Staatskrise Griechenland braucht eine Revolution
Weil Premier Papandreou trotz drastischem Sparkurs beliebt ist, sollte ihn Brüssel erstmal gewähren lassen. Denn die Griechen wissen es: Ihr Leben auf Pump ist vorbei.
© Stuart Hannagan/Getty Images

Die Lichter werden in Griechenland nicht ausgehen, aber es muss hart gespart werden - Akropolis bei Nacht
Der Minister stritt in Brüssel für sein Land, derweil das Land gegen sich selbst kämpfte. In der EU-Zentrale versuchte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Amtskollegen davon zu überzeugen, dass Griechenland beim Sparen gut vorankommt. Zuhause in Athen demonstrierten seine Beamten das Gegenteil. Hier in der griechischen Hauptstadt reichen sich die Staatsangestellten die Streikstaffel weiter. Erst waren es die Zollbeamten, dann die Finanzkontrolleure im Ministerium, dann die Steuereintreiber, am Ende die Taxifahrer. Sie alle warnen ihre Regierung: Kürzen dürft ihr, aber nicht bei mir!
Wie viel Aussicht haben die griechischen Versprechen, dauerhaft zu kürzen und zu sparen? Wann darf die Eurozone mit besseren Nachrichten aus Athen rechnen?
Eine Hoffnung strahlt allemal von hier nach Nordeuropa: Auch dieser harte Winter hat irgendwann ein Ende. In Athens Innenstadt sitzen die Leute schon bei 18 Grad in den Korbstühlen der Straßencafés, ein Krisenbild will sich nicht recht aufdrängen. Aber alle reden über die Krise. Und es besteht in den Korbstühlen eine gewisse Einigkeit, dass es mit dem Leben auf Pump ein Ende haben muss, dass Griechenland sich ändern soll, dass die Schuldenspirale schleunigst abgeknickt werden muss. Das Problem ist: wie?
Das heutige Griechenland ist ein Labyrinth aus wachsenden Ansprüchen an den Staat, vielschichtiger Versorgung treuer Wähler der Staatsparteien, großzügigen Rentengarantien und Zusatzprämien, überzogenen Krediten und ungedeckten Wechseln auf die Zukunft. Aber beileibe nicht alles ist Wohlleben: Griechenland ist zugleich ein Land der wachsenden Armut, der Deindustrialisierung und der Wirtschaftskrise.
Um aus diesem Labyrinth herauszukommen, wird es nicht reichen, dass die Finanzminister der EU dem Land alle vier bis fünf Wochen noch härtere Maßnahmen abringen, noch kürzere Fristen zur Umsetzung aufnötigen, noch mehr Druck ausüben. Nötig ist nichts weniger als eine Revolution, die mehr als fünf Wochen zur Umsetzung braucht. Die Ansprüche hier und die Schulden da, die Versorgung und das Absinken in die Armut gehören zu einem Mentalitätskosmos, in den Griechenland in den achtziger Jahren eingetreten ist. Populistische Politiker des frischgebackenen EWG-Lands verbanden seither die politische Öffnung des Landes mit dem Versprechen, dass für jeden gesorgt werde – durchaus in dem Bewusstsein, dass von nun an vielfältige Hilfe aus Brüssel floss. Das Land hat keine neuen Industrien gegründet und sich nicht fit für die Moderne gemacht, im Gegenteil, es wurde teurer, langsamer und verlor seine Industrie.
In Athen und auch in Brüssel hat man darüber jahrzehntelang hinweg gesehen. Europäische, vor allem deutsche Firmen nutzten den griechischen Markt als Expansionsfläche, derweil die lokalen Produzenten wegstarben. Die Differenz zahlte der griechische Staat, erst mit EWG-, dann mit EU-Geld, schließlich mit immer mehr Schulden.
- Datum 19.02.2010 - 11:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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und wir steuern mit der FDP genau dahin ! Steuererlass auf pump ! Movenpick für alle Lobbys, wenn diese nur genug spenden. Staatsverschuldung so hoch wie nie. Wer jetzt noch glaubt das geht so weiter überhört die Ohrpfeigen (FDP).
Vielleicht kann Westerwelle sein Sparbuch für einige Mill. an Griechenland veräußern und bekommt für jeden gesparten € 1ct.
Bei nicht funktionieren bitte zahlen. Ne, den können wir nicht auf die Griechen los lassen, denn dann ist ganz Europa pleite!
Ein interessanter Artikel, nur leider wieder keinen Hinweis auf die erheblichen Rüstungsausgaben Griechenlands in den letzten Jahren, an denen auch die deutsche Rüstungsindustrie gut verdient hat.
Ich erlaube mir daher auf mein Blog zu verweisen:
http://markt-zyniker.blog...
mit weiteren Nachweisen.
So kann die EU den "Bösen" spielen, Papandreo schiebt die harten Maßnahmen auf den Druck der EU und bleibt trotzdem beliebt.
Die Hauptsache ist dass sie ihren Haushalt wieder in Ordnung bekommen.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Zeit nach der NRW-Wahl. Schwarzgelb kann schon aufgrund des GG nicht mit ihren Rekordschulden so weitermachen. Es wird massive Steuererhöhungen geben. Mal sehn wen es am meisten trifft - ich kanns mir schon denken.
