US-Einsatz in Haiti Endlich wieder eine Macht des Guten
Die USA haben den besten Überblick über die Verwüstungen und sie haben 5000 Soldaten in Marsch gesetzt, um die öffentliche Ordnung zu sichern. Sie helfen, weil die südlichen Nachbarn in ihrem Weltbild längst eingemeindet sind.
© Petty Officer 2nd Class Dusty Howell/U.S. Navy via Getty Images

US-Flugzeugträger Carl Vinson (Archivbild)
Er war zwei Tage lang unter Trümmern eingeschlossen. Jhon Verpre Markenley hatte noch Glück, der Teenager war bei dem Beben nicht schwer verletzt worden. Doch aus eigener Kraft befreien konnte er sich nicht. Fingerdicke Metallstäbe, die einst die Wände seiner Schule verstärkten, hatten sein Bein eingeklemmt. Schließlich robbte sein Vater mit einem Schneidbrenner durch die Lücken zwischen den verkeilten Betonplatten, die bedrohlich ächzten, als könnten sie jeden Moment zusammenfallen. Während der Junge aus Angst vor Brandverletzungen wimmerte, gelang es dem Vater, sein Bein zu befreien. Die Mutter tanzte vor Glück, als Jhon aus den Trümmern hervorkroch.
Einige Kilometer weiter zogen Helfer den estnischen UN-Wachmann Tarmo Joover unter den eingestürzten Büroräumen der Vereinten Nationen im Christopher-Hotel hervor. Er lag seit Dienstagnachmittag unter mehr als vier Metern Schutt begraben, und es wirkt wie ein Wunder, dass er bis auf ein paar Schürfwunden unversehrt ist. Mehr als hundert weitere UN-Mitarbeiter werden noch unter den Gebäuderesten vermutet.
Unzählige ähnliche Rettungsdramen spielen sich in Haiti ab – und bewegen zugleich Millionen Amerikaner. Die sind aus der Ferne dabei, in Jhons Fall dank der New York Times, in vielen anderen live im Fernsehen. Parallel zu den ersten Medikamentenlieferungen und professionellen Suchmannschaften sind die großen US-Nachrichtensender auf der Karibikinsel gelandet – mit eigener Stromversorgung über Generatoren, mit Satellitensendeanlagen, Nahrung, Trinkwasser und provisorischen Unterkünften. Rund um die Uhr sieht Amerika Bilder von Zerstörung und Schmerz, von Überlebensglück und mitmenschlicher Hilfe. Die kommt ganz überwiegend aus Amerika, das sich seit Jahrzehnten als Schutzmacht der kleinen Nachbarstaaten in der Karibik versteht. „Die Situation verlangt nach amerikanischer Führung, im Namen der Menschlichkeit und im Vertrauen auf Gottes Hilfe“, sagt Präsident Barack Obama; die Formulierung erinnert manche an die Rhetorik seines Vorgängers George W. Bush.
Am dritten Tag nach dem Beben wird der Grat zwischen Leben und Tod immer schmaler. Die Hauptstadt Port-au-Prince ist eine Ansammlung von Trümmerhalden. Wo zuvor Schulen und Wohnhäuser standen, sammeln sich verzweifelte Menschen auf der Suche nach vermissten Kindern und Angehörigen. Ihre Gesichter sind mit Staub und geronnenem Blut verkrustet. Manche weinen leise, andere schreien ihren Zorn und ihre Enttäuschung laut heraus. „Wo bleibt die versprochene Hilfe, wo die Suchmannschaften?“, fragt ein stämmiger Mittvierziger vorwurfsvoll amerikanische Reporter. „Hier ist noch nichts angekommen, und mein Bruder liegt irgendwo da unten.“
Erste Welt und Dritte Welt treffen hart aufeinander. In einer raschen und energischen Hilfsaktion haben die USA praktisch das Krisenmanagement übernommen. 24 Stunden nach dem Beben war der Flughafen Port-au-Prince bereits wieder einsatzfähig, obwohl der Tower zusammengestürzt war. Ein Schiff der US- Küstenwache von der nahen Marinebasis Guantanamo auf Kuba leistet mit seiner hochmodernen Überwachungstechnik die Luftraumkontrolle. Auch Hilfslieferungen kamen aus Guantanamo – der Name, der wie kaum ein anderer die hässlichen Methoden im Kampf gegen den Terror symbolisiert, steht plötzlich für das gute und hilfreiche Amerika.
