Deutsch-israelisches Verhältnis Israels Kabinett zu Gast bei Freunden

Benjamin Netanjahu und seine Minister besuchen die Bundesregierung. Aller Gemeinsamkeiten zum Trotz bringen sie auch einige ungeliebte Forderungen mit.

Der Protest der Kameramänner und Fotografen nutzte wenig. Als Angela Merkel am Montagmorgen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu empfing, nahm sie ihren Amtskollegen ganz vertraut am Arm und führte ihn an den Ehrenposten der Bundeswehr vorbei in das Kanzleramt hinein. Die beiden Regierungschefs wollten ihre Konsultationen hinter verschlossenen Türen beginnen und ließen den Journalisten kaum Zeit für rasche Aufnahmen.

Kurz zuvor hatte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen israelischen Amtskollegen Ehud Barak ebenfalls im Kanzleramt empfangen und über den roten Teppich geführt. Beide standen dann im Foyer von Merkels Dienstsitz, scherzten und lachten gemeinsam mit der Kanzlerin und warteten auf Netanjahu. Auch als am Mittag das sogenannte Familienfoto der beiden Kabinette gemacht wurde, war die Stimmung ausgezeichnet.

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Zum ersten Mal tagten die israelische und die deutsche Regierung gemeinsam in Berlin. Sicherheits- und Außenpolitik bestimmten die Tagesordnung bei den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen. Beide Kabinette wollten über den zum Erliegen gekommenen Friedensprozess in Nahost, einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten und das iranische Atomprogramm diskutieren.

Benjamin Netanjahu sprach hinterher von einem sehr produktiven und freundschaftlichen Treffen. Auch Merkel war zufrieden mit den Gesprächen zwischen beiden Kabinetten. Vor allem in den Bereichen Umweltschutz, Bewässerung und Entwicklungshilfe seien Kooperationen vereinbart worden.

Gemeinsam besuchten die Minister das Holocaust-Denkmal in Berlin. „Es ist ein Glück, darf ich heute für meine Generation sagen, dass wir so eng mit einer israelischen Regierung kooperieren können“, sagte Merkel. Und Netanjahu ergänzte, dass es 65 Jahre nach dem Holocaust eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Ländern gebe.

Im März 2008 hatten Angela Merkel und sieben deutsche Minister Jerusalem besucht und eine gemeinsame Kabinettsrunde veranstaltet. Damals vereinbarten die Regierungen, sich nun jährlich mit allen Ministern zu treffen. 22 Monate später und nach Regierungswechseln in Berlin und Israel war es nun so weit. Netanjahu kam mit sieben Ministern nach Deutschland, darunter auch Außenminister Avigdor Lieberman.

Mit den Nachbarn aus Frankreich und Polen pflegt Deutschland bereits eine solch enge Zusammenarbeit, ebenso mit Russland. Mit Israel sind die gemeinsamen Kabinetts-Beratungen eine Neuerung, die belegt, wie eng das deutsch-israelische Verhältnis heute ist. Deutschlands uneingeschränkte Solidarität gegenüber Israel stellt eine wesentliche Konstante in der Außenpolitik dar und hat die Bundesregierung neben den USA zum wichtigsten Bündnispartner Israels gemacht.

Leser-Kommentare
    • phima
    • 18.01.2010 um 19:46 Uhr

    ... die ueblichen antisemitischen, verzeihung ich wollte sagen israelkritischen Kommentare unserer progressiven Mitbuerger?
    [Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv]

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    Beim löcken immer schön gut festhalten am Rockzipfel und in Deckung bleiben hinter Mama Zensor.

    Ich denke mal die sind gerade ein paar Runden laufen, damit sie hier im Forum nicht explodieren und ihre verleumderische Gleichstellung von Konstruktivem und Destruktivem per simpelster Logik in Fetzen reißen.

