde Washington mit der Lieferung gegen ein Abkommen von 1982 verstoßen, in dem es seine Bereitschaft zu einer "schrittweisen Reduzierung der Waffenverkäufe an Taiwan" bekundet habe. Bereits 2008 hatte China nach einem ähnlichen Waffengeschäft zwischen Washington und Taipeh die militärischen Kontakte zum US-Militär
vorübergehend eingefroren.
Am Freitag hatte das Pentagon dem Kongress in Washington mitgeteilt, dass die geplante Lieferung unter anderem 60 Kampfhubschrauber, Raketen gegen Ziele auf See und an Land sowie Raketenabwehrsysteme umfasse. Die Waffen haben einen Wert von 6,4 Milliarden Dollar, das entspricht knapp 4,6 Milliarden Euro. "Damit bekennt sich diese Regierung klar dazu, Taiwan mit den Verteidigungssystemen zu versorgen, die es braucht", sagte Außenamtssprecher Philip Crowley. Taipeh habe das Angebot aber noch nicht akzeptiert.
Peking sieht in Taiwan seit der Revolution von 1949 eine abtrünnige chinesische Provinz und hat damit gedroht, die Insel gewaltsam wieder einzugliedern. Die USA hatten sich 1979 in einem Gesetz verpflichtet, Taiwan in Verteidigungsfragen zu unterstützen. Die jetzt diskutierte Waffenlieferung wurde von Obamas Vorgänger George W. Bush in die Wege geleitet und ist das erste Waffengeschäft der Obama-Regierung mit Taiwan.
Zuletzt hatte die Lieferung von amerikanischer Waffentechnik an Taiwan 2008 die Beziehungen zwischen Peking und der Regierung des damaligen Präsidenten George W. Bush belastet. China hatte daraufhin die militärischen Kontakte zwischenzeitlich abgebrochen.
- Datum 30.01.2010 - 11:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 73
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...gegen Pläne der USA protestiert, Waffen an Taiwan zu liefern."
Sie sollten sich da nicht so haben. Immerhin liefert man keine Waffen an die Uiguren und Tibeter, die ja auch gerne frei wären.
Das ich nicht lache. China sieht seine Sicherheit gefährdet?!
Die Chinesen besitzten definitiv Humor.
Sollte sich Taiwan eines Tages unabhängig erklären, droht Prügel aus Peking, obwohl die große Mehrheit der Taiwaner sich nicht zu China angehörig fühlen.
6 4000 Millionen Dollar für Tötungs-Mittel können - völlig ohne Spenden -
aufgebracht werden. Es müssen auch nicht 3 (Ex-)US-Präsidenten
und Prommis in Spenden-Galas zu Spendenaufrufen aktiviert werden !
Für Haiti muss für Über-Lebens-Mittel gespendet werden.
Ver-rückte Welt !?? Achten Sie bitte rechts neben dem Artikel auf den Spendenaufruf !
Da ist wohl eine Null zuviel reingerutscht.
6,4 Mrd = 6400 Mio
Ansonsten bin ich echt gespannt, wann China sich so mächtig fühlt, dass sie Taiwan angreifen.
Da ist wohl eine Null zuviel reingerutscht.
6,4 Mrd = 6400 Mio
Ansonsten bin ich echt gespannt, wann China sich so mächtig fühlt, dass sie Taiwan angreifen.
Wäre es nicht an der Zeit, daß der Westen in einer konzertierten Aktion normale diplomatische Beziehungen zu Taiwan aufnimmt?
Das Regime in Peking würde beleidigt lamentieren, wie immer, wenn andere nicht nach seiner Pfeife tanzen -- aber das geht vorüber.
Es kann doch wohl nicht sein, daß immer noch ein Volk unter der ständigen Verheißung leben muß, erobert zu werden. Dagegen sollte die Weltgemeinschaft zusammenstehen.
... die wirtschaftliche Bedeutung Chinas größer ist als Taiwans, wird das nicht passieren.
So es dürfte jetzt ca. 20 Uhr in China sein. Mal sehen, wann die ersten chinesischen Propagandisten hier aufschlagen...