Nach 48 Stunden waren drei professionelle Suchmannschaften mit Hunden, je über 70 Mann Personal und tonnenweise Ausrüstung aus Virginia und Florida eingetroffen. Wenig später lief der Flugzeugträger „Carl Vinson“ vor der Küste ein. Er hat dringend benötigtes Verbandsmaterial an Bord und liefert mit seinen 19 Hubschraubern neue Transportkapazitäten in einem verwüsteten Gebiet, in dem viele Straßen durch Trümmer blockiert sind. In wenigen Tagen wird das Lazarettschiff „Comfort“ Haiti erreichen, auf dem selbst komplizierte Operationen am offenen Herzen möglich sind, wie Koordinatoren des US-Außenministeriums im persönlichen Gespräch stolz vermerken.
Aus diplomatischer Rücksicht betonen sie zugleich, Haitis Präsident René Préval leite alle Aktionen. Tatsächlich sind seine Regierung und Staatsverwaltung kaum handlungsfähig. Viele Ministerien, Krankenhäuser und Polizeistationen sind zerstört, unzählige Mitarbeiter wurden getötet oder werden vermisst. Ähnliches gilt für die UN-Mission auf Haiti. Obama hat 5000 US-Soldaten in Marsch gesetzt, die die öffentliche Ordnung sichern sollen. Die USA haben dank Satellitenaufklärung und Luftbildern offenbar auch den besten Überblick über die Lage.
- Datum 15.01.2010 - 20:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich will den eifrigen Hilfswillen ja nicht schlecht reden. Aner die Hilfe kommt nachdem Kuba 100 Ärzte nach Haiti geschickt hat, wovon man im Artikel leider nichts ließt.
Ein Schelm wer böses dabei denkt...
... und ebenfalls ein Schelm ist, der Böses dabei denkt, dass die USA so eilfertig mit Militär zur Stelle sind - bei den, südlichen Nachbarn die "in ihrem Weltbild längst eingemeindet sind".
Fokko vom Selbstversorger-Blog/Fantasy-Blog
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http://selbstversorger-bl...
http://fokko.wordpress.com
Da ich eine bestimmte Meinung zu den USA habe, möchte ich
diese Situation nicht kommentieren.
halten Sie doch einfach die klappe
ihre "bestimmte Meinung" ist ja schon ein Kommentar.
USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA!
Come to where the freedom is at home!
Die "Friedensmacht Deutschland" und "Old Europe" hängen mal wieder vor dem Fernseher rum.
halten Sie doch einfach die klappe
ihre "bestimmte Meinung" ist ja schon ein Kommentar.
USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA! USA!
Come to where the freedom is at home!
Die "Friedensmacht Deutschland" und "Old Europe" hängen mal wieder vor dem Fernseher rum.
"Die größte Macht des Guten" kann jetzt in Haiti unter pausenloser Live-Berichterstattung beweisen, dass Ihre Soldaten doch Gutes zu tun in der Lage sind.
Anders als sein Vorgänger nutzt der Präsident die Lage. (Ein amerikanischer Deichgraf?)
Was sind $500 Mio. gegen $800 Mrd.? (weniger als 1%)
Frau Merkel hingegen spendierte gerade mal €1Mio (als Soforthilfe)
Allerdings liegt Haiti auch nicht im "Vorhof" von Deutschland.
In der Vergangenheit hat die USA vieles falsch gemacht bezüglich Haiti. Jetzt hat es die Chance wieder vieles Gut zu machen.
Freunde gewinnt man nicht durch Krieg, Freunde kann man gewinnen indem man hilft.
Herr Obama unterscheidet sich in dieser Hinsicht deutlichst von seinem Vorgänger, was sehr zu begrüßen ist.
Allen Haitianern, besonders denen, die von der Naturgewalt jäh getroffen wurden, gilt mein Mitgefühl.
Wenn jemand hier von einer „Bestrafung Gottes“ redet ist er ein Scharlatan!!
Gruß Max Stockhaus
ordentlich was draufzusatteln, wenn Ihnen die € 1 Mio Soforthilfe, welche Frau Merkel bewilligt hat, zuwenig ist!
Eine Million als "Soforthilfe" ist und bleibt ein komischer Tropfen auf den glühend heißen Stein. Das ist kein entschlossenes Handeln, sondern nur ein leichtes Zucken mit der Schulter. Man bekommt den Eindruck es wird erstmal die Stimmung der Wähler abgewartet und daraufhin entschieden mit wie viel Engagement geholfen wird. Persönlich empfand ich Guido Westerwelle's Auftritt als ein skurriles Schauspiel, Haiti bei "Wer wird Millionär", ich habe kurz und beschämt gelacht.
ordentlich was draufzusatteln, wenn Ihnen die € 1 Mio Soforthilfe, welche Frau Merkel bewilligt hat, zuwenig ist!
