Mottaki: "Vereinbarung muss sich nach Bedürfnissen Irans richten"
Mottaki knüpfte nun eine Einigung an neue Bedingungen: Zwar habe Iran mit dem westlichen Vorschlag kein Problem, allerdings sei die Führung in Teheran nicht bereit, den Vertragsentwurf der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ohne Veränderungen zu akzeptieren. Laut Vertragsentwurf der IAEA müsste Iran 1200 Kilogramm seines leicht angereicherten Urans in einer einzigen Lieferung ins Ausland bringen und würde dafür binnen zwölf Monaten Brennelemente für seinen Forschungsreaktor erhalten, der radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke produziert. In der Süddeutschen Zeitung forderte Mottaki nun jedoch, ein solcher Austausch müsse "zeitgleich" erfolgen. Zudem sagte er, die Uranmenge müsse sich "nach dem Bedarf der Iranischen Republik" richten. "Normalerweise bestimmt der Käufer die Menge", sagte er.
Zu einem weiteren Kernpunkt des IAEA-Vorschlags äußerte sich Mottaki ausweichend. Auf die Frage, ob der Iran bereit sei, den Austausch im Ausland vorzunehmen, etwa in Russland, sagte der Außenminister: "Es gibt viele verschiedene Orte, die genannt wurden." Zunächst müsse Einigkeit "über die Mechanismen" erzielt werden. Dann könnten die Unterhändler "den leichtesten Weg und den besten Ort finden, wie man diesen Tausch durchführen kann."
Er werde an diesem Samstag mit dem Chef der internationalen Atomenergiebehörde, Yukiya Amano, zusammenkommen, um über den Austauschvorschlag zu beraten, kündigte der iranische Außenminister in München an. Er versicherte erneut, dass sein Land nur friedliche Zwecke mit dem Atomprogramm verfolge.
In München sprechen bis Sonntag rund 300 Gäste aus aller Welt über die drängendsten Sicherheitsprobleme. Am Sonntag sieht die Tagesordnung die Themen globale Sicherheit und Friedenschancen im Nahen Osten vor. Die Polizei rüstete sich derweil mit einem Aufgebot von 3700 Beamten gegen Demonstranten. Sie erwartet für Samstag einen größeren Aufmarsch von Gegnern der Konferenz.
- Datum 06.02.2010 - 12:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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...Material in Russland weiter aufzubereiten ist natürlich ganz wichtig. Man darf aber sich nicht allzu sehr freuen, wenn er nun zustande kommen sollte. Letztlich ist er nämlich ein Nebenschauplatz und in gewisser Weise sogar dubios, als er für die Iraner Ressourcen in ihrer Atomprogramm freisetzt um andere Ziele zu verfolgen. Ein solches Teilprogramm scheint die Miniaturisierung eines Atomsprengkopfes, damit es in die Mittelstrecken Raketen passt.
Die Inspektoren müssen sich im Land frei bewegen können um mit absoluter Sicherheit festzustellen, dass das Waffenprogramm aufgelöst wurde. Bis dahin darf man sich nicht ablenken lassen. Und das scheint hier zu geschehen. Sanktionen dürfen nicht ausgesetzt werden, sondern verstärkt, auch wenn die Iraner den Inspektoren weiterhin den Zugang versperren egal ob nun die Aufbereitung im Ausland geschieht oder nicht.
"Iran werde nicht an unverbindlichen Worten, sondern allein an konkreten Taten gemessen, sagte Westerwelle in München."
Aha, interessant. Und warum wird dann so ein Gezeter um Ahmadinedschads Äußerungen (Worte) gegenüber Israel gemacht?
Solange er Israel nicht angreifen lässt (Taten) ist doch alles in Butter.
Oder verstehe ich da was falsch und unsere arroganten Moralapostel entscheiden willkürlich, wann der Iran an Worten und wann an Taten gemessen wird?
Ich bin kein Fan der Regierung des Iran und ich verurteile, wie die Menschenrechte in dem Land missachtet werden. Ebenso halte ich die antisemitischen Tiraden des iranischen Präsidenten für unsäglich, aber dieses imperialistische Gehabe und Kriegshetze der NATO, sammt europäischen Speichelleckern in den Regierungen geht mir auf den Senkel. Ebenso die größtenteils einseitige Berichterstattung in den Medien.
Dabei geht es unseren "Moralaposteln" als allerletztes um Menschenrechte, sondern in erster Linie um Schürfrechte und die Vormachtstellung überall auf der Welt. Die Souveränität unabhängiger Staaten ist ihnen einen Dreck wert, solange sie sich der Pax NATO verweigern.
MfG
AoM
Westerwelle in einem Zug mit Jones und Lawrow zu nennen klingt schon irgendwie absurd.
Er hat die Atompolitik des Iran mit der dortigen Menschenrechtslage in Verbindung gebracht. Ein Ergebnis mit dem Iran gibt es so sicher nicht. Es zeigt aber, dass er die Grundprinzipien israelischer "Friedenspolitik" verstanden hat: Den Status quo sichern, den Konflikt anheizen, ein Ergebnis unmöglich machen und Krieg führen.
Westerwelle versucht, mit seiner Verbindung von Atompolitik und Menschenrechten eine Lösung des Konfliktes zu verhindern. Hätte er damit Erfolg, würde Deutschland, das ja nun fest an der Seite Israels steht, binnen kurzer Zeit von diesem in einen weiteren Krieg gezogen, den der deutsche Steuerzahler finanzieren müsste und in dem deutsche Soldaten verbluten. In Afghanistan und an der Küste des Libanon ist dieses Verfahren bereits Realität geworden.