...Werte geht und jeder Angst hat etwas zu tun, das die Wirtschaft stört und ein materieller Wert nicht genügend offensichtlich ist, um das Publikum zu begeistern, wird man die Amerikaner wieder alleine im Regen stehen lassen. Viele nennen es nicht Feigheit und hören das Wort "Free Rider" nicht gerne. Leider ist es hier ein Fall von beidem, wenn man nicht auch für Taipeh eintritt. Von den Amerikanern erwartete man ja schließlich auch, dass sie einen in Berlin beschützten.
...gab es bis 1971, als die UN-Resolution 2758 verabschiedet wurde. Es ist mir nicht bekannt, dass dies gegen den Willen der USA geschah. Auch in jüngerer Zeit haben die USA oder die EU niemals die Unabhängigkeit Taiwans unterstützt.
Es liegt auf der Hand, dass es bei den Waffenlieferungen an Taiwan nicht um die altruistische Unterstützung freiheitsliebender Menschen geht (sowas könnte man überall auf der Welt haben, ohne sich dafür mit einer Großmacht anlegen zu müssen), sondern darum, der VR ein bisschen vors Schienbein zu treten bzw. sie an dieser Front in Schach zu halten. So realistisch muss man das schon sehen...
... die wirtschaftliche Bedeutung Chinas größer ist als Taiwans, wird das nicht passieren.
So es dürfte jetzt ca. 20 Uhr in China sein. Mal sehen, wann die ersten chinesischen Propagandisten hier aufschlagen...
...Werte geht und jeder Angst hat etwas zu tun, das die Wirtschaft stört und ein materieller Wert nicht genügend offensichtlich ist, um das Publikum zu begeistern, wird man die Amerikaner wieder alleine im Regen stehen lassen. Viele nennen es nicht Feigheit und hören das Wort "Free Rider" nicht gerne. Leider ist es hier ein Fall von beidem, wenn man nicht auch für Taipeh eintritt. Von den Amerikanern erwartete man ja schließlich auch, dass sie einen in Berlin beschützten.
...gab es bis 1971, als die UN-Resolution 2758 verabschiedet wurde. Es ist mir nicht bekannt, dass dies gegen den Willen der USA geschah. Auch in jüngerer Zeit haben die USA oder die EU niemals die Unabhängigkeit Taiwans unterstützt.
Es liegt auf der Hand, dass es bei den Waffenlieferungen an Taiwan nicht um die altruistische Unterstützung freiheitsliebender Menschen geht (sowas könnte man überall auf der Welt haben, ohne sich dafür mit einer Großmacht anlegen zu müssen), sondern darum, der VR ein bisschen vors Schienbein zu treten bzw. sie an dieser Front in Schach zu halten. So realistisch muss man das schon sehen...
... die wirtschaftliche Bedeutung Chinas größer ist als Taiwans, wird das nicht passieren.
So es dürfte jetzt ca. 20 Uhr in China sein. Mal sehen, wann die ersten chinesischen Propagandisten hier aufschlagen...
Ja, die Chinesen schlottern förmlich vor Angst, dass die Taiwanesen demnächst mit dem abgebrauchten Waffenmüll der Amerikaner das Festland zurückerobern. Aber bitte nicht! Der komplette Charme Taiwans würde verlorengehen, wenn diese kleine Insel wieder Teil einer Weltmacht würde. Politische Bedeutungslosigkeit formt sympathische Staaten. Aber liebe Festlandschinesen, fürchtet euch nicht. Ich habe hier in Taiwan bisher niemanden getroffen, der China erobern wollte. Es möchte aber auch niemand hier Teil eines von der kommunistischen Partei regierten Landes sein. Taiwan ist China, das akzeptier ich, aber es war niemals kommunistisch. Nicht ein einziges Mal in seiner Geschichte. Und zurückgegeben wurde diese Insel 1945 an die Republik China, immer noch fleissig am regieren.
