Anschlag auf Flugzeug Obama übernimmt Verantwortung für Sicherheitslücken

Das System habe versagt, und damit auch er: US-Präsident Obama fühlt sich mitverantwortlich für die jüngsten Geheimdienstpannen und ordnet schärfere Maßnahmen an.

"Letztlich bin ich verantwortlich": Obama bezieht Stellung zu den geheimdienstlichen Pannen

"Letztlich bin ich verantwortlich": Obama bezieht Stellung zu den geheimdienstlichen Pannen

Nur in letzter Minute ließ sich der vom Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab geplante Terror-Anschlag auf ein Flugzeug verhindern – allerdings nur dank des entschlossenen Eingreifens von Passagieren und nicht durch Maßnahmen des US-Sicherheitsapparats mit seinen 16 Geheimdiensten. Für deren Fehler und Versäumnisse hat nun auch Präsident Barack Obama die Verantwortung übernommen.

"Der Vorfall ist nicht auf das Versagen einer einzigen Person innerhalb der Regierung zurückzuführen, sondern auf umfassende Systemfehler", sagte Obama, nachdem er zwei Untersuchungsberichte über die Umstände des Anschlagsversuchs erhalten hatte. Als Präsident trage er die alleinige Verantwortung für den Schutz der Nation und des Volkes. "Und wenn das System versagt, ist das letztendlich meine Verantwortung."

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Zwar erklärte Obama, dass er weniger daran interessiert sei, "Schuld zuzuweisen, als daraus zu lernen und diese Fehler zu korrigieren". Zugleich aber erneuerte er seine Kritik an den Geheimdiensten. Diese hätten die vorab vorliegenden Informationen zu dem Anschlagsversuch nicht richtig "verbunden und verstanden", obwohl ihnen die extremistische Gesinnung des jungen Attentäters bekannt gewesen sei. Zudem hätten die Geheimdienste gewusst, dass al-Qaida im Jemen einen Anschlag geplant habe.

Als Konsequenz aus den Versäumnissen kündigte Obama strengere Sicherheitsmaßnahmen an. So sollen die Geheimdienste enger verzahnt werden. Berichte über Bedrohungen für die USA sollten umfassender unter den einzelnen Diensten verteilt werden. Darüber hinaus müssten die Zuständigkeiten der unterschiedlichen Geheimdienste genau festgelegt, die Technologien für die Auswertung von Material über Verdächtige verbessert und die Verfahren für die Erstellung von Verdächtigenlisten überarbeitet werden. Obama insistierte, dass die Geheimdienste die notwendigen Reformen endlich konsequent umsetzen sollten. "Und sie alle werden zur Verantwortung gezogen, wenn sie das nicht tun", warnte er.

Auch an den Flughäfen selbst sollen die Kontrollen noch einmal verschärft, mehr Scanner eingesetzt und die internationale Zusammenarbeit bei der Luftfahrtsicherheit verbessert werden. Präsident Obama ordnete zudem an, die Bestimmungen für die Visavergabe zu überprüfen und künftig mehr Sicherheitspersonal auf den Flughäfen einzusetzen. In den Flugzeugen sollen mehr sogenannte Sky-Marshalls mitfliegen.

Obama betonte aber, dass die geplanten Maßnahmen nicht auf Kosten von Freiheit und Demokratie gehen werden. "Wir werden unsere Verteidigung verstärken, aber wir werden uns nicht einer Belagerungsmentalität unterwerfen, die eine offene Gesellschaft und Freiheiten und Werte opfert, die wir als Amerikaner hochhalten". Zugleich trat er Kritik vieler Republikaner entgegen, er nehme die Terror-Gefahr nicht ernst genug. Zwar gebe es keine absolute Sicherheit, aber die USA müssten ihren Gegnern stets einen Schritt voraus sein. "Wir befinden uns im Krieg gegen al-Qaida", sagte Obama.

Die geheimdienstlichen Pannen und die Frage nach der politischen Verantwortung dafür werden auch den Ausschuss für innere Sicherheit des Senats beschäftigen. Dieser kündigte an, die Hauptverantwortlichen der Sicherheitsbehörden zu befragen. Am 20. Januar sollen demnach Heimatschutzministerin Janet Napolitano, Geheimdienstchef Dennis Blair und der Chef des Nationalen Anti-Terror-Zentrums, Mike Leiter, vor dem Ausschuss aussagen.

