Flugzeug-Attentat Abdulmutallab war nur der Erste

Der knapp vereitelte Anschlag von Detroit sollte nicht der einzige bleiben. Der Flugzeugbomber behauptet, 20 weitere Muslime seien in Jemen dafür geschult worden.

Die Skizze des Gerichtszeichners zeigt den Angeklagten Umar Farouk Abdulmutallab und Richter Bernard Friedman während der Verhandlung in Detroit

Die Skizze des Gerichtszeichners zeigt den Angeklagten Umar Farouk Abdulmutallab und Richter Bernard Friedman während der Verhandlung in Detroit

Der gescheiterte Flugzeugbomber von Detroit hat seinen Ermittlern von weiteren geplanten Anschlägen berichtet. Wie Umar Farouk Abdulmutallab nach Berichten des Senders CBS News gestand, seien noch 20 weitere Muslime im Jemen für Anschläge nach demselben Muster trainiert worden. Der britische Geheimdienst habe diese Aussagen bestätigt.

Auch als Konsequenz daraus hätten die US-Flugsicherheitsbehörden am vergangenen Wochenende zusätzliche Kontrollmaßnahmen für Flugreisende in die USA erlassen. Seitdem werden sämtliche Passagiere aus 14 besonders terrorverdächtigen Ländern beim Einchecken abgetastet und ihr Handgepäck wird durchsucht. Auf dieser Roten Liste des US-Außenministeriums stehen unter anderem verschiedene arabische Länder sowie Nigeria, das Heimatland von Abdulmutallab.

Der 23-Jährige war am Freitag erstmals einem Richter vorfgeführt worden. Der Gerichtstermin dauerte weniger als fünf Minuten. Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen verlas das Gericht in Detroit die Anklage gegen den mutmaßlichen verhinderten Flugzeugattentäter von Detroit, Umar Farouk Abdulmutallab. Der Nigerianer ist in insgesamt sechs Punkten angeklagt, darunter wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes. Abdulmutallab schwieg vor Gericht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Damit habe sich der Angeklagte für nicht schuldig bekannt, befand der zuständige Richter Mark Randon.

Ein Sprecher des Gerichts, Rod Hansen, beschrieb die Prozedur als "Routine". Abdulmutallab habe ruhig und ohne sichtbare Emotionen gesprochen. Er habe seinen Namen buchstabiert und seinen Bildungsstand erklärt. Auf die Frage des Richters, ob er unter Medikamenten stehe, habe er geantwortet, dass er Schmerzmittel nehme. Seine Anwälte hätten jedoch beteuert, dass er der Anklage folgen könne. Die Rechtsvertreter des Nigerianers hätten keinen Widerspruch dagegen eingelegt, dass Abdulmutallab bis zum Prozessbeginn in Haft bleibt. Andere Zeugen berichteten, Abdulmutallab habe die Anklage mit hängenden Schultern vernommen. Vor dem Gerichtsgebäude hatte sich eine Gruppe von Muslimen mit Spruchbändern und US-Flaggen versammelt, um sich ausdrücklich von Terroraktionen zu distanzieren.

Im Fall eines Schuldspruchs droht Abdulmutallab lebenslange Haft. Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten größeren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schließlich das Hauptverfahren beginnt. Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schließlich auf frischer Tat ertappt worden.

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Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden und dabei selbst Verbrennungen erlitten. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Er war von Mitreisenden überwältigt worden.

Am Donnerstag hatte US-Präsident Barack Obama die Verantwortung für die geheimdienstlichen Pannen im Vorfeld des Attentatsversuchs übernommen. Nach ersten Untersuchungsergebnissen seien die Fehler und Versäumnisse nicht die Schuld einzelner Personen oder Einrichtungen, sondern ein Versagen des gesamten Sicherheitssystems. "Und wenn das System versagt, liegt das in meiner Verantwortung", sagte der Präsident.

Zugleich kündigte er Schritte an, die eine Wiederholung derartig gefährlicher Pannen verhindern sollen. Dabei will der Präsident eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Ausland insbesondere bei der Verbesserung der Kontrollmaßnahmen an den Flughäfen, so beim Screening, dem Durchleuchten an den Sicherheitssperren. Heimatschutzministerin Janet Napolitano will noch in diesem Monat in Spanien mit ihren europäischen Amtskollegen darüber sprechen. 

