Präsidentschaftswahl Staatschef Rajapaksa hält sich an der Macht
Die Sri Lankesen haben Präsident Rajapaksa im Amt bestätigt. Sein Rivale erkennt die Wahl nicht an und will sie anfechten. Soldaten umstellten daraufhin sein Hotel.
© Lakruwan Wanniarachchi/AFP/Getty Images

Konstanz an der Spitze: Aller Voraussicht nach wird Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa die Wahl gewinnen
Präsident Mahinda Rajapaksa bleibt Staatschef von Sri Lanka. Sein Kontrahent, der frühere Armeechef Sarath Fonseka, der die Wahl nach offiziellen Ergebnissen verloren hat, erkannte das Ergebnis der Wahl nicht an. "Das Ergebnis spiegelt nicht die Begeisterung des Volkes wider, die wir während des Wahlkampfes gespürt haben", sagte er und kündigte an, bei der Wahlkommission Beschwerde gegen das Ergebnis einzulegen. Bei der Abstimmung am Vortag habe es "Manipulationen" gegeben. Einzelheiten oder Beweise für die Anschuldigungen legte Fonseka nicht vor.
Kurz nach der Ankündigung Fonsekas erklärte die Wahlbehörde Rajapaksa zum Sieger. Nach offiziellen Angaben stimmten 57,8 Prozent für den Präsidenten. Fonseka kam auf 40,2 Prozent. Ein Sprecher Rajapaksas sagte bereits vor Bekanntgabe des Endergebnisses: "Der Präsident ist sehr glücklich und dankt allen seinen Wählern".
Acht Monaten nach dem Ende des Bürgerkriegs waren in Sri Lanka 14 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Die Beteiligung lag der Wahlkommission zufolge bei mehr als 70 Prozent. Insgesamt bewarben sich 22 Kandidaten um das Amt.
Sowohl Rajapaksa als auch Fonseka hatten damit geworben, den Krieg gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im Mai des vergangenen Jahres gewonnen zu haben. Um den jeweils anderen zu diskreditieren, warfen sich beide Kandidaten gegenseitig Kriegsverbrechen vor.
Aufgrund zahlreicher gewaltsamer Zusammenstöße während des Wahlkampfs fand die Abstimmung unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Doch auch nach der Wahl griffen die Soldaten ein: Schwer bewaffnete Regierungstruppen umstellten in der Hauptstadt Colombo ein Hotel, in dem sich der Herausforderer Fonseka zusammen mit mehreren hundert Anhänger verschanzt haben soll.
Ein Militärsprecher begründete die Aktion damit, dass sich unter den 400 Menschen in dem Luxushotel auch Armeedeserteure befänden. Die Deserteure seien aufgefordert worden sich zu stellen, was sie bislang nicht getan hätten. Die Soldaten würden das Hotel "nicht belagern". Hotelgäste dürften ein- und ausgehen. Zudem sei nicht geplant, Fonseka festzunehmen, hieß es.
Die Regierung hatte Fonseka bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgeworfen, er halte sich eine aus Deserteuren bestehende Privatmiliz. Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale hatte die Regierung zudem überraschend angekündigt, dass Fonseka nicht neuer Staatschef werden könne, weil er nicht in den Wählerlisten geführt werde. Der Ankündigung widersprach aber die Wahlkommission.
- Datum 27.01.2010 - 14:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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