Atomstreit Iran nimmt Uran-Anreicherung auf

Iran hat mit der umstrittenen Anreicherung von Uran in der Atomanlage Natans begonnen. Dies teilte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, mit.

"Wir haben die Vorbereitungen um 9.30 Uhr (7.00 Uhr MEZ) in Gegenwart der Vertreter (der Internationalen Atomenergiebehörde) begonnen", sagte ein Sprecher der iranischen Atombehörde. Mit diesem Schritt dürften sich internationale Forderungen nach weiteren UN-Sanktionen gegen die Islamische Republik verstärken.

Iran hatte bereits angekündigt, mit der Anreicherung von Kernbrennstoff auf 20 Prozent zu beginnen. Für den Bau eines atomaren Sprengsatzes muss Uran auf über 80 Prozent angereichert werden.

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Nach offizieller Darstellung soll das angereicherte Uran in der Anlage in Natans für einen Reaktor produziert werden, in dem Isotope zur medizinischen Anwendung hergestellt werden sollen.

Ein Kompromissvorschlag der internationalen Gemeinschaft hatte vorgesehen, dass Iran sein Uran im Ausland weiter anreichern lassen kann. Damit hätte das Land selbst nicht die Möglichkeit, atomwaffenfähiges Uran herzustellen, könnte aber Atomstrom produzieren und das Material auch zu Forschungszwecken verwenden. Den Vorwurf vor allem der USA, nach Atomwaffen zu streben, weist die Regierung in Teheran zurück.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatten bereits im Vorfeld Maßnahmen gegen Iran angedroht, wenn Iran nicht zu einem Einlenken bereit sei.

 
Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 09.02.2010 um 9:42 Uhr

    Zu einer umfassenden Berichterstattung gehört meines Erachtens der Hinweis, dass der Iran zwar möglicherweise auf 19.75 % anreichern kann, die Brennstäbe für den Reaktor in Tehran (TRR) zur Herstellung der medizinischen Isotope aber wohl nicht so schnell hinbekommen wird. Die werden zurzeit im Wesentlichen nur von Frankreich und Argentinien hergestellt. Von Argentinien hatte der Iran Anfang der 1990er Jahre das angereicherte Uran bezogen, das im TRR Verwendung fand. Auf Frankreich will man sich nicht verlassen.

    Das Ganze ist also im Moment eine Showveranstaltung. Wir müssen abwarten, ob das bisher hergestellte verunreingte LEU nicht gar (unter den Augen der IAEA) die teuer installierten Zentrifugen zerstört.

    http://isis-online.org/is...

    • zd
    • 09.02.2010 um 10:17 Uhr

    diese frage klingt einfach und gerecht, aber es geht hier nicht um die gerechtigkeit, sondern um die folgen. gerechtigkeit ist leider subjektiv. fuer die einen ist etwas gerecht, fuer die anderen ist es nicht.

    ja, es ist gerecht, wenn iran atomwaffen baut, wenn z.b. israel schon seit 40 jahren welche hat. aber wir leben in einer weltgemeinschaft, wo solche handlungen schlimme folgen haben koennten.

    es ist nun mal so, dass ausser israel, alle anderen laender der region angst vor iran haben. saudis, irak (desser oelfelder ab und zu von iranischen soldaten besetzt werden), bahrain (an deren souverenitaet iran zweifelt), libanon wo hisbollah alles fest in griff hat. jemen, wo von iran financierte haiti rebellen vor kurzem einen krieg vom zaun brachten. die ganze sunitische region hat angst vor einer shiitischen islamischen revolution. sollte iran in bestiz von atomaffen kommen, so werden ganz sicher die saudis, die aegypter und lybier nachruesten. das wird schon keiner aufhalten koennen. waere das gerecht - ja.

    nun, es gibt einen grund, wieso in jedem staat waffengesetze fuer privatpersonen gibt. es gibt menschen die privat waffen besitzen duerfen und es gibt meneschen die keine waffe haben. ist es gerecht?

    es gibt momente, wo man mit einem sinn fuer gerechtigkeit nicht weiterkommt. eine religioese diktatur, bei der jeder versteht, dass die fuehrer nicht alle tassen im schrank haben und um sich drohen, sollte an atomwaffenbesitz gehindert werden.