Die neuere Geschichte Griechenlands seit dem Unabhängigkeitskrieg von 1804-17 ist eine endlose Kette von Krisen, die immer wieder in Revolutionen, Staatsbankrotten oder Super-Inflationen endeten. Endet ein Regime in Desaster, so krempelt man nicht etwa die Ärmel hoch wie die Amerikaner, sondern man revoltiert. Vielleicht erwarten wir zu viel von den Griechen.
Der Unabhaengigkeitskampf der Hellenen brach offiziell am 25.03.1821 aus( Wenn Sie also am 25.03 Griechenland besuchen sollten, ist alles geschlossen, ausnahmsweise nicht wegen Streik ,sondern Nationalfeiertag !).
Als 1829 dann Griechenland begann als Staat zu existieren begann auch die Staatsverschuldung. Die Briten hatten sich auf Griechenlandanleihen spezialisiert und sie verdienten dabei praechtig
Der Unabhaengigkeitskampf der Hellenen brach offiziell am 25.03.1821 aus( Wenn Sie also am 25.03 Griechenland besuchen sollten, ist alles geschlossen, ausnahmsweise nicht wegen Streik ,sondern Nationalfeiertag !).
Als 1829 dann Griechenland begann als Staat zu existieren begann auch die Staatsverschuldung. Die Briten hatten sich auf Griechenlandanleihen spezialisiert und sie verdienten dabei praechtig
....zum Euro die lange Zeit der Stagnation. Das Spiegelbild zur deutschen Misere jener Zeit ist nun eine lange Stagnation in Griechenland, Spanien, Portugal und vielleicht auch anderer Euro Länder. Damals hat Deutschland die Defizitregeln jedes Jahr gebrochen. Daher werden entweder wir zahlen oder Die zu viel Geld ausgeben. Wenn beides nicht geschieht, so ist die Gefahr eine Depression in den Regionen durchaus real. Das mag uns prinzipiell egal sein, da wir sind hier. Ob wir aber Aufstände wollen oder eine Zunahme der Einbrüche in unsere Urlaubshütten auf Mallorca und in der Toskana wollen?
joG:
Erscheint mir irgendwie unmoeglich zu sein.
Die Euro Politiker scheinen das aehnlich zu sehen das 25Mrd Dollar "Hilfspaket" erscheint mir eine gute Anzahlung zu sein fuer die Region.
So wie ich das sehe, waere die Sicherung der Urlaubshuetten "in Mallorca und Toskana" das geringste Problem fuer die Deutschen. Ein nicht aufhaltbarer deustcher Staatsbankrott scheint mir ein groesseres, und durchaus realeres Problem zu sein.
Genau so kann theoretisch Kalifornien (das Geld ausgibt als wuerde es auf den baeumen wachsen) in eine "depression" gelangen, aber sicher nicht ohne in der Praxis die gesamte USA in eine aehnliche Richtung zu ziehen.
Gerd
....ist ja nun de Facto korrigiert worden, sodass andere Euromitgliedsstaaten Regionen unterstützen werden, die in Rezession geraten und zu hoch verschuldet sind, um mit zusätzlichen Staatsausgaben zu reusieren. Das war im Gründungsvertrag ausdrücklich verboten worden.
Und ja, die Firmen werden Leiden, die vom Export in die Rezessionsgebiete lebten. Da in Deutschland relativ viele solcher Firmen sind, wird man es hier spüren. Andererseits ist die Wirtschaft relativ konkurrenzfähig. Man hatte schließlich auch exportiert, als das relative Kostenniveau schlechter war.
....ist ja nun de Facto korrigiert worden, sodass andere Euromitgliedsstaaten Regionen unterstützen werden, die in Rezession geraten und zu hoch verschuldet sind, um mit zusätzlichen Staatsausgaben zu reusieren. Das war im Gründungsvertrag ausdrücklich verboten worden.
Und ja, die Firmen werden Leiden, die vom Export in die Rezessionsgebiete lebten. Da in Deutschland relativ viele solcher Firmen sind, wird man es hier spüren. Andererseits ist die Wirtschaft relativ konkurrenzfähig. Man hatte schließlich auch exportiert, als das relative Kostenniveau schlechter war.
mit ein wenig Verwunderung kann man nachlesen eine amerikanische Bank hat gegen eine kleine Gebühr von 300 Millionen Euro der konservativen Regierung geholfen dem Euroland beizutreten. Wie wäre es wenn man gerade diese amerikanische Bank nun einmal zur Kasse bittet und die Prämie für ein kriminelles Geschäft wieder abkassiert. Wieviel Boni mögen die Manager für ihr kriminelles Verhalten bekommen haben? Solange skrupellose Manager an skrupellosen Regierungen mitverdienen und die kleinen Bürger die Kasse wieder ausgleichen müssen und sie nicht selber dafür haften. Solange wird sich nichts ändern.
haben die Grundungsvaeter ausdruecklich gesagt.
Wenn man "kriminell" sagt, dann mus man ein Gesetz in der USA finden, das die Bank verletzt hat.
Welches Gesetz hat die Bank verletzt?
Gerd
haben die Grundungsvaeter ausdruecklich gesagt.
Wenn man "kriminell" sagt, dann mus man ein Gesetz in der USA finden, das die Bank verletzt hat.
Welches Gesetz hat die Bank verletzt?
Gerd
haben die Grundungsvaeter ausdruecklich gesagt.
Wenn man "kriminell" sagt, dann mus man ein Gesetz in der USA finden, das die Bank verletzt hat.
Welches Gesetz hat die Bank verletzt?
Gerd
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