Jahrestag Islamische Revolution Weniger Demonstranten, mehr Sicherheitskräfte
In vielen iranischen Städten demonstrieren Menschen gegen die Regierung. Doch anders als die Opposition hoffte, sind nicht Millionen, sondern Tausende auf der Straße.
Der 31. Jahrestag der Islamischen Revolution in Iran mobilisiert die Massen: Einerseits haben sich in Teheran Hunderttausende Iraner versammelt, um den Umsturz durch Ayatollah Chomeini zu feiern, andererseits nutzten Regimegegner den Anlass für Gegen-Demonstrationen. Dabei ist es nach Oppositionsangaben zu schweren Zusammenstößen gekommen. "Sicherheitskräfte haben im Stadtzentrum von Teheran das Feuer auf Demonstranten eröffnet und setzen Tränengas ein", berichtete die oppositionelle Internetseite Green Voice unter Berufung auf Augenzeugen. Bei den Demonstranten, auf die geschossen worden sei, handle es sich um Anhänger des Oppositionsführers Mir Hussein Mussawi.
Sicherheitskräfte hätten auch das Auto des früheren Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karrubi attackiert, berichtete die oppositionelle Internetseite Jaras. Karrubi sei aber nicht schwer verletzt worden. Die Seite berichtete zudem, dass Sicherheitskräfte den ehemaligen Präsidenten Mohammad Chatami angegriffen hätten. Sein Bruder Mohammed-Reza Chatami, und dessen Frau Sahra Eschraki seien bei den Protesten festgenommen worden.
Die iranischen Behörden hatten Kundgebungen der Opposition am Jahrestag der Revolution untersagt und schon im Vorfeld mehre Menschen verhaften lassen. Die Verdächtigen hätten Pläne geschmiedet, die Kundgebungen der Regierung zu stören, sagte Polizeichef Esmail Ahmadi-Moghaddam der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars zufolge. "Wir haben uns dafür gewappnet, eine sichere und glorreiche Kundgebung abzuhalten", sagte er. Neben den Revolutionsgarden würden auch Anhänger der Basidsch-Milizen bereitstehen und dafür sorgen, dass "niemand Unsicherheit stiften" könne.
In der Vergangenheit hatten die Oppositionellen bei offiziellen Anlässen die Taktik angewandt, sich unter die Anhänger der Regierung zu mischen. "Lasst uns alle ruhig und entschlossen, geduldig und gewaltfrei an den Jahrestags-Zeremonien teilnehmen", hatte der Oppositionspolitiker und frühere Präsidentschaftskandidat Mehdi Karrubi im Vorfeld der Feiern gesagt.
Zwar gingen Tausende von Demonstranten auf die Straßen, aber die von der Opposition erhofften Millionen blieben lieber Zuhause. Auch die Auseinandersetzungen waren nicht so schwer wie im vergangenen Dezember, als in Teheran mindestens acht Demonstranten starben.
Das Kräftemessen zwischen der Teheraner Führung und der Opposition hält bereits seit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad im vergangenen Juni an.
Die offizielle Jahrestags-Feier
Auf vom staatlichen Fernsehen übertragenen Bildern war zu sehen, wie die Menschen aus allen Himmelsrichtungen auf den Friedensplatz im Zentrum der Hauptstadt strömten. Aus Angst vor erneuten Protesten der Opposition wurden die offiziellen Feiern von Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Die Behörden hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie während der offiziellen Kundgebungen zum Jahrestag hart gegen Unruhestifter durchgreifen würden.
Ahmadineschad hielt auf dem Freiheitsplatz in Teheran eine Rede. Die Menge skandierte Parolen, in denen sie ihre Ergebenheit gegenüber dem geistlichen Oberhaupt Irans, Ayatollah Ali Chamenei, zum Ausdruck brachte. Teilnehmer des Festzuges schwenkten iranische Flaggen und hielten Banner hoch, auf denen "Tod Israel" und "Tod den USA" geschrieben waren. Nach Angaben des Staatsfernsehens gingen im ganzen Land "Millionen" Menschen auf die Straße, um die "Einheit der Nation" zu demonstrieren.
