Verdacht auf Kindesentführung US-Baptisten in Haiti angeklagtSeite 2/2

Silsby soll zudem den Plan der Gruppe sowohl gegenüber haitianischen Beamten als auch Vertretern der Dominikanischen Republik in Haiti bekannt gemacht haben. Von allen sei sie gewarnt worden, dass sie ohne gültige Papiere der Entführung bezichtigt werden könnten, schreibt die New York Times. Der Anwalt der Gruppe, Edwin Coq, versucht daher auch die anderen neun Baptisten als Ahnungslose darzustellen, die allein aus Mitleid und dem Willen zu helfen die Reise in die Karibik angetreten hätten. Die meisten seien das erste Mal in Haiti und wüssten nichts über das Land. Bei den Gesprächen für die Übergabe der Kinder hätten sie angeblich im Bus gesessen, berichtet Coq laut Washington Post.

Haiti war bereits vor dem Erdbeben ein failed state, in dem die Versklavung von Kindern, vor allem von Mädchen, eines der großen Probleme war. Menschenrechtler drängen schon lange auf Verbesserung des Kinderschutzes. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass das ohnehin völlig verarmte Land auch noch von einer dramatischen Katastrophe gebeutelt wird, ist die Aktion von New Life Children's Refuge zumindest naiv und ungeschickt zu nennen. Möglicherweise hat auch der gute Glaube, im christlichen Sinne auf jeden Fall das richtige zu tun, diese fehlende Sensibilität der Baptisten aus Idaho befördert.

Die Affäre droht jedenfalls zu einer Belastung des US-amerikanischen Hilfseinsatzes zu werden, denn die Haitianer beginnen  ausländische Einmischungen zu fürchten. Dass das nicht unberechtigt und erhöhte Sensibilität dringend notwendig ist, zeigt sich nämlich an einem anderen Fall: Scientology hat Ende Januar vier Tonnen Hilfsmittel, sowie eine Gruppe Ärzte und Seelsorger nach Port-au-Prince eingeflogen. Nun hat die umstrittene Sekte beschlossen, in Haiti zu bleiben, es soll eine ständige Vertretung aufgebaut werden.

 
Leser-Kommentare
  1. US-amerikanische christliche Fundamentalisten stehen also im Verdacht, Kinder entführen zu wollen. Was wäre wohl los, wenn das moslemische Fundis gewesen wären?

  2. Mein ausdrücklicher Dank an alle, die sich in Haiti und für Haiti engagiert haben.

  3. Mir scheint besonders gläubigen Menschen sollte man generell den Umgang mit Kindern verbieten. Ob das die lieben Katholiken sind die Ihre Nächtenliebe immer wieder mit sexueller Belästigung von Kindern zum Ausdruck bringen, Islamisten die Ihren Kinder das sich in die Luft sprengen als Lebensziel einbläuen, Kinderschändersekten die es zu Hauf gab und sicher gibt, oder bibeltreue Eltern die Ihren Kindern durch Verweigerung des Schulbesuches eine normale Jugend verwehren. Amerikanische Baptisten scheinen Ihr Weltbild auch für so vorzüglich zu halten, daß es praktisch jedem Kind eingetrichtert werden muss, selbst wenn man es dazu den Eltern entreisst.
    Kinder sollte man bis zur Volljährigkeit vor Religion und deren Verbreitern wie vor Pornographie und Drogenhändlern schützen.

  4. diese "Gutmenschen" hätten wirklich nichts Kriminelles im Sinn gehabt, und handelten nach bestem Wissen und Gewissen, so wäre dies doch wieder ein beindruckendes Beispiel für die eklatante Dummheit mancher streng gläubiger Kirchenanhänger im Hinterland der USA.

  5. die Hilfsorganisationen hätten in den vergangenen Wochen Zeit und Muße gehabt, sich in Haiti mit dem Ausfüllen von Formularen und anderen Formalitäten zu befassen, dann sähe die Lage dort wahrscheinlich auch etwas weniger traurig aus. In Haiti gab es schon vor dem Beben einen Haufen Kinder, die irgendwie alleine in den Straßen der Slums vor sich dahinvegetiert haben - obwohl ihre Eltern lebten. Die soziale Situation in dem Land ist schon lange so zerrüttet wie die Hauptstadt nach dem Beben.

