Afghanistan

Die zerstörerische Macht der Drogen

Ein Opiumbauer in der Provinz Uruzgan mit seiner Opiumfrucht  |  © Ulrich Ladurner

Der Drogenhandel gehört zu den Haupteinnahmequellen der Taliban. Gerade der Bezirk Mardscha in der südafghanischen Provinz Helmand, in dem jetzt die Nato-Offensive stattfindet, gilt als wichtigstes Zentrum für den Handel mit Rohopium. Viele Bewohner der gleichnamigen Bezirkshauptstadt finden ihre einzige Verdienstmöglichkeit in einer von mehreren hundert Heroin-Küchen, in denen das Rauschgift weiterverarbeitet wird. 90 Prozent des weltweit hergestellten Opiums werden in Afghanistan produziert. Der Markt ist mehrere Milliarden Dollar wert. Der Großteil der Drogen wird exportiert. Nordöstlich an Helmand grenzt die Provinz Uruzgan. ZEIT-Reporter Ulrich Ladurner hat dort Opiumbauern besucht, er hat die Vernichtung von Schlafmohnfeldern beobachtet und in der Hauptstadt Kabul mit Heroinsüchtigen gesprochen. Oft wird vergessen, dass das Opium als Heroin auch in Afghanistan konsumiert wird. Der Stoff ist einfach zu beschaffen und billig. Ulrich Ladurner hat Orte und Protagonisten der Drogenwelt fotografiert.

Leser-Kommentare
    • clubby
    • 19.02.2010 um 16:55 Uhr

    Ich meine in Zeiten von Satelliten, etc. ist sind doch wohl Opium Felder in küzester Zeit auszumachen und mit Brandbomben zu vernichten. Warum die dann nur zu 1/3 reduziert wurden, bleibt mir ein Rätsel.

  1. ich will nicht gemein sein, aber diese afghanischen "polizisten" sehen allesamt derart schräg und verlottert aus, dass dieses gefasel von "selbsttragender sicherheit" bei den bürgern vor ort nur müdes lächeln hervorrufen wird.

    die sind wohl nur bei der polizei, weil die taliban so krasse aufnahmetests haben.

    abgesehen davon glaube ich, dass die geheimdienste den drogenanbau nutzen, um nebenbei kohle für ihre geheimoperationen reinzuholen. der ganze war on terror oder war on drugs ist eine einzige farce.

  2. Dass die Polizisten auf den Fotos "schräg und verlottert" aussehen könnte unter Umständen daran liegen, dass Afghanistan laut Human Development Index auf Rang 173 (von 178) liegt. Kein Grund diese Menschen so abzuwerten.

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    wenn man sich also darüber wundert, wie der "westen" irgendwelche x-beliebigen bauern vun't dörp in eine lächerliche, viel zu weite uniform mit fremdenlegionärskäppi steckt und sie für 50 flocken im monat mit hoheitlichen aufgaben betreut, die in dem land sowieso niemanden interessieren, dann ist das "abwertend"?

    polizisten sind immer arme würstchen, und der kellerbereich der HDI-tabelle ist nicht unbedingt ein zuckerschlecken.

    aber die größte abwertung wurde diesen menschen doch zugefügt, als sie für einen appel, ein ei und nen feuchten händedruck für die mitarbeit in einem system geworben wurden, das den abzug der us-truppen nie überleben wird.

    denn anders als bei "moderaten taliban" gibt es vermutlich keine aussteigerprogramme, wenn der westen ein neues steckenpferd zum totreiten gefunden hat. drogen hin oder her.

    wenn man sich also darüber wundert, wie der "westen" irgendwelche x-beliebigen bauern vun't dörp in eine lächerliche, viel zu weite uniform mit fremdenlegionärskäppi steckt und sie für 50 flocken im monat mit hoheitlichen aufgaben betreut, die in dem land sowieso niemanden interessieren, dann ist das "abwertend"?

    polizisten sind immer arme würstchen, und der kellerbereich der HDI-tabelle ist nicht unbedingt ein zuckerschlecken.

    aber die größte abwertung wurde diesen menschen doch zugefügt, als sie für einen appel, ein ei und nen feuchten händedruck für die mitarbeit in einem system geworben wurden, das den abzug der us-truppen nie überleben wird.

    denn anders als bei "moderaten taliban" gibt es vermutlich keine aussteigerprogramme, wenn der westen ein neues steckenpferd zum totreiten gefunden hat. drogen hin oder her.