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    • colca
    • 09.02.2010 um 10:41 Uhr

    Saudis, Ägypter oder Lybier würden nicht nachrüsten, weil sie es nicht können.
    Kein arabischer Staat hat auch nur annähernd die wissenschaftlichen und humanen Potenzen, einen solchen Kraftakt wie ein komplettes Nuklearprogramm zu bewältigen.
    Die Bildungswesen und -traditionen in allen arabischen Ländern sind desolat, ihre Universitäten unbedeutend, ihre wissenschaftlichen Leistungen nachrangig.
    Ganz Arabien ist Lichtjahre davon entfernt, das bestehende Kernwaffenmonopol im Nahen Osten auch nur anzukratzen. Das kann nur der Iran und deshalb wird er auch so bedroht.

    Wenn heute beginnt in Natanz die Urananreicherung auf 20% beginnt, so geschieht das übrigens in Anwesenheit von IAEA-Inspekteuren - also in aller Transparenz und unter internationaler Kontrolle.
    Wie man daraus eine drohende Atombombe konstruieren kann, bleibt das Geheimnis einschlägig aktiver Propagandisten.

    Nicht ungeschickt, aber dennoch fragwürdig ist diese Argumentationskette, offenbart sie doch eine entscheidende Auslassung: Die Angst bestand und besteht nicht vor iranischen sondern israelischen Atombomben. Wer hat dieses Macht-Gleichgewicht in dieser Region durch den Bau von Atombomben und -Raketen (U-Boote) zerstört ? Israel war nach dem Sechstage-Krieg unangefochtener Sieger in dieser Region. Kein arabischer Staat hat sie danach je angegriffen. Aber israelische Regierungen wollten mehr: Das biblische Groß-Israel ! Aber an diesem Grössenwahn sind schon wesentlich bedeutendere Staaten zugrunde gegangen.

    Schon mal was von Völkerrecht gehört?
    Man kann gleichberechtigt verhandeln, ja.
    Aber hier versucht man anderen eine Ideologie aufzudrängen, an die sich der "Westen" selbst nicht halten muss. Man will keine Atombomben, dann sollen man zunächst ein paar der 50.000 Atombomben zerstören.
    (Außerdem ist Iran nicht mehr religiös als das "gute" Israel, welches sein Existenzrecht komplett aus der Religion hat. Außerdem ist Iran nicht weniger stabil als Pakistan.)
    Am Ende des 2.Weltenkriegs, als Deutschland und Japan schon geschlagen waren und zur Kapitulation bereit waren, wurden noch 2 Atombomben abgefeuert. Tausende starben oder sind bis heute verstrahlt 4 Monate nach Kriegsende in Europa.

    • colca
    • 09.02.2010 um 10:41 Uhr

    Saudis, Ägypter oder Lybier würden nicht nachrüsten, weil sie es nicht können.
    Kein arabischer Staat hat auch nur annähernd die wissenschaftlichen und humanen Potenzen, einen solchen Kraftakt wie ein komplettes Nuklearprogramm zu bewältigen.
    Die Bildungswesen und -traditionen in allen arabischen Ländern sind desolat, ihre Universitäten unbedeutend, ihre wissenschaftlichen Leistungen nachrangig.
    Ganz Arabien ist Lichtjahre davon entfernt, das bestehende Kernwaffenmonopol im Nahen Osten auch nur anzukratzen. Das kann nur der Iran und deshalb wird er auch so bedroht.

    Wenn heute beginnt in Natanz die Urananreicherung auf 20% beginnt, so geschieht das übrigens in Anwesenheit von IAEA-Inspekteuren - also in aller Transparenz und unter internationaler Kontrolle.
    Wie man daraus eine drohende Atombombe konstruieren kann, bleibt das Geheimnis einschlägig aktiver Propagandisten.

    Nicht ungeschickt, aber dennoch fragwürdig ist diese Argumentationskette, offenbart sie doch eine entscheidende Auslassung: Die Angst bestand und besteht nicht vor iranischen sondern israelischen Atombomben. Wer hat dieses Macht-Gleichgewicht in dieser Region durch den Bau von Atombomben und -Raketen (U-Boote) zerstört ? Israel war nach dem Sechstage-Krieg unangefochtener Sieger in dieser Region. Kein arabischer Staat hat sie danach je angegriffen. Aber israelische Regierungen wollten mehr: Das biblische Groß-Israel ! Aber an diesem Grössenwahn sind schon wesentlich bedeutendere Staaten zugrunde gegangen.

