Irak Dutzende schiitische Pilger sterben bei Anschlag

Das schiitische Arbain-Fest ist mit einem weiteren Anschlag auf Pilger zu Ende gegangen. Die Regierung machte sunnitische Extremisten dafür verantwortlich.

Zum dritten Mal in dieser Woche ist im Irak ein Anschlag auf schiitische Pilger verübt worden. Bei dem Einschlag einer Granate in der Stadt Kerbala wurden nach offiziellen Angaben mindestens 31 Menschen getötet und fast 150 weitere verletzt.

Kerbala liegt rund 110 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad. Mehr als eine Million Pilger aus der ganzen Welt nahmen am Freitag an der Trauerzeremonie teil, die den letzten Tag des Arbain-Festes markierte. Bei der Prozession trugen die Pilger schwarze Kleidung und hielten Fahnen mit dem Bild des von ihnen verehrten Imams Hussein in den Händen. In den vergangenen Wochen waren Millionen Menschen in den Wallfahrtsort gereist.

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Die Granate sei in eine Gruppe Menschen eingeschlagen, als nach der Zeremonie die ersten Menschen Kerbala verließen, teilte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums der Provinz mit. Die Granate wurde den Angaben zufolge von einer ländlichen Region nordöstlich von Kerbala aus abgefeuert. Ein Vertreter des Innenministeriums sprach dagegen von zwei Autobomben. Der Provinzgouverneur machte das Terrornetzwerk al-Qaida und Anhänger des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein für den Anschlag verantwortlich.

Aus Angst vor Anschlägen waren bei dem Fest rund 30.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Terroristen konzentrierten sich deshalb auf die Anfahrtswege und Stellen außerhalb des Sicherheitsringes. Ein Bus mit Pilgern, die aus Kerbala zurückkehrten, fuhr im Süden von Bagdad auf einen Sprengsatz. Ein Insasse starb und elf weitere wurden verletzt, meldete die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak unter Berufung auf die örtliche Polizei. Erst am Montag und Mittwoch waren bei Selbstmordanschlägen bereits 64 Menschen getötet und mehr als 250 weitere verletzt worden.

Unter den Pilgern waren auch etwa 100.000 aus dem Ausland. Die Tradition sieht eigentlich vor, dass die Gläubigen zu Fuß nach Kerbala pilgern. Bei der Rückreise gibt es deshalb immer wieder Probleme, weil nicht genügend Verkehrsmittel für alle zur Verfügung stehen.

Das Arbain-Fest findet vierzig Tage nach dem Ashura-Fest statt, an dem die schiitischen Muslime an den Tod des Enkels des Propheten Mohammed, Imam Hussein, erinnern. Er war im Jahr 680 von den Truppen des sunnitischen Kalifen Jasid in der Schlacht bei Kerbala getötet worden. Das Ereignis führte zum endgültigen Bruch zwischen Schiiten und Sunniten im Islam.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich glaube, die Zeit ist gekommen, jeder sein Gott und Prophet nur zwischen seine vier Wende, zu Hause, zu
    suchen. Es ist gesunder, für uns alle, und viel, viel ruhiger...

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