Die Großmächte werden dafür sorgen müssen, dass der Konflikt durch Verhandeln gelöst wird. Denn neben Afghanistan und Irak wären sie mit einem weiteren Konflikt um Iran finanziell und personell überfordert.
Westerwelle wird in den Geschichtsbüchern bestenfalls als Zeitungs-Karikatur überleben.
ernst genommen werden,denn im Grunde geht es ja nur um eins:
Iran vertritt nicht den Wertekanon, Kultur, Religion des Westens. Und in dieser Region einen Staat sich selbst bemächtigen zu lassen, bedeutet Kontroll- und Einflußverlust des Westens.
Daher gilt: Egal was der Iran sagt, egal was er eingesteht, man wird ihn nur ernst nehmen, wenn er seine Kontrolle aufgibt. Vertrauen und Achtung wie es Chinesen und Rußland vormachen ist vernünftiger. Denn Vertrauensvorschuß wirkt Wunder, so meine ich.
"Vertrauen und Achtung wie es Chinesen und Rußland vormachen ist vernünftiger."
Meinen Sie im Ernst, wir sollten einem Unrechtsstaat wie dem Iran "Vertrauen und Achtung" entgegenbringen? Wahrscheinlich haben Sie im Politikunterricht in der Schule ein paarmal zu oft gefehlt.
"Vertrauen und Achtung wie es Chinesen und Rußland vormachen ist vernünftiger."
Meinen Sie im Ernst, wir sollten einem Unrechtsstaat wie dem Iran "Vertrauen und Achtung" entgegenbringen? Wahrscheinlich haben Sie im Politikunterricht in der Schule ein paarmal zu oft gefehlt.
"Vertrauen und Achtung wie es Chinesen und Rußland vormachen ist vernünftiger."
Meinen Sie im Ernst, wir sollten einem Unrechtsstaat wie dem Iran "Vertrauen und Achtung" entgegenbringen? Wahrscheinlich haben Sie im Politikunterricht in der Schule ein paarmal zu oft gefehlt.
Ich finde das Argument, dass wenn wir Atomenergie haben, die es nicht auch haben dürgen zeiht gut und ist berechtigt.
Aber natürlich müssen wir die anderen Länder respektieren, sonst ist es unrecht da wir das mit dem Westen selbst also unseren Verbündeten ja auch nciht tun.
Wieso darf Israel, Frankreich, USA etc. zB Abomben haben und Iran nciht?
Das geht klar nach dem Motto ich bin gut und darfst und du bist böse.
Schwach....
Westliche Politiker gehören einem ganz bestimmten Kulturkreis an. Kein Politiker aus dem nahen Osten, einschliesslich der Türkei und Israels, hat mit diesem Kulturkreis irgendetwas gemein. Ehre hochhalten ist das oberste Gebot. Und der nahöstliche Begriff von Ehre hat mit dem westlichen nicht das Geringste zu tun. Es ist ehrenhaft, andere über den Tisch zu ziehen. Es ist ehrenhaft, zu lügen und zu betrügen. Seine Ehre verliert der, der sich erwischen lässt. Jeder zehnjärige Strassenjunge, ob in Tanger oder in Kabul, weiss das. Westliche Regierungen sind offenbar gegen die Erkenntnis solch simplen Sachverhalts immun. Und so wird weiter verhandelt, werden Verträge unterzeichnet, Abkommen vereinbart. Naiv wie wir "aufgeklärten" Westler nun mal sind, glauben wir allen Ernstes, eine Unterschrift auf einem Stück Papier habe irgendeine Bedeutung für einen Minister aus, sagen wir Syrien (pars pro toto). Internationale Verträge sind das Instrument, den Westen hinzuhalten und ihm Geld aus der Tasche zu ziehen. Und nach der Vertragsunterzeichnung in Genf fahren die muslimischen Herrschaften nach Hause, lachen sich einen Ast, tätscheln ihrem Kamel den Höcker und stellen Vergleiche zwischen dessen Intelligenz und ihren westlichen Vertragspartnen an. Den Vergleich gewinnt immer das Kamel.
ad 2 – „Angel_of_Mercy“
»Ich … verurteile, wie die Menschenrechte in dem Land [Iran] missachtet werden. Ebenso halte ich die antisemitischen Tiraden des iranischen Präsidenten für unsäglich, aber dieses imperialistische Gehabe und Kriegshetze der NATO, samt europäischen Speichelleckern in den Regierungen geht mir auf den Senkel. Ebenso die größtenteils einseitige Berichterstattung in den Medien.« - certainement d’accord -
Die Nervosität der iranischen Machthaber nimmt in den Tagen vor den Feierlichkeiten zum 31. Jahrestag der iranischen Revolution sichtbar zu. Innenpolitisch schlägt man wild um sich, außenpolitisch gibt man Signale der Kompromissbereitschaft zum Thema Atom, wie in dem Artikel geschildert.
Anlässlich der jährlichen Feier der iranischen Revolution, des 22 Bahman, erschien vor einem Jahr der beeindruckende englischsprachige Text »30 years ago«, zu deutsch »Vor 30 Jahren …« der iranischen Blog-Autorin „naj“ auf ihrer Website „neo-resistance“. Die deutsche Übersetzung dieses aufschlussreichen und bewegenden Zeitzeugen-Berichtes von Iran im Aufruhr in den Tagen, die die Welt erschütterten, liegt inzwischen ebenfalls vor:
• deutsche Übersetzung:
https://www.blogger.com/c...
[Übersetzung vom Unterzeichnenden als Kommentar-Posting erstellt]
• englischer Originaltext:
http://iranfacts.blogspot...
Website: “neo-resistance”; Autor: “naj” - Donnerstag, 12. Februar 2009
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