Afghanistan 160 Menschen sterben bei Lawinenunglück
Schneesturm in Afghanistan: Im Norden des Landes wurde der Eingang eines Tunnels von mehreren Lawinenabgängen zugeschüttet. Dabei kamen mindestens 160 Menschen ums Leben.
© Chien-min Chung/Getty Images

Der Salang-Tunnel liegt im lawinengefährdeten Gebiet. (Hier ein Archivbild von 2002)
Es sind die heftigsten Regen- und Schneefälle seit 50 Jahren, die seit Tagen im Norden Afghanistans wüteten. Nun wurden die Schneemassen vielen zum Verhängnis: Mindestens 160 Menschen sind bei einem Lawinenunglück auf einer Bergstraße ums Leben gekommen. Dies gab der Gouverneur der Provinz Parwan, Abdul Basir Salangi jetzt bekannt. Mehr als 80 weitere Menschen seien verletzt worden.
Die Lawine war bereits am Montag auf die Salang-Passstraße niedergegangen, die den Norden Afghanistans mit der Hauptstadt Kabul verbindet. Etwa 1500 Menschen waren nach dem Unglück zunächst von der Außenwelt abgeschnitten, sie konnten aber gerettet oder zumindest versorgt werden.
Die Salang-Pass-Straße führt durch einen fünf Kilometer langen Tunnel. Der Chef des afghanischen Katastrophenzentrums, Abdul Matin Edraak, sprach von 200 Autos und Lastwagen, die im Tunnel festsäßen. Der Polizeichef der nordafghanischen Provinz Baghlan, General Kabir Adarabi, sagte: "Rund 100 Fahrzeuge stecken immer noch in der von Schnee blockierten Straße nahe des Haupttunnels fest, aber der starke Schneesturm behindert das Vorankommen der Rettungskräfte." Die Opfer seien entweder bei den mehr als 17 Lawinenabgängen gestorben oder in ihren feststeckenden Fahrzeugen erfroren.
Edraak sagte, die Straße sei von Meter hohem Schnee bedeckt. Es werde mindestens zwei Tage dauern, bis der Pass wieder für den Verkehr freigegeben werden könne. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sprach den Angehörigen der Toten sein Mitgefühl aus. Karsai ordnete an, die betroffenen Behörden sollten alles daran setzen, den Betroffenen zu helfen und den Tunnel wieder zu öffnen.
- Datum 10.02.2010 - 14:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
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