Drohender Staatsbankrott Griechen streiken gegen Sparprogramm
Premier Papandreou sieht sein Land "am Rand des Abgrunds". Doch Beamte und Gewerkschaften lehnen sich gegen Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen auf.
Leere Klassenzimmer und Schulhöfe, geschlossene Rathäuser und Behörden, verwaiste Flughäfen, Protestmärsche in der Hauptstadt: Hunderttausende griechische Staatsbedienstete haben am Mittwoch mit einem landesweiten Streik gegen die Sparbeschlüsse demonstriert, mit denen die sozialistische Regierung die zerrütteten Staatsfinanzen zu konsolidieren und die Gefahr eines Staatsbankrott zu bannen versucht. Auch die Fluglotsen beteiligten sich an dem Streik. Der griechische Luftraum blieb deshalb komplett gesperrt, Hunderte Flüge wurden annulliert.
In Athen demonstrierten Tausende mit Sprechchören und Spruchbändern gegen "Sozialraub" und einen "Steuer-Tsunami". Zu einem Zwischenfall kam es, als streikende Arbeiter der Straßenreinigung mit ihrem Müllwagen eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Die Polizei setzte Tränengas ein, die Arbeiter setzten sich mit Steinwürfen zur Wehr.
Weitere Proteste sind bereits angekündigt. Am Donnerstag wollen die Taxifahrer dagegen streiken, dass sie Quittungsdrucker in ihren Autos installieren müssen und nicht mehr wie bisher mit einer niedrigen Pauschale, sondern nach ihrem tatsächlichen Einkommen besteuert werden sollen. Für den kommenden Mittwoch hat der Gewerkschaftsbund GSEE zu einem Generalstreik aufgerufen. Für die Regierung wird das ein wichtiger Test: die Resonanz auf den Streikaufruf dürfte zeigen, wie viel Widerstand die Sparpolitik wirklich findet.
Unmittelbar betrifft das Sparprogramm, mit dem Finanzminister Giorgos Papakonstantinou das Haushaltsdefizit in den nächsten drei Jahren von 12,7 Prozent unter die nach dem EU-Stabilitätspakt zulässige Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken will, vor allem die rund eine Million Staatsdiener. Ihnen werden Zulagen und Überstunden gekürzt, was unter dem Strich zu Gehaltseinbußen von bis zu fünf Prozent führen wird.
Inzwischen hat die Regierung auch ihre Steuerpläne konkretisiert. Der Spitzensteuersatz von 40 Prozent, der bisher für Einkommen über 75.000 Euro fällig ist, soll künftig bereits ab 60.000 Euro jährlich greifen. Aber nicht nur Großverdiener werden zur Kasse gebeten. Während kleinere Einkommen bis 22.000 Euro im Jahr steuerlich entlastet werden, soll jenseits dieser Grenze die steuerliche Belastung steigen. Auch an den Tankstellen müssen die Griechen mehr bezahlen: Durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer ist der Liter Benzin jetzt auf einen Schlag 14 Cent teurer geworden.
Das neue Steuerrecht bietet auch mehr Handhabe gegen die grassierende Steuerhinterziehung, die als eine der Hauptursachen der griechischen Finanzmisere gilt. Sie erreicht nach Expertenschätzungen rund 30 Milliarden Euro im Jahr – und entspricht damit ziemlich genau dem Haushaltsdefizit des vergangenen Jahres. Finanzminister Papakonstantinou will nun das Land mit einem lückenlosen Netz von Registrierkassen überziehen. Vor allem Ärzte und Rechtsanwälte sollen so gezwungen werden, Quittungen auszudrucken.
Zugleich bekommen die Verbraucher Anreize, Belege zu sammeln: Sie können die Quittungen künftig steuermindernd geltend machen. Ein Jahreseinkommen von nur 10.000 Euro zu deklarieren, den Sohn aber auf eine teure Privatschule zu schicken oder mit der eigenen Motoryacht durch die Ägäis zu kreuzen, wird künftig nicht mehr möglich sein: Der Fiskus soll das gemeldete Einkommen mit den individuellen Ausgaben abgleichen. Auch mit den in Griechenland so beliebten Bargeld-Geschäften ist Schluss: Transaktionen von mehr als 1500 Euro müssen in Zukunft per Überweisung, Scheck oder Kreditkarte abgewickelt werden.