Unterdessen soll der Attentäter Abdulmutallab erstmals vor dem Bundesgericht in Michigan erscheinen. Dort war er zuvor in sechs Punkten angeklagt worden, darunter wegen versuchter Benutzung einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes in 289 Fällen. Bei dem ersten Gerichtstermin wird der Nigerianer offiziell über die Anklage informiert und gefragt, ob er sich schuldig oder nicht schuldig bekennt.

Der 23-Jährige hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt.

 
Leser-Kommentare
  1. ...ohne "Fingerpointing" tun können. Klar ist, daß die Dienste aus den Versäumnissen die zu 911 führten nichts gelernt haben.

    Als frisch gebackener Präsident wäre es seine dringendste Aufgabe gewesen als erstes Ordnung im Inneren zu schaffen.

  2. Eieiei...was man für Vorstellungen hat! Das ist EIN Mensch! Es gibt millionene Aufgabenbereiche. Armut, Krankheit, Obdachlosigkeit, Tierschutz, Finanzen ect ect. Was soll der Mann den doch alles tun? Es lässt sich leicht dahersagen: Er soll erstmal im Innern Ordnung schaffen.
    Dieses ganze System, indem eine regierung durch einen Strahlemann Personifiziert wird ist doch total inhuman. Niemand sollte soviel Macht und soviele Pflichten haben. Weil niemand so einer ungeheuren Aufgabe Rechnung tragen kann. Das kommt eben davon wenn man einen Messias erwartet...

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    ...es war dumm von mir anzunehmen, daß "Ordnung im Inneren" in diesem Kontext als "Ordnung im Staatsapparat" aufgefaßt werden würde.

    ...es war dumm von mir anzunehmen, daß "Ordnung im Inneren" in diesem Kontext als "Ordnung im Staatsapparat" aufgefaßt werden würde.

  3. Nero ist ein Brennprogramm ?
    Oder ist es vielleicht der römische Kaiser,der
    Rom anzünden ließ?
    Der hatte eine ganze Abteilung von Beamten,die
    Gerüchte ausstreuten.
    Wie Rom brannte,so war das natürlich nicht er,
    sondern die Christen,die Rom angezündet haben sollen.
    Wenn ich an die nicht vorhandenen Massenvernichtungs-
    waffen im Irak denke,an die Toten des Irakkrieges:
    http://www.heise.de/tp/r4...
    oder auf die Kosten dieses Krieges:
    http://www.zeit.de/online...
    an die vielen offenen Fragen bezüglich World Trade
    Center,so weiß ich nicht wer in der späteren
    Geschichtsschreibung mehr Grauen auslösen wird Nero
    oder Bush? Gerade beim WTC ist mir der Vergleich mit
    Nero eingefallen.
    Wenn ein System so viel unschuldiges Blut auf sich lädt,
    so darf man sich über Gegen-Reaktionen nicht wundern.
    Wenn ich noch daran denke,dass das Bush System,das
    gesamte Saatgut des Iraks vernichten ließ,wobei
    dem Klima angepasste selbst keimende Saaten verbrannt
    wurden,so denke ich an den Brand der Bilbiothek
    von Alexandria,wo großartiges Wissen vernichtet worden ist.
    Vielleicht sollte man sich fragen,wieso haben manche
    Mohammedaner so einen Haß auf das System der
    Weißen?
    Albert Schweitzer,er lebte die richtigen Antworten auf diese Fragen,des Kolionalismus !

  4. ...es war dumm von mir anzunehmen, daß "Ordnung im Inneren" in diesem Kontext als "Ordnung im Staatsapparat" aufgefaßt werden würde.

  5. Sicherheitssystem nötg, dass auch die besten lokalen Methoden nicht die Fehler von anderen Stellen ausgleichen können. Wie sollen die Millionen Reisewege sicher werden? http://viereggtext.blogsp...