    Schon mal was von Völkerrecht gehört?
    Man kann gleichberechtigt verhandeln, ja.
    Aber hier versucht man anderen eine Ideologie aufzudrängen, an die sich der "Westen" selbst nicht halten muss. Man will keine Atombomben, dann sollen man zunächst ein paar der 50.000 Atombomben zerstören.
    (Außerdem ist Iran nicht mehr religiös als das "gute" Israel, welches sein Existenzrecht komplett aus der Religion hat. Außerdem ist Iran nicht weniger stabil als Pakistan.)
    Am Ende des 2.Weltenkriegs, als Deutschland und Japan schon geschlagen waren und zur Kapitulation bereit waren, wurden noch 2 Atombomben abgefeuert. Tausende starben oder sind bis heute verstrahlt 4 Monate nach Kriegsende in Europa.

    • colca
    • 09.02.2010 um 10:41 Uhr
    3. Irrtum

    Saudis, Ägypter oder Lybier würden nicht nachrüsten, weil sie es nicht können.
    Kein arabischer Staat hat auch nur annähernd die wissenschaftlichen und humanen Potenzen, einen solchen Kraftakt wie ein komplettes Nuklearprogramm zu bewältigen.
    Die Bildungswesen und -traditionen in allen arabischen Ländern sind desolat, ihre Universitäten unbedeutend, ihre wissenschaftlichen Leistungen nachrangig.
    Ganz Arabien ist Lichtjahre davon entfernt, das bestehende Kernwaffenmonopol im Nahen Osten auch nur anzukratzen. Das kann nur der Iran und deshalb wird er auch so bedroht.

    Wenn heute beginnt in Natanz die Urananreicherung auf 20% beginnt, so geschieht das übrigens in Anwesenheit von IAEA-Inspekteuren - also in aller Transparenz und unter internationaler Kontrolle.
    Wie man daraus eine drohende Atombombe konstruieren kann, bleibt das Geheimnis einschlägig aktiver Propagandisten.

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    • zd
    • 09.02.2010 um 11:52 Uhr

    glauben sie die iraner sind selbst auf die technologien gekommen? nicht mal die russen, haben die ersten atomwaffen selbst entwickeln koennen. wie hat nordkorea atomwaffen bekommen?

    es gibt heute genug wissenschaftler, die mit atombomben technologien vertraut sind. wenn man viel geld und einen willen hat, wird man immer jemanden finden, der helfen kann.

    • zd
    • 09.02.2010 um 11:52 Uhr

    glauben sie die iraner sind selbst auf die technologien gekommen? nicht mal die russen, haben die ersten atomwaffen selbst entwickeln koennen. wie hat nordkorea atomwaffen bekommen?

    es gibt heute genug wissenschaftler, die mit atombomben technologien vertraut sind. wenn man viel geld und einen willen hat, wird man immer jemanden finden, der helfen kann.

  1. [Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

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  2. "Wie man daraus eine drohende Atombombe konstruieren kann, bleibt das Geheimnis einschlägig aktiver Propagandisten."

    Dass Sie unsere pluralistische Medienwelt als Propaganda bezeichnen, zeigt, dass sie keine Vorstellung von echter Medienkontrolle und Propaganda haben. Manchmal vermisse ich die DDR vor der Haustür, war sie immer ein abschreckendes Beispiel für staatliche Überwachung und Kontrolle. Wahrscheinlich würden wir uns heute in Anbetracht der DDR manche Diskussion über Datenschutz oder Pressezensur ersparen und keiner würde behaupten, unsere Medien wären Propaganda-Maschinen.

