Muschtarak-Offensive Afghanistans Armee nimmt Taliban-Hochburg Mardscha ein

Erfolgsmeldung der Alliierten: Die afghanischen Regierungstruppen haben in der Taliban-Hochburg Mardscha ihre Flagge gehisst. Doch der Widerstand ist noch nicht gebrochen.

Heute wurde offiziell die Fahne über der wiedereroberten Stadt Mardscha in Südafghanistan gehisst

Heute wurde offiziell die Fahne über der wiedereroberten Stadt Mardscha in Südafghanistan gehisst

Wie ein Sprecher der Provinzregierung in Helmand, Daud Ahmadi, sagte, haben die afghanischen Behörden mittlerweile wieder die Kontrolle über Mardscha übernommen. Der Gouverneur der Unruheprovinz Helmand, Mohammed Gulab Mangal hisste die Flagge vor den Augen von mehreren Hundert Bewohnern – bewacht von Scharfschützen der US-Armee. Die afghanische Flagge weht laut Daud zum ersten Mal seit zwei Jahren über der Stadt. Damals hatten Taliban-Kämpfer und Drogenhändler die Kontrolle über die Region übernommen, in der bis zu 125.000 Menschen leben.

Die Offensive "Muschtarak" (Gemeinsam), an der rund 15.000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligt sind, läuft seit Mitte Februar und soll die Taliban aus den Opium-Anbaugebieten rund um Mardscha und Nad Ali vertreiben. Die Offensive gilt als erster großer Testfall für die Erfolgsaussichten der neuen Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama, die die Vertreibung der Taliban mit einem zivilen Aufbau verbinden soll. Auf Grund der Langfristigkeit dieses neuen Ansatzes gehen Beobachter davon aus, dass man erst in mehreren Monaten den Erfolg des Einsatzes bewerten können wird.

Nach Angaben der Nato haben in Mardscha mittlerweile wieder viele Läden und Kliniken geöffnet, die während der Offensive geschlossen hatten. Neue Geschäfte verkaufen demnach Telefone, Computer und andere Elektrogeräte sowie frisches Obst und Gemüse. Der neue Bezirksverwaltungschef Abdul Sahir überwachte den Angaben zufolge die Verteilung von Reis, Bohnen, Öl und Zucker an die Bevölkerung, viele Flüchtlinge seien bereits in die Stadt zurückgekehrt.

Die Taliban wiesen die Angaben der Nato und der afghanischen Behörden zurück. Abseits des zentralen Basars seien noch viele Aufständische in der Stadt, sagte Taliban-Sprecher Yusuf Ahmadi. "Unsere Mudschahedin sind noch in Mardscha", sagte er. Die Bewohner unterstützten sie dabei, die "eindringenden US-Truppen zu bekämpfen". Laut einem Bericht des arabischen Fernsehsenders al-Dschasira waren nur wenige Stunden vor der Flaggen-Zeremonie mehrere Sprengsätze auf dem Marktplatz entdeckt worden.

Wie der Zivilbeauftragte der Nato in Afghanistan, Mark Sedwill, sagte, kommt die Offensive rund um Mardscha vergleichsweise langsam voran, weil die Soldaten "große Sorgfalt" darauf verwenden, zivile Opfer zu vermeiden. Bei einem herkömmlichen Militäreinsatz hätte die Region in wenigen Stunden oder einem Tag eingenommen werden können, sagte Sedwill dem britischen Rundfunksender BBC. Die Truppen ließen sich aber bewusst Zeit.

 
Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 25.02.2010 um 18:35 Uhr

    Der Krieg gegen den Terror wird im Moment eher im Iran gewonnen. Der ZEIT war es bisher (sorry, falls ich was verpasst habe) keine Zeile Wert, dass man Abdolkarim Rigi, den Rädelsführer der Jundullah, im Iran vorgestern verhaftet hatte, nachdem seine Maschine von Dubai nach Kyrgystan in Badar Abbas zur Landung gezwungen worden war. Rigi ist kein Freiheitskämpfer, als der er gerne im Westen dargestellt wird. Er hat auch schon mal vor laufender Kamera jemandem den Kopf abgeschnitten. Vorsicht, einige extrem brutale Szenen!

    http://www.juancole.com/2...

    Jundullah hat Verbindungen zu Al Qaeda. 2007 Hatte Bush den Kongress überzeugt, 400 Mio Dollars locker zu machen, um einen regime change im Iran zu finanzieren. Jundullah, MEK, kurdische Separatisten werden davon profitiert haben. Das alles wird jetzt rauskommen. Ob waterboarding eingesetzt wurde, ist zurzeit unklar.

    http://aliqapoo.wordpress...

  1. Verdammt noch mal,Leute bleibt auf dem Teppich(...es kann ein handgewebter afghanischer sein...zur Not auch aus Täbris/Iran..)mit eurer antiamerikanischen Haltung.Ok,die Taliban sind ein Kind der CIA/CIS...nobody is perfect... ist ja wie mit einem Hund...kennst du die Gene des 4-vierbeinigen Freundes?...nach 8 Jahren beisst er dir die Kehle durch..
    Amerikanisches Blut ist zu schade,um es zu vergeuden,darum ganz ruhig...unsere Nichteinjgreiftruppe der Bundeswehr wird die Geschicke in Afghanistan schon regeln...hahaha....shame...
    german to the front....thats history...forget it

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