Eine Million als "Soforthilfe" ist und bleibt ein komischer Tropfen auf den glühend heißen Stein. Das ist kein entschlossenes Handeln, sondern nur ein leichtes Zucken mit der Schulter. Man bekommt den Eindruck es wird erstmal die Stimmung der Wähler abgewartet und daraufhin entschieden mit wie viel Engagement geholfen wird. Persönlich empfand ich Guido Westerwelle's Auftritt als ein skurriles Schauspiel, Haiti bei "Wer wird Millionär", ich habe kurz und beschämt gelacht.
ich setze einen zehner das wir in 2 wochen nix mehr von Haiti hören, war letztes jahr(?) in China auch nicht anders.
Ein weiteres (unnötiges) Medienspektakel, das jeder Politiker gerne Ausnutzt um sich zu profilieren und von Problemen daheim abzulenken.
Es wäre ja nicht so das in Haiti erst seit gestern Chaos, Gewalt und Hunger regieren, hat bloß nie jemand interessiert.
Zu Eins bis Drei:
Ihnen fällt wohl gar nichts mehr Anderes ein, um irgend etwas madig zu machen.
Tja, wenn man so in einem Fernsehsessel hockt und nicht betroffen ist, kann man leicht labern.
Meine Empfehlung:
Kneifen sie die entsprechenden flachgedrückten Backen zusammen, raffen Sie sich auf und helfen Sie mit.
Macht des Guten - einfach lächerlich. Haiti wird nicht zum ersten Mal von den USA überfallen.
Bravo! Endlich jemand, der die ganze Sache durchschaut. Dieses Erdbeben wurde (wie der Einsturz des WTC) von Amerika inszeniert (man wird sicher wieder irgendwo Thermite finden), um unter dem Deckmantel der Hilfe Soldaten nach Haiti zu senden und diese Land zu überfallen.
Es gibt kein Leid, das so groß ist, kein Elend, das so herzzerreißend ist, als daß nicht irgendein (hier bitte einsetzen, was dem Leser als passende Verbalinjurie gerade einfällt) die USA als Übeltäter, als satanischen Weltverschwörer "entlarvt" würde.
O sancta simplicitas - Millionen Haitianer könnten diesen Ausruf des Jan Hus diesen dummdreisten Elendsgewinnlern entgegenschleudern, die die Helfer denunzieren, denen kein Schrecken schrecklich genug ist, um nicht noch ein ideologisches Süppchen daraus zu kochen.
Sicherlich sind die USA nicht die Macht des Guten - aber die erschütternde Borniertheit solcher Diskussionsbeiträge ebnet alle Differenzen ein - es bleibt fassungslosen Kopfschütteln.
Bravo! Endlich jemand, der die ganze Sache durchschaut. Dieses Erdbeben wurde (wie der Einsturz des WTC) von Amerika inszeniert (man wird sicher wieder irgendwo Thermite finden), um unter dem Deckmantel der Hilfe Soldaten nach Haiti zu senden und diese Land zu überfallen.
Es gibt kein Leid, das so groß ist, kein Elend, das so herzzerreißend ist, als daß nicht irgendein (hier bitte einsetzen, was dem Leser als passende Verbalinjurie gerade einfällt) die USA als Übeltäter, als satanischen Weltverschwörer "entlarvt" würde.
O sancta simplicitas - Millionen Haitianer könnten diesen Ausruf des Jan Hus diesen dummdreisten Elendsgewinnlern entgegenschleudern, die die Helfer denunzieren, denen kein Schrecken schrecklich genug ist, um nicht noch ein ideologisches Süppchen daraus zu kochen.
Sicherlich sind die USA nicht die Macht des Guten - aber die erschütternde Borniertheit solcher Diskussionsbeiträge ebnet alle Differenzen ein - es bleibt fassungslosen Kopfschütteln.
„The Americas“ dient wohl eher dazu sich abzugrenzen als sich irgendetwas einzugemeinden, denn „America“ ist gleichbedeutend mit USA. „The Americas“ ist schlicht der Rest des Kontinents.
Man kann ja über die Ammis denken, was man will, aber wenn sie denn mal was Gutes tun, kann man das auch anerkennen. Nun mit Gewalt ein Haar in der Suppe zu suchen ist lächerlich. Besonders dann, wenn man die Hilfsleistungen der USA mit denen Deutschlands vergleicht.
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