    • wp
    • 08.01.2010 um 10:27 Uhr

    Wer Verantwortung übernimmt, sollte für seine Fehler auch persönliche Konsequenzen in Betracht ziehen. Aber soweit geht das mit dem Eingeständnis dann doch nicht. Bei G.W.Bush wären alle wieder wie die Hyänen über den Mann hergefallen. Es ist schon erstaunlich, wie die Weltpresse so mit zweierlei Maß mißt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • carol
    • 08.01.2010 um 11:09 Uhr

    haben sie schonmal daran gedacht, woher das wort "Verantwortung" kommt? die übernahme der verantwortung muss nicht gleich in einer finalen konsequenz enden. das mittelmass scheint ihnen unbekannt.

    die weltpresse hat das nicht beurteilt sondern Obama selbst!

    Bush hat sooooviel falsche politik gemacht, dass selbst amis sich für ihn geschämt haben!

    sie sollten nicht nur die überschriften lesen, sondern auch die kleineren worte darunter.

    "Bei G.W.Bush wären alle wieder wie die Hyänen über den Mann hergefallen. Es ist schon erstaunlich, wie die Weltpresse so mit zweierlei Maß mißt."
    Vor allem hatte Obama ja zunächst versucht, alle Schuld seinen Behörden zuzuschieben. Jetzt kam wohl einer seiner Berater auf die Idee, dass man die Sache besser verkaufen kann, wenn man sagt "Obama übernimmt die Verantwortung".

    Wenn man sieht, was Obama sich alles erlauben kann, ohne kritisiert zu werden, kann man die Hetzkampagne gegen Bush nur als Rassismus gegen weiße Texaner verstehen.

    verstehe ich sie richtig:
    sie sind traurig, dass obama nicht von hyänen zerfleischt wird???

    • carol
    • 08.01.2010 um 11:09 Uhr

    haben sie schonmal daran gedacht, woher das wort "Verantwortung" kommt? die übernahme der verantwortung muss nicht gleich in einer finalen konsequenz enden. das mittelmass scheint ihnen unbekannt.

    die weltpresse hat das nicht beurteilt sondern Obama selbst!

    Bush hat sooooviel falsche politik gemacht, dass selbst amis sich für ihn geschämt haben!

    sie sollten nicht nur die überschriften lesen, sondern auch die kleineren worte darunter.

    "Bei G.W.Bush wären alle wieder wie die Hyänen über den Mann hergefallen. Es ist schon erstaunlich, wie die Weltpresse so mit zweierlei Maß mißt."
    Vor allem hatte Obama ja zunächst versucht, alle Schuld seinen Behörden zuzuschieben. Jetzt kam wohl einer seiner Berater auf die Idee, dass man die Sache besser verkaufen kann, wenn man sagt "Obama übernimmt die Verantwortung".

    Wenn man sieht, was Obama sich alles erlauben kann, ohne kritisiert zu werden, kann man die Hetzkampagne gegen Bush nur als Rassismus gegen weiße Texaner verstehen.

    verstehe ich sie richtig:
    sie sind traurig, dass obama nicht von hyänen zerfleischt wird???

    • carol
    • 08.01.2010 um 11:09 Uhr

    haben sie schonmal daran gedacht, woher das wort "Verantwortung" kommt? die übernahme der verantwortung muss nicht gleich in einer finalen konsequenz enden. das mittelmass scheint ihnen unbekannt.

    die weltpresse hat das nicht beurteilt sondern Obama selbst!

    Bush hat sooooviel falsche politik gemacht, dass selbst amis sich für ihn geschämt haben!

    sie sollten nicht nur die überschriften lesen, sondern auch die kleineren worte darunter.

  6. Volljährige sind dann nicht geschäftsfähig, wenn sie stets integierter Wirklichkeit gegenüber Deutungshoheit anstreben. Anstatt eine Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika aufzusuchen, hätte deshalb der Vater des 23-Jährigen vor einem Gericht dessen Entmündigung zu beantragen gehabt. Obamas Wille, stellvertretend für das eklatante Versäumnis des Vaters dessen Verantwortung zu übernehmen, ehrt ihn zwar. Aber jedermann weiß, dass solchermaßen stellvertretendes Handeln auch künftig schiere Unmöglichkeit bleibt.

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