China-Reise Westerwelle mahnt Einhaltung der Menschenrechte an

Außenminister Westerwelle hat in China Grundlegendes angesprochen: Beim Treffen mit seinem Amtskollegen ging es um Menschenrechte, Tibet und den Umgang mit dem Dalai Lama.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l.) und sein chinesischer Amtskollege Yang Jiechi während einer Pressekonferenz in Peking

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (l.) und sein chinesischer Amtskollege Yang Jiechi während einer Pressekonferenz in Peking

Es ist sein Antrittsbesuch in China, bei dem der Außenminister verhältnismäßig deutlich wurde. Westerwelle sagte nach seinem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi, beide Seiten hätten zu mehreren Themen ihre "unterschiedlichen Ansichten ausgetauscht". Dabei sei es auch um Meinungsunterschiede gegangen, "die wir nicht verschweigen wollen." Ungeachtet der Differenzen wollen beide Seiten die Beziehungen ausbauen. Fragen von Journalisten waren nach Maßgabe der chinesischen Führung bei der Pressekonferenz allerdings nicht erlaubt.

Das Eintreten für Menschenrechte, Minderheiten, die Presse- und Meinungsfreiheit sei "ein wichtiges Anliegen deutscher Außenpolitik", hob Westerwelle hervor. Daran habe er "offen keinen Zweifel gelassen". Chinas Außenminister sprach von einem "sehr eingehenden Gespräch", ohne auf Westerwelle in jedem Detail einzugehen. "Wir haben auch viel Konsens erreicht."

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Indirekt warnte er seinen Kollegen jedoch davor, den Dalai Lama zu empfangen. Yang Jiechi warf dem religiösen Oberhaupt der Tibeter vor, "mit allen Kräften die Unabhängigkeit Tibets zu betreiben". China sei entschieden gegen jeden offiziellen Kontakt anderer Länder mit dem Dalai Lama.

Der Empfang des Friedens-Nobelpreisträgers durch Bundeskanzlerin Angela Merkel 2006 hatte die deutsch-chinesischen Beziehungen schwer belastet. Auch der vorige FDP-Außenminister Klaus Kinkel hatte den Dalai Lama getroffen.

Westerwelle bekannte sich eindeutig zur "Ein-China-Politik" der Bundesregierung. Damit ist gemeint, dass Deutschland Tibet und Taiwan als Teil der Volksrepublik China betrachtet.

Im Streit mit dem Internetkonzern Google um die Zensur in China verteidigte Yang Jiechi die harte Haltung seiner Regierung. Sein Land verwalte das Internet entsprechend seinen Gesetzen und müsse dabei auch die "Stabilität der Gesellschaft" wahren. Die Bevölkerung solle vor schädlichen Inhalten geschützt werden. Der US-amerikanische Internetriese hatte diese Woche angekündigt, sich nicht mehr selbst zensieren zu wollen, und dafür auch einen Rückzug aus dem Wachstumsmarkt China in Kauf zu nehmen.    

Im Tauziehen um das iranische Atomprogramm sprach sich Yang Jiechi unverändert für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen aus. "Nur so können wir eine friedliche Lösung finden." Westerwelle unterstrich, dass eine nukleare Bewaffnung Irans "gänzlich unakzeptabel" sei. Wenn Verhandlungen nicht zum Ziel führten, sei die Bundesregierung bereit, die Sanktionen zu erweitern.

Der Außenminister war am Morgen, aus Japan kommend, zur zweiten Station seiner viertägigen Asienreise in Peking eingetroffen. Am Nachmittag stand noch ein Treffen mit Regierungschef Wen Jiabao auf dem Programm.

Westerwelle wollte bei seinen Gesprächen in Peking auch konkrete Fälle von inhaftierten chinesischen Dissidenten ansprechen. Die Ehefrauen der prominenten Bürgerrechtler Liu Xiaobo und Hu Jia baten ihn um Unterstützung. "Es wäre sehr wichtig", sagte Liu Xia, die Frau des Mitinitiators der "Charta 08" für Demokratie und Menschenrechte in China, Liu Xiaobo. Der Ehrenvorsitzende des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller war vor drei Wochen wegen Subversion zu elf Jahren Haft verurteilt worden.  