  3. Unsere Junkies mit denen aus Afghanistan zu vergleichen ist nicht richtig. Im Text wird es zwar nicht direkt getan, aber es entsteht der Eindruck.
    Erstens ist das Heroin in Afghanistan auch bei minderer Qualität wahrscheinlich wesentlich sauberer als in Europa, denn mit jedem Zwischenhändler wird die Reinheit geringer. Und der körperliche Verfall unserer Junkies ist hauptsächlich auf die Beimischungen zurück zu führen, nicht auf das Heroin.
    Ausserdem ist die Droge wahrscheinlich selbst für Afghanen spottbillig, denn auch die immensen Preissteigerungen haben ihren Grund in den Zwischenhändlern und dem hohen Risiko geschnappt zu werden. Wenn man jetzt Antidrogeneinheiten auf den Bildern sehen kann, dann handelt es sich wahrscheinlich um Alibiaktionen. 90% der weltweiten Produktion lassen sich nicht im Geheimen herstellen. Man kann also davon ausgehen, dass das Risiko sehr gering ist, woraus folgt, dass der Preis entsprechend niedrig ist. Die Bauern und Kocher sind eh diejenigen, die am wenigsten verdienen.

  4. die Opiumproduktion auf ein Minimum zurückgefahren worden,es wurde nur soviel benötigt und produziert,wie für den Einkauf von genügend Waffen gebraucht wurde.Unter Karzai nun haben die Hilforganisationen das Land derart mit Lebensmittel überschwemmt,dass es sich für einen landläufigen Bauern überhaupt nicht lohnt etwas anderes als Mohn anzubauen.Und das Militär wird sich hüten,ausser ein paar Alibiaktionen Mohnfelder im grossen Maßstab zu vernichten,schliesslich würde dass zur verärgerung der Drogenbosse führen,die bisher eher konziliant waren,und dann waere die allierte Position noch unhaltbarer,vor allem im Norden.

  5. wenn man sich also darüber wundert, wie der "westen" irgendwelche x-beliebigen bauern vun't dörp in eine lächerliche, viel zu weite uniform mit fremdenlegionärskäppi steckt und sie für 50 flocken im monat mit hoheitlichen aufgaben betreut, die in dem land sowieso niemanden interessieren, dann ist das "abwertend"?

    polizisten sind immer arme würstchen, und der kellerbereich der HDI-tabelle ist nicht unbedingt ein zuckerschlecken.

    aber die größte abwertung wurde diesen menschen doch zugefügt, als sie für einen appel, ein ei und nen feuchten händedruck für die mitarbeit in einem system geworben wurden, das den abzug der us-truppen nie überleben wird.

    denn anders als bei "moderaten taliban" gibt es vermutlich keine aussteigerprogramme, wenn der westen ein neues steckenpferd zum totreiten gefunden hat. drogen hin oder her.

    Antwort auf "@schlorch"
  6. sondern von den Amerikanern haben die Drogenbarone wieder die Macht in Afghanistan bekommen.

    Unsere Medien müssen selbstverständlich so tun, als würden die Taliban vom Drogenanbau profitieren, obwohl die Taliban doch gerade deswegen gestürzt wurden, weil die gegen den Drogenanbau waren. Jetzt soll das Zeugs in der Obhut der CIA sein, bis auf wenige Ausnahmen jedenfalls.

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    • iDog
    • 20.02.2010 um 0:26 Uhr

    hatte ihren beitrag nicht gelesen - sie sagen es ja auch schon ... ein alberenes propagandagetue hier ...

    • iDog
    • 20.02.2010 um 0:26 Uhr

    hatte ihren beitrag nicht gelesen - sie sagen es ja auch schon ... ein alberenes propagandagetue hier ...

    • iDog
    • 20.02.2010 um 0:24 Uhr

    aber unter den taliban war der mohnanbau verboten , die mohnbarone der nordalliianz sassen im knast. dann kamen die amerikaner , haben die nordanllianz als verbündete gebraucht und wahrscheinlich das geld aus dem mohnanbau auch, denn seit sie da sind steigt die produktion und die macht der drogenbarone, wird nicht bekaempft, und in den umliegende labors ( pakistanische grenzeregion etc. ) wird fleissig gearbeitet , die welt will versorgt sein mit dem stoff. die usa hat die kontrolle, die baueren bekommen wenig , der reibach fliesst nach dem waschen in leeere kassen an der wallstreet. wohl bekomms.

    in deutschland wurde kürzlich erst von cdu/csu die subtitutionierung mit methadon für ehemalige junkies abgemahnt - der staat sein doch kein drogendealer. sicher ein zufall ....

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