    Und da ich gerade zurück bin, fang ich auch direkt mal an:
    Der Artikel ist schon darauf angelegt, im aufgeklärten Leser Wut zu erzeugen. "...nahm sie ihren Amtskollegen ganz vertraut am Arm...", "...scherzten und lachten gemeinsam..." und "war die Stimmung ausgezeichnet" sind nur Auszüge, die darauf hinweisen, wie toll ein Treffen sein kann, obwohl Israels Politik jegliches Fairnessgefühl mit Füßen tritt.
    Ich war vergangenes Jahr im nahen Osten und habe einen dänischen Aktivisten im Krankenhaus besucht, der von einer israelischen Tränengasgranate am Kopf getroffen wurde, weil er sich schützend vor einen Palästinenser stellte. Das Opfer liegt übrigens im Koma, weil die israelischen Soldaten ihre Geschosse nicht im hohen Bogen in die Menge schießen, sondern geradewegs und gezielt auf Menschen - einen Prozess oder wenigstens eine Entschuldigung hat es nicht gegeben.

    Mit Netanjahu zu scherzen, mag eine diplomatische Meisterleistung sein, aber moralisch ist das Verhalten kaum zu vertreten.

    Beim löcken immer schön gut festhalten am Rockzipfel und in Deckung bleiben hinter Mama Zensor.

    Ich denke mal die sind gerade ein paar Runden laufen, damit sie hier im Forum nicht explodieren und ihre verleumderische Gleichstellung von Konstruktivem und Destruktivem per simpelster Logik in Fetzen reißen.

    Und da ich gerade zurück bin, fang ich auch direkt mal an:
    Der Artikel ist schon darauf angelegt, im aufgeklärten Leser Wut zu erzeugen. "...nahm sie ihren Amtskollegen ganz vertraut am Arm...", "...scherzten und lachten gemeinsam..." und "war die Stimmung ausgezeichnet" sind nur Auszüge, die darauf hinweisen, wie toll ein Treffen sein kann, obwohl Israels Politik jegliches Fairnessgefühl mit Füßen tritt.
    Ich war vergangenes Jahr im nahen Osten und habe einen dänischen Aktivisten im Krankenhaus besucht, der von einer israelischen Tränengasgranate am Kopf getroffen wurde, weil er sich schützend vor einen Palästinenser stellte. Das Opfer liegt übrigens im Koma, weil die israelischen Soldaten ihre Geschosse nicht im hohen Bogen in die Menge schießen, sondern geradewegs und gezielt auf Menschen - einen Prozess oder wenigstens eine Entschuldigung hat es nicht gegeben.

    Mit Netanjahu zu scherzen, mag eine diplomatische Meisterleistung sein, aber moralisch ist das Verhalten kaum zu vertreten.

  1. Beim löcken immer schön gut festhalten am Rockzipfel und in Deckung bleiben hinter Mama Zensor.

    Antwort auf "Wo bleiben denn ..."
  2. Wenn die Beziehung zwischen Israel und Deutschland eine tiefe Freunschaft sein soll, dann muss ich mir Freunde wie Deutschland suchen. Freunde kriechen sich nicht in die Ärsche sondern sagen sich auch mal die Warheit. In diesem Fall, weit gefehlt.

  3. 4. Joggen

    Ich denke mal die sind gerade ein paar Runden laufen, damit sie hier im Forum nicht explodieren und ihre verleumderische Gleichstellung von Konstruktivem und Destruktivem per simpelster Logik in Fetzen reißen.

    Und da ich gerade zurück bin, fang ich auch direkt mal an:
    Der Artikel ist schon darauf angelegt, im aufgeklärten Leser Wut zu erzeugen. "...nahm sie ihren Amtskollegen ganz vertraut am Arm...", "...scherzten und lachten gemeinsam..." und "war die Stimmung ausgezeichnet" sind nur Auszüge, die darauf hinweisen, wie toll ein Treffen sein kann, obwohl Israels Politik jegliches Fairnessgefühl mit Füßen tritt.
    Ich war vergangenes Jahr im nahen Osten und habe einen dänischen Aktivisten im Krankenhaus besucht, der von einer israelischen Tränengasgranate am Kopf getroffen wurde, weil er sich schützend vor einen Palästinenser stellte. Das Opfer liegt übrigens im Koma, weil die israelischen Soldaten ihre Geschosse nicht im hohen Bogen in die Menge schießen, sondern geradewegs und gezielt auf Menschen - einen Prozess oder wenigstens eine Entschuldigung hat es nicht gegeben.