Der US-Präsident hatte sich außerdem zu einem ersten Untersuchungsbericht der Regierung über die Pannen geäußert. Darin wird herausgestellt, dass genügend Hinweise auf die Planung eines Anschlags durch die Terrororganisation al-Qaida im Jemen und über die  islamistische Radikalisierung von Abdulmutallab vorlagen, um den Anschlagsversuch von vornherein zu verhindern. Die einzelnen Informationen seien aber nicht ausreichend analysiert und  zusammengefügt worden. Abdulmutallab war nach einem Hinweis seines Vaters auf seine Radikalisierung zwar auf eine weiter gefasste Liste gesetzt worden, nicht aber auf die engere "No Fly"-Liste.

Leser-Kommentare
  1. ...ist die Zeichnung schlecht. Sieht aus wie das rumgetucke eines Erstsemesters. Man erkennt zwar eein Potential, aber man muss noch viel lernen..

  2. Die ist nur für Friedensaktivisten und zum Islam konvertierte Promis.

    • Fokko
    • 09.01.2010 um 10:30 Uhr

    Wieso wird einem solchen, relativ unwichtigen Vorgang in einem eigentlich uninteressanten, ja eher lächerlichen Fall derartiges mediales Interesse entgegen gebracht?

    Damit man sieht, wie wichtig der Kampf gegen den Terror und wie berechtigt die unerträglichen Eingriffe in unsere Bürgerlichen Rechte und Freiheiten sein sollen?

    Fokko vom Fantasy-Blog/Selbstversorger-Blog
    -------------------------------------------
    http://fokko.wordpress.com/
    http://selbstversorger-bl...

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    • TDU
    • 09.01.2010 um 16:56 Uhr

    Dann hätte der Passagier den besser verbrennnen lassen mit möglicherweise tödlichen Folgen für 300 Passiere. Hätte dann die Nachricht ein Gewicht? Vermutlich auch nicht, denn der Täter wäre ja umgekommen.

    • TDU
    • 09.01.2010 um 16:56 Uhr

    Dann hätte der Passagier den besser verbrennnen lassen mit möglicherweise tödlichen Folgen für 300 Passiere. Hätte dann die Nachricht ein Gewicht? Vermutlich auch nicht, denn der Täter wäre ja umgekommen.

    • bediko
    • 09.01.2010 um 10:35 Uhr

    Ich bin ja nicht eigentlich kompetent, in dieser Sache etwas zu sagen, aber mein Vorurteil flüstert mir ein, dass lebenslange Vollpension in den USA im Vergleich zum Leben in der Heimat gar nicht mal so unattraktiv ist. Aber mit den 72 Jungfrauen wird's wohl nichts.

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    das mit den Jungfrauen ist so abgegriffen...Habe das Gefühl, es sind die Menschen, die sich für sich selbst soundsoviele Jungfrauen wünschen, die so etwas dann den anderen vorwerfen.

    in der US vollpansion.

    nun ja. kommt auf die auslegung des wortes jungfrau an.

    >"dass lebenslange Vollpension in den USA im Vergleich zum Leben in der Heimat gar nicht mal so unattraktiv ist."

    Nur dass das kein armer Junge aus irgendeinem Slum ist, sondern ein stinkreiches Millionärssöhnchen. Ich fürchte, der wird in den nächsten Jahrzehnten seinen Gott noch brauchen

    das mit den Jungfrauen ist so abgegriffen...Habe das Gefühl, es sind die Menschen, die sich für sich selbst soundsoviele Jungfrauen wünschen, die so etwas dann den anderen vorwerfen.

    in der US vollpansion.

    nun ja. kommt auf die auslegung des wortes jungfrau an.

    >"dass lebenslange Vollpension in den USA im Vergleich zum Leben in der Heimat gar nicht mal so unattraktiv ist."

