Afghanistan Pakistans Geheimdienst verstärkt Zugriff auf TalibanSeite 2/2

Um auf die Entwicklung in Afghanistan Einfluss zu nehmen, wirkte der pakistanische Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) deshalb versteckt auf die paschtunischen Taliban im Nachbarland ein. Immerhin leben in Pakistan mehr Paschtunen - 27 Millionen - als in Afghanistan (ca. 12 Millionen). Indien dagegen steht dem Volk der Tadschiken näher, der zweitgrößten Gruppe in dem Land.

Die Festnahme Baradars kann daher als Signal an die Taliban-Führung verstanden werden, dass sie weiterhin vom Wohlwollen Pakistans abhängig sind. Zugleich wird ihnen damit bedeutet, dass sie in Afghanistan zukünftig auch die Interessen Islamabads vertreten und sie ein Gegengewicht zum Einfluss Indiens bilden sollen. Diese Sichtweise würde auch die überraschende Kooperation zwischen ISI und dem US-Geheimdienst CIA im Fall Baradars erklären.

Die afghanische Regierung und die Nato-Isaf-Truppen können hoffen, dass die Verhaftung einer zentralen Figur wie Baradar erst einmal Unruhe und Führungskämpfe innerhalb der einzelnen Taliban-Fraktionen auslösen. Streit, der der Bekämpfung der Taliban im Land hilfreich ist. Möglich ist zudem, dass die USA im Zusammenhang mit der Festnahme Konzessionen gegenüber Pakistan gemacht haben, indem sie beispielsweise zusätzliche finanzielle Hilfen anboten. So gesehen können die Gesprächsangebote des afghanischen Präsidenten Karsai an die Taliban im Land durchaus weitreichende Folgen gehabt haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe mal ein wenig gegooglet: Wie es aussieht ist dieser Baradar tatsächlich nicht nur die übliche "Nr. 2", die den Amerikanern alle paar Monate ins Netz geht: Der Mann steht schon auf den Listen der Terrorverdächtigen nach 9/11 und er stammt anscheinend aus dem Nachbardorf von Mullah Omar. So jemand ist schwer zu ersetzen. Prima :-)

    Es wäre allerdings schön, wenn seine Häscher jetzt die Menschenrechte ihres Gefangenen achten würden, aber das ist wohl ein frommer Wunsch.

  2. Es wäre schön, wenn Pakistan, die Mutter aller Schurkenstaaten, endlich umschwenken würden. Pakistans Geheimdienst ISI betrachtet Terroristen als nützliche Idioten und haben uns deshalb die Taliban eingebrockt. Außerdem noch diverse Kaschmir-Terrorgruppen. Dann hat Pakistan Atomwaffenmaterial an Gott und die Welt verkauft. Und die ganze Zeit haben ihnen die Amerikaner das Händchen gehalten und noch kräftig Geld rübergeschoben. Leider ist noch nicht ausgemacht, ob korrupte Großgrundbesitzer, putschende Militärs oder islamistische Mullahs das Rennen machen.

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