Auch Zeng Jinyan, die Frau des im April 2008 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten bekannten Dissidenten Hu Jia, bat Westerwelle, ein Wort für ihren Mann einzulegen. "Wenn er sich für Hu Jia einsetzen könnte, wäre ich sehr dankbar", sagte Zeng Jinyan. "Sein Gesundheitszustand ist schlecht."    

Yang Jiechi kündigte an, als erster chinesischer Außenminister an der bevorstehenden Sicherheitskonferenz im Februar in München teilzunehmen. Zugleich lud er Westerwelle zur diesjährigen Weltausstellung ein, die in Schanghai stattfinden wird. 

 
Leser-Kommentare
  1. Herr Westerwelle, gehen sie nach TEL AVIV und Washington und fordern sie dort die Menschenrechte und die Einhaltung des Völkerrechtes ein.
    Alles andere ist einfach lächerlich. Sie werden überall als USrael-Vasall ausgelacht.

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    • ADoria
    • 15.01.2010 um 12:43 Uhr

    … nach Israel schicken sie ihn unter Beobachtung, mit einer Anstandsdame an seiner Seite, damit er seine einstudierte Dressur ohne Fehltritt absolviert. Anschließend steht er dann mit seinem Amtkollegen – von dem die liberale Tageszeitung Haaretz als Faschisten titelt – vor den Mikrophonen und redet in gekünstelten Sprachpirouetten am Thema vorbei. Früher habe ich Herrn Fischer für den größten Aufschneider in der Politik gehalten.

    In ein paar Jahren vertritt er - welcher deutsche Außenminister auch immer – nur noch maximal 1% der Erdbevölkerung. Es ist das Schicksal aller Trabanten, dass die Sonne aus ihrem Blickwinkel groß und mächtig erscheint. Aus der Blickrichtung der Sonne sieht das ganz anders aus.

    Sie habe die schwäche von deutsche Politiker oder auch alle Politik von der Welt getroffen,Bravo.
    Ich bin aus china,wir haben sehr viele Problem überall in unseres Land.Warum immer Tibet warum immer Dalai Lama?
    Nur weil er von U.S.A unterstürtzt wird oder Tibet war ein Kolonien von England sowie Hongkong.
    Ich bewunder mich die Technik und die Ordnung von Deutschland ,der Ehrgeiz von euch.Aber die Politik?!
    ich hoffe,dass wir nicht mehr um Tibet und Dalai Lama streiten,sondern nur über Menschnrecht.Nicht nur Kritisieren sonder Ratgeben und die Meinung tauschen und das Respektieren.
    Wir möchte beserer sein und änderen,aber wir brauchen auch Verständnis und die Zeit.

    • ADoria
    • 15.01.2010 um 12:43 Uhr

    … nach Israel schicken sie ihn unter Beobachtung, mit einer Anstandsdame an seiner Seite, damit er seine einstudierte Dressur ohne Fehltritt absolviert. Anschließend steht er dann mit seinem Amtkollegen – von dem die liberale Tageszeitung Haaretz als Faschisten titelt – vor den Mikrophonen und redet in gekünstelten Sprachpirouetten am Thema vorbei. Früher habe ich Herrn Fischer für den größten Aufschneider in der Politik gehalten.

    In ein paar Jahren vertritt er - welcher deutsche Außenminister auch immer – nur noch maximal 1% der Erdbevölkerung. Es ist das Schicksal aller Trabanten, dass die Sonne aus ihrem Blickwinkel groß und mächtig erscheint. Aus der Blickrichtung der Sonne sieht das ganz anders aus.

    Sie habe die schwäche von deutsche Politiker oder auch alle Politik von der Welt getroffen,Bravo.
    Ich bin aus china,wir haben sehr viele Problem überall in unseres Land.Warum immer Tibet warum immer Dalai Lama?
    Nur weil er von U.S.A unterstürtzt wird oder Tibet war ein Kolonien von England sowie Hongkong.
    Ich bewunder mich die Technik und die Ordnung von Deutschland ,der Ehrgeiz von euch.Aber die Politik?!
    ich hoffe,dass wir nicht mehr um Tibet und Dalai Lama streiten,sondern nur über Menschnrecht.Nicht nur Kritisieren sonder Ratgeben und die Meinung tauschen und das Respektieren.
    Wir möchte beserer sein und änderen,aber wir brauchen auch Verständnis und die Zeit.

    • remail
    • 15.01.2010 um 11:33 Uhr

    ...das heißt doch Menschenrechte, das wären dann logisch alle Menschen.

