Viele Dänen sind entsetzt. Nicht allein, dass der Karikaturist Kurt Westergaard vor wenigen Tagen einem Attentat entging, weil er vor mehr als vier Jahren Zeichnungen des Propheten Mohammed in der Zeitung Jyllands-Posten veröffentlichte – jetzt wurde zudem bekannt, dass die US-Staatsanwaltschaft die dänische Regierung in der Nacht zum Freitag darüber informiert hat, Islamisten hätten die Redaktionsgebäude der Zeitung in Aarhus und Kopenhagen in die Luft sprengen wollen. Die Zeitung Politiken berichtet unter Berufung auf die Anklageschrift der US-Justiz, dass die beiden mutmaßlichen Terroristen David Headley und Tahawwur Hussein Rana den Anschlag geplant hatten. Beide sind bereits in Chicago inhaftiert.

Politiken schreibt, dass für das Attentat ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen gezündet werden sollte. Der US-Staatsanwaltschaft zufolge hätten die beiden Männer den Anschlag akribisch geplant: Demnach seien Agenten auf Headley aufmerksam geworden, als er die Gebäude des Posten mehrmals mit einer Kamera abfilmte und seine Beobachtungen notierte. Er habe die Anschuldigungen gegenüber dem FBI zugegeben, sein Geständnis während der Anhörung vor einem Chicagoer Gericht jedoch widerrufen. Rana bestreitet Politiken zufolge bislang alle Vorwürfe.

Weiter heißt es in dem Bericht, Headley sei Staatsbürger der USA, heiße ursprünglich Daood Gilani und stamme eigentlich aus Pakistan. Zudem soll er bereits die Anschläge im indischen Mumbai vom November 2008 vorbereitet haben. Damals starben mehr als 160 Menschen.

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten hatte im September 2005 Zeichnungen veröffentlicht, auf denen der Prophet Mohammed unter anderem mit einer Bombe im Turban zu sehen war. Das rechtskonservative Blatt begründete den Abdruck damit, dem Recht auf Pressefreiheit Nachdruck verleihen zu wollen.

Monate später kam es zu einem Aufschrei in der islamischen Welt, als die norwegische Zeitung Magazinet die Karikaturen im Januar 2006 ebenfalls veröffentlichte. Dies taten auch weitere Publikationen wie etwa das deutsche Blatt Die Welt. Empörte Muslime verwiesen auf das Verbot, den Propheten bildlich darzustellen, und sprachen von Blasphemie. Obwohl sich die Redaktion des Jyllands-Posten alsbald entschuldigte, zündeten wütende Muslime unter anderem in Syrien und im Libanon dänische Botschaften an. Außerdem kam es zu mehreren Selbstmordanschlägen. Infolge der Unruhen und Attentate wurden weltweit mehr als 150 Menschen getötet.

Der Karikaturist Westergaard entging vor wenigen Tagen einem Attentat: Ein Somalier griff den Zeichner am Neujahrsabend in dessen Haus nahe Aarhus mit einer Axt an. Westergaard konnte sich in einen Schutzraum flüchten und überstand die Attacke unverletzt. Der Angreifer wurde von der Polizei außer Gefecht gesetzt und festgenommen.