    Lieber plappern SIE die Propaganda der iranischen staatlichen Medien nach, die auch behauptet, alles sei unter Kontrolle der IAEA, kein Problem. Natürlich kann man einen IAEA - Mitarbeiter einladen, der zugucken darf, wie man einen Startknopf drückt. Daher weiß der aber noch lange nicht, was mit dem angereicherten Uran passiert. Das ist das "Geheimnis". Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

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    • colca
    • 09.02.2010 um 12:17 Uhr

    Also ich vermisse die DDR nicht. Aber ich hatte sie schließlich auch nicht vor der Haustür, sondern habe 28 Jahre in ihr gelebt. Von daher habe ich sehr konkrete Vorstellungen von propagandistischen Medien und selektiven Nachrichten.
    Und glauben Sie mir, ich hatte in den letzten Jahren schon so manches Deja-vu...
    Und was die staatliche Kontrolle angeht, so haben heute VS, BND, BKA, NSA, Echolon usw.usf. Möglichkeiten, von denen ein Erich Mielke nicht mal träumen konnte.

    Man muss übrigens keine "iranische Propaganda nachplappern", wenn man die angeblich akute Gefahr des iranischen Atomprogramms so nicht erkennen kann. Man muss nur seinen Blick über den veröffentlichten Mainstream bei uns heben - nutzen Sie das Internet.
    Lesen Sie nach, wie man das Problem in Indien, China, Russland, Brasilien oder bei Al Jazeera betrachtet.
    Sie werden schnell feststellen, dass der sogenannte Westen seinen Alarmismus allein hat.

    • colca
    • 09.02.2010 um 12:17 Uhr

    Also ich vermisse die DDR nicht. Aber ich hatte sie schließlich auch nicht vor der Haustür, sondern habe 28 Jahre in ihr gelebt. Von daher habe ich sehr konkrete Vorstellungen von propagandistischen Medien und selektiven Nachrichten.
    Und glauben Sie mir, ich hatte in den letzten Jahren schon so manches Deja-vu...
    Und was die staatliche Kontrolle angeht, so haben heute VS, BND, BKA, NSA, Echolon usw.usf. Möglichkeiten, von denen ein Erich Mielke nicht mal träumen konnte.

    Man muss übrigens keine "iranische Propaganda nachplappern", wenn man die angeblich akute Gefahr des iranischen Atomprogramms so nicht erkennen kann. Man muss nur seinen Blick über den veröffentlichten Mainstream bei uns heben - nutzen Sie das Internet.
    Lesen Sie nach, wie man das Problem in Indien, China, Russland, Brasilien oder bei Al Jazeera betrachtet.
    Sie werden schnell feststellen, dass der sogenannte Westen seinen Alarmismus allein hat.

    • zd
    • 09.02.2010 um 11:52 Uhr

    glauben sie die iraner sind selbst auf die technologien gekommen? nicht mal die russen, haben die ersten atomwaffen selbst entwickeln koennen. wie hat nordkorea atomwaffen bekommen?

    es gibt heute genug wissenschaftler, die mit atombomben technologien vertraut sind. wenn man viel geld und einen willen hat, wird man immer jemanden finden, der helfen kann.

    Antwort auf "Irrtum"
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    • colca
    • 09.02.2010 um 12:07 Uhr

    Ach es liegt nur am Geld, man kann die Dinger oder wenigstens die fertige Technologie überall kaufen?
    Nun frage ich mich, warum das der Iran dann nicht schon längst gemacht hat. Das sind doch angeblich so irrationale Spinner, die sofort jede Atombombe derer sie habhaft werden, auf Tel Aviv werfen würden.
    Also, warum nicht schon vor Jahren?

    • colca
    • 09.02.2010 um 12:07 Uhr

    Ach es liegt nur am Geld, man kann die Dinger oder wenigstens die fertige Technologie überall kaufen?
    Nun frage ich mich, warum das der Iran dann nicht schon längst gemacht hat. Das sind doch angeblich so irrationale Spinner, die sofort jede Atombombe derer sie habhaft werden, auf Tel Aviv werfen würden.
    Also, warum nicht schon vor Jahren?

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    • colca
    • 09.02.2010 um 12:07 Uhr

    Ach es liegt nur am Geld, man kann die Dinger oder wenigstens die fertige Technologie überall kaufen?
    Nun frage ich mich, warum das der Iran dann nicht schon längst gemacht hat. Das sind doch angeblich so irrationale Spinner, die sofort jede Atombombe derer sie habhaft werden, auf Tel Aviv werfen würden.
    Also, warum nicht schon vor Jahren?

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