    Für mich sieht das Ganze doch sehr viel eher nach einem verzweifelten Versuch der in ihrer Hilflosigkeit restlos gedemütigten Haitianischen Behörden aus, sich durch eine Machtdemonstration zu vergewissern, dass man noch Herr im eigenen Lande ist. Diese Baptisten mögen naiv gehandelt haben. Aber im Gegensatz zu diversen Sprücheklopfern haben sie gehandelt! Solche Leute mit Kinderhändlern, islamischen Terroristen oder gar mit Scientology in einem Atemzug zu nennen, das ist ganz schlechter Stil.

    Grüße vom Gutmensch

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    "Diese Baptisten mögen naiv gehandelt haben. Aber im Gegensatz zu diversen Sprücheklopfern haben sie gehandelt!"

    Sie meinen das vermutlich auch noch ernst? Wenn Sie selbst sich als Sprücheklopfer einordnen - Sie waren doch nicht als Helfer in Haiti, oder etwa doch? - geht das ja in Ordnung. Aber aus Ihrem schlechten Gewissen solche Methoden gut zu heissen, wird Ihnen nicht weiter helfen.

    "Solche Leute mit Kinderhändlern, islamischen Terroristen oder gar mit Scientology in einem Atemzug zu nennen, das ist ganz schlechter Stil."

    Diese Leute stehen im Verdacht, Kinderhändler zu sein. Was ist daran schlechter Stil, mutmassliche Kinderhändler in einem Atemzug mit Kinderhändlern zu nennen?

    Kann es sein, dass Ihnen die ethischen Perspektiven ein bisschen verrutscht sind?

    jetzt sitzen 10 naive amerikaner in haiti fest und haben mit ihrer - bestenfalls! - naiven aktion eine situation geschaffen, die komplizierter ist als die ausgangslage - statt zu helfen, wurde es nur schlimmer - und das in einem land, das echt keine zusätzlichen komplikationen braucht.

    "Diese Baptisten mögen naiv gehandelt haben. Aber im Gegensatz zu diversen Sprücheklopfern haben sie gehandelt!"

    Sie meinen das vermutlich auch noch ernst? Wenn Sie selbst sich als Sprücheklopfer einordnen - Sie waren doch nicht als Helfer in Haiti, oder etwa doch? - geht das ja in Ordnung. Aber aus Ihrem schlechten Gewissen solche Methoden gut zu heissen, wird Ihnen nicht weiter helfen.

    "Solche Leute mit Kinderhändlern, islamischen Terroristen oder gar mit Scientology in einem Atemzug zu nennen, das ist ganz schlechter Stil."

    Diese Leute stehen im Verdacht, Kinderhändler zu sein. Was ist daran schlechter Stil, mutmassliche Kinderhändler in einem Atemzug mit Kinderhändlern zu nennen?

    Kann es sein, dass Ihnen die ethischen Perspektiven ein bisschen verrutscht sind?

    jetzt sitzen 10 naive amerikaner in haiti fest und haben mit ihrer - bestenfalls! - naiven aktion eine situation geschaffen, die komplizierter ist als die ausgangslage - statt zu helfen, wurde es nur schlimmer - und das in einem land, das echt keine zusätzlichen komplikationen braucht.

  6. 6. ?

    "Diese Baptisten mögen naiv gehandelt haben. Aber im Gegensatz zu diversen Sprücheklopfern haben sie gehandelt!"

    Sie meinen das vermutlich auch noch ernst? Wenn Sie selbst sich als Sprücheklopfer einordnen - Sie waren doch nicht als Helfer in Haiti, oder etwa doch? - geht das ja in Ordnung. Aber aus Ihrem schlechten Gewissen solche Methoden gut zu heissen, wird Ihnen nicht weiter helfen.

    "Solche Leute mit Kinderhändlern, islamischen Terroristen oder gar mit Scientology in einem Atemzug zu nennen, das ist ganz schlechter Stil."

    Diese Leute stehen im Verdacht, Kinderhändler zu sein. Was ist daran schlechter Stil, mutmassliche Kinderhändler in einem Atemzug mit Kinderhändlern zu nennen?

    Kann es sein, dass Ihnen die ethischen Perspektiven ein bisschen verrutscht sind?

    Antwort auf "Oder angenommen"
    • nfb
    • 06.02.2010 um 2:59 Uhr

    Irak laufen diese Baptisten auch in Massen rum um die Bevölkerung zu bekehren, normalerweise darf man das ja nicht aber was soll man von Busch auch erwarten können.

  7. jetzt sitzen 10 naive amerikaner in haiti fest und haben mit ihrer - bestenfalls! - naiven aktion eine situation geschaffen, die komplizierter ist als die ausgangslage - statt zu helfen, wurde es nur schlimmer - und das in einem land, das echt keine zusätzlichen komplikationen braucht.

    Antwort auf "Oder angenommen"

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