Birma Suu Kyi soll offenbar freigelassen werden

Neue Hoffnung für Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi: Die Militärjunta will sie angeblich freilassen. Für eine Kandidatur bei der Parlamentswahl wäre es indes zu spät.

14 Jahre Hausarrest könnten in diesem Jahr enden: Wie in Rangun bekannt wurde, soll Innenminister Maung Oo schon in der vergangenen Woche bei einem Treffen mit Lokalpolitikern angekündigt haben, die 64-jährige Aung San Suu Kyi im November freizulassen. Zum ersten Mal seit Langem nennt damit ein Offizieller ein konkretes Datum für die Freilassung der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin.

Ein Sprecher von Suu Kyis Partei NLD wollte die Ankündigung nicht bestätigen. "Ich kann nicht definitiv sagen, dass sie freigelassen wird", sagte U Nyan Win, "aber ich hoffe es."

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Suu Kyi war seit September 2003 nicht mehr in Freiheit – sie hat mehr als 14 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest verbracht. Zuletzt war Suu Kyi von der Militärjunta im August zu 18 Monaten Hausarrest verurteilt worden, nachdem ein Amerikaner unter mysteriösen Umständen heimlich zu ihrem Haus an einem See geschwommen war.

Völlig unklar bleibt, ob eine mögliche Freilassung Suu Kyis unter Auflagen gestellt wird. Außerdem könnte die Ankündigung durch den Minister ein in den kommenden Wochen erwartetes Urteil des Obersten Gerichts unterlaufen. Dort hatte Suu Kyi gegen die Verlängerung ihres Hausarrests geklagt. Eine Entscheidung der Richter erwarten die Anwälte der 64-Jährigen spätestens Mitte Februar.

Neben Suu Kyi soll auch der Generalsekretär von NLD, Tin Oo, freigelassen werden. Wie die britische BBC berichtete, habe der Innenminister bei demselben Treffen angekündigt, den 82-Jährigen noch im Februar freizulassen. Tin Oo hat mehr als zehn Jahre in Haft oder unter Hausarrest verbracht.

Internationale Menschenrechtsgruppen sowie ausländische Regierungen drängen auf eine Freilassung der Oppositionspolitiker noch vor den geplanten Wahlen im Oktober. Sun Kyi und Tin Oo spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung der NLD, an den angekündigten Wahlen teilzunehmen. Die Partei will sich nur der Abstimmung stellen, wenn die beiden Spitzenpolitiker frei sind und antreten können.

 
Leser-Kommentare
  1. Über www.nonviolentprotest.org können Sie die Militärjunta um General Than Shwe dazu auffordern, Daw Aung San Suu Kyi unverzüglich und ohne Auflagen freizulassen um somit der Friedensnobelpreisträgerin die Teilnahme an den Wahlen 2010 zu ermöglich.

    Wenn es diese überhaupt wirklich geben wird, denn die Junta wird mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen ihre Macht zu halten. Notfall werden die Ergebnisse wie 1990 einfach für ungültig erklärt. ich sehe leider noch keinen ausreichenden internationalen Druck auf Burma damit dies nicht wieder geschieht. Auch die ASEAN hält sich getreu ihrer Linie, wieder fein zurück.. erbärmlich!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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