In seiner Rede pries der Präsident die Revolution. Im Jahr 1979 wurde der iranische Schah gestürzt. Khomeini war Anfang Februar des Jahres aus dem Exil in Paris zurückgekehrt, am 11. Februar brach die bis dahin geltende Ordnung vollständig zusammen.
Der ausländischen Presse war, wie schon in den vergangenen Monaten, die Berichterstattung über die Proteste strikt verboten. Die Journalisten wurden von der Teheraner Presseabteilung per Bus zum Freiheitsplatz gebracht und nach der Rede Ahmadinedschads wieder zurückchauffiert.
Iran schränkt offenbar Zugang von Google Mail ein
Während der Proteste gegen die konservative iranische Regierung hatten Kritiker Gebrauch von Internet-Diensten wie Google Mail und Twitter gemacht. Allerdings funktionierte das Internet nur begrenzt, auch konnten kaum SMS verschickt oder Telefonate mit dem Handy geführt werden.
Zuvor hatte die Zeitung Wall Street Journal berichtet, dass die Telekommunikations-Behörde in Teheran ankündigt habe, den Zugang zu Google Mail auf Dauer zu kappen. Stattdessen solle in Kürze ein einheimischer Dienst eingeführt werden. Ein Google-Sprecher erklärte am späten Abend, der E-Mail-Verkehr in Iran sei deutlich zurückgegangen. Einige Benutzer berichteten zudem von Schwierigkeiten, auf ihre Post zuzugreifen. Die Google-Netzwerke selbst funktionierten einwandfrei. Eine Stellungnahme der iranischen Regierung war in der Nacht nicht zu erhalten.
- Datum 11.02.2010 - 17:00 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
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Eine Regierung das Menschen das Protestieren verbietet und gewalt anwendet sollte keine gefeährlische waffen haben oder besitzen und sollte entwaffnet werden.
Dem stimme ich sofort zu. Aber wer macht das auch den Russen klar???
Wie wollen Sie die deutsche Regierung, ihre Bundeswehr und Polizei, denn entwaffnen? Und wann? Beim Nato-Gipfel, in München, bei G7?
Werden Sie konkret. Oder sind Demonstrationsverbot, Schockgranaten, Quarzhandschuhe, Provokationen und Übegriffe durch Bereitschaftstruppen etc in diesen Fällen wohlfeil?
siehe 'Heiligendamm'.
Dem stimme ich sofort zu. Aber wer macht das auch den Russen klar???
Wie wollen Sie die deutsche Regierung, ihre Bundeswehr und Polizei, denn entwaffnen? Und wann? Beim Nato-Gipfel, in München, bei G7?
Werden Sie konkret. Oder sind Demonstrationsverbot, Schockgranaten, Quarzhandschuhe, Provokationen und Übegriffe durch Bereitschaftstruppen etc in diesen Fällen wohlfeil?
siehe 'Heiligendamm'.
Nur der Vollständigkeit halber möchte ich zu Ihrer fetten Überschrift noch eine Kleinigkeit ergänzen, nachzulesen bei SPON - http://www.spiegel.de/pol...
Die iranische Polizei hat tatsächlich auf Demonstranten geschossen. Mit Tränengas und Farbpatronen.
...dienen aber (imho) nur dem "markieren" von demonstranten. die milizen haben es dann einfacher.
...dienen aber (imho) nur dem "markieren" von demonstranten. die milizen haben es dann einfacher.
was soll das bitte?
Ich fordere die ZEIT auf, sofort klarzustellen ob es sich um "richtige" Schüsse oder "nur" um Tränengas handelt.
Das ist wirklich Bild-Niveau, das so offen zu lassen oder nicht richtig recherchieren zu können.
Wie wir im ersten Absatz des Artikels schreiben, ist sowohl auf Demonstranten geschossen worden als auch Tränengas eingesetzt worden. Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Viele Grüße
Die Redaktion
Seit den Präsidentsschaftswahlen im letzten Sommer wurden nach offiziellen Angaben über 100 Menschen bei Demonstrationen ermordert. Wie glauben Sie sind diese Menschen umgekommen? Durch Tränengas??
Wie wir im ersten Absatz des Artikels schreiben, ist sowohl auf Demonstranten geschossen worden als auch Tränengas eingesetzt worden. Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Viele Grüße
Die Redaktion
Seit den Präsidentsschaftswahlen im letzten Sommer wurden nach offiziellen Angaben über 100 Menschen bei Demonstrationen ermordert. Wie glauben Sie sind diese Menschen umgekommen? Durch Tränengas??
