Kampf gegen Terror Jemens Armee jagt al-Qaida
Nach dem versuchten Terroranschlag von Detroit will der Jemen Stärke zeigen. Kreisen zufolge sind Tausende Soldaten an einer Offensive gegen al-Qaida beteiligt.
Der Jemen geht Sicherheitskreisen zufolge mit einer groß angelegten Offensive gegen al-Qaida vor. Fünf mutmaßliche Al-Qaida-Mitglieder seien bei Razzien in Wohnungen festgenommen worden, hieß es. An der vor drei Tagen begonnenen Offensive in drei Provinzen seien Tausende Soldaten beteiligt.
"Die Kampagne in der Hauptstadt sowie in den Provinzen Schabwa und Maarib geht weiter", hieß es in den Sicherheitskreisen. Auch in der Provinz Abjan im Süden des Landes werde weiter nach militanten Islamisten gesucht. Die Truppen seien dabei, die Islamisten einzuschließen. Nähere Einzelheiten zu der Offensive wurden zunächst nicht bekannt.
Die US-Botschaft in Sanaa begründete das Ende ihrer Schließung damit, dass jemenitische Sicherheitskräfte am Montag mit einer Razzia nördlich der Hauptstadt eine konkrete Bedrohung für mehrere diplomatische Vertretungen ausgeräumt hätten. Dabei seien zwei Al-Qaida-Extremisten getötet worden. Es bestehe aber weiterhin die Gefahr von Anschlägen gegen amerikanische Interessen, teilte die Botschaft mit.
Auch die Botschaften Großbritanniens und Frankreichs nahmen Diplomaten zufolge ihre Arbeit wieder auf, blieben aber für den Publikumsverkehr geschlossen. Die jemenitischen Behörden verschärften in der Umgebung von Botschaften und Wohnvierteln von Ausländern ihre Sicherheitsvorkehrungen, wie staatliche Medien berichteten.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte die Situation im Jemen am Montag als Bedrohung für die regionale und internationale Stabilität bezeichnet. Die Bemühungen von al-Qaida, das Land als Basis für terroristische Angriffe weit über die Region hinaus zu nutzen, hätten weltweite Auswirkungen.
Der Jemen steht seit dem versuchten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug an Weihnachten verstärkt im Fokus der Terror-Fahnder. Der Al-Qaida-Ableger in dem verarmten arabischen Land hatte sich zum Attentatsversuch eines Nigerianers bekannt und mit weiteren Anschlägen gedroht. Experten befürchten, dass das Land wie Afghanistan zu einer Hochburg für militante Islamisten werden könnte.
Kämpfe im Norden des Jemens
Im Norden des Jemens meldeten die sogenannten Huthi-Rebellen Angriffe der saudiarabischen Luftwaffe nahe der Grenze, bei denen bereits am Montag zwei Menschen getötet worden seien. Außerdem hätten jemenitische Truppen Ziele in der Region Saada mit Raketen und Granaten unter Beschuss genommen. Bei dem Konflikt im Norden des Jemens sind Hunderte Menschen getötet und Zehntausende vertrieben worden. Zur Instabilität in dem Land tragen daneben sporadische Zusammenstöße mit Separatisten im ehemals unabhängigen Süden bei.
- Datum 05.01.2010 - 17:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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