- Datum 10.02.2010 - 19:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Greece problem is a classic hedge fund speculators attack with "double-hit", same as it was in 1997 Asian Financial Crisis. "Short" positions first was open against its stock market to create a panic, next speculators open "short" positions against euro to encourage mass sell. Malaysian Prime Minister accused George Soros in 1997 crisis, so watch this guy again!
"vor allem die rund eine Million Staatsdiener" "können sich" "schon mit Mitte 50 zur Ruhe setzen."
Griechenland hat ca. 11.1 Millionen Einwohner.
Peoples who rock the boat when it already in trouble deserve to be punished. Greece needs help from outside, and I hope Germany will come to rescue. Soros has been known for breaking British, Malasian, Russian and many other currencies, so this can happens to anyone. Best thing US did when to stop panic in 2008 is to put temporary ban on short-selling. The way "rocking boat" short-selling is working is to borrow shares and sell them in mass hope to stricke panic to make the stock worthless before it time to return borrowed shares. This it even can happens to company where you working now, who came to resque then?
...comes to rescue everyone who is in trouble, don´t worry. We certainly accept shortcuts to avoid them in Greece. Of course we do.
...comes to rescue everyone who is in trouble, don´t worry. We certainly accept shortcuts to avoid them in Greece. Of course we do.
...comes to rescue everyone who is in trouble, don´t worry. We certainly accept shortcuts to avoid them in Greece. Of course we do.
ich bin das gar nicht, heilig: Aber mein Erlebnis neulich auf dem Pileon, eines? nein mehrmals, aber ein Beispiel:
Da gabs in wunderschönem Dunkelblau Keramikschalen: 27.80€. Und dann habe ich nochwas gekauft. Und dann: "Ich kann Ihnen das auch ohne Steuern geben... das wird dann 8€ billiger".
...ui, "und wer bezahlt die Schule dahinten?" kam es mir spontan über die Lippen? Und: Ich gab 8€ extra: Bin ich jetzt ein Heiliger? Mir schien es so...unerreichbar.
Leere Klassenzimmer und Schulhöfe, geschlossene Rathäuser und Behörden, verwaiste Flughäfen, Protestmärsche in der Hauptstadt: [...] Der griechische Luftraum blieb deshalb komplett gesperrt, Hunderte Flüge wurden annulliert. In Athen demonstrierten Tausende [...] Zu einem Zwischenfall kam es, als streikende Arbeiter der Straßenreinigung mit ihrem Müllwagen eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Die Polizei setzte Tränengas ein, die Arbeiter setzten sich mit Steinwürfen zur Wehr. [...] Papandreou sieht das Land 'am Rand des Abgrunds'."
Das klingt alles sehr interessant. Ein Land, das vorm Scheitern steht, Polizei und Demonstranten liefern sich Straßenschlachten. Der Artikel beschäftigt sich aber dennoch hauptsächlich mit den Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden sollen. Ähnlich halten es alle deutschen Medien: Es werden nur Wirtschaftsdaten, Auswirkungen auf die Euro-Zone, mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert, aber nicht über die Situation der Menschen dort berichtet. Die Situation bleibt so für mich abstrakt und opak.
Zwei Fragen:
1. Wie kommt das? Ist das so uninteressant? Bin ich der Einzige, den das interessiert?
2. Ließe sich da nicht was ändern? Gibt es keine Korrespondenten in Athen, die über die Situation aus Bevölkerungsperspektive berichten könnten?
Ich glaube nicht, dass die Griechen nicht wissen was bei ihnen schiefgelaufen ist. Sie wollen es nur nicht glauben und die Konsequenzen daraus ziehen.
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