    Mit Netanjahu zu scherzen, mag eine diplomatische Meisterleistung sein, aber moralisch ist das Verhalten kaum zu vertreten.

    Antwort auf "Wo bleiben denn ..."
    • upcno
    • 18.01.2010 um 20:15 Uhr
    5. aha

    "Vor allem in den Bereichen Umweltschutz, Bewässerung und Entwicklungshilfe seien Kooperationen vereinbart worden."

    Wofür kriegen die bei so einer Militarisierungsrate bitte Entwicklungshilfe? Man sollte Israel und Palästina einfach komplett einmauern und sie sich solange die Schädel einhauen lassen bis sie friedlich sind. Das hat in Europa auch funktioniert, war aber nicht schön anzuschauen.

  4. Wow, Staatsräson ist generell schon ein Begriff, der so metaphysisch ist, dass sich damit schon wenig erklären lässt. Aber darauf eine "uneingeschränkte Solidarität" zu gründen, schießt den Vogel wirklich ab.

    Rein vom Muster her sanktionieren Staaten einander, weil irgendein Staat einen anderen bedroht oder Menschenrechte im eigenen Land missachtet. Trotz der mehr als berechtigten Kritik an Sanktionen, mag es ein Mittel sein, um die politische Führung eines Landes (z.B. Iran) zu zähmen. Aber wie kann man Israel waffenbrüderliche Sanktionen gegen einen Feind zusichern, obwohl im Gaza-Streifen unschuldige Kinder aufgrund mangelnder Versorgung sterben. Entweder fehlt mir das Gefühl für Relationen oder abstrakte und konkrete Gefahren stehen wirklich in einem sehr schlechten Vergleichsverhältnis.

    • tower
    • 18.01.2010 um 20:28 Uhr

    wieder nach einem flauen Pflichtprotest gegen den weiteren (Landraub) Siedlungsbau im Westjordanland aus.Auch die nachgewiesenen Kriegsverbrechen im Gazastreifen seiten -unserer Freunde-und die bis heute bestehende Einkesselung der gesammten Bevölkerung im Gaza,wird nicht in Frage gestellt,im Gegenteil ,als Belohnung gibt es 2 Korvetten zum Spottpreis.

  5. Das demokratische Parlament vertritt die Interessen des Volkes nur stellvertretend, idealdemokratisch sogar nur, weil es organisatiorisch nicht anders machbar ist.

    Ich will einen Bürger sehen (der nicht unter rechter Vernunftsabstumpfung leidet), der nach einer 3-4 stündigen Auseinandersetzung mit den Nahost-Fakten Israel noch Kriegsschiffe liefern würde.

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    zeile 1-3 ...

    doch, ist es ... die schweiz lebt es schon seit jahrhunderten vor und es wird immer behauptet, deutschland sei zu groß dafür.

    ist es aber nicht. es käme den "oberen" nur ganz einfach weniger gelegen, weil der mündige bürger dann auf einmal nooooch viel mehr mitzumischen hätte.

    stetes wasser höhlt den stein ...

    zeile 1-3 ...

    doch, ist es ... die schweiz lebt es schon seit jahrhunderten vor und es wird immer behauptet, deutschland sei zu groß dafür.

    ist es aber nicht. es käme den "oberen" nur ganz einfach weniger gelegen, weil der mündige bürger dann auf einmal nooooch viel mehr mitzumischen hätte.

    stetes wasser höhlt den stein ...

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