    Nur dass das kein armer Junge aus irgendeinem Slum ist, sondern ein stinkreiches Millionärssöhnchen. Ich fürchte, der wird in den nächsten Jahrzehnten seinen Gott noch brauchen

  3. Falls sich die Indizienkette als so dünn herausstellt, wie sie momentan da steht, können die rettenden Helden bald "dumm da stehen". Zu gut passt dieses verhinderte Attentat in das strategische Konzept der um Legitimation ringenden Kriegsnationen. Die Anti-Terror-Gesetzgebung hat schon eine tiefe Schneise in demokratische Grundrechte geschlagen. Noch mehr kann sich bald als zu viel herausstellen.
    Es gehört wohl zu den immanten Schwachstellen strategischer Logik, das ein "noch mehr" sich grundsätzlich "noch besser" herausstellt.
    Die in der Presse systematisch übergangenen Verbindungen zwischen CIA und al-quaida, die sich in der Zeit des russischen Afghanistan-"Abenteuers" entwickelt hatten, würden den bisher verwirrend erscheinenden Vorgängen zu einer nachvollziehbaren Erklärung verhelfen.

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    sie können die indizienkette beurteilen? dann haben sie persönlich das beweismaterial gesichtet und bewertet. hm. seeeehr interessant.

    sind sprengstoff in der hose und der nachgewiesene versuch, dieses zu zünden, ein indiz oder schon ein beweis?

    was war denn nochmal der unterscheid?

    hmmm.

    vermutlich gehen sie aber nur davon aus, dass alles, was die staatsanwealtschaft weiss auch punkt für punkt in der presse veröffentlicht wurde. klar. täterwissen und so. ist ja normales vorgehen in solchen fällen.

    • TDU
    • 09.01.2010 um 17:18 Uhr

    Heimlich vermute ich ja auch, dass Alquaida eine reguläre Abteilung der CIA ist. Obama weiss nur nichts davon.

    Ich habe die ultimative Verschwörungstheorie zu bieten, ganz im Sinne des Zeit Forums: In Wirklichkeit ist nicht nur die Al-Qida eine Abteilung vom CIA, sondern der lange gesuchte Osama ist Obama. Nur eben mit Bart ab. Ist auch besser so, da kommen seine schönen Ohren besser zur Geltung als mit dem blöden Turban. Diese Ähnlichkeit im Namen, das kann kein Zufall sein.
    Und dass so ein Zünder nicht funktioniert geht auch nicht an, alles Nachlässigkeiten. Da hat Osama äh Obama seine Geheimdienstchefs aber mal richtig zusammengeschissen.

    sie können die indizienkette beurteilen? dann haben sie persönlich das beweismaterial gesichtet und bewertet. hm. seeeehr interessant.

    sind sprengstoff in der hose und der nachgewiesene versuch, dieses zu zünden, ein indiz oder schon ein beweis?

    was war denn nochmal der unterscheid?

    hmmm.

    vermutlich gehen sie aber nur davon aus, dass alles, was die staatsanwealtschaft weiss auch punkt für punkt in der presse veröffentlicht wurde. klar. täterwissen und so. ist ja normales vorgehen in solchen fällen.

    • TDU
    • 09.01.2010 um 17:18 Uhr

    Heimlich vermute ich ja auch, dass Alquaida eine reguläre Abteilung der CIA ist. Obama weiss nur nichts davon.

    Ich habe die ultimative Verschwörungstheorie zu bieten, ganz im Sinne des Zeit Forums: In Wirklichkeit ist nicht nur die Al-Qida eine Abteilung vom CIA, sondern der lange gesuchte Osama ist Obama. Nur eben mit Bart ab. Ist auch besser so, da kommen seine schönen Ohren besser zur Geltung als mit dem blöden Turban. Diese Ähnlichkeit im Namen, das kann kein Zufall sein.
    Und dass so ein Zünder nicht funktioniert geht auch nicht an, alles Nachlässigkeiten. Da hat Osama äh Obama seine Geheimdienstchefs aber mal richtig zusammengeschissen.

  4. 6. Gähn

    das mit den Jungfrauen ist so abgegriffen...Habe das Gefühl, es sind die Menschen, die sich für sich selbst soundsoviele Jungfrauen wünschen, die so etwas dann den anderen vorwerfen.

    Antwort auf "Keine Jungfrauen"
  5. Logisch, dass er auf unschuldig plädiert: wenn man im Geiste des AL-Quaida-Allahs unterwegs ist, hat man ja Recht zu allem... Mist, wenn man von der Droge Taliban abhängt. http://kallewestrich.blog...

  6. in der US vollpansion.

    nun ja. kommt auf die auslegung des wortes jungfrau an.

    Antwort auf "Keine Jungfrauen"

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