@ Einstein-Fan: 6,4 Milliarden für defensive Waffen, die ihre Investition schon wert sind, wenn man bedenkt, was sie verteidigen könnten. Taiwan ist einzigartig in seiner Entwicklung und es gibt kaum einen Flecken Erde, dessen Entwicklung vergleichbar wäre. Hier herrscht eine angenehme Mischung allmöglicher Einflüsse (China, Japan, westliche Welt), und weil Taiwanesen das Geld nicht nur für Waffen abdrücken, helfen sie zurzeit auch unglaublich fleissig in Haiti, einem der wenigen Länder, die die Republik China anerkennen. Auf die Größe des Landes bezogen ist die Hilfe sehr großzügig.
Ja, die Chinesen schlottern förmlich vor Angst, dass die Taiwanesen demnächst mit dem abgebrauchten Waffenmüll der Amerikaner das Festland zurückerobern. Aber bitte nicht! Der komplette Charme Taiwans würde verlorengehen, wenn diese kleine Insel wieder Teil einer Weltmacht würde. Politische Bedeutungslosigkeit formt sympathische Staaten. Aber liebe Festlandschinesen, fürchtet euch nicht. Ich habe hier in Taiwan bisher niemanden getroffen, der China erobern wollte. Es möchte aber auch niemand hier Teil eines von der kommunistischen Partei regierten Landes sein. Taiwan ist China, das akzeptier ich, aber es war niemals kommunistisch. Nicht ein einziges Mal in seiner Geschichte. Und zurückgegeben wurde diese Insel 1945 an die Republik China, immer noch fleissig am regieren.
@ Einstein-Fan: 6,4 Milliarden für defensive Waffen, die ihre Investition schon wert sind, wenn man bedenkt, was sie verteidigen könnten. Taiwan ist einzigartig in seiner Entwicklung und es gibt kaum einen Flecken Erde, dessen Entwicklung vergleichbar wäre. Hier herrscht eine angenehme Mischung allmöglicher Einflüsse (China, Japan, westliche Welt), und weil Taiwanesen das Geld nicht nur für Waffen abdrücken, helfen sie zurzeit auch unglaublich fleissig in Haiti, einem der wenigen Länder, die die Republik China anerkennen. Auf die Größe des Landes bezogen ist die Hilfe sehr großzügig.
Auch Hongkong und Macao waren und sind nicht kommunistisch. Nicht ein einziges Mal in ihren Geschichten. Sie sind Teile von China, das von den UN akzeptiert ist. Ob du akzeptierst oder nicht, ist völlig egal.
Auch Hongkong und Macao waren und sind nicht kommunistisch. Nicht ein einziges Mal in ihren Geschichten. Sie sind Teile von China, das von den UN akzeptiert ist. Ob du akzeptierst oder nicht, ist völlig egal.
Nachdem die Kommunisten 1949 nach einem Bürgerkrieg gegen die Guomingdang-Partei die Volksrepublik China ausriefen, floh die Guomingdang mit seinen Anhängern auf die Insel Taiwan und bauten sich ihren eigenen Staat auf. Nach Jahren einer Entwicklungsdiktatur entwickelte sich die Insel in einem friedlichen prozess zu einer Demokratie, die man heute mit deren westlicher Staaten vergleichen kann. Bis vor einigen jahren war Taiwan auch in der UNO, wurde dann allerdings rausgeschmissen. Warum? Stellt sich die Frage. Wegen China. es betreibt nämlich die sogenannte Ein-China-Politik, heißt: Es gebe nur ein völkerrechtliches China, und das sei die Volksrepublik.
Das demokratische Taiwan wird geächtet, der repressive Staat China hofiert. Und das alles nur dem lieben Gelde wegen, denn: Die Volksrepubli ist wirtschaftliche einfach viel wichtiger für die meisten Staaten der Welt geworden. Annerkannt wird Taiwan lediglich von den USA und einigen Entwicklungsländern, deren Unterstützung sich Taiwan durch Aufbauhilfe und Spenden erkauft. Nachdem China Taiwan nun mit einer militärischen Invasion bedroht ist es doch ganz verständlich, das Taiwan sich schützen will. Und Gott sei Dank unterstützen die Vereinigten Staaten die kleine Inselrepublik!
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