  2. ...für ein paar tibetanische Gebetsmühlen für das Merkel und ihren Leichtmatrosen. Dann können sie ihr ganzes Geschwafel auf einer Papierolle aufschreiben und durch Drehen der Mühle bei Staatsbesuchen als immerwährendes Gebet abspulen.

    Eventuell kann das Drehen ja auch von einem eigens dafür kreierten Staatssekretär erledigt werden, der dann immer 20 Schritte vorausläuft. Das wäre sicher auch ein schöner Karriereschritt für verdiente Parteigenossen wie Herrn Jung oder ähnliche.

    Auf diese Weise bliebe endlich mehr Zeit für ernsthafte Gespräche.

  3. Zitat:" Chinas Außenminister sprach von einem "sehr eingehenden Gespräch", ohne auf Westerwelle in jedem Detail einzugehen. "Wir haben auch viel Konsens erreicht."
    Indirekt warnte er seinen Kollegen jedoch davor, den Dalai Lama zu empfangen. Der Empfang des Friedens-Nobelpreisträgers durch Bundeskanzlerin Angela Merkel 2006 hatte die deutsch-chinesischen Beziehungen schwer belastet. "

    Das heißt, es hat sich nichts geändert und wird sich auch nichts in absehbarer Zeit ändern?

    • ADoria
    • 15.01.2010 um 12:43 Uhr

    … nach Israel schicken sie ihn unter Beobachtung, mit einer Anstandsdame an seiner Seite, damit er seine einstudierte Dressur ohne Fehltritt absolviert. Anschließend steht er dann mit seinem Amtkollegen – von dem die liberale Tageszeitung Haaretz als Faschisten titelt – vor den Mikrophonen und redet in gekünstelten Sprachpirouetten am Thema vorbei. Früher habe ich Herrn Fischer für den größten Aufschneider in der Politik gehalten.

    In ein paar Jahren vertritt er - welcher deutsche Außenminister auch immer – nur noch maximal 1% der Erdbevölkerung. Es ist das Schicksal aller Trabanten, dass die Sonne aus ihrem Blickwinkel groß und mächtig erscheint. Aus der Blickrichtung der Sonne sieht das ganz anders aus.

    Antwort auf "Einfach lächerlich !"
  4. Dem deutschen Aussenminister stuende besser zu Gesicht , rein deutsche Interessen in China zu verfolgen und nicht im Interesse der USA die ewige Tibet und Iran Leier runterzuspulen.
    Das deutsch - chinesische Verhaeltnis ist zu fast 100 % wirtschaftlicher Natur ; die Chinesen wollen deutsches know-how und die Deutschen wollen einen Anteil an diesem gigantischen Markt , nicht mehr und nicht weniger. Diesen Besuch werden die Chinesen als Pflichtbesuch abhacken , bis zum naechsten deutschen Aussenminister...

  5. Sie habe die schwäche von deutsche Politiker oder auch alle Politik von der Welt getroffen,Bravo.
    Ich bin aus china,wir haben sehr viele Problem überall in unseres Land.Warum immer Tibet warum immer Dalai Lama?
    Nur weil er von U.S.A unterstürtzt wird oder Tibet war ein Kolonien von England sowie Hongkong.
    Ich bewunder mich die Technik und die Ordnung von Deutschland ,der Ehrgeiz von euch.Aber die Politik?!
    ich hoffe,dass wir nicht mehr um Tibet und Dalai Lama streiten,sondern nur über Menschnrecht.Nicht nur Kritisieren sonder Ratgeben und die Meinung tauschen und das Respektieren.
    Wir möchte beserer sein und änderen,aber wir brauchen auch Verständnis und die Zeit.

    Antwort auf "Einfach lächerlich !"
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    Wenn Sie mich meinen , dann freue ich mich , dass Sie meine Ansicht teilen.
    Ich freue mich noch mehr , dass Sie aus China schreiben und wuensche mir das allerbeste fuer Ihr Land.

    Wenn Sie mich meinen , dann freue ich mich , dass Sie meine Ansicht teilen.
    Ich freue mich noch mehr , dass Sie aus China schreiben und wuensche mir das allerbeste fuer Ihr Land.

    • remail
    • 15.01.2010 um 13:37 Uhr

    Das Grundgesetz der Schweiz oder das von Deutschland könnte eine gute Vorlage sein.

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