Das ganze Theater erinnert mich ein wenig an die Feiern zum 40. Jahrestag der DDR....
Da wurde die ach so bedeutende Zukunft des Sozialismus gefeiert, wärend der Mörtel unter den Füßen schon wegbrach.
Ich wette das wird zum Schluss ganz schnell gehen mit dem Regime in Teheran. Das sieht nur stabil aus, wird aber wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.
Leider sitzen im Iran nicht müde Greise an der Regierung wie weiland in der DDR. Die iran. Klerikalfaschisten sind gut gerüstet und haben einiges zu verlieren. Die Umwälzungen könnten in einen blutigen Bürgerkrieg führen. Werden unsere pseudo-linken Multi-Kulti-Schwärmer den freiheitlichen Kräften im Iran genauso in den Rücken fallen, wie sie es hierzulande mit Frau Kelek und Frau Ates tun, wenn diese unter Lebensgefahr gegen die ideologischen Zwillinge der iran. Machthaber in Neukölln und anderswo kämpfen?
Leider sitzen im Iran nicht müde Greise an der Regierung wie weiland in der DDR. Die iran. Klerikalfaschisten sind gut gerüstet und haben einiges zu verlieren. Die Umwälzungen könnten in einen blutigen Bürgerkrieg führen. Werden unsere pseudo-linken Multi-Kulti-Schwärmer den freiheitlichen Kräften im Iran genauso in den Rücken fallen, wie sie es hierzulande mit Frau Kelek und Frau Ates tun, wenn diese unter Lebensgefahr gegen die ideologischen Zwillinge der iran. Machthaber in Neukölln und anderswo kämpfen?
Wie wir im ersten Absatz des Artikels schreiben, ist sowohl auf Demonstranten geschossen worden als auch Tränengas eingesetzt worden. Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Viele Grüße
Die Redaktion
Es paßt gutt in mein Bild des Regimes, aber darf ich nochmal explizit nachfragen? Wenn Sie sagen: es sei dort auf Demonstranten geschossen worden, meinen Sie dann klassische, lethale Munition, Sie wissen schon: Vollmantel aus Tombak, Bleikern? Solche Munition, welche durch kinetische Energie auf das Ziel (Demonstrant) wirkt?
Nur der Klarstellung halber, bitte. Sie meinen richtige (!) Kugeln, Projektile, Geschosse, Pulver und Blei, solches Zeug?
Es paßt gutt in mein Bild des Regimes, aber darf ich nochmal explizit nachfragen? Wenn Sie sagen: es sei dort auf Demonstranten geschossen worden, meinen Sie dann klassische, lethale Munition, Sie wissen schon: Vollmantel aus Tombak, Bleikern? Solche Munition, welche durch kinetische Energie auf das Ziel (Demonstrant) wirkt?
Nur der Klarstellung halber, bitte. Sie meinen richtige (!) Kugeln, Projektile, Geschosse, Pulver und Blei, solches Zeug?
Dem stimme ich sofort zu. Aber wer macht das auch den Russen klar???
Wie wollen Sie die deutsche Regierung, ihre Bundeswehr und Polizei, denn entwaffnen? Und wann? Beim Nato-Gipfel, in München, bei G7?
Werden Sie konkret. Oder sind Demonstrationsverbot, Schockgranaten, Quarzhandschuhe, Provokationen und Übegriffe durch Bereitschaftstruppen etc in diesen Fällen wohlfeil?
Leider sitzen im Iran nicht müde Greise an der Regierung wie weiland in der DDR. Die iran. Klerikalfaschisten sind gut gerüstet und haben einiges zu verlieren. Die Umwälzungen könnten in einen blutigen Bürgerkrieg führen. Werden unsere pseudo-linken Multi-Kulti-Schwärmer den freiheitlichen Kräften im Iran genauso in den Rücken fallen, wie sie es hierzulande mit Frau Kelek und Frau Ates tun, wenn diese unter Lebensgefahr gegen die ideologischen Zwillinge der iran. Machthaber in Neukölln und anderswo kämpfen?
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